Von Jochen Mai // 3 Kommentare

Besserwisser! – Wie man nicht arrogant wirkt

Erleuchtungen haben stets etwas ambivalentes. Einerseits genießt der Erleuchtete den klaren Moment des Ein-, Weit- und Durchblicks. Andererseits kommt er damit genauso schnell in den Ruch des Bescheid- und Besserwissers. Auf alles eine Antwort, womöglich sogar die beste, parat zu haben, macht nicht gerade sympathisch.

Tatsächlich ist es so: Perfekt, erst recht besser zu sein als andere, ist brandgefährlich. Denken Sie nur an das Schicksal von Sir Walter Raleigh: Er war einer der brillantesten Köpfe am Hofe Elizabeths I. von England. Der Mann schrieb Gedichte, die zu den schönsten seiner Zeit gezählt werden, er war ein begnadeter Wissenschaftler, ein großer Seefahrer, ein wagemutiger Unternehmer, er konnte erwiesenermaßen Menschen führen. Charmant war er auch. So sehr, dass er es mit seinen Gaben bis zum Favoriten der Königin brachte. Genutzt hat es ihm nichts. Irgendwann fiel er in Ungnade und wurde hingerichtet. Fürsprecher gab es nicht, Raleigh hatte sich mit seiner Perfektion zuvor zu viele Feinde gemacht. mehr

Von Jochen Mai // 10 Kommentare

Wysiwyg – Oder doch alles nur Manipulation?

In der Psychologie gibt es seit den Achtziger Jahren eine interessante Hypothese, die davon ausgeht, dass wir alle manipulieren – und zwar jederzeit. Das Baby manipuliert seine Eltern mit Geschrei, damit sie ihm Essen geben; Eltern manipulieren ihre Kinder durch Belohnung oder Strafe, damit sie machen, was sie sollen; Liebende manipulieren einander durch Zuwendung oder Liebesentzug. Und selbst dieses Wechselbad der Gefühle ist sogar insgesamt Manipulation, um die Liebe interessant zu halten. In Freundschaften, in der Freizeit, im Büro – überall setzt sich das fort. So gesehen ist selbst dieser Beitrag ein Manipulationsversuch: Ich schreibe einen neuen Text, in der Hoffnung, dass Sie ihn lesen – und mir wiederum dafür Aufmerksamkeit widmen. Kurz gesagt: Glaubt man der Hypothese, tun wir nichts ohne Berechnung, ohne Motiv. Das heißt nicht, dass uns das ständig bewusst wäre, aber eine Kalkulation steckt dahinter. mehr

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Unten durch – Machtspiele für Mitarbeiter

Macht beinhaltet stets die Möglichkeit zur eigenen Entscheidung. Egal, ob man nun ganz oben oder am Ende der Befehlskette steht: Jeder hat ein gewisses Maß an Macht. Selbst einfache Mitarbeiter, deren Rolle darin besteht, Anweisungen zu befolgen. Denn es ist so: Der Chef trägt zwar die Verantwortung, muss aber auch Ergebnisse liefern und ist dabei auf seine Untergebenen angewiesen. Und genau hierin liegt deren Macht.

Dienst nach Vorschrift ist das größte Druckmittel, das Mitarbeiter ausspielen können. Dabei geht es um nichts Geringeres als das Zuweisen von Verantwortung und Schuld. Kein Chef kann alles zu jeder Zeit überblicken. Infolgedessen enthält jede seiner Anweisungen immer einen Entscheidungsspielraum. Der perfide Trick ist, diesen bewusst nicht auszuschöpfen und den Karren sehenden Auges vor die Wand fahren zu lassen, Motto: Ich habe nur getan, was man mir gesagt hat. Die Machtstrategie ist allerdings heimtückisch: Subtil gespielt oder nur als Bedrohungsszenario angedeutet, entfaltet sie große Kraft und beschädigt den Vorgesetzten enorm. Wehe aber, Sie lassen sich etwas dabei zu Schulden kommen. Dann stehen Sie nicht nur als unmündiger Weisungsempfänger da, sondern auch noch als Fehlerteufel. Stärker wirkt, kurz vor der Klippe das Steuer rumzureißen, zu handeln, wie man es vorher empfohlen hatte, und so den Laden und das Gesicht des Chefs zu retten. Allein schon aus Erleichterung wird er Ihnen künftig mehr Gehör schenken und Sie höher schätzen. mehr

