Nicht ganz zu unrecht haben Berufseinsteiger, Berufstätige aber auch, einen gewissen Respekt vor Vorstellungsgesprächen. Immerhin: Die erste Hürde hat man mit seinem Bewerbungsanschreiben schon genommen, der Job ist zum Greifen nah. Trotzdem lauern hier einige Fallen, mit denen man sich binnen Sekunden um Job und Kragen bringen kann. Die meisten konzentrieren sich dann bei der Vorbereitung auf inhaltliche Stolpersteine: Rückfragen, Firmenwissen, Marktzahlen. Übersehen wird dabei jedoch die die Körpersprache und Sprechweise, die teils viel mehr zum Gelingen beitragen können als das gesprochene Wort. Tatsächlich hängt die Wirkung der Selbstpräsentation enorm von der Mimik und Gestik, also den Gesichtszügen und der Körperhaltung ab. Beachtet man einige Empfehlungen, lassen sich die häufigsten Fallstricke beim Bewerbungsgespräch jedoch vermeiden und übrig bleibt ein optimaler erster Eindruck.

Vor allem drei typische Fehler lassen Kandidaten regelmäßig durchs Jobinterview rasseln:

Selbstblockade durch körperliche Anspannung

Wer nervös in ein Vorstellungsgespräch geht, neigt zur Selbstblockade. Mit dem Image des aufstrebenden Dynamikers ist es dann schnell vorbei. Verkrampfte Schultern und ein unsicherer Gang – also alles, was nicht gerade nach Siegertyp aussieht – können jedoch mit einfachen Tricks umgangen werden: Suchen Sie bei der Begrüßung etwa sofort Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber, stehen Sie wenigstens aufrecht und geben Sie dem Personaler einen angemessenen festen Händedruck. Das lässt sie sofort Sicherheit ausstrahlen. Während des Gesprächs sollten beide Füße dann fest auf dem Boden stehen, die Hände ruhig auf dem Tisch oder auf dem Schoß, leicht gefaltet. Und wenden Sie Ihren Körper dem Gesprächspartner zu. Profis, die schon etwas lockerer geworden sind, spiegeln gar dessen Haltung – natürlich ohne ihn plump nachzuäffen. Mit der Zeit gewinnen Sie so Sicherheit und werden von alleine wieder lockerer.

Sympathiekiller: Dominanzgesten

Neben dem sicheren Auftreten gibt es allerdings auch noch ein zu sicheres. Wer hier die falschen Zeichen setzt, verspielt erste Sympathiepunkte schnell wieder und wirkt nur noch aufgeblasen und überheblich. Die Mimik spielt dabei eine große Rolle: hochgezogene Augenbrauen, gespitzte Lippen oder ein nach oben geneigter Kopf, sollten unbedingt vermieden werden. Wirkt arrogant! Stattdessen beweisen Sie Offenheit und Interesse am besten, indem Sie Blickkontakt halten (aber bitte nicht anstieren) und immer wieder lächeln. Ab und an lachen ist auch erlaubt. Das lockert jede Atmosphäre. Vorsicht übrigens mit dem Schreibtisch! Breiten Sie sich mit Ihren Armen oder Unterlagen darauf niemals zu weit aus. Sie verletzen so subtil ein Territorium – und das kostet Sympathien. Ihren Gesprächspartner sollten Sie zudem ausreden lassen und ihm nie ins Wort fallen. Auf Fragen sollten Sie indes direkt und ohne lange Umschweife oder Umsstandsdeutsch antworten. Frei raus damit! Dies drückt am ehesten Aufmerksamkeit aus.

Selbstentwertung durch Verlegenheitsgesten

Aufgepasst auch bei den Händen. Die gelten als das Aushängeschild einer Person. Viele, noch dazu hektische Mikro-Gesten, wie Nase kratzen, Haare streichen, an den Ringen spielen, können Ihren ersten Eindruck entwerten. Reiben sich Bewerber regelmäßig am Ringfinger, beweisen sie Unsicherheit und wenig Stressresitenz. Und tatsächlich werden solche Kleinigkeiten fast immer registriert. Vielleicht nicht immer bewusst. Aber das macht es eher noch schlimmer: So prägen sie unterschwellig ein Bild, auf das Sie mit all Ihren klugen Antworten kaum noch Einfluss nehmen können. Um derlei ungünstige Signale zu vermeiden, lässt man die Hände lieber auf dem Tisch, statt sich ständig ins Gesicht oder in die Haare zu greifen. Zeigen die Handflächen nach oben, wird dies zudem als Offenheit interpretiert. Ganz wichtig dabei: Die verbale Selbstdarstellung sollte stets zur Körperhaltung passt. Ein Widerspruch wird schnell bemerkt.

Wenn Sie sich also auf das nächste Bewerbungsgespräch vorbereiten, dann am besten auch vor dem Spiegel oder vor Freunden, die Ihre Körpersprache beurteilen und Ihnen helfen, diese zu trainieren und zu verbessern.

Quelle: News.de