Erleuchtungen haben stets etwas ambivalentes. Einerseits genießt der Erleuchtete den klaren Moment des Ein-, Weit- und Durchblicks. Andererseits kommt er damit genauso schnell in den Ruch des Bescheid- und Besserwissers. Auf alles eine Antwort, womöglich sogar die beste, parat zu haben, macht nicht gerade sympathisch.
Tatsächlich ist es so: Perfekt, erst recht besser zu sein als andere, ist brandgefährlich. Denken Sie nur an das Schicksal von Sir Walter Raleigh: Er war einer der brillantesten Köpfe am Hofe Elizabeths I. von England. Der Mann schrieb Gedichte, die zu den schönsten seiner Zeit gezählt werden, er war ein begnadeter Wissenschaftler, ein großer Seefahrer, ein wagemutiger Unternehmer, er konnte erwiesenermaßen Menschen führen. Charmant war er auch. So sehr, dass er es mit seinen Gaben bis zum Favoriten der Königin brachte. Genutzt hat es ihm nichts. Irgendwann fiel er in Ungnade und wurde hingerichtet. Fürsprecher gab es nicht, Raleigh hatte sich mit seiner Perfektion zuvor zu viele Feinde gemacht. mehr









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