Die derzeitige Wirtschaftskrise offenbart eine Strukturkrise. 59 Prozent der Manager sagen, die Krise habe Schwächen in der eigenen Organisation aufgedeckt, die sie nun mit Change-Initiativen beseitigen wollen. Das klingt gut, das klingt nach schonungsloser Offenheit, nach Kulturwandel, nach Lernbereitschaft und –fähigkeit und natürlich nach Ärmelhochkrempeln. Das klingt nach einer schönen Change-Management-Umfrage, die Celerant Consulting da unter 561 Führungskräften veranstaltet hat.
Doch dann liest man das, Zitat: „Die Studie zeigt ganz klar, dass das Management als Reaktion auf die Krise konventionelle Einsparmethoden bevorzugt.“ Und so ist es wohl auch, denn: mehr →
Mein Namensvetter Jochen vom Selbstadministrations-Blog schreibt ein flammendes Plädoyer gegen das Heldentum im Job:
Manche Talsohlen wollen durchschritten und ihre Wände erklommen werden, um zu neuen Höhen zu kommen. Aber manche Dinge fallen einfach deshalb schwer, weil sie schlicht die falschen Dinge sind! Wer sie nicht erkennt und nicht aufgibt, wird viel Energie, Zeit und Geld sinnlos verbrennen. Die Welt braucht Helden — in Situationen, in denen ein hohes Risiko eingegangen werden muss, um das drohende Unheil abzuwenden. Wer [aber] glaubt, dass es immer nur ausreichend viel Mühe braucht, um Großes zu erreichen, ruft auch bei Call-in-TV-Sendungen an.
Dazu passt auch der Beitrag bei Slow Leadership, der sich gegen die Glorifizierung des “survival of the fittest” richtet:
Everyone knows that Charles Darwin said success in the constant competition of life is based on “the survival of the fittest.” Everyone knows it, but it isn’t true. That phrase was coined by someone else. The Theory of Evolution is based on the observation that those species best adapted to their environment over time (and that means millions of years) will tend to survive best. Changes that improve this adaptation remain to be passed on to offspring; those that worsen it are quickly lost. Competition may be natural, but the basis on which individuals compete is rarely clear-cut. Among humans, competition is even more complex. History provides some interesting clues. The Roman emperor Augustus was neither a successful general nor an imposing figure, yet he created the pattern for his successors for four hundred years. His immediate successor, Tiberius, was both a tough general and a determined leader, but a disaster as emperor. The French emperor Napoleon was neither physically big nor the typical tough-guy, yet he ruled nearly all of Europe for a while. Hitler was a hypochondriac vegetarian and a failure at nearly everything—except becoming a mad dictator. Winston Churchill was elderly, fat, and a heavy drinker and smoker when he lead Britain through its “darkest hour.” Franklin D. Roosevelt was crippled by polio.
Apropos Evolution: Welche Eigenschaften eine Führungskraft braucht, um Veränderungen erfolgreich durchzusetzen, hat wiederum George Ambler in seinem Leadership-Blog zusammengestellt: