Die meisten Stellenanzeigen legen besonderen Wert auf die Teamfähigkeit von Bewerbern. Da sollte man meinen, in den derart vorselektierten Betrieben ginge es rundherum kollegial zu – überall keimende Netzwerke, reibungslose Projektarbeit, inspirierende Meetings. Von wegen! Die Realität sieht oft anders aus und wird beherrscht von katastrophalen Teamstrukturen, notorischen Drückebergern und angeberischen Luftblasenproduzenten. Also haben sich die Autoren des Buchs “Ich hasse Teams“, Svenja Hofert und Thorsten Visbal, gefragt: Wie beliebt ist Teamarbeit tatsächlich in Deutschland?
Das Ergebnis ihrer Umfrage (pdf) ist zwar nicht repräsentativ, spricht aber eher für modernes Einzelkämpfertum und viele Teamhasser: Knapp die Hälfte der Befragten arbeitet effizienter alleine als im Team. Der durchschnittliche Teamhasser-Wert auf einer Skala von 1 (Einzelkämpfer) bis 10 (Teamliebhaber) betrug 5,4. Wobei Angestellte ohne Personalverantwortung die Teamarbeit mit 5,8 am positivsten bewerten. Sie arbeiten gern mit Kollegen, stören sich aber an den Nebenwirkungen (siehe Grafik): mehr →
Die Beziehungen, die wir zu den Kollegen auf der Arbeit pflegen werden zunehmend wichtiger. Oder besser gesagt: Die Kontakte, die wir dort knüpfen nehmen einen so bedeutenden Raum in unserem Leben ein, dass wir sie selbst im Ruhestand weiterführen, so das Ergebnis einer Langzeitstudie von Rabina Cozijnsen aus Amsterdam, die dazu Erwerbstätige befragt hat, die zwischen 1992 und 1995 sowie zwischen 2002 und 2005 in Rente gegangen sind.
Dabei zeigte sich: Wer sich in den Nullerjahren aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen hat, pflegte signifikant häufiger die Beziehungen zu den Ex-Kollegen weiter als wer in den Neunzigern in Rente ging – sowohl Männer wie Frauen. Rabina Cozijnsen dazu: mehr →
Kaum im Büro, legen die Deutschen auch schon gleich mit der Arbeit los. Ein kleiner Schwatz mit den Kollegen oder eine Tasse Kaffee und dann erst mit der Arbeit starten? Von wegen! Die Zeiten sind vorbei, so das Ergebnis einer Monster-Umfrage (7601 Befragte): 53 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gehen sofort zum Tagesgeschäft über, nur 22 Prozent nehmen sich noch die Zeit, Neuigkeiten mit Kollegen auszutauschen. Und gerade mal 18 Prozent der Befragten gönnen sich vor dem Arbeitsbeginn erst eine Tasse Kaffee. Immerhin noch sieben Prozent informieren sich vorher noch im Internet.
In den Nachbarländern ein ähnliches Bild: 49 Prozent der Österreicher und 51 Prozent der Schweizer legen sofort mit dem Job los. Kaffee trinken zuerst 21 Prozent der Schweizer, 27 Prozent der Österreicher ziehen indes den Plausch mit den Kollegen dem Koffein vor. Und surfen im Internet ist für sieben Prozent der Österreicher und zehn Prozent der Schweizer die erste Beschäftigung am Morgen im Büro.
Haben Sie Freunde auf der Arbeit? Ich meine nicht nur Kollegen, die Sie sympathisch finden und vielleicht auch umgekehrt. Sondern richtige Freunde. Enge, vertrauensvolle Freundschaften. Immer wieder gibt es Umfragen hierzu – im Schnitt lautet das Ergebnis: Jeder Dritte hat mindestens einen guten Freund oder eine gute Freundin im Kollegenkreis. Das heißt im Umkehrschluss allerdings auch: Zwei Drittel der Beschäftigten haben keinerlei Freunde im Büro. Und das ist schlecht.
So deuten Erhebungen inzwischen darauf hin, dass Büro-Freundschaften sogar gut sind fürs Business. Kurz gesagt: Die betroffenen Mitarbeiter sind motivierter, engagierter, ausgeglichener. Das Forschungsinstitut Gallup etwa, das unter anderem regelmäßig den Zufriedenheitsgrad der Beschäftigten misst, hat bei seinen Studien unter rund fünf Millionen Beschäftigten herausgefunden:
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Lassen Sie mich kurz mit Ihnen über Kollegen sprechen – auf einer sehr professionellen Ebene: Mit wie vielen Kollegen arbeiten Sie täglich zusammen, die Sie wirklich respektieren? Und wie viel davon schätzen Sie, weil diese besser und intelligenter sind als Sie selbst?
