Studienarbeiten schreiben: Tipps für Studenten
Es muss nicht immer gleich die Bachelor- oder Masterarbeit sein, doch im Verlauf eines Hochschulstudiums erstellen Studenten zahlreiche Texte. Neben Transferaufgaben sind Studienarbeiten dabei die am häufigsten vertretene Textart. Nach und nach sammeln Studenten damit Erfahrung und wissen, wie sie ihre Abläufe und Arbeitsweisen gestalten müssen. Dennoch stellen sich Studenten viele Fragen im Zusammenhang mit Studienarbeiten. Mit den passenden Tipps und Strategien können Sie Studienarbeiten schreiben, die Sie weiterbringen und Ihre Dozenten überzeugen...

Studienarbeiten schreiben: Rechtzeitige Vorbereitung entscheidet

Minerva Studio/shutterstock.comBei Bachelor- und Masterarbeiten ist die Themenwahl oft ein wichtiger und sehr umfangreicher Teil der Vorbereitung. Bei Studienarbeiten ist das in der Regel anders, oft geben sogar Dozenten oder Professoren mögliche Themen vor. Alternativen, die inhaltlich zur Vorlesung passen, sind in der Regel auch möglich.

Es gilt jedoch der Grundsatz, dass Sie als Student auf jeden Fall ein Thema wählen sollten, das Sie wirklich interessiert. Nur so bleibt die Motivation über den gesamten Bearbeitungszeitraum erhalten. Wollen Sie in Richtung Bachelor- und Masterarbeit weiter denken - und ist das im jeweiligen Fach möglich - können Sie auch ein Thema wählen, das Ihnen bereits als Übung und Vorbereitung Ihrer Abschlussarbeit dient.

Dass die Themenwahl bei der Vorbereitung von Studienarbeiten nur wenig Zeit einnimmt bedeutet jedoch nicht, dass die Vorbereitung kurz ausfällt oder nebenher zu machen ist. Mit der Wahl des Themas beginnt die eigentlichen Arbeit erst. Studenten sollten dann...

  • ... mit der Literaturrecherche - nicht Literaturarbeit (!) - beginnen.
  • ... eine grobe Gliederung der Studienarbeit erstellen.
  • ... sich mit dem zuständigen Betreuer oder Dozenten abstimmen.
  • ... formale Rahmenbedingungen und Vorgaben klären.

Trotz vereinfachter Themenwahl haben Studenten also mehr als genug mit der Vorbereitung ihrer Studienarbeit zu tun. Eine Komponente der Vorbereitung ist zwar optional, in manchen Fällen jedoch sinnvoll: Die Erstellung eines Exposés.

Studienarbeit schreiben: Checkliste für die Vorbereitung

dinozzz/123rfDamit Sie bei der Vorbereitung Ihrer Studienarbeit alle wichtigen Aspekte und Themen im Blick behalten, haben wir eine Checkliste mit vorbereitenden Fragen zusammengestellt. Sie kann Ihnen als Basis Ihrer Vorbereitung dienen und dabei helfen, die Vorbereitung strukturiert anzugehen.

Da sie naturgemäß nicht alle Anforderungen abdecken kann, können und sollten Sie unsere Checkliste um individuell relevanten Punkte und Aspekte ergänzen und als Vorlage für Ihre eigene Checkliste nutzen. Sie können unsere Checkliste für die Studienarbeit als PDF herunterladen.

Exposé für Studienarbeiten: Sinnvoller Aufwand?

Ein Exposé ist, das sei gleich vorweg gesagt, nicht für jede Studienarbeit sinnvoll. Dafür ist der Aufwand bei der Erstellung schlicht zu hoch. Denn ein ordentliches Exposé umfasst:

  • Das Konzept Ihrer Arbeit
  • Die (vorläufige) Gliederung
  • Die Auswahl der wichtigsten Literatur
  • Den groben Zeitplan

Für viele Studienarbeiten wäre ein Exposé daher auf den ersten Blick zu viel Aufwand. Dennoch empfehlen wir Ihnen, bei ausgewählten Studienarbeiten ein Exposé zu erstellen. Und zwar auch dann, wenn Ihr Betreuer oder Dozent es nicht von Ihnen fordert.

Sinnvoll ist das vor allem bei Studienarbeiten, die thematisch und organisatorisch als Vorbereitung Ihrer Abschlussarbeit dienen. Für Ihre Bachelor- oder Masterarbeit sollten Sie ein Exposé unbedingt einplanen, da es Ihnen die Arbeit an einem komplexen Schreib- und Recherche-Projekt deutlich erleichtert. Da ist es nur sinnvoll, wenn Sie im vergleichsweise geschützten Rahmen der Studienarbeit bereits erste Erfahrung in der Erstellung eines Exposés sammeln.

Studienarbeiten schreiben: Literaturarbeit und -verwaltung

Amir Ridhwan / shutterstock.comUnabhängig von einem Exposé sollten Sie sich als Student in der Vorbereitung einen Zeitplan für Ihre Studienarbeit zurechtlegen. Die Erfahrung zeigt, dass Zeitpuffer hierbei unerlässlich sind. Selbst Studenten in höheren Semestern, die bereits zahlreiche Studienarbeiten geschrieben haben, können sich beim Zeitbedarf für die einzelnen Arbeitsschritte leicht verschätzen.

Neben dem eigentlichen Schreibprozess nehmen in der Regel vor allem Literaturrecherche und Literaturarbeit einen großen Teil der Zeit ein. Literaturrecherche haben viele Studenten auf dem Schirm, denn auf die Suche nach passender Literatur wird an vielen Hochschulen und Universitäten Wert gelegt.

Die fast noch wichtigere Literaturarbeit wird jedoch viel zu oft stiefmütterlich behandelt und nur am Rande gestreift. Damit Sie diese richtig einschätzen und strukturiert angehen können, haben wir im Folgenden die drei wichtigsten Tipps für effektive Literaturarbeit zusammengestellt:

  1. Literaturverwaltung vorbereiten und strukturieren

    Da Studienarbeiten heute elektronisch verfasst und abgegeben werden ist es sinnvoll, die Literaturverwaltung mit einem spezialisierten Literaturverwaltungsprogramm oder mit der in manchen Texteditoren integrierten Funktion vorzunehmen. Für welche Option Sie sich schlussendlich entscheiden, hängt von Ihren Anforderungen und Vorlieben ab. Unabhängig von der eingesetzten Softwarelösung sollten Sie sich jedoch von Anfang an überlegen, wie Sie die recherchierte Literatur dokumentieren und für sich nutzen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, alle für Ihre Studienarbeit relevanten bibliographischen Angaben aufzunehmen.

  2. Checklisten für die Literaturarbeit erstellen

    Literaturarbeit bedeutet konkret, die recherchierte Literatur gezielt zu lesen und die für Ihr Thema und Ihre Studienarbeit relevanten Informationen herauszuarbeiten. Das funktioniert am besten, wenn Sie sich vor dem Einstieg in die Literaturarbeit Orientierungsfragen notieren und Checklisten erstellen. Diese sollten nicht nur Ihre Fragestellung, sondern auch die relevanten Aspekte und Schlagworte umfassen, auf die Sie bei der Literaturarbeit achten wollen. Arbeiten Sie diese Checklisten bei jeder neuen Quelle konsequent ab, können Sie Ihre Literaturarbeit effizient und sinnvoll gestalten.

  3. Literaturarbeit in den Workflow integrieren

    Bei den ersten Studienarbeiten planen viele Studenten die Literaturrecherche und Literaturarbeit zu Beginn der Studienarbeit ein. Darauf folgen dann häufig die Schreib- und Korrekturphasen. Das klingt sinnvoll und ist theoretisch auch ein guter Ansatz. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Vor allem die Literaturarbeit wird sich häufig über die gesamte Zeit oder zumindest einen großen Teil Ihrer Studienarbeitsphase erstrecken. Oft werden Sie auf Literatur zurückgreifen, während Sie bereits in der Schreibphase sind und die Literaturarbeit eigentlich bereits abgeschlossen hatten. Das ist völlig normal, führt jedoch zu einem wichtigen Grundsatz: Geben Sie Literatur nicht zu früh zurück und dokumentieren Sie Ihre Literatur so sorgfältig und umfassend wie möglich.

