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Es ist wieder einmal soweit: Für die einen sind die langen Semesterferien vorbei und der Unialltag geht wieder von vorne los. Für viele andere hingegen beginnt ein vollkommen neuer Lebensabschnitt: Der Studienstart läutet die nächste große Phase nach der Schulleben ein. Große Erwartungen und eine gehörige Portion Unsicherheit treffen jetzt endlich auf die Realität. Tatsächlich ist das erste Semester für viele Studenten ein Sprung in eine völlig neue Welt, in der man sich erst einmal einleben und zurecht finden muss. Um den Studienstart zu erleichtern und dafür zu sorgen, dass Sie alles Wichtige bedenken, haben wir 16 Tipps zum Einstieg gesammelt...

Mit diesen 16 Tipps meistern Sie den Studienstart

Zunächst einmal gilt: Nervosität vor dem Studienstart ist vollkommen normal und Sie brauchen sich auch keine zusätzlichen Sorgen machen, wenn Sie das Gefühl haben, noch gar nicht über alles Wichtige Bescheid zu wissen. Ja, es gibt in jedem Jahrgang eine Handvoll Studenten, die bereits mehrere Monate im Voraus erste Termine an der Universität gemacht haben, den Studiengang bis hin zum Master noch vor dem ersten Tag durchgeplant haben und die jedes Detail auswendig im Kopf haben. Für alle anderen ist das erste Semester aber zunächst ein völliger Neuanfang, bei dem sich einiges verändert - vor dem Sie aber keine Angst zu haben brauchen.

Um Ihnen die anfängliche Aufregung ein wenig zu nehmen und Sie für Ihren Studienstart zu rüsten, haben wir 16 Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, einen erfolgreichen Einstieg hinzulegen und den Überblick über die wichtigsten Dinge nicht zu verlieren:

  1. Einführungsveranstaltungen nicht schwänzen

    So richtig geht die Uni erst los, wenn die Vorlesungen beginnen? Ein weit verbreiteter Glaube, doch sollten Sie nicht darauf reinfallen. Zwar herrscht bei den Einführungsveranstaltungen an den meisten Universitäten keine Anwesenheitspflicht, hingehen sollten Sie aber in jedem Fall. Hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen, die Ihnen den Studienstart erleichtern.

    Vielleicht noch wichtiger: Bei den Einführungsveranstaltungen und Erstsemester-Wochen kommen alle neuen Studenten zusammen, man lernt sich kennen und knüpft wichtige Kontakte und Freundschaften. Viele der Bekanntschaften, die hier gemacht werden, begleiten Sie durchs gesamte Studium. Und nicht zuletzt erfahren Sie auch hier von den ersten großen Studentenpartys, die Sie natürlich ebenso wenig verpassen sollten.

  2. Die Universität kennenlernen

    Der Campus ist riesengroß, die verschiedene Universitätsgebäude sind verwinkelt und die Orientierung scheint nahezu unmöglich. Die ersten Tage sollten Sie auf jeden Fall nutzen, um die Universität kennenzulernen, den Campus abzugehen und herauszufinden, wo die unterschiedlichen Räumlichkeiten oder Gebäude sind, die Sie während Ihres Studiums besuchen werden.

    Der beste und wahrscheinlich auch unterhaltsamste Weg ist es, einfach auf eigene Faust oder mit einem Kommilitonen loszumarschieren. Es gehört irgendwie zum Studienstart dazu, sich einmal auf dem Campus zu verlaufen und nach dem Weg zu einem Raum fragen zu müssen - und dann festzustellen, dass man am völlig falschen Ende des Geländes ist.

  3. Die Bibliothek erkunden

    Spätestens wenn Sie Hausarbeiten schreiben und sich auf Prüfungen vorbereiten, werden Sie die Bibliothek brauchen und vermutlich eine Menge Zeit dort verbringen. Schon zu Beginn sollten Sie sich deshalb mit ihr vertraut machen, damit Sie die gegebenen Möglichkeiten bestens für sich nutzen können.

