Stimmtraining-Stimme-Macht-Psychologie
Ob wir sprechen, singen, schreien, seufzen oder stöhnen – das menschliche Gehirn verarbeitet jedes artikulierte Wort bereits nach 140 Millisekunden. Viel zu oft konzentrieren wir uns dabei allerdings auf die Wirkung der Worte, auf den Einfluss der Inhalte – und vergessen dabei die Kraft des Klangs unserer Stimme. Selbst ein mittelmäßiger Inhalt "unter der Gewalt eines vollendeten Vortrags macht mehr Eindruck als der vollendetste Gedanke, bei dem der Vortrag mangelt", erkannte schon der römische Sprechlehrer Quintilian. Tatsächlich klingt gar nicht so sehr was wir sagen im Ohr, sondern vielmehr wie wir es sagen. Die gute Nachricht: Stimmkraft lässt sich trainieren...

Was beim Sprechen passiert

Wo-die-Stimme-entsteht-Grafik

"Mehr als die Schönheit selbst bezaubert die liebliche Stimme", schrieb einst Johann Gottfried von Herder. So leicht einem solche Worte von der Zunge gehen – das Reden selbst bleibt für den Sprechapparat Schwerstarbeit. Bei jedem Laut, den wir artikulieren, öffnen und schließen sich unsere Stimmlippen (siehe Grafik oben) viele Male in der Sekunde.

Um zum Beispiel den Ton "A" zu erzeugen – das Freizeichen beim Telefon – braucht es eine Frequenz von 440 Hertz, also eine Schallwelle mit 440 Schwingungen pro Sekunde. Um die auszulösen, müssen sich auch die Stimmlippen 440 Mal pro Sekunde öffnen und schließen. Wobei Männer üblicherweise mit einer Grundfrequenz von 130 Hertz brummen, während es bei Frauen eher 190 Schwingungen pro Sekunde sind.

Um unterschiedlich hohe Töne zu erzeugen – ein A kann man schließlich in mehreren Oktaven singen –, müssen sich die Muskeln um die Stimmlippen herum unterschiedlich anspannen: Bei tiefen Tönen bleiben sie lockerer, bei hohen ziehen sie sich zusammen. So entsteht Sprachmelodie.

Verantwortlich für unsere Stimme sind allerdings nicht nur individuelle Sprachmelodie, Sprechtempo, Dehnungen und verschieden hohe Grundtöne, sondern auch die sogenannten Obertöne. Sie schwingen bei jedem Laut mit einer leicht modifizierten Frequenz mit und haben bei jedem Menschen ein anderes Muster. Vergleichen lässt sich das am ehesten mit den Klangfarben einzelner Instrumente: Ob ein Klavier oder eine Geige ein "A" spielt, macht für den Ton keinen Unterschied: Er hat in beiden Fällen 440 Hertz. Und doch hören unsere Ohren genau, welches Instrument die Saiten vibrieren lässt.

Auf diese Weise entsteht für jeden von uns ein einzigartiger Klang, eine Art vokaler Fingerabdruck, den sich zum Beispiel Polizeiermittler regelmäßig zunutze machen, um Telefonerpresser zu überführen.

Die Stimme kann die Wahrnehmung beeinflussen

  1. Tiefe Männerstimmen wirken anziehend

    Was viele schon immer geahnt haben, ist auch durch wissenschaftliche Studien belegt. Eine tiefe Männerstimme wirkt auf Frauen anziehend. Mit einer tiefen Tonlage verbinden weibliche Gehirne automatisch Männlichkeit, Testosteron, Größe und körperliche Stärke.

    Alles Indikatoren, die auf Frauen grundsätzlich anziehend wirken. Der Wahrnehmung scheint Frauen dabei einen Streich zu spielen: Fragt man sie direkt, schließen viele Damen von einer tieferen Stimme zunächst einmal auf das Gewicht eines Mannes - tiefe Stimme, mehr Volumen.

    Im weiblichen Kopf entsteht dennoch das Bild eines großen und muskulösen Adonis, nicht eines kleinen, rundlichen Max Mustermanns, dessen Tonlage ebenso tief ist.

  2. Hohe Frauenstimmen wirken attraktiv

    Umgekehrt springen Männer auf die hohen Tonlagen der weiblichen Stimme an. Die Assoziationen dahinter gehen weit zurück: Eine hohe Stimme lässt auf einen zierlichen Körper schließen, eine Frau, die beschützt und behütet werden will und alleine unsicher ist.

