Alexander P. arbeitet seit mehreren Jahren für das gleiche Unternehmen. Er ist gewissenhaft, macht regelmäßig Überstunden, bringt kreative Ideen ein und wird von seinen Kollegen und Vorgesetzten geschätzt. Doch trotz dieser eigentlich guten Position geht es einfach nicht voran, die erhoffte Beförderung bleibt aus. Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Ja? Dann haben wir heute eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Zuerst die schlechte: Sie blockieren sich wahrscheinlich selbst. Jetzt die gute Nachricht: Dagegen können Sie etwas tun.
Zugegeben, die folgenden zehn Gründe gelten nicht nur für Ihre Karriereplanung. Sie lassen sich viel mehr auf alle Lebensbereiche übertragen. Denn auch wenn Sie sich ein Ziel fest vorgenommen haben, können Sie sich noch selbst im Weg stehen. Wahrscheinlich ist dann einer der folgenden Gründe die Ursache dafür. Doch da diese Ursachen in Ihnen selbst liegen, können Sie diese auch selbst ändern. Das ist nicht immer bequem oder einfach, jedoch definitiv machbar.
“Das schaff ich nicht.”
Mag sein, dass Sie beispielsweise bewusst auf die Beförderung hinarbeiten. Doch wenn Sie unbewusst der Überzeugung sind, dass Sie das ohnehin nicht schaffen, werden alle Ihre Bemühungen vergebens sein.
Gegenmittel: Nehmen Sie sich die Zeit und prüfen Sie ganz ehrlich, ob Sie sich die anstehende Aufgabe oder das gesteckte Ziel zutrauen. Ist das nicht der Fall, identifizieren Sie im nächsten Schritt die Defizite, die das verhindern. Beginnen Sie anschließend, daran zu arbeiten.“Das tut man nicht.”
Sie sind sich sicher, dass Sie das Ziel erreichen können. Doch irgendwie ist Ihnen nicht wohl bei dem Gedanken, es wirklich zu tun. Hier spielen oft soziale Normen und Ihre Sozialisation ein Rolle. Bestimmte Berufs- und Karrierewege sind daher vielleicht tabu, denn “das tut man einfach nicht”.
Gegenmittel: Machen Sie sich bitte klar, dass diese Normen und Regeln erstens schon etwas älter und zweitens für Sie nicht bindend sind. So schwer es Ihnen auch fallen mag, tiefsitzende Normen zu brechen: Nur Sie entscheiden, wie Ihr Weg aussehen soll und was Sie tun.“Lohnt sich das überhaupt?”
Sie haben die notwendigen Fähigkeiten und wissen genau, wie Sie Ihr Ziel erreichen können. Eigentlich ist alles klar. Eigentlich – denn immer wieder beschleicht Sie die Frage nach dem Nutzen der Aktion. Mit dieser Frage können Sie ausnahmslos jedes Projekt zum scheitern bringen, denn ob sich ein Ziel lohnt oder nicht, können Sie erst sicher sagen, wenn Sie es erreicht haben.
Gegenmittel: Es ist wichtig, sich die Vor- und Nachteile eines Zieles bewusst zu machen. Doch wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, sollten Sie handeln. Werden Sie aktiv und gehen Sie den ersten machbaren Schritt des Projektes an. Zweifel können immer wieder auftauchen, das ist normal. Es liegt jedoch an Ihnen, ob Sie diesen Gedanken nachgehen oder nicht.“Was werden die Kollegen denken?”
Die Beförderung ist in greifbarer Nähe, doch werden die Kollegen Sie als neuen Vorgesetzten überhaupt akzeptieren? Was werden Ihre Freunde dazu sagen? Wenn Sie Ihre Ziele von der – vermuteten – Meinung anderer abhängig machen, kommen Sie garantiert nie voran.
Gegenmittel: Beantworten Sie bitte zwei Fragen. Erstens: Wissen Sie sicher, was die anderen über Ihre Veränderung denken werden? Zweitens: Spielt deren Meinung für Sie in beispielsweise drei bis fünf Jahren noch eine Rolle? Wenn Ihre Antwort “nein” lautet, müssen Sie sich keine Sorgen um die Meinung Ihrer Kollegen machen. Im Endeffekt kommt es nur darauf an, ob Sie hinter Ihrem Ziel stehen oder nicht.“Ich will nicht der Störenfried sein.”
Ihr Team ist sehr gut eingespielt und die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos. Die Arbeitsatmosphäre ist richtig gut. Sie wollen auf keinen Fall derjenige sein, der diese Atmosphäre durch seine egoistischen Ziele stört.
