Studienplatzklage Anwalt
Abitur und dann Wunschstudium? Ganz so einfach ist es nicht immer, zunächst steht meist ein komplexes Bewerbungs- und Studienplatzvergabe-Verfahren an. Hinzu kommt, dass längst nicht jeder auch tatsächlich seinen angestrebten Studiengang einfach so studieren kann. Die großen Zahlen angehender Studenten überschreiten schlichtweg die Kapazitäten vieler Universitäten. Gerade in Psychologie, Medizin aber auch Lehramtsstudiengängen, aber auch im wirtschaftswissenschaftlichen bereich setzen Universitäten deshalb auf den Numerus-Clausus, um die Zulassung zu beschränken. Wer diesen nicht mitbringt, muss sich entweder von seinem Wunsch verabschieden oder eine Menge Geduld mitbringen und möglicherweise Jahre auf den Studienplatz warten. Es kann aber auch eine andere Möglichkeit geben: In manchen Fällen können Sie mit einer Studienplatzklage doch noch an die Uni kommen. Wir erklären, was Sie zum Thema Studienplatzklage wissen müssen, wie sie abläuft und natürlich, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen...

Studienplatzklage: Warum wurden Sie überhaupt abgelehnt?

Eine Studienplatzabsage ist für die meisten angehenden Studenten weit mehr als nur ärgerlich oder enttäuschend. Natürlich spielt im ersten Moment auch Frust eine Rolle, doch viele Studenten stehen dabei vor einem ernsthaften Problem:

Was mache ich jetzt? Vorsichtig ausgedrückt hat nicht jeder gleich einen Plan B bis D parat, auf den er zurückgreifen kann und mit dem er ebenso glücklich ist wie mit seiner ersten Studienwahl. Wer Philosophie studieren wollte, möchte eben nur ungern auf Mathematik ausweichen oder findet sich in einem anderen Studium vielleicht einfach nicht selbst wieder.

Bevor Sie nun in eine tiefe Sinnkrise fallen und überdenken, ob Sie statt Studium vielleicht doch eine Ausbildung absolvieren, sollten Sie zunächst alle Möglichkeiten prüfen. Das kann auch bedeuten, eine Studienplatzklage in Betracht zu ziehen, wenn sie mit dieser möglicherweise doch noch an Ihren Wunschstudienplatz kommen könne.

Am Anfang steht dabei die Frage: Aus welchem Grund wurde Ihr Antrag auf einen Studienplatz abgelehnt?

Es gibt grundsätzlich zwei Hauptgründe, für den favorisierten Studiengang nicht zugelassen zu werden:

  • Ihr NC entspricht nicht den Anforderungen für den gewählten Studiengang und Sie wurden deshalb bei der Vergabe nicht berücksichtigt.
  • Die Kapazitäten der Universität für den gewünschten Studienplatz sind den hohen Bewerberzahlen nicht gewachsen.

So kommt es sogar relativ häufig vor, dass Studenten, die gerade Ihren Bachelor-Abschluss an einer Universität gemacht haben, nicht an der eigenen Universität zum Masterstudium zugelassen werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn es ein übergreifender Master ist, auf den sich auf Studenten aus anderen Bachelor-Studiengängen bewerben.

Als angehender Student sind Sie aber nicht automatisch völlig hilflos, wenn Sie eine Absage erhalten.

Entsprechend werden seit einigen Jahren immer mehr Anwälte mit Studienplatzklagen betraut. Dann helfen sie Abiturienten, ihren Traumplatz an der Uni doch noch vorzeitig zu bekommen.

Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, gegen die Zulassungsverfahren vorzugehen, sodass der Gang zum Anwalt sich lohnen kann. Was sagen schon Abiturnoten aus über die Motivation einen bestimmten Beruf auszuüben?

Studienplatzklage: Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Studienplatzklage Chancen VoraussetzungenEs muss natürlich auch erwähnt werden: Nicht jeder, der unglücklich mit dem Verlauf einer Studienplatzvergabe ist, kann gleich dagegen klagen und auch noch davon ausgehen, dass diese Erfolg hat. Haben Sie bei Ihrem Antrag beispielsweise einen Formfehler gemacht oder eine Frist nicht beachtet, ist eine Studienplatzklage vollkommen zwecklos.