    Ein für heutige, emanzipierte Verhältnisse nicht mehr zeitgemäße Vermutung, die in der Wahrnehmung aber immer noch funktioniert.

    Für die Höhen der weiblichen Stimme gibt es allerdings auch Grenzen. Wird die Stimme eher zu einem Quietschen oder klingt nur noch piepsig, kehrt sich die Wirkung um und die Anziehungskraft auf das männliche Geschlecht geht verloren.

  3. Liebe spiegelt sich in der Stimme

    Nicht nur die eigenen Gefühle lassen sich mithilfe der Stimme übertragen, der Mensch hat auch ein sehr feines Gespür und vor allem Gehör für die Emotionen, die in der Stimme anderer mitschwingen.

    Eindrucksvoll wurde dies mit der vielleicht stärksten Emotion in einer Studie bewiesen: Der Liebe. Sprechen zwei Menschen, die sich lieben, miteinander, verändert sich deren Stimme auf eine sehr subtile Art, die von vielen aber dennoch sofort richtig gedeutet wird.

    Bereits Hörproben von gerade einmal zwei Sekunden reichten den Probanden aus, um herauszufiltern, ob die Sprecher ineinander verliebt waren. Frischverliebte scheinen eine Art Verletzlichkeit und Angst vor Zurückweisung in der Stimme zu tragen, die für andere wahrnehmbar ist, so die Autoren der Studie.

  4. Tiefe Stimmen bleiben besser in Erinnerung

    Gerade für Führungskräfte kann eine tiefe Stimme von Vorteil sein, denn: Was in mit tiefer Stimme vorgetragen wird, bleibt beim Zuhörer besser und länger im Gedächtnis hängen. Wo eine Piepsstimme schnell verdrängt wird, hat ein kräftiger Bass nachhaltige Wirkung.

    Dies gilt besonders für weibliche Zuhörer, die sich besser an tiefe Stimmen erinnern. Aber auch vom gleichen Geschlecht wird Männern mit einer tiefen, männlichen Stimme größere Führungsqualität zugesprochen.

  5. Die eigene Stimme wird nicht erkannt

    Egal, wen man zu fragen scheint: Niemand kann seine eigene Stimme leiden. Wer sich auf einem Video oder einer Tonaufnahme selbst sprechen hört, fragt oft erst einmal verwundert nach, ob seine Stimme tatsächlich so klingt.

    Eine Studie konnte jedoch zeigen, dass die meisten Menschen ihrer eigenen Stimme gar nicht so abgeneigt gegenüber stehen, wie es immer den Eindruck macht. Vielmehr gilt: Unter vielen anderen Beispielen erkennt man sich selbst nicht einmal.

    Im Test sollten die Teilnehmer eine Vielzahl von Stimmen bewerten - darunter gemischt auch ihre eigene. Das Ergebnis: Wer die eigene Stimme nicht als solche erkannte, gab durchschnittlich durchaus gute Bewertungen für den eigenen Klang ab.

  6. Fremde Akzente klingen weniger glaubwürdig

    Wer viel in einer anderen Sprache spricht und dabei einen Akzent hat, könnte ein Problem mit der Glaubwürdigkeit haben. Forscher stellten fest, dass wir Menschen mit Akzent insgesamt eher unterstellen, unglaubwürdig zu sein.

    Das kann auf der einen Seite mit Vorurteilen begründet werden, die Wissenschaftler liefern allerdings auch eine andere Erklärung: Unserem Gehirn fällt es schwerer, Akzente zu verstehen und die Informationen entsprechend zu verarbeiten.

    Ein Wahrnehmungsfehler führt dann dazu, dass die Aussagen als unglaubwürdig abgestempelt werden, denn unser Gehirn versucht uns uns zu sagen, dass komplizierte und schwer verständliche Dinge in der Regel eher nicht die Wahrheit entsprechen.

  7. Akzente werden unbewusst imitiert

    Obwohl Sie als unglaubwürdiger wahrgenommen werden, wird sich diesen im Gespräch ganz automatisch angepasst. In der direkten Kommunikation nähern sich unterschiedliche Akzente aneinander an. Spricht man beispielsweise mit jemandem, der Deutsch nicht als Muttersprache gelernt hat und somit Schwierigkeiten in Aussprache oder Grammatik hat, beginnt man, sich dem anderen anzupassen.

    Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Verhalten der Verständigung dient. Indem sich die verschiedenen Stimmen und Sprachen einander nähern, fällt es beiden Seiten leichter, den jeweils anderen zu verstehen.

    Auch wenn dies oft unbewusst geschieht, sollte man sich dennoch die damit möglicherweise verbundenen Gefahr vor Augen führen: Wird der andere zu stark imitiert, wird dies als Beleidigung aufgefasst und erweckt den Eindruck, man würde sich über den anderen lustig machen.

  8. Bekannte Stimmen lassen sich herausfiltern

    Ein Effekt auf die Wahrnehmung, der besonders in großen Gruppen, überfüllten Räumen und auf Veranstaltungen von Vorteil ist: Bekannte Stimmen können leicht aus vielen anderen herausgefiltert werden. Werden mehrere Stimmen übereinander gelegt, von denen man eine kennt, lässt sich der Fokus bewusst auf diese legen.

    So konnten Forscher in einer Studie zeigen, dass es den Teilnehmer leichter fiel zu verstehen, was der Ehepartner sagte, wenn dessen Stimme mit anderen gemischt wurde.

    Das funktioniert allerdings auch andersherum: Wer sich darauf konzentriert, kann bekannte Stimmen bewusst ausblenden und überhören.

Die Stimme ist Visitenkarte und Verräter zugleich

In Zeiten, in denen wir uns weder auf den Wahrheitsgehalt von Worten noch die Beweiskraft von Bildern verlassen können, bekommt die Stimme ein völlig neues Gewicht. Sie ist nicht nur eindeutiges Erkennungsmerkmal, sondern nahezu unverfälschlich und damit eine ebenso authentische wie "intime Visitenkarte" der Persönlichkeit, sagt etwa der Flensburger Stimmforscher Hartwig Eckert.

Mit Hilfe unserer Stimme bestimmen wir maßgeblich, wie wir auf andere wirken, ob wir sie überzeugen, uns durchsetzen, ihnen sympathisch werden oder nicht. Über die Stimme bekommen wir unmittelbaren Zugang zu den Gefühlen unseres Gegenübers. Sie ist ein unterschwelliger Türöffner, ein Eisbrecher, ein Brückenbauer.

Die Stimme wirkt auf den beruflichen Erfolg genauso wie bei der Partnerwahl – und: Sie kann sogar den Charakter eines Menschen verändern.

Die Stimme ist aber nicht nur Visitenkarte, sondern zugleich auch ein gefährlicher Verräter. Sie entlarvt die Gemütslage des Sprechers ebenso wie dessen Absichten. Das Limbische System, die Schaltzentrale unseres Gehirns für Gefühle, beeinflusst sämtliche Zwischentöne:

  • Ist jemand traurig oder niedergeschlagen, so erschlafft seine Sprechmuskulatur automatisch, die Stimmlippen reagieren verzögert und vibrieren sanfter. Prompt klingt die Stimme tiefer, kraftloser, undeutlicher.
  • Desinteresse oder Frust dagegen machen die Stimme flach und monoton, der Sprachmelodie fehlt jede Modulation.
  • Wer gestresst oder nervös ist, klingt wiederum gepresst und dünn, dem Sprecher schnürt es sprichwörtlich die Kehle zu.

Diese Stimmlippenbekenntnisse sind global gleich und unabhängig vom Kulturkreis. Eines der bekanntesten Experimente dazu lieferte vor einigen Jahren schon der Psychologe Klaus Scherer an der Universität Genf:

Er ließ Schauspieler inhaltlich sinnlose Sätze aus Elementen verschiedener Sprachen auf Band sprechen und dudelte das Kauderwelsch Menschen diverser Nationen vor. Obwohl allesamt kein Wort verstanden, erkannten sowohl Engländer wie Spanier, Italiener, Franzosen oder Deutsche sofort, ob die Mimen erfreut, verärgert, traurig oder ängstlich waren.

Der psychorespiratorische Effekt

Extra-Tipp-IconBereits Intonation und Atmung lösen Sympathien aus. Das hängt mit dem sogenannten psychorespiratorischen Effekt zusammen: Wir imitieren unbewusst, wenn wir zuhören. Der Redner, der nervös am Pult radebrecht, verursacht auch bei seinen Zuhörern Atemkrämpfe.

Genauso spürt man ein herannahendes Räuspern oder nimmt es vorweg, wenn das Knarren des Redners unerträglich wird. Umgekehrt: Wer uns durch seine Stimme beruhigt und entspannt, vielleicht sogar stimuliert, ist uns sofort sympathisch.

Jedes Stimmmuster wirkt dabei anders:

  • Mit stockender, unrhythmischer Stimme wirkt das Gesagte bruchstückhaft, der Zuhörer wird zweifeln oder zumindest irritiert bleiben.
  • Wer dagegen näselt, wirkt arrogant, empfindlich.
  • Eine pathetische Sprechweise wiederum verursacht das Gefühl, der Redner sei unehrlich.
  • Wer mit scharfer Stimme spricht, erntet zwar Aufmerksamkeit, wird von seinem Publikum aber auch als kalt und aggressiv eingestuft.

Wie die Stimme zum Erfolgsfaktor wird

Diego Cervo/shutterstock.comWelche Eigenschaften verbinden Sie mit einer tiefen Stimme: Stärke? Kompetenz? Vertrauenswürdigkeit?

Immer wieder ranken sich Gerüchte und Klischees um die subtile Wirkung einer sonoren Stimmlage. So stereotyp sind die allerdings gar nicht, wie Casey Klofstad von der Universität von Miami dokumentieren konnte.

Er machte ein Experiment mit 87 männlichen und 86 weiblichen potenziellen Wählern. Die sollten Menschen wählen, die sie nicht sahen – nur hörten. Die Stimmen dazu stammten aus Aufnahmen von weiblichen und männlichen Probanden. Sie alle sprachen denselben Satz: "Ich fordere Sie auf, im November dieses Jahres für mich zu stimmen."

Der Trick dabei war allerdings, dass die Stimmen digital verfälscht wurden. Die Versuchsteilnehmer hörten immer dieselbe Frau und denselben Mann – nur klang deren Stimme mal tiefer bis brummig, mal höher bis piepsig. Anschließend sollten die 173 Probanden über ihren Favoriten abstimmen und denen auch noch bestimmte Eigenschaften zuordnen.

Das Ergebnis: Die Kandidaten mit den tieferen Stimmen wurden bevorzugt gewählt – und zwar die Männer wie Frauen. Je höher deren Stimmen klangen, desto eher unterstellten ihnen die Probanden weniger kompetent und vertrauenswürdig zu sein. Ein Nachteil für Frauen, wie Klofstad einräumte: "Die von Natur aus höhere Stimme von Frauen könnte eine der Ursachen dafür sein, warum sie in Führungspositionen unterrepräsentiert sind."

Frauen mit knarrender Stimme bekommen seltener Jobs

Extra-Tipp-IconEine Studie der Duke Universität kommt nun zum Ergebnis: Menschen mit knarrenden, knackenden Stimmen haben vor allem auf dem Jobmarkt das Nachsehen – insbesondere Frauen.

Die Forscher um Rindy C. Anderson, Casey A. Klofstad, William J. Mayew und Mohan Venkatachalam ließen für ihre Experimente sieben Frauen und Männer im Alter zwischen 19 und 27 Jahren den Satz "thank you for considering me for this opportunity" aufnehmen – einmal mit normaler Stimme, mal bewusst knarrend und verfälscht. Anschließend ließen die Wissenschaftler rund 800 Probanden die Aufnahmen hören und beurteilen.

Bemerkenswert: Obwohl die knarrenden Stimmen gewöhnlich tiefer klingen (was generell sympathischer und kompetenter wirkt) und die Sprecher dabei auch langsamer (also deutlicher) sprachen, weckten sie bei den Zuhörern mehrheitlich negative Assoziationen: weniger kompetent, weniger gut ausgebildet, weniger vertrauenswürdig. Am Ende waren sich die Zuhörer sogar einig, diese Sprecher eher nicht einzustellen. Am meisten aber galt dies für die Sprecherinnen. Als Grund vermuten die Forscher einen anderen Effekt: die Abweichung von der Indifferenzlage.

Stimmtraining: Wie Sie die Wirkung Ihrer Stimme verbessern

Manche haben Glück und von Natur aus eine sympathische Stimme. Alle anderen müssen sie erst erlernen. Denn wie man heute auf Manieren und Kleidung achtet, kann man auch die eigene Stimme als Teil des Erscheinungsbildes verstehen und pflegen.

Entscheidend, ob uns eine Stimme berührt und überzeugt, ist vor allem die sogenannte Indifferenzlage. Klingt kompliziert, ist aber nur jener persönliche Grundton, um den jeder individuell aber regelmäßig herumredet. Finden lässt sich diese mittlere Sprechlage, indem man an ein gutes Essen denkt und ein wohliges "Mmmh" summt. Beim Sprechen zirkuliert unsere Stimme normalerweise bis zu einer Quinte um diesen Ton. Erst wenn sie sich dauerhaft aus diesem Bereich entfernt, etwa bei Stress, schlagen die Ohren der Zuhörer Alarm.

Bereits einfache Tipps und Übungen helfen, die eigene Wirkung zu verbessern:

  • Summen

    Atmen Sie durch die Nase langsam aus und wieder ein. Während die Luft ausströmt, summen Sie kräftig und laut ein "Mmmmh". Die Lippen berühren sich dabei kaum. Effekt: Die Stimme bekommt mehr Volumen und Resonanz im Mund. Gleichzeitig bekommen Sie mehr Klanggefühl.

  • Gähnen

    Durch Gähnen senkt sich der Kehlkopf. Effekt: Der Resonanzraum wird größer, zugleich entspannt sich die Stimmmuskulatur. Die Stimme wird klarer, befreiter und teilweise tiefer.

  • Aufrichten

    Entscheidend für unsere Stimme ist die Luftversorgung – und dabei nicht etwa die Brust-, sondern die Bauchatmung. Wer verkrampft sitzt oder steht, lässt dem Zwerchfell kaum Freiraum.

  • Entspannen

    Stimmvolumen ist keine Frage von Anstrengung. Das Gegenteil ist richtig. Wenn Sie überzeugen wollen, pressen Sie Ihre Stimme nie raus, sondern lassen Sie sie aus dem Bauch strömen.

  • Abwechseln

    Wer mitreißen will, muss variieren: laut/leise, schnell/langsam, Pausen und verschiedene Sprachmelodien – all das sollte in einer Ansprache vorkommen.

  • Trinken

    Die sprichwörtlich geölte Stimme ist keine Binsenweisheit. Wer viel trinkt, hält seine Stimme geschmeidig. Wasser neutralisiert zudem das hässliche Schmatzgeräusch beim Öffnen des Mundes.

Interview mit Expterten

Irina von Bentheim ist Profisprecherin. Den meisten ist sie wohl eher bekannt als die deutsche Stimme von Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw aus der Kultserie „Sex and the City“.

Die Stimme ist Ausdruck unserer Seele. Es gibt Stimmen, die am Telefon so schneidend sind, dass ich den Hörer vom Ohr weghalten muss, weil es mir wehtut. Es gibt Menschen, die mit ihrer Stimme ihre Gefühle überspielen wollen und andere, die sie nutzen, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Ein echter Stimmkünstler war übrigens Bhagwan. Seine Stimme war zart und dabei wie ein Pfeil, der sich in deine Seele bohrt. Kein Wunder, dass ihm so viele Menschen verfallen sind. Er hat jeden Satz in einer einzigartigen Weise ausklingen lassen.

HIER finden Sie das gesamte Interview.

IsabelGarciaIsabel García ist Diplomsprecherin und Rhetoriktrainerin mit Schwerpunkt freie Rede. Sie selbst arbeitete über zehn Jahre als Radiomoderatorin bei R.SH und dem NDR. Sie hatte Ihr eigenes Lehr-Institut „Ich REDE.“ in Hamburg und hat einen Ratgeber zum Rhetorik rausgebracht.

Das spannende am Sprechen ist, dass es eine Arbeit ist mit sich selbst. Sie lernen sich selber besser kennen, unterstützen mit ein wenig Handwerkzeug Ihre eigenen Stärken und kommen dadurch überzeugender rüber. Und zwar auf eine ganz natürliche Art und Weise.

HIER finden Sie das gesamte Interview.

[Bildnachweis: pio3, Diego Cervo by Shutterstock.com]