Von Jochen Mai // 5 Kommentare

Buridans Esel – Über die schwere Wahl in Dreiecksbeziehungen

dilemmaKennen Sie Johannes Buridan oder auch Jean Buridan? Vielleicht haben Sie aber schon von dem Ausdruck Buridans Esel gehört: Demnach steht ein hungriger Esel genau zwischen zwei völlig gleichartigen und gleich weit entfernten Heuhaufen. Weil es bei derart gleichen Motiven jedoch keinen vernünftigen Grund gibt, sich für einen der beiden Heuhaufen zu entscheiden, verhungert das blöde Vieh am Ende.

Auch wenn das Gleichnis Buridans Esel heißt, wir von Kritikern bezweifelt, dass es von ihm stammt – schließlich würden schon Aristoteles und Dante ähnliche Dilemmata beschreiben. Dafür ist es umso populärer: In Science-Fiction-Romanen wird dieses Motiv etwa gerne verwendet, um böse Roboter zu stoppen: Die Protagonisten zwingen diese dann zu einer Entscheidung zwischen zwei gleichen Alternativen, woraufhin die Rechnerei und Abwägerei die tumben Maschinen völlig blockiert. Aber auch in der Liebe kann die Wahl-Lähmungen zu anhaltenden Herzqualen führen: etwa in typischen Dreiecksbeziehungen, in denen sich die umworbene Person partout nicht zwischen zwei potenziellen Partnern entscheiden kann. mehr

Von Jochen Mai // 6 Kommentare

Entscheidungsparalyse – Beenden oder Bewahren?

neinsagenEs gibt schon komische Experimente, um zu beweisen, dass der Mensch ein irrationales Wesen ist. Da gibt es zum Beispiel den Becher-Versuch. Man gibt Leuten einen Kaffeebecher und fragt sie kurz drauf, ob sie bereit wären, den Becher mit einem Schokoriegel zu tauschen. 90 Prozent behalten lieber den Becher. Und das sind keine Diabetiker! Dann dieselbe Nummer nur anders herum: Die Leute bekommen Schokoriegel und werden gefragt, ob sie die gegen Kaffeebecher tauschen. 90 Prozent bleiben beim Candy. Entscheidungsparalyse heißt das im Fachjargon. Es bedeutet, dass wir uns am liebsten gar nicht entscheiden wollen. Hauptsache, es bleibt alles beim Alten. Auch wenn das vielleicht gar nicht so gut ist. Der Job macht längst keinen Spaß mehr. Der Partner daheim ödet einen auch nur noch an. Der Sex ist so aufregend wie Marschmusik. Alles Murks. Aber kann das nicht trotzdem bitte so bleiben? Nur so aus Tradition, Gewohnheit, Routine? Nein. Kann es nicht. Und das ist auch gut so. Manchmal ist Beenden besser als Bewahren. Manchmal ist es auch umgekehrt. Aber auch nur dann, wenn man sich bewusst dazu entscheidet. Richtig oder falsch ist dabei gar nicht so sehr die Frage. Die richtige Frage lautet: Handeln oder behandelt werden? Meine ich. Sie können das gerne anders entscheiden.

Von Jochen Mai // 11 Kommentare

Wahl der Qual – Das Abilene-Paradox

Es ist schon seltsam: Regelmäßig lässt sich in Meetings beobachten, dass Menschen sich schwer damit tun, ihre Meinung zu äußern, wenn sie glauben in der Minderheit zu sein. Irgendwie sieht es so aus, als wären sich alle einig, also hält man (besser) die Klappe. Bloß nicht anecken! Bloß nicht negativ auffallen, als Abweichler und Querulant! Daran ist natürlich einiges Wahres. Minderheiten werden tatsächlich schon mal für ihre abweichende Meinung bestraft, mindestens mit bösen Blicken oder Kopfschütteln. mehr

Von Jochen Mai // 2 Kommentare

Fundbüro – Lesenswertes aus dem Netz

Du bist, was du liest

FerienlektüreAls ich damals die Blogparade zur Ferienlektüre startete, hatte ich wirklich keine Hintergedanken. Ich wollte einfach nur ein paar Buchtipps für den Urlaub sammeln. Nun aber haben Forscher herausgefunden: Was wir lesen, welche Musik wir hören oder welche Kunst wir mögen, verrät viel über uns selbst.