Ebenfalls schlechte Karten haben Sie, wenn die Studienplatzabsage von der zentralen Vergabestelle hochschulstart.de erteilt wurde. Anders sieht es aus, wenn Sie sich direkt bei einer Universität beworben haben und keinen Studienplatz erhalten haben.

In diesem Fall kann überprüft werden, ob tatsächlich keine Kapazitäten mehr zur Verfügung stehen und die Absage rechtens war.

Studienplatzklage: Jede Universität wählt anders aus

Bereits seit einigen Jahren wurde den Forderungen der Universitäten nachgegangen und das Zulassungsverfahren an den deutschen Hochschulen liberalisiert. Auf diese Weise wollen die Universitäten selbst mehr Mitsprache bei der Auswahl des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses erhalten.

So gibt es generell zwei unterschiedliche Wege, mit denen Sie sich für Ihren Wunschstudienplatz bewerben können:

  1. Über die zentrale Vergabestelle hochschulstart.de, bei der Sie Ihren Antrag einreichen und die Ihnen im besten Fall einen Platz an der von Ihnen gewünschten Universität zuteilt.
  2. Oder direkt bei der Wunsch-Uni, wo Sie sich häufig auf der Homepage über entsprechende Formulare für einen Studienplatz bewerben können.

Viele Universitäten haben mittlerweile ein eigenes Auswahlverfahren und zugehörig unterschiedliche Fristen Bewerbungstermine eingerichtet. Ob Sie an einer bestimmten Universität eine Zulassung erhalten, hängt also davon ab, nach welchen spezifischen Kriterien ausgewählt wird, die von den Hochschulen selbst festgelegt werden.

Zu den Kriterien zählen

  • Abiturnote
  • Einzelnoten in relevanten Fächern
  • Soziales Engagement
  • Studienmotivation
  • Auswahltest
  • Auswahlgespräch

Nicht nur ist das Verfahren von Uni zu Uni unterschiedlich, auch die Bewerbungsfristen unterscheiden sich. Ein Großteil der Universitäten hat zwar mit den bundesweiten Fristen der zentralen Vergabestelle gleichgezogen und Bewerbungsfristen für das Sommersemester bis zum 15. Januar und für das Wintersemester bis zum 15. Juli gesetzt. Trotzdem gibt es immer wieder Ausnahmen, weshalb Sie sich unbedingt genau informieren sollten.

Aber: Gegen diese örtlichen Zulassungsbeschränkungen haben Sie kaum eine Möglichkeit, auch nicht mit einer Studienplatzklage. Gleiches gilt für die Vergabe im Anschluss an einen Auswahltests oder entsprechende Auswahlgespräche.

Grundlage für eine Studienplatzklage liefern dafür aber die beiden Hauptkriterien für eine Absage:

  • die Zulassungsbeschränkung in Form des Numerus Clausus (NC)
  • die Auslastung der Kapazität einer Universität

Studienplatzklage: Warum ist sie möglich?

Die rechtliche Basis der Studienplatzklage bildet das Grundrecht auf freie Berufswahl in Artikel 12 Grundgesetz. Eine Chance für Anwälte und somit auch für Studenten: Dieses unumstößliche Grundrecht wird durch einen Numerus Clausus an Universitäten eingeschränkt.

Schließlich haben Sie plötzlich nicht mehr die freie Wahl, sondern werden durch die Zulassungsbeschränkung davon abgehalten, Ihren angestrebten Beruf tatsächlich ausüben zu können.

So musste sich auch das Bundesverfassungsgericht bereits mit dieser Frage auseinandersetzen und kam zu der Entscheidung: Der NC kann das Grundrecht nach Artikel 12 verletzen, dies gilt allerdings nur dann, wenn die vorhandenen Ausbildungskapazitäten einer Universität nicht vollständig ausgenutzt werden.

Universitäten müssen also alle zur Verfügung stehenden freien Studienplätze restlos vergeben, bevor es vor dem Gesetz erlaubt ist, einen Antrag auf einen Studienplatz abzulehnen. Ist dies nicht der Fall, haben Studienplatzklagen Aussicht auf Erfolg.

