Gib einem Menschen Macht, und du erkennst seinen wahren Charakter, lautet ein bekanntes Bonmot. Darin steckt sicher viel Wahrheit. Wahr ist aber auch, dass Macht selbst den Charakter eines Menschen verändern, ja sogar verderben kann. Es ist die Paradoxie der Macht, über die das Wall Street Journal kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben hat.
Vor ein paar Jahren begann Dacher Keltner, ein Psychologie-Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley damit, Erstsemester auf dem Campus zu interviewen. Er gab ihnen eine Gratispizza aus und einen Fragebogen dazu, um herauszufinden, welche ersten Eindrücke sie von ihren Mitstudenten hatten. Am Ende des Semesters lud Keltner seine Probanden erneut zu frischen Pizzen und demselben Fragenbogen ein. Dabei zeigte sich: Jene Studenten, die inzwischen am oberen Ende der sozialen Hierarchie standen, also besonders mächtig und respektiert waren, waren zugleich auch jene, die als besonders beliebt und extrovertiert galten. Mit anderen Worten: Die nettesten Kommilitonen führten die Rangliste an. mehr →
Karriere hat ihren Preis. Das muss deshalb mal erwähnt werden, weil es üblicherweise vergessen wird und vielen erst wieder einfällt, wenn ihnen der Preis längst zu hoch ist. Die Geschichte von den erfolgreichen Individualisten ist nämlich eine Mär. Wer beruflich aufsteigen will, der muss sich anpassen, so oder so, ob Unternehmer oder Angestellter.
Der dabei größte Kostenfaktor ist zugleich der am stärksten ignorierte: Die Zeit wird knapp. Beruflicher Erfolg stellt sich nur ein, wenn man mehr und besseres leistet als andere. Folglich bleibt weniger Freiraum für eigene Belange – die Familie, Kinder, Freunde, Hobbys. Anfangs fällt das noch nicht auf, geschieht nebenbei, die Freunde und Partner teilen vielleicht sogar ähnliche Ambitionen oder bewundern sie. Der Verzicht aufs Privatleben – eine heroische Geste. Doch irgendwann mehren sich die Absagen. Die Partys fallen aus, weil man noch arbeiten muss. Auf den Elternsprechtag muss die Frau, weil kurzfristig ein wichtiges Meeting angesetzt wurde. Am Wochenende mit den Kindern spielen? Und wann wird entspannt??? Gute Freunde und die Familie machen das eine Weile mit, aber nicht ewig. mehr →
Hier gleich eine ganze Clip-Sammlung von äußerst bemerkenswerten Auswirkungen moderner Büroarbeit…
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Kann man einem Facebook-Profil trauen? Die Frage mutet auf den ersten Blick ein wenig seltsam an, da hier ja keine Fake-Profile gemeint sind, sondern die von realen Menschen aus Fleisch und Blut, die dort ihr Netzwerk aus Freunden und Bekannten pflegen – mit regelmäßigen Statusmeldungen, Fotos, Videos und all dem anderen Klimbim der heute so dazu gehört. Andererseits haben diese Menschen in der Vergangenheit gelernt (mindestens wenn Sie zu den regelmäßigen Lesern der Karrierebibel gehören), dass solche Profile unweigerlich ein Image von der betreffenden Person schaffen – sie prägen der Ruf und die Reputation der Person und vermitteln ein bestimmtes Bild, das… ja, eben, das wahr sein kann oder gewollt oder völlig falsch.
Deshalb stellt sich die Frage durchaus: Kann man einem Facebook-Profil trauen? Insbesondere den Profilen jener Menschen, die das alles wissen?
So überraschend das auch ist, weil sich bewusste Manipulation letztlich nie ausschließen lässt, haben Psychologen festgestellt: Online-Profile spiegeln mehrheitlich die Persönlichkeit der Nutzer. mehr →
Der „Alte vom Meer“ war nicht nur äußerst weise und gerissen, sondern zudem auch noch ziemlich maulfaul. Lieber hütete der griechische Gott Proteus seine Robben auf den Inseln Karpathos und Pharos, statt den Menschen mit ein paar überirdischen Prophetien aus der profanen Patsche zu helfen. Und falls diese doch einmal versuchten ihm ein paar Weissagungen zu entlocken, entzog er sich ihnen, indem er sich in allerlei Zeugs verwandelte. Mal schlüpfte er in die Gestalt von Löwen, mal waren es Schlangen, Leoparden, Eber oder gar Bäume und Elemente wie Wasser oder Feuer. Der mythische Meeresgreis gilt seitdem als Meister der Verwandlung, der jede beliebige Form annehmen konnte – so wie die Menschen heute im Internet. mehr →
Tom ist ein Connaisseur. Wenn wir Wein trinken, dann zelebriert er den Moment des ersten Schlucks auf höchstem Niveau. Keiner schwenkt den Kelch so gekonnt, taucht seine Nase so tief in das bauchige Glas, saugt mit so seelenwunder Miene das Bouquet in seine Stirnhöhle, nippt so entrückt einen Schluck, um ihn noch eine Weile in seiner Mundhöhle weiter zu trinken, dabei gelegentlich zu inhalieren und den Tropfen schließlich in Zeitlupe zu versenken. Der anschließende Kommentar ist eine Mischung aus Brombeere, Lakritz, Cassis durchflutet mit Nuancen von Pfeffer – oder Briefmarke.
Vergessen Sie Golf, mit Wein beeindrucken Sie mehr! Wer mit derlei Brimborium feinsinnigen Geschmack und Durchblick suggeriert, hat die volle Bewunderung auf seiner Seite. Wer dazu noch Rebsorten, Anbaugebiete und erlesene Weine, wie Château Lafite Rothschild, Château Mouton Rothschild, Château Margaux oder Château Pétrus plus deren bessere Jahrgänge unterscheiden und passend zum Essen auswählen kann, genießt selbst die Anerkennung von Sommeliers. Keine Frage, das ist ein absurd eitler Ritus. Aber das ist seinen Porsche auf Behindertenparkplätzen abzustellen auch. Nur dass Weinwählen die größere intellektuelle Leistung erfordert. mehr →