Literaturrecherche und -arbeit sind essentielle Bestandteile jeder Studienarbeit und Ihres wissenschaftlichen Arbeitsprozesses. Wenn Sie beide Aspekte von Anfang entsprechend behandeln, erleben Sie während der Erstellung der Studienarbeit keine bösen Überraschungen.

Texteditoren und mehr: Wählen Sie Ihre Tools

Sutichak Yachiangkham/shutterstock.comWord, Open Office, Pages, Google Drive, Ulysess, Papyrus, Scrivener, LaTeX... die Liste der Textedioren und Schreibprogramme ist lang. Sie alle lassen sich mehr oder weniger gut für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten nutzen. Viele Universitäten und Hochschulen lassen ihren Studenten bei der Wahl der Software freie Hand und geben lediglich das finale Format - häufig eine PDF-Datei - vor.

Technikaffine Studenten neigen daher dazu, sich verschiedenste Programme anzuschauen, sie tage- und wochenlang auszuprobieren und ständig nach einem noch besseren System zu suchen. Ein lobenswerter Ansatz, der jedoch einen entscheidenden Nachteil hat: Sie kommen nicht dazu, Ihre Studienarbeit zu schreiben.

Beim wissenschaftlichen Arbeiten trifft daher ein bekannter Spruch absolut zu: "Never change a running system." Anders formuliert: Haben Sie Ihre Tools und Programme erst einmal gefunden, sollten Sie diesen treu bleiben und sich nicht durch die Suche nach neuen Möglichkeiten selbst im Weg stehen. Bei der Auswahl der passenden Programme können die folgenden Fragen nützlich sein:

  • Welche Vorgaben gibt es seitens der Universität oder Hochschule?
  • Mit welchen Programmen sind Sie bereits vertraut?
  • Auf welchem Betriebssystem arbeiten Sie?
  • Wechseln Sie zwischen verschiedenen Computern?
  • Verfügen Sie bei Ihrer Arbeit stets über eine Internetverbindung?
  • Wollen oder müssen Sie auch auf einem Tablet arbeiten können?
  • Wie führen Sie Ihre Backups durch?
  • Welche Programme verwenden Sie beispielsweise für die Literaturverwaltung?
  • Welche Programme und/oder Systeme verwenden Ihre Korrektoren?
  • Müssen oder wollen Sie im Team an Ihrer Studienarbeit schreiben?

Studienarbeit schreiben: Workflow und Team

NakoPhotography by shutterstock.comFür den Schreibprozess gibt es - wie für fast jeden Abschnitt des wissenschaftlichen Arbeitens - verschiedenste Tipps, Workflows und Ansätze. Manche Methoden widersprechen sich dabei deutlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass die eine Methode der anderen grundsätzlich überlegen wäre.

Die verschiedenen Ansätze sind schlicht für unterschiedliche Personen und Situationen geeignet. Bis zu einem gewissen Grad ist daher ausprobieren angesagt. Testen Sie die verschiedenen Ansätze und finden Sie nach und nach heraus, was für Sie am besten funktioniert.

Scheuen Sie sich bitte nicht davor, verschiedene Ansätze zu kombinieren und an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Jeder muss den individuell passenden Workflow finden und gestalten.

Trotz der großen Vielfalt laufen die meisten Tipps und Workflows auf zwei grundsätzliche Methoden hinaus. Diese stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

  1. Abschnitte erarbeiten

    Eine Methode besteht darin, einzelne Kapitel oder Abschnitte Ihrer Studienarbeit zu schreiben, diese dann direkt im Anschluss inhaltlich zu überarbeiten und auch gleich zu korrigieren. Mit dieser Methode erarbeiten Sie sich einen Abschnitt - ob Sie dafür Kapitel, Unterkapitel oder andere Einheiten wählen, ist Ihnen überlassen - nach dem anderen und stellen diese fertig.