Die angesprochenen Kapazitäten zur Ausbildung werden von den Hochschulen für jedes Studienjahr neu und individuell errechnet und anschließend in einer Satzung oder Verordnung festgesetzt. Durch ein gerichtliches Verfahren kann dann im Anschluss festgestellt werden, ob die von der Universität erstellte und ausgegebene Ausbildungskapazität tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Bedeutet für angehende Studenten: Grundsätzlich kann man sich in jeden zulassungsbeschränkten Studiengang einklagen - ganz gleich ob Staatsexamen, Bachelor oder Master.

Zusätzlich muss natürlich das Hochschulrecht beachtet werden, denn ohne nachgewiesene Hochschulzugangsberechtigung ist es selbstverständlich nicht möglich, sich einen Studienplatz zu erklagen. Liegt das bestandene Abitur oder eine andere Berechtigung vor, gibt es diese Möglichkeit aber durchaus.

Nicht nur die Wahl des Studienorts spielt dabei eine Rolle. So kann es natürlich gerade in beliebten und gefragten Universitätsstädten wie beispielsweise Berlin ein alternativer Weg zum Studium sein, wenn sonst eine Absage droht.

Vor allem auch in den beliebten Studiengängen

  • Medizin
  • Zahnmedizin
  • Tiermedizin
  • Psychologie
  • Lehramt und
  • Soziale Arbeit

kann das Einklagen eines Studienplatzes eine legitime Chance für engagierte Studienwillige auf Traumstudium sein.

Die wichtigsten und bekanntesten Anwälte für Studienplatzklagen

Studienplatzklage Chancen VoraussetzungenDas wachsende Interesse angehender Studenten und die damit steigende Nachfrage hat gerade in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich immer mehr Anwälte und Kanzleien gezielt auf Studienplatzklagen spezialisieren.

Potenzielle Mandanten haben dabei meist die Gelegenheit, bereits online oder telefonisch den ersten Kontakt herzustellen. Hier können Sie sich beraten lassen und herausfinden, ob eine Klage grundsätzlich möglich wäre und Aussicht auf Erfolg hätte.

Stehen Sie im Jahr 2017 vor einer Studienplatzklage, kann es sinnvoll sein, bereits jetzt und frühzeitig eine Kanzlei zu kontaktieren, um im Zweifelsfall alle Fristen einhalten zu können. Wir haben für Sie die wichtigsten und bekanntesten Anwälte für Studienplatzklagen aufgelistet:

Wie läuft eine Studienplatzklage ab?

Der erste Schritt zur Studienplatzklage ist der Gang zu einem entsprechenden Anwalt. Experten raten dazu, dies nicht auf die lange Bank zu schieben, wenn mit dem Gedanken an eine Klage gespielt wird. Je früher die Hilfe in Anspruch genommen wird, desto früher kann sich um alles gekümmert werden.

Auch die Fristen für die Einleitung einer Studienplatzklage in einigen Bundesländern müssen eingehalten werden, weshalb Sie im besten Fall für ein Sommersemester bereits vor dem 15. Januar und für ein Wintersemester vor dem 15. Juni mit einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin gesprochen haben.

Gemeinsam mit dem Experten können Sie bei einer Zusammenarbeit die möglichen Kosten und finanziellen Auswirkungen einer Studienplatzklage besprechen (sehen Sie dazu auch die Informationen zu den Kosten weiter unten).

Entscheidend hierfür ist zunächst, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung haben. In diesem Fall können die Kosten für die Klage übernommen werden. Denn Sie sollten sich bewusst sein, dass Sie als Antragssteller die Kosten zu tragen haben, wenn vom Gericht festgestellt wird, dass keine Studienplätze vorhanden sind und die Kapazitäten der Universität tatsächlich komplett genutzt werden.

Der eigentliche Ablauf der Studienplatzklage beginnt, sobald die Frage nach der Finanzierung geklärt ist:

Bedeutet konkret: Der von Ihnen gewählte Anwalt leitet zunächst die gerichtlichen Verfahren mit den jeweiligen Anträgen auf Erlass einer einstweiligen Anordnung bei den zuständigen Verwaltungsgerichten ein. Klingt kompliziert, doch darum brauchen Mandanten sich nicht kümmern.

Im nächsten Schritt erhält der Anwalt die Kapazitätsberechnungsunterlagen der jeweiligen Universität und kann somit analysieren und überprüfen, ob in diesen möglicherweise ein Berechnungsfehler gemacht wurde und klärt gleichzeitig etwaige Ansprüche im Verfahren.

