Fleiß ist aller Aufstieg Anfang. Also kann man sich anstrengen und dabei dann jede Menge analysieren, archivieren, fabrizieren, optimieren, organisieren, produzieren, programmieren, präsentieren, sanieren, telefonieren oder theoretisieren – acht bis neun Stunden täglich. Und trotzdem nichts erreichen. Fleiß ist eben nur der Anfang und nicht alles. Image dagegen schon. Auf die Qualität der Arbeit kommt natürlich auch an. Für die Karriere mitunter aber entscheidender ist der Eindruck, den der Chef vom Engagement seiner Mitarbeiter hat – und das interessanterweise völlig unabhängig davon, wie fleißig die wirklich arbeiten.
Weil sich Fleiß jedoch kaum objektiv messen und noch schwerer vergleichen lässt, dient vielen Vorgesetzten die Anwesenheit als Behelfs-Gradmesser. Das kann man beklagen und total ungerecht finden. Oder dumm. Und man hätte damit sogar Recht. Trotzdem ändert sich das so schnell nicht: Anwesenheit gilt Chefs als Beleg für Loyalität und Leistungswillen. So manche Führungskraft verbringt schließlich selbst im Schnitt 46 Stunden pro Woche im Büro, bei Topmanagern sind es angeblich sogar 70 Stunden, hat mal eine von zahlreichen Umfragen zu dem Thema ergeben. Die Zahlen variieren natürlich ab und an. Trotzdem nähren sie das Klischee, dass nur Faulpelze Feierabend machen.
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