Über 65 Prozent der Manager in Deutschland sehnen sich nach mehr Anerkennung im Job. Eine Umfrage unter rund 970 Führungskräften vom Verband „die Führungskräfte“ und der Kommunikationsberatung Kehkom für die aktuelle WirtschaftsWoche hat jetzt ergeben, dass viele Manager ihre Verdienste zu wenig gewürdigt sehen.

Für den Arbeits- und Organisationspsychologen Jürgen Wegge von der Technischen Universität Dresden ist das keine Überraschung: Je höher einer in der Hierarchie steigt, „desto schwieriger wird es für ihn, ehrliche Rückmeldung zu bekommen“, sagt Wegge.

Vorgesetzte bekämen in der Regel entweder falsches, also strategisch eingesetztes, oder gar kein Lob. Und so mancher Mitarbeiter lobt nicht, weil er sich nicht dem Verdacht der Schleimerei aussetzen will. Gleichzeitig engt sich mit dem Aufstieg der Kreis der gleichrangigen Kollegen ein, die einem auf die Schulter klopfen könnten. Die sprichwörtliche Einsamkeit an der Spitze – viele spüren sie schon im Mittelmanagement.

88,5 Prozent der Befragten sind allerdings zugleich davon überzeugt, dass regelmäßiges Lob den Unternehmenserfolg steigert. Rund 50 Prozent loben ihre Mitarbeiter deshalb einmal in der Woche, immerhin noch 25,2 Prozent einmal im Monat. Die meisten loben dabei verbal (96,1 Prozent), gut ein Drittel per Prämien und 24 Prozent durch Gehaltserhöhungen. Dankschreiben (12,6 Prozent) und öffentliche Anerkennung (8,2 Prozent) spielten hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Mehrheit der Manager selbst findet übrigens verbales Lob genauso wichtig wie monetäre Anerkennung (66,5 Prozent) – 22,6 Prozent bevorzugen sie sogar. Loben ist jedoch keine Holschuld. Es bleibt eine Bringschuld. Deshalb an dieser Stelle noch ein paar Tipps, wie es richtig geht:

  1. Seien Sie ehrlich dabei und loben Sie nur, was auch Lob verdient!
  2. Seien Sie dabei so konkret wie möglich und pauschalisieren sie nicht! So bleiben Sie glaubwürdig.
  3. Loben Sie Außergewöhnliches mehr als Selbstverständliches, aber nicht ausschließlich! Sonst beflügelt es nicht.
  4. Loben Sie schnell, nicht vier Wochen später!
  5. Loben Sie nicht nur Ergebnisse, sondern auch Engagement!
  6. Loben Sie laut, vor Publikum und nicht nur im Verborgenen! Das spornt alle an.
  7. Loben Sie nicht immer dieselben, aber loben Sie immer alle, die es verdient haben!
  8. Loben Sie stets nach transparenten wie fairen Maßstäben! Willkür entwertet jeden Applaus.