Stressfaktoren: Die schlimmsten im Job
Wird es im Job stressig, leidet meist zunächst die gute Stimmung und anschließend die Qualität der Arbeit. Schuld daran sind Stressfaktoren. Häufig werden dann das ständig klingelnde Telefon oder das E-Mail Postfach als Sündenbock ausgemacht. Diese können den Effekt zwar verstärken, doch Schuld am Stress ist meist etwas anderes. Da die wahren Auslöser aber meist unbemerkt bleiben, steigt das Stresslevel munter weiter an, während die Ursachen an der falschen Stelle bekämpft werden. Um aber wirklich effektiv etwas gegen Ihren Stress am Arbeitsplatz zu unternehmen, müssen Sie direkt an den Stressfaktoren ansetzen. Wir zeigen, welche die schlimmsten im Job sind...

Es sind nicht immer die Mitmenschen

Fragt man bei verschiedenen Arbeitnehmern nach, was im Job den meisten Stress bei Ihnen auslöst, ähneln sich die Antworten in der Regel und konzentrieren sich um eine bestimmte Aussage: Es sind die Mitmenschen. Bei manchen sind es die Kollegen, die mit Fragen stören oder durch Fehler und Missverständnisse den gesamten Zeitplan ins Wanken bringen. An anderer Stelle wird der Kunde genannt, der mit seinen permanenten Nachrichten für Verzweiflung und Stress sorgt oder es ist klassischerweise der Chef, der eine Aufgabe nach der anderen auf dem Schreibtisch ablädt, die alle bis gestern erledigt sein müssen.

Ja, all diese Personen können nervig sein und auch Stress fördern. Aber es kann auch einen absolut stressigen Arbeitstag geben, an dem Sie weder von Kollegen, noch von Kunden oder Chef belagert werden. Der Grund: Die schlimmsten Stressfaktoren im Job sind oft nicht die Personen selbst, sondern Dinge und Probleme, die im Arbeitsalltag immer wieder auftauchen. Da der Fehler jedoch woanders gesucht wird, wird nur selten wirklich etwas gegen den Stress unternommen.

Die schlimmsten Stressfaktoren im Job

g-stockstudio/shutterstock.comSelbst im schönsten Job, mit freundlichen Kollegen und spannenden Aufgaben kann es gelegentlich stressig werden. Den einen treibt das erst zu Höchstleistungen an, andere können hingegen nur schlecht mit Stress umgehen und leiden unter der Situation. Zählen Sie sich selbst eher zur zweiten Gruppe, müssen Sie aktiv werden, um etwas zu ändern. Doch wo soll man anfangen? Probleme lassen sich nur lösen, wenn man dessen Ursache kennt. Bevor Sie all Ihre Energie verschwenden und sich im Zweifelsfall noch mehr Stress machen, sollten Sie sich auf die schlimmsten Stressfaktoren im Job konzentrieren.

  1. Unrealistisch und falsch gesetzte Ziele

    Ziele können motivieren und eine Richtung vorgeben. Oder sie können zu akutem Stress führen, wenn die Vorgaben vollkommen unrealistisch und viel zu hoch gegriffen sind. Es entsteht das Gefühl, nicht gut genug zu arbeiten und den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Um das auszugleichen, muss doppelt so hart und schnell rangeklotzt werden und aus einem guten Arbeitsrhythmus wird schnell Hektik und Stress.

  2. Fehlende Informationen

    Informationen sind im Job ein wichtiges Gut. Wie wichtig, wird oft erst bemerkt, wenn eine Information fehlt. Plötzlich geht alles drunter und drüber, da ein Kollege vergessen hat, Ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen. Oder Ihre Planung wird zunichte gemacht, weil Sie auf eine Antwort des Kunden warten müssen, bevor Sie Ihr Projekt fertigstellen können. Egal, an welcher Stelle eine Information fehlt: Es führt zu Stress.

  3. Utopische Erwartungshaltungen

    Nicht nur der Chef, sondern auch man selbst kann durch eine viel zu hohe Erwartungshaltung für Stress sorgen. Niemand kann immer perfekt und fehlerlos sein und dies sollte auch nicht der Maßstab für einen guten Mitarbeiter sein. Leider sehen einige Chefs dies anders und auch Arbeitnehmer selbst fordern und verlangen zu viel von sich selbst und können dem eigenen Perfektionismus nicht gerecht werden.

  4. Unklare Prioritäten bei mehreren Aufgaben

    Die To-Do Liste ist lang und Sie wollen einen guten Job machen. Doch womit fangen Sie am besten an? Welche Aufgaben müssen als erstes fertig werden? Sind die Prioritäten bei der Arbeit unklar, reagieren die meisten Arbeitnehmer, indem Sie versuchen, alles auf einmal und möglichst schnell zu erledigen. Stress ist so natürlich programmiert. Nehmen Sie sich stattdessen einen Moment, um die anstehenden Aufgaben zu ordnen. Gehen Sie dann einen Punkt nach dem anderen an.

  5. Schlechtes Personalmanagement

    Ein Kollege erkrankt und plötzlich scheint der ganze Betrieb zusammenzubrechen. Vielleicht ist es aber auch gar nicht nötig, dass jemand ausfällt, da chronischer Personalmangel herrscht. Sind immer zu wenig Arbeitskräfte für die anfallenden Aufgaben zuständig, ist Stress kaum noch zu vermeiden. Jeder muss mehr übernehmen, als er eigentlich kann und alles muss nur noch schnell erledigt werden.

  6. Kurzfristige Planänderungen

    Selbst wenn Sie Ihre Prioritäten geklärt haben, können kurzfristige Planänderungen alles wieder durcheinander werfen. Beispielsweise wenn ein Kunde die Deadline für ein Projekt plötzlich um einige Tage nach vorne verlegt. Hier haben Sie die besten Chancen, wenn Sie einen Puffer eingeplant haben und an Ihrer Flexibilität arbeiten. Das geht nicht von heute auf morgen, kann Ihnen aber eine Menge Stress ersparen, wenn Sie auf Veränderungen weniger anfällig reagieren.

  7. Regelmäßige Unterbrechungen in der Konzentration

    Man kommt gut voran, hat einen guten Arbeitsfluss und schon alle weiteren Aufgaben im Kopf durchgeplant - doch dann kommt der Kollege mit einer Frage ins Büro, das Telefon klingelt, der Chef setzt ein kurzfristiges Meeting an oder das E-Mail Postfach meldet sich im Minutentakt. Solch andauernde Unterbrechungen sind für viele ein großer Stressfaktor, da sie nicht nur die Konzentration stören, sondern auch Zeit kosten und man sich immer wieder aufs Neue in die Arbeit vertiefen muss.

  8. Fehlendes Feedback

    Mitarbeitern macht es oft zu schaffen, wenn sie von ihrem Vorgesetzten kein Feedback über ihre Arbeit erhalten. Dabei geht es sowohl um die Qualität, als auch um den Beitrag zum Gesamtergebnis. Es ist für die Motivation sehr wichtig zu verstehen, wie die eigenen Leistungen zum Erfolg beitragen. Bleibt ein solches Feedback hingegen aus, entstehen bei den Betroffenen Stress und Zweifel. Fordern Sie aktiv Feedback ein, um diesen Stressfaktor zu bekämpfen.

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