Dieser Artikel wurde ausschließlich mit iPad und Smartphone geschrieben, denn heute geht es um das iPad als mobiles Werkzeug für Blogger und wie Sie auch ohne einen “richtigen” Computer bloggen können. Dabei werde ich jeden Schritt der bei der Erstellung des Artikels notwendig war mit Ihnen durchgehen und dabei alle eingesetzten Apps und Alternativen dazu vorstellen. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Tipp, um die vorhandenen Einschränkungen des iPads zu umgehen und das Bloggen einfacher zu machen.

Denn Einschränkungen hat das iPad definitiv und diese sind leider deutlich spürbar und nerven teilweise auch sehr. Doch das iPad bietet natürlich auch Vorteile, sonst würde ich diesen Artikel nicht schreiben. Es ist mobil und bietet eine deutlich längere Akkulaufzeit als jedes Macbook Air oder Ultrabook. Außerdem kann das iPad – mit den richtigen Applikationen – unterwegs sowohl Spielekonsole, E-Reader, digitale Dokumentmappe und Computerersatz sein. All das sind Argumente, die für viele Einsatzzwecke die vorhandenen Einschränkungen zumindest erträglich machen.

Das Setup

Bevor ich direkt auf das Bloggen auf dem iPad eingehe, stelle ich Ihnen zuerst das Setup vor. Wie auf dem Foto zu sehen, verwende ich ein iPad der ersten Generation das in einer Macally Bookstand Hülle steckt und sich damit aufstellen lässt. Davor ist die Bluetooth-Tastatur von Apple zu sehen, denn mit dem virtuellen Tastatur des iPads tippe ich zwar schnell, diesen Artikel würde ich darauf jedoch definitiv nicht tippen wollen. Als Foto- und Videokamera dient mein aktuelles Smartphone, das Samsung Galaxy Nexus mit seiner fünf Megapixel Kamera. Die im Artikel verwendeten Bilder und Videos wurden – sofern es sich nicht um Screenshots handelt – ausschließlich mit dem Galaxy Nexus aufgenommen und nur auf dem Smartphone und dem iPad bearbeitet.

Die verwendeten Applikationen

Wie bereits erwähnt, hat das iPad – und leider auch die WordPress-App – einige Einschränkungen. Daher verwende ich zum bloggen auf dem iPad mehrere Applikationen, sechs an der Zahl, die ich Ihnen im folgenden Video kurz vorstelle. Zum Wechsel zwischen den Applikation verwende ich die Gestensteuerung des iPads, der Wechsel über den Doppelklick und die Multitasking-Leiste ist mir persönlich zu umständlich.

Der eine oder andere Leser wird sich vermutlich wundern, dass hier Blogsy nicht auftaucht, denn dieses hatte ich in einem früheren Artikel bereits als gute Blogger-App vorgestellt. Blogsy bietet einige Funktionen, die der WordPress-Applikationen fehlen. Doch das Ziel dieses Artikels ist es, das Bloggen auf dem iPad mit möglichst kostenlosen Apps darzustellen, dei jeder problemlos einsetzen kann.

Welche App wofür?

Moment, bei den Applikationen waren doch auch Pages, iA Writer und iCab Mobile dabei, die allesamt Geld kosten, wie passt das zu meiner Aussage, hier nur kostenlose Apps verwenden zu wollen? Die Erklärung ist einfach: iA Writer, Pages und auch iCab Mobile sind nicht zwingend notwenig, die ersten beiden sind rein meinem Workflow geschuldet. Denn ich schreibe meine Artikel in der Rohform – auch auf dem Mac – zuerst in iA Writer, kopiere den Text dann zur Korrektur in Pages – auf dem Mac ist das Microsoft Word oder Libre Office – und erst danach in die WordPress-Applikation, auf dem Mac in den Editor im WordPress-Backend. Diese beiden Applikationen sind als nicht notwendig, Sie können Ihren Text auch direkt in die WordPress-Applikationen tippen. Auf dem iPad der ersten Generation empfehle ich Ihnen aber dringend, Ihren Text in einer anderen Applikation zu verfassen, denn die Worpdress-App neigt – zumindest bei mir – zu Abstürzen, die teilweise auch den bisher eingegebenen Text löschen. Für das erste Schreiben reicht dabei auch die auf dem iPad integrierte Notizen-Applikation.