Von Jochen Mai // 12 Kommentare

Muntermacher – Motivieren auch ohne Geld

„Geld hat noch keinen reich gemacht, sinnierte Seneca. Und es motiviert auch nicht sonderlich. Allenfalls kurzfristig. Aber gibt es dazu überhaupt Alternativen?“

„Sicher. Die erste ist Anerkennung. Auszeichnungen für Einzelne oder Teams, die etwas Beachtliches geleistet haben, spornen enorm an. Wichtig dabei ist nur, es möglichst an die große Glocke zu hängen. Das Brimborium kann gar nicht groß genug sein, auch wenn dabei nur kleine Meilensteine gewürdigt werden. Denn dann stachelt es auch die anderen an. Den Effekt hat Lob aber nur, wenn es echt ist und die Modalitäten transparent sind. Sonst wirkt es willkürlich und die Wirkung verpufft.“ mehr

Von Jochen Mai // 10 Kommentare

Werd! Mein! Freund! – Wie das Web 2.0 die Psyche verändert

Twitter, Frazr, Faybl, Wamadu, und und und – explosionsartig steigt die Zahl der Kommunikationskanäle im Internet und analog dazu der Mitteilungsdrang. Wie ein Virus breiten sich Belanglosigkeiten, flüchtige Notizen und peinliche Eingeständnisse aus und beseelen das Web mit Meinungskakophonie und Blabla. Das Ergebnis: Rauschen statt Relevanz. Was für Kritiker jedoch bloß Ausdruck kollektiver Langeweile und Publicity für Profilneurotiker ist, stellt für Psychologen und Kommunikationswissenschaftler den Beginn einer neuen Ära dar: Was da entsteht, sei eine neue Form des Miteinanders – mit deutlich weniger Privatsphäre, neuen Statussymbolen und bedenklichen Auswirkungen auf unser Denken…

E-Mail, Mobiltelefon, Blackberry, Instant Messenger, Weblogs, Podcasts, Videoclips, virtuelle Clubs und Netzwerke, Chatrooms, Online-Fotoalben, Foren… – wir kommunizieren mittlerweile rund um die Uhr und rund um den Globus. Es piept, es klingelt und vibriert überall und gleichzeitig, und viele machen das alles begeistert mit. Mit bedenklichen Folgen. mehr

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Erfolg in 7 Worten

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  1. Seien Sie da. Der beste Weg, einem Kollegen oder Freund zu helfen, ist auch der einfachste: Sorgen Sie dafür, dass der Betreffende sich nicht allein gelassen fühlt. Hören Sie zu, spendieren Sie einen Kaffee, gehen Sie zusammen essen. Und sagen Sie – beiläufig – was Sie an dem Kollegen schätzen. Nur eines dürfen Sie auf gar keinen Fall: ungefragte Ratschläge verteilen, belehren, beurteilen, kritisieren.
  2. Reden Sie nichts klein. “Ach, das wird schon wieder!”, “Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.”, “Sei nicht so dünnhäutig…” – Kommentare wie diese streuen nur noch Salz in die Wunde. Und sie sind verletzend, weil sie die wahren Gefühle und Sorgen des Betroffenen ignorieren und stattdessen nur die eigene Perspektive transportieren. Stellen Sie lieber Fragen und zeigen Sie Verständnis.
  3. Haben Sie Geduld. Manche denken, wenn man sich um den betreffenden Kollegen kümmert, müsse der sich doch bitte bald wieder einkriegen. Fatal! Das erzeugt nur zusätzlichen Druck, den der andere spürt. Dahinter steckt schon der unterschwellige Vorwurf: Du bist so nicht ok. Besser: Lassen Sie dem anderen die Zeit, die er oder sie braucht. Und puffern Sie jeden Druck ab – das hilft wirklich.
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Drei Wege, wie Sie einem niedergeschlagenen Kollegen wirklich helfen