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BWL bringt mehr als Slawistik, Maschinenbau mehr als Kunstgeschichte, aber welche Hochschule führt Absolventen eigentlich zu den dicksten Gehältern? Die britische Gehaltsvergleichs-Plattform Emolument hat die europäische Hochschullandschaft - inklusive Business Schools - auf Gehaltserwartungen untersucht. Aus monetärer Sicht ist demnach ein Land für Studenten besonders interessant. Und nein, es handelt sich nicht um Großbritannien ...

Studieren in Europa: Geld her!

Schweizer Universitäten sind Geldgaranten. Sie lotsen ihre Absolventen im europaweiten Vergleich zu den höchsten Gehältern. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Crowdsourcing-Plattform Emolument. Die Briten verglichen dabei die Gehälter - inklusive Boni - von exakt 5.622 Absolventen mit fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung und einem Bachelor- oder Masterabschluss.

Studieren in Europa: Standorte

  • Schweiz: Die Top-4-Plätze der Rangliste gehen allesamt an unseren südwestlichen Nachbarn. Der Spitzenreiter kommt aus St. Gallen, dahinter folgen drei Institutionen aus Zürich. Aber: Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind deutlich höher als im Rest des Kontinents.
  • Frankreich: Ebenfalls vier Top-Ten-Platzierungen weist Frankreich auf. Die Business-School HEC Paris ist als gewinnträchtigste Französin auf Platz sechs. Insgesamt elf Hochschulen aus Frankreich sind in den Top 30 - und damit mehr als jede dritte im Ranking.
  • Großbritannien: Die Briten hätte man vielleicht weiter vorne erwartet. Die London Business School rangiert als beste Repräsentantin des Königreichs allerdings "nur" auf Position fünf. In den Top 30 sind die Briten immerhin sieben Mal vertreten.
  • Europa: Die Niederlande und Belgien sind mit je zwei Platzierungen in den Top 30 vertreten. Für Holland sind die Erasmus-Uni in Rotterdam (13.) und die Uni Maastricht (19.) notiert, aus Belgien sind die Solvay Brussels School of Economics and Management (20.) und die Uni Leuven dabei (25.). Abgerundet wird das Gesamtbild durch das Catholic Institute of Business Administration Comillas in Spanien (26.), die Bocconi School of Management in Italien (28.) und die schwedische Uni Lund (29.).

Top 10: Diese Absolventen verdienen am meisten

  1. Universität St. Gallen



    UniStGallen
    Die Uni St. Gallen in unmittelbarer Nähe zum Bodensee wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Handelsakademie gegründet, ist heute eine Hochschule für Wirtschafts-, Rechts-, Sozialwissenschaften und Internationale Beziehungen. Das Mediangehalt von Absolventen mit fünf- bis zehnjähriger Berufserfahrung beträgt nach Berechnungen von Emolument 160.000 Britische Pfund. Umgerechnet sind das nach heutigem Stand (29.08.2016) ca. 187.000 Euro. Ein prominenter Alumni arbeitet heute in Frankfurt: Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank.

  2. Universität Zürich

    unizuerich
    Die Volluniversität ist die größte der Schweiz, hat sieben Fakultäten, bildet neben Juristen, Betriebswirten und Mediziner auch Theologen und Philosophen aus. Mit einem Mediangehalt von 140.000 Pfund (164.000 Euro) liegen die Züricher europaweit auf Platz zwei. Stolz ist man in Zürich darauf, „1833 als erste Universität in Europa von einem demokratischen Staatswesen gegründet worden“ zu sein.

  3. ETH Zürich

    Maryna Patzen
    Die ETH ist die technisch-naturwisenschaftliche Hochschule der Stadt. 21 Nobelpreisträger hat die Uni - nach eigener Zählung - hervorgebracht, darunter Albert Einstein. Und die Dynamik scheint nicht verflogen. 330 Spin-off-Unternehmen sollen seit 1996 gegründet worden sein. Die EZH bringt ihren Abslventen ein Mediangehalt von 135.000 Pfund (158.000 Euro) - Platz drei.