Als Mandat und Antragssteller haben Sie damit nicht direkt zu tun und müssen in der Regel nicht einmal vor Gericht erscheinen.

Stellt sich nun heraus, dass die Universität tatsächlich noch freie Kapazitäten zur Ausbildung von Studenten zur Verfügung hat, wird die Hochschule dazu verpflichtet, diese zu verteilen. Oftmals wird dazu ein Losverfahren vorgesehen, es besteht allerdings auch die Möglichkeit einer Entscheidung nach diversen Leistungskriterien.

Der für Sie vermutlich beste Ausgang ist ein sogenannter Vergleich zwischen Universität und Mandat (also Ihnen), der von einigen Verwaltungsgerichten angestrebt wird. Im Klartext bedeutet dies nichts anderes, als dass Sie einen Studienplatz erhalten und bei nächster Gelegenheit Ihr Wunschstudium antreten können.

Wie lange es genau dauert, bis Sie wirklich wissen, ob Ihre Klage erfolgreich war und Sie das Studium antreten können, lässt sich allerdings nicht verallgemeinert sagen. Im günstigsten Fall können Sie noch im aktuellen Semester einsteigen und loslegen - es kann allerdings auch ein ganzes Jahr dauern.

Checkliste für den Ablauf einer Studienplatzklage

  • Gespräch mit einem Rechtsanwalt / einer Rechtsanwältin
  • Erläuterungen zu den Auswirkungen einer Rechtsschutzversicherung
  • Klärung der Finanzierung
  • Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
  • Überprüfung der Kapazitätsberechnungsunterlagen
  • Verpflichtung der Universität, etwaige freie Studienplätze zu verteilen
  • Losverfahren oder Vergleich
  • Falls nötig weitere Klagen gegen andere Hochschulen

Was kostet eine Studienplatzklage?

Entscheiden Sie sich für den Weg einer Studienplatzklage, sollten Sie sich vorher unbedingt mit den möglichen Kosten auseinandersetzen. Im Zweifelsfall müssen Sie diese schließlich selbst tragen, da sollten Sie wissen, was auf Sie zukommen kann.

Das zunächst wichtigste: Sprechen Sie mit einem Berater Ihrer Rechtsschutzversicherung und lassen Sie sich darüber informieren, ob die Kosten für ein Verfahren von dieser übernommen werden. Hier kann es durchaus einige Unterschiede zwischen den Versicherungen geben - und es lohnt sich, auf der sicheren Seite zu sein.

Fragen Sie nach, ob die Kosten für eine Studienplatzklage abgedeckt sind und übernommen werden oder ob in Ihrem Vertrag eine solche Regelung nicht vorgesehen ist.

Wenn Sie sich mit einer Studienplatzklage in einen Bachelor-Studiengang einklagen wollen, sollten Sie dabei mit Kosten zwischen zwischen 1000 und 1500 Euro zu rechnen.

Noch teurer wird es, wenn Sie sich in einen Masterplatz einklagen wollen. Dies liegt vor allem daran, dass es hierbei in der Regel nötig ist, mehr als nur ein Verfahren einzuleiten - und das schlägt sich natürlich in den Kosten nieder.

Zunächst ist ein gerichtliches Eilverfahren notwendig, um die Ausbildungskapazität einer Universität zu prüfen. Darüberhinaus muss allerdings oft auch noch zusätzlich gegen den Ablehnungsbescheid geklagt werden.

Hierbei wird untersucht, ob Fehler beim Eignungsfeststellungsverfahren gemacht wurden. Häufig wird bei der Masterzulassung als Kriterium das Abiturzeugnis herangezogen. Das ist aber nicht rechtens und kann angefochten werden.

Insgesamt sollte bei einer Masterplatzverfahren mit ungefähr 1700 Euro gerechnet werden.

Ein Haufen Geld, gerade für Studenten, die meist ohnehin chronisch knapp bei Kasse sind. Auch die Eltern können bei solch einem Betrag oft nicht ohne Weiteres unter die Arme greifen. Sollten Sie bei der Finanzierung der Studienplatzklage Schwierigkeiten haben, können Sie auch prüfen, ob Sie Prozesskostenhilfe beantragen können.

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