Studienführer: Tipps zum Studium
Das Studium stellt für viele jungen Menschen den fast schon logischen Schritt nach dem Schulabschluss dar. Ausbildungsberufe sind zwar auch eine Option, doch in vielen Berufen sind Studienabschlüsse inzwischen sinnvoll. Mit der Entscheidung für ein Studium ist es jedoch nicht getan, denn danach wartet eine wahre Flut an Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten auf die angehenden Studenten. Die Wahl zwischen Fachhochschule, Universität und Dualer Hochschule ist da nur einer von vielen Aspekten, mit denen sich neue Studenten befassen müssen. Unser Studienführer hilft Ihnen bei der Navigation durch den Studiendschungel...

Studienführer: Kennen Sie Ihre Optionen?

ra2studio/shutterstock.comAm Anfang einer jeden studentischen Laufbahn steht die Wahl der passenden Studienform. Heute stehen Studienanfängern dafür vor allem vier Möglichkeiten, mit zahlreichen Variationen, offen. Jede Studienart hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, dass Sie die Wahl aufgrund Ihrer individuellen Stärken und Ziele treffen und sich nicht (zu sehr) von gängigen Vorurteilen oder gar den Meinungen anderer beeinflussen lassen.

Um fundiert wählen zu können sollten Sie sich daher zuerst Ihre (Karriere)Ziele klar machen. Diese müssen noch längst nicht ausgefeilt oder präzise sein, doch zumindest eine grundlegende Richtung sollten Sie für sich sehen und verfolgen. Haben Sie sich grob orientiert, stehen Ihnen die folgenden Studienarten offen:

  1. Studium an der Universität

    Der Klassiker aller Studienarten bietet nach wie vor die größte theoretische Tiefe im gewählten Studiengang. Auch wenn Fachhochschulen und andere Bildungsträger das nicht gerne hören, sind Universitäten für junge Menschen, die später eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen, immer noch die beste Wahl. Das gilt, zumindest in manchen Branchen, auch dann, wenn Sie eine leitende Position anstreben und ins Management wollen.

  2. Studium an der Fachhochschule

    Fachhochschulen positionieren sich gegenüber Universitäten vor allem durch den höheren Praxisanteil des Studiums. Nach eigener Aussage bieten sie ein vergleichbares Level an theoretischer und fachlicher Tiefe, kombinieren dieses jedoch mit umfangreichen Praxisphasen. Die Studiendauer ist in vielen Fällen mit der eines Universitätsstudiums vergleichbar.

  3. Studium an einer Fernhochschule oder -universität

    Der große Vorteil eines Fernstudiums ist gleichzeitig auch seine größte Schwäche: Die hohe Flexibilität. Egal ob es sich um ein reines Fernstudium oder um eine Mischung aus virtuellem Studium und Präsenzphasen handelt: Als Student können Sie sich Ihre Zeit einteilen und den größten Teil des Studiums ortsunabhängig gestalten. Dadurch lässt sich das Studium besser mit Jobs vereinbaren, erfordert jedoch auch mehr Selbstorganisation und eine hohe Selbstdisziplin.

  4. Studium an einer Dualen Hochschule

    Das Duale Studium bietet den größten Praxisanteil aller Studienarten und bietet, nach eigener Aussage, dennoch eine ähnlich fundierte theoretische und fachliche Ausbildung wie das Studium an einer Fachhochschule. In vielen Studiengängen trifft diese Beschreibung auch zu. Da das Studium oft jedoch auch kürzer ist als an Fachhochschule oder Universität, zahlen duale Studenten dafür einen Preis: Deutlich weniger freie Zeit - 30 Tage Urlaub statt Semesterferien - ein hohes Arbeitspensum und schulähnliche Unterrichtsstrukturen.

Bereits die Beschreibung der verschiedenen Studienarten dürfte Ihnen als angehender Student bei der Entscheidung helfen. Rein finanziell hat das Duale Studium den Vorteil, dass Sie als Auszubildender sozialversicherungspflichtig angestellt sind und bereits während des Studiums Geld verdienen. Ob dieser Verdienst für den Lebensunterhalt reicht, hängt vom Studienbereich und vom Praxisträger ab.

Im folgenden Erklär- und Werbefilm der Dualen Hochschule Mosbach werden die Vorteile des Dualen Studiums nochmals zusammengefasst. Die im Vergleich zu Universitäts- oder Fachhochschulstudium eingeschränkte Flexibilität wird freilich nicht erwähnt.

Studienfinanzierung: So kommen Studenten an Geld

Syda Productions/shutterstock.com So wichtig und sinnvoll ein Studium auch ist: Die Finanzierung ist, je nach Situation, nicht immer ganz einfach. Der Klassiker sind natürlich Studentenjobs, mit denen Sie sich Ihr Studium finanzieren und, theoretisch, Berufserfahrung sammeln können. In der Praxis lässt sich über Studentenjobs jedoch nur dann relevante Berufserfahrung sammeln, wenn Sie eine Stelle als studentische Hilfskraft oder in einem Unternehmen finden, dass in Ihrer Zielbranche angesiedelt ist.

