Studienplatzzusage: Checkliste für den Studiumseinstieg
Für angehende Studenten ist es ein quälend langer Zeitraum. Die Bewerbung an verschiedene Universitäten wurde verschickt, doch von der Wunschuni kam bisher noch keine Studienplatzzusage. Dennoch sind Sie sicher, dass es nicht mehr lange dauert und so freuen Sie sich bereits auf den neuen Lebensabschnitt, der vor Ihnen liegt und können es kaum erwarten, den Campus zu betreten. Eine Studienplatzzusage bringt jedoch viele Herausforderungen mit. Sind werden gefordert, Ihr Leben selbst zu organisieren; brauchen eine WG oder eine Wohnung; müssenm Studienfristen einhalten; sich um die Finanzierung kümmern und vieles mehr. Fast alles für Studienanfänger bisher unbekanntes Terrain. Doch wie macht man das? Wie organisiert man den Studiumseinstieg? Wir haben eine Checkliste erstellt, die Ihnen Orientierung für die Vorbereitung aufs Studium bietet. Worüber Sie sich Gedanken machen sollten, nachdem die Studienplatzzusage ins Haus geflattert ist.

Studienplatzzusage: Die Einschreibung

Sobald Sie die Studienplatzzusage erhalten haben, ist der erste Schritt, sich für den gewünschten Studiengang einzuschreiben. Das tun Sie in der Regel im Studierendensekretariat der Universität.

  • Schicken Sie Unterlagen postalisch ein. Welche genau erforderlich sind, erfahren Sie von der Universität. Passbilder für den Studierendenausweis sowie die Bescheinigung Ihrer Krankenversicherung gehören aber auf jeden Fall dazu.
  • Überweisen Sie den Semesterbeitrag. Ein finanziell wichtiger Punkt, der sich von nun an jedes Semester wiederholen wird. Mit dem Beitrag zahlen Sie das Semesterticket, die Verwaltungskosten, den Beitrag an das Studentenwerk und andere kleinere Kostenpunkte, die meist auf den Informationsseiten Ihrer Universität aufgelistet werden.
  • Holen Sie den Ausweis persönlich ab. Dann erhalten Sie auch Ihre Zugangsdaten für die Online-Plattform Ihrer Hochschule sowie einen ersten Ausdruck Ihrer Studienbescheinigung. Denken Sie auch daran, eine Studienbescheinigung an Ihre Krankenkasse zu schicken.

Wichtiger Hinweis:

Da die Universitäten selbst darüber entscheiden, wann Sie Zusagen verschicken, gibt es keine einheitliche Frist. Haben Sie sich an mehreren Universitäten beworben, bedeutet das, dass Sie beispielsweise die Studienplatzzusage der Uni Köln bereits in Händen halten, während Sie noch auf eine Rückmeldung der Uni Frankfurt warten.

Doch die Uni Köln hat eine Frist gesetzt, in der Sie den Studienplatz antreten müssen, sonst wird er an jemand anderen vergeben. Entsprechend müssen Sie sich entscheiden, bevor Sie alle Optionen auf dem Tisch haben. Fragen Sie konkret nach, ob die Möglichkeit besteht, sich einzuschreiben und zu einem späteren Zeitpunkt von dem Studienplatz zurückzutreten.

Studienplatzzusage: Die Finanzierung

Aaron Amat/shutterstock.comGeld ist für viele Studenten ein wenig beliebtes Thema. Es gilt eine Menge kosten zu decken, doch die Zeit, um zu arbeiten, ist durch das Vollzeitstudium nur sehr begrenzt. Dabei sollten Sie sich verschiedene Möglichkeiten und Alternativen durch den Kopf gehen lassen und sich für die entscheiden, die zu Ihrer Situation passen.

  • Stellen Sie einen Bafög-Antrag. Sobald Sie sich eingeschrieben haben, sollten Sie zur Bafög-Beratung gehen und einen Antrag stellen. Lassen Sie sich genau erklären, welche Unterlagen Sie dafür brauchen. Schieben Sie diesen Punkt nicht auf, denn die Bearbeitung Ihres Antrags nimmt zwei bis drei Monate in Anspruch.
  • Bewerben Sie sich für ein Stipendium. Lassen Sie sich von den Mythen, dass nur Einser-Kandidaten ein Stipendium erhalten, nicht abschrecken. Versuchen Sie es trotzdem. Gute Noten sind nicht alles bei der Vergabe von Stipendien. Hier finden Sie Tipps, wie die Bewerbung für ein Stipendium zum Erfolg wird.
  • Informieren Sie sich über Studienkredite. Besorgen Sie sich die nötigen Informationen zu Studien- und Bildungskrediten, insbesondere dann, wenn Sie kein Bafög erhalten sollten und auch sonst keine andere Möglichkeit haben Ihr Studium zu finanzieren.
  • Schauen Sie sich nach einem Nebenjob um. Oft bieten die Studentenwerke Stellenbörsen an, in denen Studentenjobs ausgeschrieben sind. Es kann sich lohnen einen Blick reinzuwerfen, da sich hier oftmals Jobs finden, die gut mit dem Studium vereinbar sind.

