Der Durchschnittsmensch trifft jeden Tag etwa 100.000 Entscheidungen – die meisten davon natürlich unbewusst und unterbewusst. Treffen wir eine bewusste Entscheidung, so ist dieser Prozess meist ein Abwägen von Gründen, Handlungsschritten und Konsequenzen. Daher sind wir in der Lage, Entscheidungen zu begründen und uns zu rechtfertigen.
Nehmen wir nun an, sie könnten sich zwischen zwei potenziellen Partnern entscheiden. Nach Ihrer Wahl seien Sie jedoch plötzlich mit demjenigen Partner verbandelt, den Sie sich nicht ausgesucht hatten. Würden Sie das merken? Sicher würden Sie das! Doch ein Experiment aus Skandinavien (pdf) zeigt, dass uns der Unterschied bei etwas abstrakterer Durchführung häufig nicht auffällt – und wir die vermeintlich falsche Partnerwahl plötzlich für goldrichtig halten.
Die Psychologen Lars Hall und Petter Johansson von der Universität Lund in Schweden fanden heraus, dass wir auch nach dem Treffen einer Entscheidung durchaus dazu fähig sind, die vermeintlich ungewollte Alternative als richtig zu empfinden. mehr →
Vor einiger Zeit erhielt ich einen Anruf. Der Geschäftsführer einer Firma, für die ich schon mehrfach als Coach tätig war, richtete sich mit folgendem Auftrag an mich:
Wir haben da eine sehr gute Führungskraft. Der Mann hat viel Potenzial und wir mögen ihn. Wir überlegen, ob wir ihm eine teure Weiterbildung finanzieren, damit er sein Potenzial noch mehr entfalten kann. Gleichzeitig haben wir den Eindruck, dass er im Moment nicht mit voller Kraft dabei ist. Wir möchten ihm gerne ein Coaching zu seiner Unterstützung spendieren, auch um zu sehen, ob die Entscheidung für die Weiterbildung richtig ist.
Damit der Klient sich sicher fühlen kann, vereinbare ich mit dem Auftraggeber und dem Klienten, dass die Inhalte der Sitzung komplett zwischen mir und dem Mitarbeiter bleiben und der Mitarbeiter dem Auftraggeber über seine Fortschritte nach seinem Ermessen berichtet. mehr →
Seit Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Büroarchitektur, ergonomischen Möbeln und optimalen Arrangements aus Tisch, Stuhl, Blumenpott. Umsonst. Glaubt man einer neuen Studie des Psychologen Frank Fischer von der Münchner LMU, dann bringt simples Aufstehen mehr.
Fischer und seine Kollegen analysierten in einer Reihe von empirischen Studien die “Effekte unterschiedlicher Möbelarragements auf das individuelle und kooperative Lernen und Entscheiden”, so der Titel der Studie. Dazu wurden verschiedene Testbüros eingerichtet, mit ergonomischen Stühlen, Pinnwänden, Notebooks, höhenverstellbaren Tischen versehen und mehrere Probanden gebeten, darin typische Bürotätigkeiten zu verrichten. Das alles wurde auf Video aufgezeichnet, beobachtet, ausgewertet und die Teilnehmer hinterher noch dazu befragt. Am Ende zeigte sich: Wer häufig aufstand und im Stehen arbeitete hatte 24 Prozent mehr Ideen und traf in 25 Prozent der Fälle bessere Entscheidungen als die sitzengebliebene Fraktion.
Daraus lässt sich freilich noch eine weitere Schlussfolgerung ziehen: Klassischer Frontalunterricht, bei dem Schüler ruhig sitzen und zuhören müssen, hilft weder dem Erlernen von Neuem, noch werden dadurch Initiativkräfte befördert. Und das betrifft nicht nur klassischen Schulunterricht, sondern durchaus auch Erwchsenenseminare, Workshops und Trainings. mehr →
Falls der Homo oeconomicus jemals existiert hat, ist er längst ausgestorben. Und Homo sapiens ist doof. Das jedenfalls ist das Fazit einer neuen Studie der Universität von Texas in Austin…
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Was lange gärt, wird endlich Wut. Ab und an Dampf abzulassen, kann eine wunderbar erleichternde Wirkung haben – so wie bei einem reinigenden Gewitter. Aber unkontrollierte, blinde Wut ist brandgefährlich. Wir alle wissen das. Eine ärgerliche E-Mail in Rage beantwortet, kann enorm zerstörerische Konsequenzen nach sich ziehen. Eine hitzige Debatte, in der sich ein Wort das andere gibt, kann in einem bösen Schlagabtausch münden – sogar sprichwörtlich. Der Wüterich – er kostet meist nur kurz seinen Triumph, aber die Folgen seiner Eruption bedauert er vielleicht ein Leben lang.
Neu ist das alles freilich nicht. Wir kennen das, haben es womöglich selbst schon ein paar Mal erlebt, waren Opfer, vielleicht sogar Täter. Aber haben wir daraus gelernt? Machen wir es deshalb anders? Geraten wir deswegen langsamer in Rage? Oder reicht es nach wie vor, dass andere unsere immer gleichen wunden Punkte treffen, damit wir wie ein HB-Männchen sofort wieder unter der Decke kreisen?
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