Our choices in books, music, art, and design go to the core of who we are. “Taste can offer us a doorway into people’s lives,” says Sam Gosling, a psychologist at the University of Texas at Austin and author of Snoop: What Your Stuff Says About You. “Taste reveals a lot about what someone values and needs to fill their life with meaning.” The living spaces of highly open people contain more books, CDs, and DVDs—and their collections are more eclectic—than their less open counterparts, Gosling has found. They enjoy discovering new artistic material and influencing the tastes of others. “Individuals who rate high in openness tend to be more adventurous in taste,” says Jason Rentfrow, a psychologist at the University of Cambridge. “As they grow older, they will allocate more time and money trying to be as omnivorous as they can.” Extroverts’ lust for sensation draws them to action-adventure movies and music videos, but also leaves them bored by game shows and news programs, according to a study at University of Lleida in Spain. They watch less TV than most, preferring the spontaneity and excitement of face-to-face social encounters, but their need for constant sensory or intellectual stimulation means they tend to leave the TV on while engaging in other activities such as reading, eating, or even cuddling.

Crashkurs zum Freien Willen

Gibt es einen freien Willen? Oder anders gefragt: Sind unsere Entscheidungen wirklich so frei wie wir manchmal meinen? In diesem kompakten Exzerpt zum Thema Freier Wille (pdf) gibt es nicht nur ein paar Antworten auf die Fragen, sondern auch einen schöne Zusammenfassung aktueller Untersuchungen dazu.

Abhängige Urteile

“Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind; wir sehen die Dinge wie wir sind”, sagte einst Anaïs Nin. Wie recht sie damit hatte. Wissenschaftler haben kürzlich in einem amüsanten Experiment ermittelt, dass die Art wie wir andere Menschen beurteilen von unseren eigenen Kapazitäten abhängt. Oder anders formuliert: Wer selbst keinen Marathon läuft, traut es tendenziell auch seinem Mitmenschen nicht zu.

Veronica Ramenzoni and colleagues interpreted their finding in terms of Gibson’s ecological theory of perception. This is the idea that our perception of the world is intimately affected by what we are capable of doing in it. The new finding suggests our assessment of how we can act in a given environment biases our judgement of how other people will be able to act too.

Entscheiden, nicht denken!

Sie wollen eine komplizierte Entscheidung treffen? Hören Sie auf zu denken!!! Komplizierte Probleme lösen wir am besten mit dem Unterbewusstsein.

The future of mobile

Google Mitarbeiter Andre Rubin beschreibt die mobile Zukunft. [via]

99 Job- und Karriereblogs

Erinnern Sie sich noch an meine Liste der deutschen Top-Business-Blogs?! Als ich die Linksammlung begann, waren es 50 Blogs. Inzwischen ist die Liste auf 99 Einträge angewachsen – und ich bin gespannt, wer die 100 voll machen wird. Die beiden neusten Einträge sind übrigens zwei sehr schöne Blogs zu Büchern – also so etwas wie auch dieses Blog begonnen hat:

  • 77 Wege zum Glück – Wolff Horbach erweitert mit diesem Blog sein gleichnamiges Buch. Und natürlich schreibt er auch über Aktuelles aus der Glücksforschung.
  • Prokrastination – Mit Sascha Lobo und Kathrin Passig begleiten hier zwei erfahrene Blogger ihr neuestes Buch: “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“, das sich mit Prokrastination oder zu deutsch der “Aufschieberitis” beschäftigt. Oder wie die Autoren selbst sagen: Dieses Blog bewahrt Sie davor, Ihr Leben zu ändern.

Kollegen versus Job

Erinnern Sie sich noch an diese Umfrage: Was ist schlimmer – trotz netten Kollegen einen miesen Job machen zu müssen oder trotz Traumjob mit niederträchtigen Kollegen gestraft zu sein? Inzwischen haben weit über Hundert Leser mitgemacht und mitabgestimmt und das ist das vorläufige Ergebnis: Die Mehrheit (62 Prozent) findet die Kollegen wichtiger als den Job. Ein Ergebnis, das man erwarten konnte. Bemerkenswert ist jedoch auch, dass es bei weitem nicht so eindeutig ausfällt. Denn immerhin 38 Prozent sind die Kollegen ziemlich schnuppe – solange der Job aufregend bleibt.