Studienorganisation

  • Validieren Sie Ihr Semesterticket. Das Semesterticket ist für Studierende oft die Grundlage der Fortbewegung, doch sollten Sie sich informieren, wie weit Sie mit dem Ticket fahren und welche Verkehrsmittel Sie dabei nutzen dürfen. Die Studenten der Universität Marburg dürfen beispielsweise nicht nur Regionalzüge, sondern auch ICs nutzen. Andere Studenten können am Wochenende und unter der Woche ab 19 Uhr eine weitere Person mitnehmen.
  • Informieren Sie sich über die Funktionen Ihres Studentenausweises. An vielen Universitäten erfüllt der Studentenausweis viele unterschiedliche Funktionen. Beispielsweise kann er als Geldkarte aufgeladen werden, mit der Sie Kopien erstellen oder in der Mensa bezahlen können oder Sie melden sich damit elektronisch für Klausuren an. Lassen Sie sich von anderen Studenten erklären, wofür die Karte genutzt wird.
  • Lesen Sie sich die Studienordnung durch. Achten Sie dabei besonders auf Fristen, die einzuhalten sind und auf Module, die Sie in bestimmten Semestern belegen müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist ein mögliches Pflichtpraktikum.
  • Stöbern Sie im Vorlesungsverzeichnis. Auch wenn Sie sich noch keinen Stundenplan erstellen, sondern damit bis zur Einführungswoche warten, sollten Sie schon einmal einen Blick ins Vorlesungsverzeichnis werfen. Lernen Sie die Struktur kennen, verschaffen Sie sich einen Überblick über die Veranstaltungen und lesen Sie die Beschreibungen.
  • Schalten Sie Ihren Account für die Online-Plattform frei und richten Sie das Uni-WLAN ein. Die meisten Universitäten bieten an, dass Sie online Ihre Noten und bestandenen Klausuren einsehen können. Hier muss in der Regel ein Account angelegt beziehungsweise freigeschaltet werden. Informieren Sie sich auch darüber, wie das WLAN auf dem Campus freigeschaltet wird, was nicht nur das lernen und recherchieren erleichtert, sondern an langen Tagen eine willkommene Abwechslung bieten kann.
  • Machen Sie sich mit der Bibliothek vertraut. Erkundigen Sie sich nach den Öffnungszeiten, dem Ausleihverfahren und den Terminen für die Bibliotheksführung. Im Laufe des ersten Semesters werden auch Informationsveranstaltungen zum Thema Recherche angeboten. Diese sind empfehlenswert, weil man Ihnen dort nützliche Tipps zu dem Thema gibt und auch erklärt, wie Sie mit Datenbanken und dem Zeitschriftenarchiv arbeiten.
  • Besuchen Sie das International Office. Wenn Sie bereits zu Beginn des Studiums, beispielsweise im dritten Semester, ins Ausland gehen wollen, sollten Sie sich schon im ersten Semester über Möglichkeiten informieren. Sprechen Sie beispielsweise mit den Erasmuskoordinatoren darüber.

Weitere wichtige Tipps finden Sie auch in unserem Artikel zum Erstsemester.

Studienplatzzusage: Die Wohnungssuche

PressmasterViele Studenten zieht es an eine Universität, die nicht in Ihrem Heimatort gelegen ist. Bedeutet: Es wird Zeit, für die erste eigene Wohnung - die erst einmal gefunden werden will, denn Wohnraum in Universitätsstädten ist Mangelware und besonders teuer.

  • Bewerben Sie sich für einen Wohnheimplatz. Möchten Sie sich anstrengende WG-Castings ersparen und sind nur auf der Suche nach einem einfachen Zimmer, käme ein Wohnheim für Sie in Frage. Doch im Wintersemester sind die Wartelisten aufgrund der großen Anzahl an Studenten sehr lang.
  • Schen Sie sich ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Haben Sie kein Wohnheimzimmer gefunden oder haben Sie sich von Anfang an dagegen entschieden, ist ein WG-Zimmer auch eine gute Lösung. Doch häufig haben es Erstsemester bei der Suche schwer, weil gestandene WGs skeptisch sind bei Leuten, die noch nie alleine gewohnt haben. Vielleicht können Sie auch mit anderen Erstsemestern eine eigene WG gründen.
  • Melden Sie Ihren Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt. Hat es mit einer Unterkunft geklappt, sollten Sie innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug Ihren Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt angeben. Behördengänge sind kein beliebter Zeitvertreib, aber unbedingt notwendig.

Worauf es bei der Wohnungssuche ankommt, erfahren Sie hier.

Das Unileben

  • Lernen Sie die Stadt kennen. Erkunden Sie Ihren neuen Wohnort. Die nächsten paar Jahre werden Sie in dieser Stadt verbringen. Machen Sie sich also mit Ihrer Umgebung vertraut. Wo sind Parks? Welche Museen gibt es? Wo sind Cafés, Bars und alles was dazu gehört?
  • Informieren Sie sich über studentische Vergünstigungen. Gerade im kulturellen Bereich bieten die meisten Städte Studenten eine Menge Vergünstigungen an, beispielsweise ermäßigte Eintrittspreise in Museen oder ein spezielles Theaterabonnement für Studenten. Warum sollten Sie diese Vorteile nicht nutzen?
  • Schauen Sie sich das Unisportprogramm an. Beim Unisport werden dutzende Möglichkeiten, günstig Sport zu treiben, angeboten. Das Programm ist in der Regel sehr breit gefächert: Von Gesundheitskursen, wie Rückenfit bis zu Mannschaftssportarten oder Gymnastikkursen ist alles vertreten. Verpassen Sie bei all der Auswahl nur nicht die Anmeldefrist.
  • Kaufen Sie sich ein Fahrrad. Es mag ein Klischee sein, dass Studenten viel mit dem Fahrrad unterwegs sind, doch in vielen Unistädten ist es einfach sehr nützlich, ein Rad zu besitzen. Sie können sich ein günstiges Gebrauchtrad zulegen oder Sie nutzen die Leihfahrräder der deutschen Bahn. Viele Universitäten kooperieren mit der deutschen Bahn und haben Fahrradstationen auf dem Campus eingerichtet.

Checkliste

Die Checkliste für die Vorbereitung aufs Studium können Sie hier als PDF runterladen.

[Bildnachweis: William Perugini, Aaron Amat, Pressmaster by Shutterstock.com]