  4. Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW)



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    Die ZHAW ist die dritte Hochschule aus Zürich in den Top Ten - und bringt mit einem Mediangehalt von 127.000 Pfund (148.000 Euro) nur unwesentlich weniger ein. Der Schwerpunkt liegt auf den Ingenieurwissenschaften, Life Sciences (z.B. Biotechnologie) und Management & Law. Aber auch Studiengänge für angewandte Linguistik, Gesundheit oder Soziale Arbeit werden angeboten.

  5. London Business School (LBS)



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    Für die London Business School berechnet Emolument einen Median von 102.000 Pfund (119.000 Euro). Im Angebot befinden sich ausschließlich MBA-Programme und Master-Studiengänge, zum Beispiel für Finance, Financial Analysis und Management. Aber Vorsicht: Wer abkassieren will, muss in Vorleistung gehen. Beispiel: Für den zwölfmonatigen Master in Financial Analysis werden Gebühren von 31.000 Pfund (36.000 Euro) veranschlagt.

  6. HEC Paris



    hecparis
    Die École des hautes études commerciales Paris, eine auf BWL und Unternehmensführung spezialisierte Grande Ecole, führt laut Emolument nach einigen Jahren im Beruf zu Mediangehältern von 97.000 Pfund (113.000 Euro). Die Aufnahmekriterien gelten als hart, Frankreichs Staatspräsident Francois Holland hat sie genauso gemeistert wie Ex-WTO-Direktor Pascal Lamy. Die beiden sind die wohl bekanntesten Alumni der HEC.

  7. MINES Paris Tech



    minesparis
    Die École nationale supérieure des mines de Paris gilt als französische Eliteschmiede für Ingenieure. Mit 91.000 Pfund (106.000 Euro) können Absolventen nach einigen Jahren im Beruf rechnen. Angesichts zahlreicher Partner-Unis in Deutschland gibt es auch für deutsche Studenten Optionen, zum Beispiel auf ein Auslandssemester. Partnerschaften gibt es mit den Unis Kassel, der TU München, Bundeswehr-Uni München, RWTH Aaachen, TU Freiberg, TU Dresden und dem Karlsruhe Institute of Technology (KIT).

  8. Ecole Polytecnique



    ecolepolytecnique
    Auch die Ecole Polytecnique zählt zu Frankreichs Elitehochschulen für angehende Ingenieure - und bringt nach fünf bis zehn Jahren im Job ein Mediangehalt von 88.000 Pfund (103.000 Euro) ein. Laut eigener Absolventenumfrage gehen die meisten Absolventen in die IT-Branche, den Energiesektor und die Luftfahrtbranche. Dass die Bäume nicht im Eiltempo in den Himmel wachsen, zeigt das durchschnittliche Einstiegsgehalt, das 2014 laut Umfrage bei 45.000 Euro im Jahr lag. 2012 waren es noch 47.000 Euro.

  9. ESLSCA Business School

    Paris
    Die Pariser Business School - in Schlagweite zum Eiffelturm - lockt mit einem Mediangehalt von 86.000 Pfund (100.000 Euro). Das ist Platz neun im Ranking. Spezialisierte MBA-Programme gibt es für Business Communications, International Marketing, International Business und Luxury Goods Management. Nächste Bewerbungsdeadline: 1. Dezember 2016.

  10. London School of Economics and Political Science

    Ron Ellis
    Für die LSE hat Emuloment ein Mediangehalt von 85.000 Pfund (99.000 Euro) errechnet. In 19 Fachbereichen kann ein grundständiger Studiengang belegt werden, zum Beispiel in Statistik, Wirtschaftsgeschichte, Umwelt, Geographie, Internationale Geschichte, Internationale Beziehungen, Management, Mathematik und Ökonomie und Sozialpolitik.

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