bikeriderlondon/shutterstock.comSemesterbeitrag, Miete, Lebensmittel, Lernunterlagen... Die monatlichen Kosten, denen sich ein Student gegenüber sieht, können schnell weit jenseits der 500 Euro Grenze liegen. Studenten, die nicht mit Großinvestoren in der Familie gesegnet sind, und auch keinen Studienkredit aufnehmen wollen, kommen daher oft nicht um einen Studentenjob herum. Doch neben Kellnern und Regale einräumen gibt es zahlreiche kreative, spannende, lukrative oder auch einfach verrückte Nebenbeschäftigungen für Studenten...

Studentenjobs: Eine wichtige Einnahmequelle

Keine Frage: Ein Studium ist eine teure Angelegenheit. Der Lebensunterhalt muss bezahlt, der Semesterbeitrag rechtzeitig überwiesen und die Bücher der Professoren angeschafft werden. Doch wie finanzieren Studenten solche Ausgaben? Eine repräsentative Befragung von "unicensus" ist der Frage nachgegangen und hat im April und Mai 2013 mehr als 1200 Studierende an mehr als 60 Hochschulen in Deutschland befragt. Die Ergebnisse:

  • Studentenjobs sind (nach elterlichen Zuwendungen) die zweitstärkste Einnahmequelle zur Finanzierung des Studiums. Sie tragen knapp 30 Prozent des Budgets bei.
  • Die Vorlesungsfreie Zeit ist Hochsaison für Studentenjobs. 47,9 Prozent der Befragten arbeiten mehr als 11 Stunden pro Woche. 26,3 Prozent sogar 20 Stunden und mehr.
  • 68,5 Prozent der Studierenden geben zu: Die Jobs sind eher ein Mittel zum Zweck. Sie tragen zum Lebensunterhalt bei und machen sich allenfalls gut im Lebenslauf. Der spätere Karriereweg spielt bei der Jobauswahl keine nennenswerte Rolle.
  • Wichtig sind für Studenten daher vor allem die eigenen Bedürfnisse: ein angenehmes Arbeitsklima (88 Prozent), flexible Arbeitszeiten (84,2 Prozent) und eine attraktive Vergütung (82,3 Prozent) sind für die Auswahl des Jobs entscheidend.

Die ganze Studie gibt es hier als PDF.

Studentenjobs: Gesetzliche Regelungen

Doch auch wenn die Nebenbeschäftigung für viele Studenten einen großen Teil der monatlichen Einnahmen ausmacht, müssen einige finanzielle Grenzen beachtet werden.

  • Wird während des Studiums gegen Entgelt gearbeitet, so bleibt die studentische Versicherungspflicht nur dann bestehen, wenn höchstens 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Werden mehr als 20 Stunden pro Woche geleistet, müssen sich Studenten wie Arbeitnehmer versichern lassen. In den Semesterferien oder bei Pflichtpraktika ist eine Überschreitung der Arbeitszeit von 20 Stunden pro Woche zulässig. (Weitere Informationen zur Krankenversicherung).
  • Lohnsteuer muss gezahlt werden, wenn im laufenden Jahr mehr als 8.354 Euro verdient wurden. Für einen Minijob gilt: Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer in Höhe von 20 Prozent des Lohns pauschal zahlen, sowie eine Pauschale für die Renten- und Krankenversicherung. Entsprechend bleiben immer 450 Euro am Monatsende für den studentischen Arbeitnehmer.
  • Wird die Tätigkeit im Kalenderjahr nicht mehr als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage ausgeübt, handelt es sich um eine sogenannte kurzfristige Beschäftigung, die frei von Sozialversicherungsbeiträgen ist. Wichtig in diesem Zusammenhang: Mehrere Jobs dieser Art werden addiert und können den Grundfreibetrag von 7834 Euro eventuell sprengen.

11 lukrative Nebenjobs für Studenten

Ollyy/shutterstock.comDoch auch innerhalb dieser Grenzen kann sich ein Studentenjob bezahlt machen. Doch um keine falschen Erwartungen zu wecken, gleich zu Beginn ein Kommentar: Die Beschreibung "lukrativ" ist nicht bei allen vorgestellten Optionen finanziell zu verstehen. Einige unserer Vorschläge werden zwar gut bezahlt, andere dienen jedoch in erster Linie dem Knüpfen von Kontakten oder dem Erwerb wichtiger Erfahrungen.

