Der Sommer naht – und mit ihm die Reisesaison (Checkliste). Während es die einen in klassische Urlaubsziele zieht (Balearen, Kanaren, Griechenland, Türkei, etc.), reisen andere lieber in Länder, die touristisch noch nicht so erschlossen sind. Damit daraus kein unfreiwilliger Abenteuerurlaub wird, habe ich ein paar Reisetipps recherchiert, die solche Trips tendenziell sicherer machen. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es natürlich nie – und eine gute Vorbereitung können solche Empfehlungen deshalb nicht ersetzen. Insbesondere über die aktuellen Reiseinformationen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes sollten Sie sich vorher genau erkundigen. Sie lassen sich jederzeit online abrufen.
Reisetipps für gefährliche Länder
- Der Leichtsinn trägt auffälligen Schmuck und eine teure Uhr. Kleiden Sie sich lieber unauffällig und nichts, was Sie als Tourist ausweist (Socken in Sandalen, Fotoapparat um den Hals, bunte Hawaii-Hemden, etc.). Alles andere macht Sie nur zum Ziel.
- Vermeiden Sie jegliche Form von Routine: Immer derselbe Weg zur selben Zeit, dasselbe Restaurant, die gleiche Zeit zum Shoppen. All das können Kriminelle nutzen, um den geeigneten Ort und Zeitpunkt für einen Überfall auszuspähen.
- Die älteste Masche ist immer noch die effektivste: Diebe rauben gerne im Team. Der eine lenkt ab, blockiert Ihren Weg oder rempelt, der andere fingert in Ihren Taschen oder reißt Ihnen diese gleich vom Arm. Sobald Sie solche Anzeichen spüren: Hände an die Taschen, alles festhalten und durchdrängeln. Ansonsten rufen Sie sofort laut: „Polizei!“ – möglichst in der Landessprache.
- Tragen Sie immer festes Schuhwerk oder Turnschuhe (keine Sandalen). Damit können Sie besser und schneller flüchten.
- Tragen Sie stets eine Köderbrieftasche bei sich. Wenn Sie von Banditen ausgeraubt werden, können Sie ihnen etwas geben. Natürlich darf die Geldbörse nicht leer sein. Darin können Sie etwa Ihre Miles&More-Karte, einen alten Büchereiausweis, Ihr Jobticket oder andere relativ wertlose Karten verstauen sowie etwas Bargeld. Ihre Kreditkarten, der Pass und das große Geld bewahren Sie aber bitte woanders und getrennt von einander auf.
- Überhaupt sollten Sie diese Wertgegenstände an einem Ort bei sich tragen, wo sie Diebe nicht suchen. Gürtel- und Schuh-Geheimfächer sind weitgehend bekannt. Besser ist da ein flacher Beutel, den Sie in die Unterwäsche stecken können.
- Nehmen Sie immer eine Farbkopie Ihres Reisepasses sowie Notfallnummern mit. Dann können Sie sich im Fall der Fälle in der Botschaft leichter Ersatz besorgen.
- Seien Sie vorsichtig, von wem Sie einen spendierten Drink annehmen. Einige Diebesbanden nutzen heute Knock-out-Drogen, um Ihre geselligen Opfer anschließend auszunehmen. Im Zweifel: Tauschen Sie das Glas mit Ihrem Gastgeber und behaupten Sie einfach, das sei ein Freundschaftsritual in Ihrer Heimat.
- Wenn Sie von einer bewaffneten Bande angehalten und ausgeraubt werden, schütteln Sie Ihren Peinigern respektvoll und äußerst höflich die Hand. Menschen, die in Kauf nehmen, Sie womöglich zu töten, sind von solchen Gesten überrascht und ändern Ihren Plan vielleicht.
- Stellen Sie nachts einen Stuhl vor Ihre Hotelzimmertür – und zwar so, dass dieser laut krachend umfällt, wenn jemand versucht heimlich gegen 4 Uhr morgens in Ihr Zimmer einzusteigen.
- Tragen Sie immer eine Taschenlampe bei sich. Vor allem wenn Sie nachts unterwegs sind. Stromausfälle sind nicht selten in solchen Ländern. Und dann wäre es gut, wenn Sie auch noch durch ein stockdusteres Hotel Ihren Weg zurück ins Zimmer finden.
- Benutzen Sie nur Bankautomaten, die in einer Bank stehen. Freistehende Automaten können Fakes sein, die nur Ihre Zugangsdaten ausspähen.
- Überraschenderweise sind in manchen Ländern die gefährlichsten Menschen nicht Räuber, sondern Fahrer: Bus- oder Taxifahrer, die durch die Stadt rasen und abrupt abbremsen. Wenn Sie weiches Gepäck dabei haben, etwa einen Rucksack, nutzen Sie den bei solchen Fahrten sicherheitshalber als zusätzlichen Airbag.
- Trauen Sie nicht jedem Taxifahrer am Flughafen. Vergewissern Sie sich, dass er eine Lizenz hat oder an lizensierten Plätzen steht. Geben Sie ihm niemals Ihr Gepäck und vereinbaren Sie vorab einen Festpreis. Im Taxi selbst verriegeln Sie bitte alle Türen. Manche Räuberbanden nutzen die Rotphasen an Ampeln, um sie zu überfallen.
- Falls Sie selbst mit dem Mietwagen unterwegs sind: Verriegeln Sie sowieso immer die Autotüren von innen und fahren Sie nie mit offenem Fenster (lieber Klimaanlage an). Und nähern Sie sich Straßenkreuzungen mit roten Ampeln langsam. Sie verkürzen so die Standzeit – die beste Phase für einen Überfall.
- Vermeiden Sie beim Duschen oder Schwimmen Wasser zu schlucken. Und putzen Sie in Hotels Ihre Zähne lieber mit Mineralwasser aus der Flasche.
- Trinken Sie viel Wasser, aber lassen Sie die Eiswürfel stets weg. Beim Wasser selbst trinken Sie bitte nur abgekochtes oder aus Flaschen, Tee oder Kaffee sind aber okay.
- Finger weg von Wassermelonen! Sie werden nicht selten schwerer gemacht, indem die Händler Leitungswasser hineinspritzen (bringt mehr Geld).
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