Auch wenn in der Studie davon so explizit keine Rede ist: Die Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass es das Phänomen der sogenannten Stutenbissigkeit tatsächlich gibt. Messbar. Im Jargon der der internationalen Wissenschaftler um Abraham Buunk klingt das natürlich etwas differenzierter. Sie sagen etwas vorsichtiger: Sexuelle Konkurrenz hat im Job größeren Einfluss auf die weiblichen als auf die männlichen Kollegen.

Die Gruppe von Forschern aus Spanien, den Niederlanden und Argentinien untersuchte zunächst wie sich Neid und Missgunst auf soziale Rivalitäten im Job auswirken. Und tatsächlich lässt sich feststellen, dass zunächst einmal beide Geschlechter – Männer wie Frauen – eifersüchtig sind auf Kollegen mit starken sozialen Kompetenzen. Oder weniger wissenschaftlich ausgedrückt: Wer bei den Kollegen gut ankommt, kommt bei anderen im Team plötzlich gar nicht mehr gut an.

Gleichzeitig registrierte das Forscherteam aber auch, dass Frauen besonders heftig darauf reagieren, wenn ihre Geschlechtsgenossinnen bei Männern gut ankommen – insbesondere, wenn sie in dem Unternehmen (unterschwellig) miteinander sexuell konkurrieren. Heißt: Wenn es so etwas wie einen heimlichen Attraktivitätswettbewerb gibt, dann wird das Büro zum Kriegsschauplatz: Welche hat die bessere Figur? Die hipperen Klamotten? Welche wirkt auf die (beliebten) Kollegen sexier? Gerade wenn Frauen darauf besonders achten (was sie so nie zugeben würden), reagieren sie verstärkt missgünstig auf Kolleginnen, die attraktiver, einflussreicher, dominanter sind. Rosario Zurriaga, Co-Autor der Studie schreibt dazu:

Women with a high level of intrasexual competition are more jealous if the rival is more attractive and more envious if the rival is more powerful and dominating. They did not get any results in men, as no rival characteristics that provoke jealousy or envy predicted intrasexual competition. Our research intends to clarify the role of emotions like envy and jealousy at work. These feelings have not been studied in working contexts and can cause stress in workers and negatively affect the quality of working life. This is one of the first studies that examines rivals’ characteristics in this environment and contributes to a better understanding of conflicts and problems that can occur in working relationships.

Das Durchschnittsalter der mehr als 200 beobachteten Probanden lag übrigens bei 36 Jahren, Männer und Frauen waren annähernd gleich verteilt, hatten rund elf Jahre Berufserfahrung und stammten zu 26 Prozent aus der Verwaltung, zu 21 Prozent aus dem Dienstleistungssektor und zu 30 Prozent aus dem Bildungssektor. Der Rest stammte aus sonstigen Berufen.

Frauen können besser mit Männern

Das Ergebnis deckt sich zum Teil auch mit einer Meta-Studie von Daniel Balliet von der Universität Amsterdam. Dernach tun sich Frauen eher schwer damit, mit anderen Frauen zusammen zu arbeiten – mit Männern dagegen klappt das ganz wunderbar. Die Männer wiederum bleiben ganz gerne unter sich.

Insgesamt 272 Forschungsarbeiten werteten die Forscher für diese Studie aus, mit insgesamt mehr als 31.000 Probanden in 18 Ländern (die meisten kamen aber aus den USA, den Niederlanden, England und Japan). Und um es kurz zu machen: Wenn es um ein ernstes Problem ging, kooperierten beide Geschlechter freilich jedes Mal bestens miteinander. Nur hier und da, im Detail, gab es auffällige Unterschiede – eben die, dass Frauen in gemischten Teams besser mit Männern konnten und Männer wiederum besser mit Männern.

Das kann man jetzt glauben oder nicht – es schreit aber auf jeden Fall nach einer eigenen Umfrage, wenn auch ohne wissenschaftlichen Anspruch. Dennoch würde mich (und Sie vielleicht auch) interessieren, mit wem Sie lieber zusammenarbeiten – mit Männern oder mit Frauen? Sagen Sie es uns – ein Klick reicht: