Schon von Chat-Roulette gehört? Der neue Internetdienst erfreut sich gerade wachsender Beliebtheit und birgt hohen Suchtfaktor. das verbirgt sich dahinter…
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Diese ununterbrochenen Unterbrechungen! Ständig bimmelt das Handy, piept das E-Postfach, ächzt das Instant-Messaging-Programm, wie etwa bei Googlemail, Skype, Twitter & co. Konzentriertes Arbeiten ist so völlig unmöglich. Der rote Faden: längst verloren. Aber stimmt das?
Stimmt nicht, sagen jetzt amerikanische Wissenschaftler von den Universitäten in Irvine und Columbus. In einer Studie über Instant Messaging im Büro, bei der sie 912 Büroangestellte beobachtet haben, kommen sie zum Schluss: Mithilfe dieser Webtools werden unnötige Störungen sogar vermieden. Dann etwa, wenn man dem Kollegen ein paar Fragen stellen will oder muss und mit ihm schnell über die Chatbox Informationen austauscht, statt zig Mails hin- und herzuschicken oder immer wieder anzurufen. Und durch gezieltes Abschalten der IM-Funktion lässt sich zudem klar signalisieren, dass man gerade abwesend ist oder nicht gestört werden will. Überhaupt nutzen die meisten diese Tool, um schnelle Antworten auf aktuelle arbeitsbezogene Fragen zu bekommen und nicht, um damit komplexe Probleme zu klären.
Aus den Bewegungen der Gesichtsmuskeln konstruiert das Gehirn eine Empfindung. Wenn sich die Augenwinkel und der Mund zu einem echten Lächeln verziehen, steigt die Stimmung; machen wir hingegen eine traurige Miene, so sinkt sie. In Experimenten stellte sich nun heraus, dass Menschen, die unbewusst den Ausdruck eines anderen Gesichts stärker übernehmen, zugleich auch mitfühlender sind. [...] Da gibt es [allerdings] Entwicklungen, die mir Kopfzerbrechen bereiten. [...] Wir kommunizieren immer mehr über Telefon und Computer; Gemeinschaften, in denen sich Menschen leibhaftig begegnen, lösen sich zunehmend auf. Nun wissen wir aus unseren Experimenten, dass es für das Einfühlungsvermögen keineswegs gleichgültig ist, ob Sie einen anderen Menschen nur auf einem Monitor sehen oder ihm Auge in Auge gegenüberstehen. Darum ist ein Theatererlebnis oft stärker als ein Kinobesuch. Und wenn Sie sich mit Ihren Gesprächspartnern nur noch per E-Mail oder im Chat austauschen, löst sich Ihr Bild von ihnen vollständig auf.
Vittorio Gallese, Professor der Neurophysiologie an der Universität Parma und Mitentdecker der Spiegelneuronen, im ZEIT Magazin
Ein Cyber-Rüpel beledigte wiederholt die Teilnehmer eines Party-Chats. Obwohl er daraufhin ausgeschlossen wurde, logte er sich per Namenswechsel immer wieder ein und machte weiter. Der Betreiber zog daraufhin vor Gericht und bekam Recht: Der Dauerstörer muss draußen bleiben und eine Unterlassungserklärung unterschreiben (Oberlandesgericht Köln, 19 U 2/00). Ähnliches gilt übrigens auch für Foren (Landesgericht München I, 30 O 11973/05).
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