  1. Marktforschung - Wenn Sie sich jetzt mit einem Klemmbrett bewaffnet in der Fußgängerzone stehen sehen, können wir Sie beruhigen: Darum geht es nicht. Doch Studenten der Psychologie, Soziologie oder anderer gesellschaftwissenschaftlicher Fachrichtungen können sich bei Markforschungsinstituten auf Projektstellen oder als Assistenten bewerben. Einziges Manko. Solche Stellen werden nur selten öffentlich ausgeschrieben, hier ist Netzwerkarbeit - beispielsweise über Alumni-Foren - angesagt.
  2. Freier Redakteur - Sie können schreiben und kennen sich in einem bestimmten Themengebiet sehr gut aus? Dann können Sie Ihr Glück auch als freier Redakteur versuchen. Einige Magazine freuen sich in den Sommermonaten über tatkräftige Unterstützung, während andere eher unter dem Sommerloch leiden. Auch Blogs könnten einen Blick wert sein, bei einigen professionellen Angeboten sind freie Autoren gerne gesehen. Die wachsende Reputation ist hier ein angenehmer Nebeneffekt.
  3. Call-Center-Agent - Okay, dieser Job wirkt auf den ersten Blick alles andere als erstrebenswert. Doch der Schein trügt - zumindest dann, wenn Sie die Stelle nur auf Zeit übernehmen. Dann lernen Sie in diesem Job einiges über Gesprächsführung, den Umgang mit Menschen und können Ihre Konzentrationsfähigkeit trainieren. Ganz nebenbei werden Sie vielleicht auch feststellen, dass Sie diesen Job nicht auf Dauer machen wollen - und das als Motivation fürs Studium mitnehmen.
  4. Programmierer - Studenten der Informatik, Computerlinguistik oder ähnlicher Fachrichtungen können sich auch als freie Programmierer versuchen. Jobangebote sind in diesem Bereich nicht gerade selten und viele Unternehmen befristen die Verträge von vornherein. Die Bezahlung ist in der Regel recht gut und der erste Kontakt zu Firmen - potentiellen Arbeitgebern (?) - lässt sich leicht herstellen.
  5. Animateur - Sie sind sportlich, können gut mit Menschen umgehen, stehen gerne im Rampenlicht und wollen ins Ausland? Dann könnten einige Wochen als Animateur in einer Ferienanlage für Sie optimal sein. Dazu sei jedoch noch gesagt, dass Sie auch 10 bis 14 Stunden Tage, Dauerlächeln, eine unverschämt gute Laune und sowohl interessante als auch nervige Menschen einkalkulieren sollten. Ihr Vorteil: Danach können Sie weder Dozenten noch Kunden aus der Ruhe bringen.
  6. Fremdenführer - Wenn Sie ohnehin einen Hang zu historischen Daten haben und sich in Ihrem Wohnort oder einer anderen Stadt oder Region hervorragend auskennen, ist auch ein Job als Fremden- oder Stadtführer denkbar. Solche Stellen gibt es natürlich bevorzugt in touristisch erschlossenen Regionen. So können Sie Ihre lokale Reputation steigern - oft sind bei Stadtführungen auch Anwohner dabei - und gleichzeitig zahlreiche neue Kontakt knüpfen.
  7. Ghostwriter - Nein, keine Sorge, wir empfehlen Ihnen nicht wirklich, als Ghostwriter zu arbeiten und sich damit - zumindest aus moralischer Sicht - an Betrug zu beteiligen. Die Unterstützung von Studenten beim Verfassen von Texten oder wissenschaftlichen Arbeiten empfehlen wir jedoch ausdrücklich - auch weil Sie dadurch viel für Ihr eigenes Studium lernen. Und noch mal: Helfen bedeutet nicht, die Arbeit komplett zu schreiben.
  8. Tutor - An vielen Universitäten gibt es Tutoren. Da immer weniger qualifizierte Studenten diese Aufgabe übernehmen, sind einige Bildungseinrichtungen dazu übergegangen, ihre Tutoren in Teilzeit oder auf geringfügiger Basis anzustellen. Gibt es diese Option nicht, können Sie sich auch in der Nachhilfe oder bei einem der zahlreichen Aufbau- und Ergänzungskurse in den Semesterferien als Dozent beteiligen.
  9. Gärtnerhelfer - Vielleicht steht Ihnen der Sinn jedoch auch nach etwas völlig anderem, etwa einem aktiven Ausgleich? Dann empfehlen wir die Arbeit als Gärtnerhelfer oder in der Landwirtschaft. Die körperliche Arbeit in der Natur kann als wunderbarer Ausgleich dienen. Wichtig: Über eine gewisse Vorerfahrung im jeweiligen Bereich sollten Sie definitiv verfügen.
  10. Nachbarschaftshelfer - In immer mehr Städten gibt es sie: organisierte Nachbarschaftshilfe. Diese wird teilweise ehrenamtlich, teilweise gegen eine Aufwandsentschädigung und teilweise gegen Bezahlung angeboten. Wenn Sie sich hier engagieren, sollte eines klar sein: Sie werden sicherlich eine sinnvolle Aufgabe übernehmen und daraus Befriedigung ziehen können. Rein finanziell ist diese Option jedoch nicht Ihre erste Wahl.
  11. Betreuung - Grundsätzlich können Sie sich - Erfahrung in diesem Bereich vorausgesetzt - natürlich auch in der Betreuung älterer Menschen engagieren. Doch das meinen wir an dieser Stelle nicht. Nein, unser Vorschlag: Arbeiten Sie im Rahmen der zahlreichen Sommerferienprogramme als Betreuungskraft und Helfer. Zwei Voraussetzungen sollten dafür erfüllt werden: Erstens sollten Sie mir Kindern klarkommen und zweitens darf der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund stehen. Im Gegenzug lernen Sie zahlreiche Eltern - potentielle Kontakte - kennen und sammeln wichtige Erfahrungen, die Ihnen bei der Entwicklung Ihrer Soft Skills - konkret Ihrer Sozialkompetenz - helfen.