    Der Vorteil: Ist ein Abschnitt bearbeitet, können Sie ihn bis zur Endkorrektur abhaken und vergessen. Der Nachteil: Sie kommen nicht oder nur schwer in einen Schreibflow und können den roten Faden zwischen den verschiedenen Abschnitten und Kapiteln vermutlich nur schwer sehen und durchziehen.

  2. Erst schreiben, denn strukturieren

    Eine andere Möglichkeit: Sie schreiben Ihren Text zunächst grob herunter und stellen sicher, dass Sie im ersten Entwurf alle inhaltlichen Punkte abdecken. Im zweiten Schritt strukturieren Sie den Text, kümmern sich um das Layout, Zitate, Fußnoten und ähnliches. Erst im dritten Schritt folgt dann die inhaltliche und textliche Korrektur.

    Der Vorteil: Sie teilen Texterstellung, optische und inhaltliche Gestaltung in verschiedene Arbeitsschritte auf. Dadurch können Sie zunächst schreiben, ohne sich mit (zu) hohen Ansprüchen an die eigene Leistung im Weg zu stehen. Der Nachteil: Sie müssen Ihren inneren Korrektor in der ersten Phase ausschalten und ignorieren. Je nach Veranlagung keine ganz leichte Aufgabe.

Studienarbeiten schreiben: Nicht ohne Ihr Team

Monkey Business Images/shutterstock.com"Kein Mensch ist eine Insel" - dieses geflügelte Wort gilt auch, vielleicht sogar ganz besonders, für Studenten, die ihre Studienarbeit verfassen. Wirklich gute wissenschaftliche Arbeiten entstehen erst durch externes Feedback, konstruktive Kritik und pflichtbewusste Korrektoren.

Für den einen oder anderen mag Teamarbeit bei einer Studienarbeit auf den ersten Blick nach Betrug klingen. Denn Studenten müssen in jeder Studienarbeit versichern, dass sie diese selbst und ohne Unterstützung Dritter erstellt haben. Doch diesem Grundsatz widerspricht unser Tipp keineswegs.

Es geht nicht darum, Teile Ihrer Studienarbeit von anderen schreiben zu lassen oder gar einen Ghostwriter zu beauftragen. Doch ein gutes Team bringt Ihre wissenschaftliche Studienarbeit weiter, in dem die Mitglieder...

  • ... Ihnen Feedback zu Inhalt und Struktur Ihrer Studienarbeit geben.
  • ... Sie auf logische Fehler in der Argumentation aufmerksam machen.
  • ... Ihnen durch Motivationstiefs helfen.
  • ... Korrektur lesen und Fehler rechtzeitig entdecken.
  • ... Verständnisfragen stellen und Sie so dazu zwingen, Ihre Arbeit zu reflektieren.

Vor allem die Funktion als moralischer Support und Auffangnetz in Krisen sollten Sie als Student nicht unterschätzen. Auch wenn Studienarbeiten verhältnismäßig klein sind, können sie Nerven und Energie kosten und - abhängig von Ihrer sonstigen Lebenssituation - zur Belastung werden. Dann können Freunde und Mitstreiter enorm helfen.

Noch wichtiger ist jedoch ein anderer Aspekt: Stellen Sie Ihr Team bereits während Studienarbeiten zusammen, können Sie später bei Ihrer Abschlussarbeit auf ein bewährtes Team zurückgreifen. Das erleichtert Ihnen die Arbeit ungemein und hilft bei der Stressvermeidung.

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[Bildnachweis: Pressmaster, Minerva Studio, Amir Ridhwan, Sutichak Yachiangkham, NakoPhotography, Monkey Business Images by Shutterstock.com, dinozzz by 123rf.com]