Solche Jobs sind zwar ideal, jedoch auch heiß begehrt und entsprechend hart umkämpft. Daher ist es durchaus möglich, dass Sie einen Studentenjob annehmen müssen, der Sie fachlich nicht weiterbringt. Damit sind Sie, das zeigt auch das folgenden Video, keineswegs alleine, viele Studenten gehen diesen Weg. Auch solche Jobs können in der Bewerbung relevant sein, wenn Sie deutlich machen, dass Sie die Doppelbelastung gut gemeistert und sich entsprechend organisiert haben.

Wollen Sie sich umfassend mit Studentenjobs befassen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel mit ungewöhnlichen Jobideen und unsere Hinweise zu den wichtigsten Regeln für Studentenjobs.

Studentenjobs sind jedoch keineswegs alternativlos. Auch die Qualifizierungsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bietet Studenten finanzielle Chancen. Eine davon ist das Aufstiegsstipendium, das für angehende Studenten relevant ist, die bereits über Berufserfahrung verfügen und darauf mit einem Studium aufbauen wollen.

Eine andere Möglichkeit besteht in den Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Auch die Option eines Studienkredits und eines klassischen Stipendiums sollten Studenten nicht völlig vernachlässigen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel zur Studienfinanzierung.

Deutschlandstipendium

Eine weitere Option stellt das oben illustrierte Deutschlandstipendium dar. Studenten können hier mit bis zu 300 Euro monatlich unterstützt werden. Das Geld stammt je zur Hälfte von staatlicher Seite und von privaten Förderern und Stiftungen. Interessierte Studenten können sich hier bewerben.

Studienführer: Tipps für Studieneinstieg und -alltag

Tyler Olson/shutterstock.comAls angehender oder frisch gebackener Student stehen Sie im Studienalltag vor einem ganzen Berg von Herausforderungen und neuen Aufgaben. Die Bandbreite reicht von der Gestaltung des Vorlesungsplans über die Gebühren für Studentenwerk und Lernmaterialien bis hin zu Vorgaben für Studienarbeiten, Prüfungsterminen und mehr.

Angesichts dieser Vielzahl an Neuerungen und der unweigerlich anstehenden Prüfungen, sind gute Selbstorganisation und ordentliche Vorbereitung unverzichtbar. To-Do-Listen, Checklisten, Zeitpläne und ähnliches sollten zu Ihrer Vorbereitung gehören. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten, und in der Praxis bewährten, Tipps für die Studienorganisation zusammen.

  • Machen Sie sich im Vorfeld des Semesters mit den relevanten Vorlesungen vertraut. Füllen Sie Ihren Vorlesungsplan nicht zu sehr. Gerade in den ersten Semestern sollten Sie Pufferzeiten einplanen.
  • Setzen Sie sich mit dem Sekretariat Ihres Fachbereiches in Verbindung und halten Sie Kontakt mit den zuständigen Mitarbeitern. Ein gutes Verhältnis zur Verwaltung schadet ganz bestimmt nicht.
  • Schauen Sie sich die Studierendenvertretung Ihres Fachbereiches genauer an. Ob diese Ihnen etwas zu bieten hat oder nicht, können Sie nur im Einzelfall beurteilen.
  • Etablieren Sie bereits vor Studienbeginn ein Organisationssystem, das für Sie praktikabel ist und mit dem Sie Ihre Aufgaben im Blick behalten. Einen entsprechende Artikelempfehlungen finden Sie am Ende dieses Artikels.
  • Testen Sie das Arbeiten mit klaren Arbeitszeiten und Timer, beispielsweise nach der Pomodoro-Technik. Solche fokussierten Arbeitszeiten können für Ihre Produktivität Wunder wirken.
  • Suchen Sie sich möglichst führ im Studium Kommilitonen, mit denen Sie zusammen lernen und arbeiten können. Solche Gruppen und Beziehungen helfen auch bei Problemen abseits des Studiums weiter.
  • Orientieren Sie sich möglichst vor Studienbeginn auf dem Campus und testen Sie verschiedene Orte als Lernumgebungen. Wenn Sie Ihre Favoriten gefunden haben, können Sie dort regelmäßig arbeiten.
  • Apropos Lernumgebung: Schaffen Sie sich auch in Ihrer Wohnung oder WG einen Lern- und Arbeitsplatz und testen Sie diesen. Mit einer klar strukturierten Umgebung können Sie auch im Studium produktiv sein.

Bei allen diesen Tipps gilt jedoch: Übertreiben Sie es nicht mit der Planung, sondern genießen Sie den Prozess und das Lernen. Das Studium ist nicht nur eine Zeit der Qualifizierung, sondern auch eine Wachstums- und Lernzeit im persönlichen Bereich. Bei aller Arbeit sollte dieser Aspekt nicht zu kurz kommen.

Das könnte Sie auch interessieren:

[Bildnachweis: Yuriy Rudyy, ra2studio, Syda Productions, Tyler Olson by Shutterstock.com]