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10 verrückte Studentenjobs

Ollyy/shutterstock.comNatürlich ist nicht jeder für die oben angeführten Jobs zu begeistern. Manch einem erscheinen diese zu durchschnittlich, zu trist oder einfach zu langweilig. Kein Grund bei der Suche nach einem Studentenjob zu verzweifeln. Es gibt eine ganze Reihe an außergewöhnlichen und verrückten Nebenbeschäftigungen, die Sie als Student annehmen können. 10 verrückte Studentenjobs stellen wir Ihnen einmal genauer vor.

  1. Claqueur. Der Begriff kommt aus dem französischen und bedeutet: Klatschen. Und genau das ist auch die Hauptaufgabe eines Claqueurs. Er wird dafür bezahlt, beispielsweise bei öffentlichen Auftritten, Events oder Theaterstücken kräftig zu applaudieren. Duch den Jubel und das Klatsches des Claqueurs sollen auch die anderen Zuschauer animiert werden, sich am Beifall zu beteiligen.
  2. Partyguide. Nachts durch die Clubs ziehen, Party machen und dafür bezahlt werden - klingt nach einem tollen Jobangebot. Der Partyguide begleitet Gruppen durch das Nachtleben und zeigt die angesagtesten Clubs der Stadt. Gute Laune und Durchhaltevermögen sind die Voraussetzung, denn die Schichten beginnen spät abends und gehen bis in den Morgen. Dafür erlebt man ständig etwas Neues und arbeitet dort, wo die anderen feiern.
  3. Fernsehzuschauer. Ja, auch dafür können Sie bezahlt werden. Haben Sie sich noch nie gefragt, wo all die lustigen TV-Ausschnitte herkommen, die Ihnen in diversen Sendungen vorgeführt werden? Es gibt professionelle Zuschauer, die in Schichten arbeiten und die Kanäle nach lustigen Szenen oder Pannen durchsuchen.
  4. Testkunde. Unternehmen interessieren sich dafür, wie Ihre Mitarbeiter mit Kunden umgehen. Regelmäßig werden dafür sogenannte Testkunden losgeschickt, die Service, Sauberkeit oder Qualität beurteilen. Wichtigste Voraussetzung für diesen Job ist die objektive Beurteilung.
  5. Demonstrant. Tatsächlich lassen sich Demonstranten auch buchen. Gegen Bezahlung nehmen diese dann an der Demonstration teil und vertreten die Meinung - der anderen. Sicherlich ein sehr verrückter Nebenjob, die Frage ist nur, ob er sich auch mit dem eigenen Gewissen vereinbaren lässt.
  6. Patient. Keine Angst, hier geht es nicht wirklich darum, krank zu sein. Vielmehr ist Ihr Schauspieltalent gefragt. Ein "professioneller Patient" dient Medizinstudenten als Übung, um den beruflichen Alltag kennenzulernen. So werden beispielsweise Übungsgespräche zwischen angehendem Arzt und Patient simuliert, bei denen eine mögliche Behandlung und deren Risiken diskutiert werden.
  7. Kostümträger. Egal ob gruseliges Monster oder freundliche Märchenfigur - in Freizeitparks begegnet man den verschiedensten Figuren. Auch hier ist ein gewisses schauspielerisches Talent hilfreich, doch auch körperliche Fitness ist eine Voraussetzung. Die Kostüme sind teilweise sehr schwer und gerade im Sommer (der längsten vorlesungsfreien Zeit) kann es darunter sehr heiß werden.
  8. Spieletester. Die Computerspielbranche wächst seit Jahren. Damit die Kunden aber mit dem Produkt zufrieden sind, müssen zunächst eine ganze Reihe an Tests überstanden werden. Spieletester sind dafür da, neue Spiele auszuprobieren, Fehler zu finden und diese zu dokumentieren, damit diese noch vor Veröffentlichung des Spiels behoben werden können. Wer also auch in seiner Freizeit gerne einmal am Computer spielt, wird in dieser Nebenbeschäftigung sicher glücklich.
  9. Hundebestandsaufnehmer. Die Hundesteuer ist eine Ausgabe, die viele Herrchen und Frauchen sich gerne umgehen. Der Hundebestandsaufnehmer ist dafür zuständig, dass dies nicht passiert. Ziel des Jobs ist es, durch Befragungen und aufmerksames Beobachten Hunde aufzuspüren, deren Halter keine Steuern zahlen.
  10. Heißluftballonverfolger. Voraussetzung für diesen Job ist ein Führerschein - und vielleicht ein guter Orientierungssinn. Der Heißluftballonverfolger tut genau das, was seine Berufsbezeichnung ihm vorschreibt. Da ein Heißluftballon vor dem Start nie genau weiß, wo er landen wird, ist ein mobiler Partner am Boden nötig. Dieser folgt dem Ballon im Auto, um die Passagiere nach der Landung wieder zurück zum Startpunkt zu transportieren.

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