Gegenmittel: Gegen diese noble Einstellung sprechen zwei Punkte. Erstens wissen Sie nicht, wie lange die Stimmung noch so gut bleibt. Doch so lange das Team harmoniert, werden Ihre Kollegen am ehesten Verständnis für Ihre Ziele aufbringen. Zweitens ist die Situation nur nach außen hin optimal. Denn wenn Sie Ihre Ziele zu Gunsten des Teams hintenanstellen, können Sie sich damit gar nicht dauerhaft wohlfühlen. Statt sich also zurückzuhalten und Frust aufzubauen, sollten Sie Ihr Ziel lieber aktiv angehen. Mit Egoismus hat das nichts zu tun.“Es ist gut, wie es ist.”
Sie sind mit Ihrer beruflichen Situation zufrieden. Die Aufgaben fordern Sie, der Job macht Ihnen Spaß und die Beförderung wäre zwar nett, ist allerdings nicht nötig.
Gegenmittel: Ihre Situation mag gut sein und vielleicht sind Sie wirklich zufrieden. Doch wenn Sie sich mit dem Erreichten zufrieden geben, wird sich Ihre Lage auf Dauer verschlechtern. Stillstand bedeutet mittel- und langfristig immer Rückschritt. Nach vorne geht es nur, wenn Sie aktiv werden.“Ich will nicht verlieren was ich habe.”
Ein neuer Job? Für Sie undenkbar. Sicher, Sie sind nicht richtig zufrieden an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz. Doch eine Kündigung und ein anschließender Jobwechsel sind viel zu riskant.
Gegenmittel: Es stimmt, bei einem Jobwechsel gehen Sie das Risiko ein, Einbußen – beispielsweise beim Gehalt – hinnehmen zu müssen. Doch Sie haben auch die Chance, einen Job zu finden, der Sie wirklich erfüllt und in dem Sie gerne arbeiten. Ob Ihnen diese Perspektive das Risiko wert ist, müssen Sie selbst entscheiden. Denken Sie bitte daran: Auch Ihren aktuellen Job können Sie verlieren. Eine Jobgarantie haben Sie dort auch nicht.“Meine besten Zeiten sind vorbei.”
Sie spekulieren schon lange auf die Beförderung, doch Ihr Karrierehöhepunkt liegt wahrscheinlich bereits hinter Ihnen. Davon sind Sie überzeugt.
Gegenmittel: Mit dieser Überzeugung blockieren Sie sich hervorragend selbst. Warum sollten Sie sich noch anstrengen, besser wird es – Ihrer Meinung nach – ohnehin nicht mehr? Vergessen Sie diesen Gedanken ganz schnell. In vielen Positionen zählt Erfahrung mehr als reines Wissen. Über diese verfügen Sie allerdings erst nach vielen Berufsjahren. Mag sein, dass die eine oder andere Position für Sie nicht mehr in Frage kommt. Doch dafür haben Sie mit Ihrer Erfahrung ganz andere, neue und spannende Optionen.“Wie soll es weiter gehen?”
Natürlich wollen Sie beruflich weiter kommen, doch Sie wissen gar nicht so recht, wo die Reise hingehen soll. Dutzende Möglichkeiten tun sich vor Ihnen auf – doch entscheiden können Sie sich nicht.
Gegenmittel: Gleichen Sie Ihre Möglichkeiten mit Ihren Stärken und Bedürfnissen ab. Konzentrieren Sie sich dabei bitte nicht nur auf finanzielle Aspekte, sondern berücksichtigen Sie auch die potentiellen Aufgaben und die Erfolge, die Sie für sich persönlich auf dem jeweiligen Karriereweg erreichen könnten. So kristallisiert sich dann nach und nach die passende Richtung für Sie heraus. Diese können Sie dann konsequent verfolgen.“Was wäre, wenn…”
– Eigentlich ist Ihnen Ihr Ziel – und auch der Weg dahin – klar. Doch theoretisch könnte dabei einiges schief gehen. Was, wenn sich nicht alles nach Plan entwickelt? Was, wenn etwas unvorhergesehenes geschieht?
Gegenmittel: Sie können sich dutzende und hunderte Szenarien ausmalen – keines davon wird etwas an Ihrer aktuellen Situation ändern. Gehen Sie Ihr Ziel aktiv an und lösen Sie Probleme, sobald diese auftreten. Es heißt nicht umsonst: “Nicht weil die Dinge schwer sind, tun wir Sie nicht. Die Ding sind schwer, weil wir sie nicht tun.”
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Mariam
Ein sehr lesenswerter Beitrag! Vielen Dank dafür.
Diese 10 Ratschläge kann man wirklich in allen Lebensbereichen anwenden.