Hier der Podcast zur Frage:
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Wem kann man überhaupt noch heute vertrauen? Wer die Schlagzeilen der Vergangenenheit aufmerksam gelesen hat, dürfte inzwischen reichlich Skepsis gegenüber seiner Umwelt hegen: Wackel-Euro, Boni-Banker, Pedalklemme bei Toyota… sowas schürt Misstrauen. Sollte man meinen.
Tatsächlich aber trauen die Deutschen der Wirtschaft eher wieder mehr. Im repräsentativen Vertrauensindex, den die WirtschaftsWoche zusammen mit dem PR-Agenturenverband GPRA und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid quartalsweise erstellt und am kommenden Montag veröffentlicht, belegen die Lebensmittelbranche (Indexwert: 43,5), die Automobilindustrie (42,7) und die IT- und Kommunikationsbranche (42,4) die vordersten Plätze. Sie genießen bei den Verbrauchern das höchste Vertrauen. Besonders skeptisch sind die Deutschen hingegen gegenüber der Energiewirtschaft (35,3) und dem Finanzsektor (32,3). Letzterer immerhin mit positiver Tendenz: Im Herbst 2009 lag der Indexwert der Banken- und Finanzbranche noch bei 30.
| Q1/2010 | Trend | |
|---|---|---|
| Lebensmittel | 43,5 | +1,4 |
| Automobil | 42,7 | +4,4 |
| IT | 42,4 | +3,5 |
| Gesundheit | 38,8 | +1,6 |
| Transport & Verkehr | 38,7 | +2,1 |
| Chemie | 36,4 | +1,8 |
| Energie | 35,3 | +4,8 |
| Finanzen | 32,3 | +2,3 |
Quelle: TNS Emnid, WirtschaftsWoche, GPRA
| Auch innerhalb der Unternehmen ist das Misstrauen eher gesunken. Laut Vertrauensindex trauen ihren eigenen Kollegen noch ganze 84 Prozent der Befragten, den direkten Vorgesetzten mit 77 Prozent sogar etwas mehr als im Vorjahr. Am größten ist der Argwohn gegenüber den Aussagen des Top-Managements. Ihnen glauben nur zwei Drittel der Belegschaft. Am ehesten hören die Deutschen noch auf die Aussagen ihrer Kunden – mit 86 Prozent der Höchstwert der Befragung.
Auffällig ist allerdings, dass sich die neue Zutraulichkeit nicht gleichmäßig verteilt. Stärker als die Männer (65 Prozent) vertrauen Frauen (69 Prozent) sowohl den Aussagen der Unternehmensspitze als auch – mit 88 Prozent – auf ihre Zukunftschancen im Job. Männer tun das nur zu 72 Prozent. Weniger Zweifel haben aber auch die Menschen im Osten der Republik. Der Glaube an die Zukunftsfähigkeit ihres Arbeitgebers stieg gegenüber dem Vorjahr um ganze 17 Prozentpunkte, das Vertrauen in Kollegen gar um 14 Prozentpunkte, das gegenüber den direkten Vorgesetzten um 8 Prozentpunkte. |
| Ja | 84 |
| Nein | 15 |
| Von den Ja-Antworten: | |
| West | 83 |
| Ost | 88 |
| Männer | 86 |
| Frauen | 81 |
| Ja | 77 |
| Nein | 21 |
| Von den Ja-Antworten: | |
| West | 78 |
| Ost | 73 |
| Männer | 76 |
| Frauen | 79 |
| Ja | 67 |
| Nein | 32 |
| Von den Ja-Antworten: | |
| Männer | 65 |
| Frauen | 69 |
| Ja | 86 |
| Nein | 9 |
| Von den Ja-Antworten: | |
| West | 87 |
| Ost | 86 |
| Männer | 83 |
| Frauen | 90 |
| Ja | 80 |
| Nein | 19 |
| Von den Ja-Antworten: | |
| West | 79 |
| Ost | 86 |
| Männer | 72 |
| Frauen | 88 |
Alle Angaben in Prozent, Rest zu 100 Prozent: keine Angaben
Quelle: GPRA, TNS Emnid
Apropos: Wie schenkt man eigentlich Vertrauen? Augen zu und hoffen, dass alles gut geht? Klingt reichlich naiv. Fahrlässig könnte es dazu sein. Ebenso ist das Fordern von Vertrauen oft nur eine hohle Phrase, die zwar gut klingt und sympathisch macht, in der Realität aber nie umgesetzt wird. Also: Welche Verhaltensweisen gibt es, die gegenseitiges Vertrauen fördern?
Folgende 10 Punkte fallen mir dazu ein:
Falls Ihnen noch etwas einfällt, können Sie das gerne kommentieren. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn Sie an der folgenden Umfrage teilnehmen, um herauszufinden, welche der zehn Verhaltensweisen Sie besonders hoch einstufen. Ich vertraue Ihnen dabei völlig…