Auch iCab Mobile ist nicht zwingend notwendig und eher meinem iPad der ersten Generation geschuldet. Für den letzten Feinschliff gehe ich gegen Ende des Artikels dann doch in das WordPress-Backend. Hier stürzt bei mir der mobile Safari regelmäßig ab, während iCab Mobile – mit der Browser ID des Desktop-Safaris – hier deutlich stabiler läuft. Auf dem iPad zwei eines Freunde macht der mobile Safari hier jedoch deutlich weniger Probleme, dort ist iCab Mobile nicht notwendig.

Ein Artikel entsteht

Wenn der Text geschrieben und korrigiert ist, kopiere ich ihn in die WordPress-Applikation. Beim Anlegen eines neuen Artikels sollten Sie unbedingt darauf achten, den Artikel zuerst als Entwurf zu markieren, ansonsten würde er direkt veröffentlicht. So weit ist der Artikel aber noch nicht, denn es fehlen noch einige Schritte. Nach dem Titel und den Tags kommen jetzt noch Überschriften, Medien – also Bilder und Videos – und Links dazu. Hier werden die Einschränkungen der WordPress-Applikation leider sehr deutlich spürbar.

Denn schon bei den Überschriften wird es problematisch, die WordPress-Applikation bietet von Haus aus keine Möglichkeit, diese zu formatieren. Persönlich gebe ich hier direkt die HTML-Formatierung ein, doch wer sonst kein HTML verwendet, hat hier ein Problem. Bilder und Video einzubauen ist ebenfalls ein nicht ganz unerheblicher Aufwand. Zuerst müssen Sie die Bilder und Videos in Ihre Bilderbibliothek auf dem iPad speichern, dann können Sie diese in der WordPress-App auswählen. Zur Positionierung stehen jedoch nur die Optionen über oder unter dem Inhalt zur Auswahl. Daher haben Sie entweder die Option, Ihren Text häppchenweise einzufügen und jeweils die Bilder einzubauen oder – diese Option nutze ich – die Bilder später im Backend etwas frickelig einzufügen. Das ist zwar nicht komfortabel, aus meiner Sicht aber einfacher als das in der WordPress-App zusammen zu puzzeln.

Zur Bildbearbeitung auf dem iPad gibt es zwar Optionen wie Photoforge 2, Photoshop Express und andere Programm mit einem großen Funktionsumfang. Doch für die Bearbeitung von Screenshots reicht mir Skitch – das inzwischen zu Evernote gehört – völlig aus. Alle Bilder hier im Artikel wurden damit bearbeitet. Das oben verwendete Video habe ich direkt vom Galaxy Nexus zu Youtube hochgeladen und später im Backend eingebunden. Die Android-Version von WordPress bietet aktuell mehr Funktionen als die iOS-Version, ein Update wäre hier absolut wünschenswert.

Links können Sie relativ einfach in der WordPress-App setzen, doch wie Sie im Screenshot sehen, haben Sie dabei leider nicht die Option, dass sich der Link in einem neuen Fenster öffnet. Um das zu erreichen müssen Sie entweder den entsprechenden HTML-Code händisch eingeben oder – das ist meine Lösung – Links im WordPress-Backend setzen.

Der Feinschliff

Daher wechsele ich – wenn der gesamte Text eingegeben und die Bilder und Videos hochgeladen sind – in den iCab Mobile und gehe dort in das WordPress Backend. Dort setze ich Links, füge Bilder und Videos ein und formatiere den Artikel endgültig. Die Touch-Bedienung des WordPress-Editors ist zwar frickelig, mit etwas Geduld funktioniert es aber relativ gut.

Pro und Kontra

Sie sehen, bloggen mit dem iPad ist definitiv machbar, wenn Sie jedoch gewisse Ansprüche an Formatierung und Layout Ihres Artikels stellen, wird die ganze Sache etwas anstrengend. Dennoch ist das iPad unterwegs definitiv eine sinnvolle Option für Blogger, vor allem wenn Sie bei Ihren mobil verfassten Artikeln mit Abstrichen beim Layout leben können. Mit Smartphone und Laptop lässt sich so unterwegs recht gut arbeiten, wenn Sie mit den Einschränkungen leben können.