    Oft wird eine Führung durch die Bibliotheken angeboten, bei denen auch erklärt wird, wie Bücher ausgeliehen werden, wo verschiedene Themengebiete zu finden sind, welche Bücher zum Präsenzbestand gehören und wie Sie das Online-System der Bibliothek nutzen, um Literatur zu suchen auszuleihen oder für sich zu reservieren.

  4. Wichtige Ansprechpartner finden

    Irgendwann im Laufe des Studiums hat jeder Student wichtige Fragen oder benötigt Hilfe. Da ist es gut, wenn Sie bereits zu Beginn die wichtigsten Ansprechpartner für Fragen und Probleme ausfindig gemacht haben und wissen, an wen Sie sich wenden können. Sei es bei der Auswahl Ihrer Module und Fächer, bei der Planung eines Auslandssemesters oder bei Prüfungsfragen: Für jeden Bereich gibt es entsprechende Stellen an der Universität.

    Zu den wichtigsten zählen die Fachschaft, das Studentenwerk und das Studierendensekretariat. Hier können alle Fragen gestellt werden und es gibt jede Menge Informationen rund um das Thema Studium und Ihren spezifischen Studiengang. Sollten Sie allein keine Lösung finden und auch die Kommilitonen sind überfragt, sollten Sie wissen, wo diese Ansprechpartner zu finden sind.

  5. Fragen Sie nach

    Vieles an der Universität ist neu - beispielsweise auch einige der Begriffe, mit denen Sie während Ihres ersten Semesters wahrscheinlich zum ersten Mal in Berührung kommen werden. Machen Sie nicht den Fehler und akzeptieren Sie dieses Unwissen einfach. Es mag Ihnen peinlich sein, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es vielen anderen ganz genau so geht wie Ihnen.

    Wenn also Begriffe oder Abkürzungen auftauchen, die Sie sich einfach nicht erklären können: Fragen Sie nach. Es bringt Sie nicht weiter, wochen- oder monatelang vielleicht wichtige Informationen nicht verstanden zu haben, weil Sie sich nicht getraut haben, eine Frage zu stellen. Außerdem: Es ist noch unangenehmer, wenn Sie nach erst zu einem späteren Zeitpunkt nachfragen müssen, weil dann alle davon ausgehen, dass Sie die Begriffe längst verstanden haben.

  6. Studienordnung kennen

    An der Studienordnung orientiert sich Ihr gesamtes Studium, sie legt fest, welche Fächer Sie belegen, welche Leistungen Sie erbringen und welche Voraussetzungen Sie erbringen müssen, um den Studiengang am Ende erfolgreich abzuschließen. Viel zu oft herrscht in diesem Bereich aber nur ein gefährliches Halbwissen, das dazu führen kann, dass plötzlich Prüfungen fehlen und nachgeholt werden müssen.

    Zum Studienstart sollte es deshalb gehören, dass Sie sich einmal die Zeit nehmen, um Ihre Studienordnung zu lesen, um die wichtigsten Punkte zu verstehen. So kommen Sie später nicht in unnötigen Stress. Sollten Fragen offen bleiben, sollten Sie sich dabei unbedingt an die oben genannten Ansprechpartner wenden, um alle Zweifel und Unsicherheiten auszuräumen.

  7. Anmeldungen nicht vergessen

    Für einige Veranstaltungen ist es erforderlich, sich bereits im Vorfeld anzumelden. Klingt einfach, wird aber immer wieder vergessen. Machen Sie sich deshalb früh genug eine Liste mit allen Vorlesungen oder Tutorien, für die Sie sich registrieren müssen. Dies ist auch dann besonders wichtig, wenn beispielsweise ein Tutorium zu verschiedenen Terminen angeboten wird und die Nachfrage sehr groß ist. Wer hier nicht schnell genug ist, muss den Termin bleiben, der übrig bleibt.

    Ebenso wichtig ist die Anmeldung für die Klausuren am Semesterende. Die Fristen hierfür werden meist schon früh bekannt gegeben, warten Sie also nicht bis auf den letzten Drücker, sondern melden Sie sich an, sobald Sie wissen, welche Prüfungen Sie zu welchen Terminen antreten wollen.