KollegenvsJob

Von Jochen Mai // 13 Kommentare

Kopf oder Bauch – Wie Sie unter Druck besser entscheiden

Und?! Haben Sie schon einen Plan, wie Sie die nächsten elf Minuten verbringen? So lange brauchen Sie für diesen Text. Alternativ könnten Sie: E-Mails checken (30 Sekunden), mit Ihrem Kollegen einen Streit anfangen (zwei Minuten), ein Kündigungsschreiben aufsetzen (drei Minuten), die Tür zuknallen (zwei Sekunden), einen Urlaubsantrag stellen (eine Minute), Ihren Projektvorschlag noch mal durchgehen (drei Minuten) und hätten dann immer noch eine Minute und 28 Sekunden übrig – etwa um ins Frühstücksbrötchen zu beißen und die Ordner wieder aufzuheben, die umgefallen sind, als Sie die Tür zugeworfen haben.

Na, noch da? mehr

Von Jochen Mai // 4 Kommentare

Entscheidungsgewalt – Das Herz ist schneller als der Kopf

Haben Sie sich schon einmal gefragt, womit Sie die meisten Entscheidungen treffen: mit dem Herz oder dem Hirn? Über 20 Jahre ist es her, dass dem US-Neurophysiologen Benjamin Libet aufgefallen ist, dass unser Gehirn etliche Sekunden vor der eigentlichen Entscheidung aktiv wird. Damals entstand eine heftige Diskussion über die tatsächliche Willensfreiheit des Menschen – denn womöglich haben wir schon entschieden, bevor wir das bewusst tun. Aber das ist eine andere Geschichte.
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Entscheidung – Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht?

Kennen Sie die Collatz’sche Vermutung? Dabei handelt es sich um ein mathematisches Phänomen, das bisher nicht bewiesen werden konnte. Die Regel besagt folgendes: Man nehme eine beliebige Zahl. Ist sie gerade, teile man Sie durch 2; ist sie ungerade, multipliziere man sie mit 3 und addiere 1. Mit dem jeweiligen Ergebnis verfahre man nach demselben Muster. Und immer weiter. Der so entstehende Algorithmus liefert ein erstaunliches Ergebnis: Egal, mit welcher Zahl Sie beginnen, das Ergebnis ist immer dasselbe: Eins, beziehungsweise eine unendliche Abfolge der Ziffern 4, 2, 1. Angenommen Sie beginnen mit 5 (ungerade), dann multiplizieren sie die 5 mit 3 und addieren 1, bekommen also 16 (gerade). Die teilen Sie durch 2 und bekommen 8 heraus. Auch gerade, also wieder durch 2 teilen (= 4), nochmal durch 2 teilen (= 2) und nochmal – Ergebnis: 1. Bei beliebigen Ziffern zwischen 1 und 10 sieht das nicht anders aus: mehr

Job, Test 2
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Erfolg in 7 Worten

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  1. Seien Sie da. Der beste Weg, einem Kollegen oder Freund zu helfen, ist auch der einfachste: Sorgen Sie dafür, dass der Betreffende sich nicht allein gelassen fühlt. Hören Sie zu, spendieren Sie einen Kaffee, gehen Sie zusammen essen. Und sagen Sie – beiläufig – was Sie an dem Kollegen schätzen. Nur eines dürfen Sie auf gar keinen Fall: ungefragte Ratschläge verteilen, belehren, beurteilen, kritisieren.
  2. Reden Sie nichts klein. “Ach, das wird schon wieder!”, “Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.”, “Sei nicht so dünnhäutig…” – Kommentare wie diese streuen nur noch Salz in die Wunde. Und sie sind verletzend, weil sie die wahren Gefühle und Sorgen des Betroffenen ignorieren und stattdessen nur die eigene Perspektive transportieren. Stellen Sie lieber Fragen und zeigen Sie Verständnis.
  3. Haben Sie Geduld. Manche denken, wenn man sich um den betreffenden Kollegen kümmert, müsse der sich doch bitte bald wieder einkriegen. Fatal! Das erzeugt nur zusätzlichen Druck, den der andere spürt. Dahinter steckt schon der unterschwellige Vorwurf: Du bist so nicht ok. Besser: Lassen Sie dem anderen die Zeit, die er oder sie braucht. Und puffern Sie jeden Druck ab – das hilft wirklich.
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Drei Wege, wie Sie einem niedergeschlagenen Kollegen wirklich helfen