Ich persönlich befinde mich im Moment in so einer unangenehmen Situation und nachdem ich diesen Artikel gelesen habe geht es mir schon viel besser!
Vielen Dank erst mal dafür und toll dass es gegen diesen Schmerz auch Gegenmittel gibt!!!
Alexander Höhn
Wieder, wie so oft, ein sehr guter Artikel.
Insbesondere Punkt 4 ist für viele Menschen sehr wichtig! In meinem Team habe ich auch ständig mit Menschen zu tun, die dieses Problem haben. “Ich kann das nicht. Was sollen denn die Anderen von mir denken?!” Das ist eine absolut tödliche Einstellungen für jeden Erfolg. Diese Denkweise MUSS man sich unbedingt abgewöhnen – ganz egal, was man im Beruf oder auch im Privatleben erreichen möchte. Man kann es ohnehin niemals allen Recht machen!
Auch die Nummer 6 ist ein weit verbreiteter Erfolgskiller! Man darf niemals stehen bleiben, denn (wie richtig im Artikel beschrieben wurde): Stillstand ist immer Rückschritt!
Punkt 7 ist so eine Sache. Klar will niemand verlieren, was er bereits hat. Wer will das schon?! Gerade als Arbeitnehmer unterliegen viele Menschen aber einem Denkfehler, denn wirklich selbst erreicht haben die Meisten absolut nichts. Sie gehen jeden Tag arbeiten, um jemand anderen reicher zu machen. Arbeitnehmer denken, dass eine Festanstellung sicher wäre – das ist sie nicht. Niemand weiß, ob es die Firma in ein paar Jahren noch gibt. Genauso weiß niemand, ob der derzeitige Chef keine falschen Entscheidungen trifft und man deshalb irgendwann entlassen wird/werden muss. Aus diesem Grund gilt für mich schon immer: Nebenbei etwas eigenes aufbauen, das einem wirklich selbst gehört. Das geht heute einfacher (und günstiger), als jemals zuvor. Dann kann man auch in einer Festanstellung gewisse Risiken eingehen und hat dann keine Angst mehr, “das” zu verlieren. Es wäre dann einfach egal, denn man hat ja als Rückhalt noch das, was man selbst aufgebaut hat.
Wie soll es weitergehen? (Punkt 9)
Wer klare Ziele und Träume im Leben hat wird immer die richtige Entscheidung treffen. Leider haben das die wenigsten Arbeitnehmer und so kommen viele dann genau an dieses Problem ;)
Was wäre, wenn… (Punkt 10)
Ja… was wäre denn dann? Wie schon richtig beschrieben, bringt es nichts, sich vorher irgendwelche Untergangsszenarien auszumalen. Es kommt sowieso anders, als man denkt. Das ist auch einer der, meiner Meinung nach, am weit verbreitesteten Karriere- und Erfolgskiller überhaupt.
Caldrin
“Auch die Nummer 6 ist ein weit verbreiteter Erfolgskiller! Man darf niemals stehen bleiben, denn (wie richtig im Artikel beschrieben wurde): Stillstand ist immer Rückschritt!”
Ihre Definition von Erfolg ist einfach Unsinn. Vor etwa einem Monat gab es hier einen Artikel über eine Studie darüber, dass Beförderungen unglücklich machen. Längere Arbeitszeiten, mehr Stress usw. All das soll jemand, der auf seiner aktuellen Position glücklich ist auf sich nehmen, nur um dem zerstörerischen Credo des “Immer höher, immer weiter, immer besser” zu folgen? Ich halte das für eine (selbst-)zerstörerische Sichtweise.
Christian Mueller
Hallo Maik,
auch wenn Dein Kommentar – so verstehe ich ihn zumindest – nicht direkt an mich gerichtet war, eine kurzer Gedanke dazu. Es geht nicht darum, dass jemand, der mit seinem Job wirklich glücklich ist, sich unbedingt um eine Beförderung bemühen und sich den damit verbundenen Stress aufladen soll.
Die Beförderung ist meinem Artikel nur ein Beispiel, die Strategien lassen sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Deshalb finde ich die Aussage “Stillstand ist Rückschritt” durchaus passend. Denn auch im Traumjob muss sich der Mitarbeiter weiterbilden, sein Wissen auf dem aktuellen Stand halten und sich so weiterentwickeln. Für mich bedeutet das konkret: Die Arbeit an sich selbst darf nicht zum Stillstand kommen, sonst verliere ich irgendwann den Anschluss.
Das muss nicht in einer Beförderung münden, auch ein Gewinn an Lebensfreude und -qualität ist aus meiner Sicht ein großer Fortschritt – vielleicht noch größer als jede Beförderung.
Gruß,
Christian
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