  8. Nicht einschüchtern lassen

    Alles ist neu, die behandelten Themen sind umfangreich und kompliziert, die Uni ist groß und die Anzahl der Studenten erschreckend. Gerade im ersten Semester können all die neuen Eindrücke sehr einschüchternd wirken und dazu führen, dass man sich mit der gesamten Situation überfordert fühlt. Die gute Nachricht: Es wird mit der Zeit sehr viel besser, wenn Sie am Anfang durchhalten.

    Von Woche zu Woche werden Sie sich besser eingewöhnen, die Anforderungen kennenlernen und eine Routine in der neuen Umgebung entwickeln. Hier kann es helfen, mit Kommilitonen zu sprechen, denen es ähnlich geht. Gemeinsam lassen sich die Schwierigkeiten des Studienstarts meist besser meistern und auch Probleme sind nur noch halb so groß, wenn man sich ihnen nicht alleine stellen muss.

  9. Anschluss an Kommilitonen finden

    Der Studienstart sollte unbedingt dafür genutzt werden, um neue Freunde zu finden, Bekanntschaften aufzubauen und sich ein soziales Umfeld an der Universität zu schaffen. Der Anschluss an Kommilitonen kann den entscheidenden Unterschied zwischen einem zufriedenen und glücklichen Studium und dem Gefühl der Einsamkeit machen.

    Je länger Sie warten, desto schwieriger ist es, Anschluss an bereits bestehende Gruppe zu finden. Schnell fühlt man sich ausgeschlossen. Gehen Sie deshalb schon in den ersten Veranstaltungen auf Ihre Kommilitonen zu, suchen Sie das Gespräch und bleiben Sie nicht außen vor. Ob bei Einführungsveranstaltungen, auf der Erstie-Party, in der Mensa oder auch beim Gespräch mit Ihrem Nachbarn in der Vorlesung: Knüpfen Sie Kontakte!

  10. Freizeit nicht vergessen

    Vermutlich haben Sie mit Ihrem Studium bereits am Anfang eine ganze Menge zu tun, doch sollten Sie dabei nicht vergessen, auch Ihre Freizeit zu gestalten und die vielen Angebote für Studenten zu nutzen. Das können Sprachkurse sein, die Sie schon immer machen wollten, aber auch das Angebot des Universitäts-Sports, wo an vielen verschiedene Sportarten teilgenommen werden kann.

    Auch sollten Sie sich Zeit für die vielen Universitäts-Partys und Kneipentouren nehmen, die in den meisten Orten regelmäßig stattfinden und von verschiedenen Fachbereichen ausgerichtet werden. Zum einen sind dies Erinnerungen, die viele Studenten noch jahrelang begleiten, zum anderen lernen Sie hier auch andere Studenten aus höheren Semestern oder anderen Studiengängen kennen.

  11. Organisation in den Vordergrund stellen

    Zum Studienstart gehört auch eine ganze Menge Organisation, um nicht gleich zu Beginn schon im Chaos zu versinken. Accounts und Zugänge für verschiedene Services müssen angelegt werden, Dokumente wollen gut und vor allem sortiert verstaut sein und nicht zuletzt sollte man als Student immer einen guten Überblick über die eigenen Finanzen behalten, damit auch am Ende des Monats noch genügend Geld auf dem Konto ist.

    Gerade die Unterlagen und Dokumente für die Universität oder auch das BAföG-Amt sollten besonders gut abgelegt werden. Hier empfehlen sich unterschiedliche Ordner und eine ordentliche Sortierung. Ein solches System braucht ein wenig Zeit, der Aufwand lohnt sich aber in jedem Fall, denn niemand möchte in unzähligen losen Blättern das eine Dokument heraussuchen, das gerade gefragt ist.

