
Seit kurzem habe ich eine Autoimmunkrankheit durch die mir die Haare ausgefallen sind. Auf meine Arbeitsleistung hat dies jedoch keinen Einfluss. Nun stellt sich mir die Frage, wie ich in meinen Bewerungsunterlagen und bei einem Vorstellungsgespräch auftreten sollte. Würden Sie an meiner Stelle ein Foto beilegen, bei dem ich noch Haare habe (ein Jahr alt), um einen möglichst “normalen” Eindruck zu machen und die Chancen auf eine Einladung zu erhöhen? Dann würde sich aber auch die Frage stellen, ob ich auch im Falle eines Vorstellungsgesprächs eine Perücke tragen sollte (obwohl ich dies eigentlich nicht mache). Ohne Perücke sollte ich aber die Situation erklären, um nicht den Anschein zu erwecken, dass ich möglicherweise schwer krank bin, was sicherlich ein Nachteil wäre. Aber soll ich dies dann von mir aus direkt ansprechen? Der Personaler würde dies doch eher nicht von sich aus fragen…
Sie sprechen da einen wirklich kniffligen Sonderfall an. Es gibt Studien, die belegen, mehr →
Ich erinnere mich noch gut an den Science-Fiction-Film Stargate von Regisseur Roland Emmerich. Darin finden Wissenschaftler an einem alten, ägyptischen Ringtor sieben Symbole, wissen aber nicht so recht, was sie damit anfangen sollen. Bis zu der Schlüsselszene in der einer der Hauptdarsteller (James Spader) ihnen erklärt, es handele sich hierbei um Reisekoordinaten: In jedem dreidimensionalen Raum braucht man sechs Punkte, um das genaue Ziel zu lokalisieren – und einen siebten, konstanten für den Kurs. Oder anders gesagt: Wenn man nicht weiß, woher man kommt, kann man auch kein Ziel ansteuern.
Wie wahr! Eine neue Welt zu entdecken, ist ein großartiges Abenteuer. Dabei meinen manche, Fortschritt und Konstanz schließen sich aus. Das ist ein Irrglaube. Denken Sie nur an Unternehmen: Ihre Konstanten sind ihre Marke, ihre Symbole, ihre Kultur, ihre Werte. Intern sorgen sie für Orientierung. Die Mitarbeiter können sich damit identifizieren, neue Mitarbeiter werden mit ihrer Hilfe besser integriert. Nach außen wiederum wirken sie vertrauensbildend, helfen, sich vom Wettbewerb abzusetzen und bieten den Kunden ebenfalls die Chance zur Identifikation.
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Gute Idee: Warum nicht das eigene Stärken-Schwächen-Profil in einer Infografik darstellen? Noch dazu im Vergleich zum Durchschnittsbewerber (was freilich eine werbliche, aber zulässige Hypothese ist)? Eine solche Infografik sollte zwar das Anschreiben, beziehungsweise Motivationsschreiben nicht ersetzen, kann es aber optisch hervorragend ergänzen und so auch für schnelle Leser (und das sind Personaler ja), die Vorzüge sofort auf den Punkt bringen.

Natürlich lässt sich die Idee der Stärken-Infografik auch auf der eigenen Webseite umsetzen. Ein wirklich gelungenes Beispiel fand ich hier, bei Andreas Isaak:

Du sollst nicht lügen! Ein biblisches Gebot, dass drei von vier Menschen gerne und regelmäßig brechen: Insbesondere im Vorstellungsgespräch greifen Bewerber gerne mal zu Notlügen. Die Betonung liegt auf Not. Vorsicht ist etwa bei gefälschten Zeugnissen, gekauften akademischen Titeln sowie nie absolvierte Arbeitsstationen geboten. Diese Lügen sind Betrug bis hin zur Urkundenfälschung und damit Grund für eine fristlose Kündigung oder gar zivilrechtliche Konsequenzen. Diese Art der Lebenslauf-Politur ist strikt tabu.
Gegen kleine kosmetische Eingriffe hingegen ist weniger einzuwenden: Chronische Krankheiten zum Beispiel, die keinen Einfluss auf den Job haben, brauchen Sie nicht zu erwähnen. Gleiches gilt für erfolgreiche Aufenthalte in einer Suchtklinik. Sechs weitere und vor allem ungefährliche Anregungen zur Legendenbildung finden Sie hier: mehr →
Der britische Werbetexter Ed Hamilton hatte eine ziemlich geniale und bisher noch recht originelle Idee: Er veröffentlichte seine Bewerbung bei Google-Maps. Das Ergebnis sieht so aus:
Zitat:
This is my CV on Google Maps. If I’ve emailed it to you, the chances are I’m hoping you’ll send some work my way – in which case, the imaginatively titled “Examples of Work” section may be what you’re looking for. If you have time for a more thorough tour, however, then do please click on the rest of the links below. It’s all there – contact details, education, experience and interests.
Und natürlich hat die Geschichte auch eine Pointe: Hamilton hat inzwischen wieder einen Job. Überzeugt hatte seinen neuen Arbeitgeber exakt diese Form der Kreativität. Bravo!
Ich bin mir nicht sicher, ob solche grafischen Lebensläufe auch in Deutschland durchweg gut ankämen – aber ich finde sie großartig, kreativ und hochgradig erfrischend – im Gegensatz zum sonstigen CV-Einerlei.