  12. Lernplan erstellen

    Lernen ist immer sehr individuell und jeder muss selbst entscheiden, wie er das Lernpensum vor der Klausurphase stemmen möchte, als Tipp lässt sich daher nur geben: Machen Sie sich einen Lernplan. Begehen Sie nicht den Fehler und unterschätzen den Aufwand, den Sie in die Vorbereitung der einzelnen Prüfungen investieren müssen.

    Viele Abiturienten sind anfangs überrascht, wie viel Lernstoff in jeder Veranstaltung behandelt wird. Warten Sie daher nicht bis zwei Wochen vor der ersten Prüfung, bevor Sie sich noch einmal ans Wiederholen setzen. Professoren empfehlen, jede Veranstaltung vor- und nachzubereiten. Das klingt übertrieben, kann sich jedoch lohnen, um am Ende wirklich gut vorbereitet zu sein und sich nicht unter Zeitdruck die Nächste um die Ohren schlagen zu müssen.

  13. Lerngruppen finden

    Manch ein Einzelkämpfer macht sich auf eigene Faust an die Vorbereitung der Klausuren, in vielen Fällen ist es jedoch ratsam, sich frühzeitig um eine Lerngruppe zu bemühen und das Vorhaben gemeinsam mit den Kommilitonen anzugehen. Sollten Sie auf der Suche sein, können Sie sich natürlich direkt in den entsprechenden Veranstaltungen umsehen - oder Sie schauen im Online-Forum Ihrer Universität nach, wo regelmäßig Lerngruppe gesucht und gegründet werden.

    Der große Vorteil von Lerngruppen: Zum einen können Sie sich den Inhalt der Veranstaltung aufteilen und beispielsweise einzelne Zusammenfassungen machen, von denen am Ende jeder profitiert. Zum anderen kann man sich bei Fragen gegenseitig helfen und schwierige Themen in der Gruppe erarbeiten und verstehen.

  14. Nicht darauf warten, an die Hand genommen zu werden

    Eines der größten Stichworte für den Studienstart lautet: Eigeninitiative. Als Student müssen Sie lernen, die Dinge selbst zu organisieren und sich nicht darauf zu verlassen, dass jemand anders sich für Sie darum kümmert. Die Professoren vermitteln Ihnen zwar das Wissen und den Inhalt, doch Sie selbst sind dafür verantwortlich, sich entsprechend vorzubereiten.

    Auch sollten Sie Eigeninitiative an der Universität selbst zeigen. Es gibt viele studentische Programme, bei denen Sie sich anmelden und aktiv mitwirken können. Das macht sich nicht nur später im Lebenslauf gut, sondern hat auch den Charme, dass Sie etwas an der Universität bewirken können und nicht nur unbeteiligt daneben stehen.

  15. Alles ausprobieren

    Der Studienstart ist auch der Zeitpunkt, um einfach mal alles auszuprobieren, was Ihnen in den Sinn kommt. Melden Sie sich für verschiedene Kurse an, lernen Sie etwas Neues, suchen Sie sich einen Studentenjob, belegen Sie einzelne Fächer oder Vorlesungen eines anderen Studiengangs, die Ihnen interessant erscheinen.

    Je weiter Sie in Ihrem Studium fortschreiten, desto schwieriger wird es, Zeit für solche Experimente zu finden und einfach mal auszutesten. Wer weiß: Vielleicht finden Sie etwas und bleiben dabei. Sie werden es nur rausfinden, wenn Sie es ausprobieren.

  16. Rechtzeitige Rückmeldung vornehmen

    Es scheint noch weit weg zu sein, aber im Hinterkopf sollten Sie es ruhig schon einmal festhalten: Am Ende des Semesters müssen Sie sich rechtzeitig für das kommende Halbjahr rückmelden, um auch im nächsten Semester den Studierendenstatus nicht zu verlieren. Die Fristen für die Rückmeldung sind sehr großzügig bemessen, doch daran denken müssen Sie trotzdem.

    Wie genau die Rückmeldung stattfindet, kann von Universität zu Universität variieren. Sollten Sie nicht wissen, wo und wie Sie sich zurückmelden, fragen Sie entweder bei Ihren Kommilitonen nach oder informieren Sie sich an der Universität selbst.

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