Gib einem Menschen Macht, und du erkennst seinen wahren Charakter, lautet ein bekanntes Bonmot. Darin steckt sicher viel Wahrheit. Wahr ist aber auch, dass Macht selbst den Charakter eines Menschen verändern, ja sogar verderben kann. Es ist die Paradoxie der Macht, über die das Wall Street Journal kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben hat.
Vor ein paar Jahren begann Dacher Keltner, ein Psychologie-Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley damit, Erstsemester auf dem Campus zu interviewen. Er gab ihnen eine Gratispizza aus und einen Fragebogen dazu, um herauszufinden, welche ersten Eindrücke sie von ihren Mitstudenten hatten. Am Ende des Semesters lud Keltner seine Probanden erneut zu frischen Pizzen und demselben Fragenbogen ein. Dabei zeigte sich: Jene Studenten, die inzwischen am oberen Ende der sozialen Hierarchie standen, also besonders mächtig und respektiert waren, waren zugleich auch jene, die als besonders beliebt und extrovertiert galten. Mit anderen Worten: Die nettesten Kommilitonen führten die Rangliste an. mehr →
Wer lügt, hat Stress. Deshalb verraten sich viele Lügner auch immer wieder durch sogenannte Mikrogesten, wie etwa Nasekratzen, Wegschauen, Fingerfuchteln. Eine neue Studie zeigt nun allerdings: Wer Macht besitzt, entspannt beim Lügen eher noch. Und wird daher seltener entlarvt.
Die Wahrheit ist: Die Welt will belogen werden. Sechs von zehn Deutschen sind überzeugt, dass sich Ehrlichkeit nicht immer auszahlt. Fast jeder Zweite meint, dass einem die Wahrheitsliebe leicht als Naivität ausgelegt werden könne und weit mehr als jeder Dritte glaubt sogar, dass zur Lüge greifen muss, wer Karriere machen will. Kurzum, lügen gehört zum Alltag wie Zähneputzen oder Stuhlgang.
Durchschnittlich wird der Mensch alle acht Minuten belogen, hat der Psychologe Gerald Jellison von der Universität von South Carolina ermittelt. Während einer zehnminütigen Konversation belügen sich 60 Prozent aller Gesprächspartner bis zu drei Mal. Solche beiläufigen Flunkereien sind den Urhebern im Augenblick der Konversation meist gar nicht bewusst, machen aber fast ein Drittel aller Lügen aus. Der Rest: 41 Prozent der Menschen lügen, um sich Ärger zu ersparen und keine Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen zu müssen, 14 Prozent um sich das Leben zu erleichtern, acht Prozent, um die eigene Beliebtheit zu steigern und sechs Prozent aus purer Faulheit. mehr →
Kennen Sie den Kekstest?
Nicht?
Okay, erzähle ich Ihnen gleich…
Sie kennen aber doch sicher das Sprichwort: Gib einem Menschen Macht, und du erkennst seinen wahren Charakter? Falls nicht – jetzt kennen Sie es. Und darin steckt erstaunlich viel Wahres. Allerdings kann Macht nicht nur manchen Schokobezug auf Persönlichkeiten abblättern lassen, sie kann Menschen sogar mies machen. Oder kurz: Macht korrumpiert.
Dazu gibt es ein paar höchst bemerkenswerte Experimente der US-Psychologin Deborah Gruenfeld von der Stanford Universität. Sie fand zum Beispiel heraus, dass drei Dinge passieren, wenn Menschen mächtig werden: mehr →
Juli 1830. In Paris bricht eine Revolution aus. Der Pöbel wütet auf den Straßen. Am Ende muss König Karl X. abdanken. Es wird eine Kommission gebildet, die seinen Nachfolger wählen soll. Sie entscheidet sich für Herzog Louis Philippe von Orléans. Der tritt zwar für die Privilegien des Adels ein, doch verachtet er zugleich den königlichen Pomp, hasst Zeremonien und verspottet die alten Symbole. Er ist ein König, der zugleich ein Bürgerlicher sein will. Doch damit irrt er gewaltig.
Das Volk akzeptiert dies nicht, verachtete ihn schon bald, und Louis Philippe muss nach England fliehen, wo er seine letzten Jahre als Graf von Neuilly lebt.
Man wird zu dem, wie man sich gibt. Das Verhalten spiegelt wider, wozu man sich berufen fühlt. Wer Kopf und Schultern gesenkt hält, signalisiert Schwäche und weckt so viel Begeisterung wie ein Topf Mehl. Wer sich kleinredet, duckt, nie fordert, bleibt ein Spielball der Mächtigen. mehr →
Kennen Sie Columbo? Den trotteligen kleinen TV-Inspektor im ewig schmuddelnden Trenchcoat? Seine Haare zerzaust, die Kleidung zerknittert und garantiert unmodisch, der Habitus unterwürfig, bewundernd, zerstreut – das ist seine Masche, wenn er im Milieu der Schönen und Reichen auf Verbrecherjagd geht. Er legt es darauf an, unterschätzt zu werden. Denn seine Gegner sind alles andere als Dummköpfe. Sie sind hochintelligent, beruflich über die Maßen erfolgreich, sie genießen in der Gesellschaft hohes Ansehen und haben meist ein wasserdichtes Alibi. Damit sind sie praktisch unangreifbar und darauf auch noch enorm stolz. Es sind Narzissten, wie man sie ebenso zahlreich im Management findet.
Und dieser Stolz ist ihre Schwäche. Columbo verstärkt ihre Überheblichkeit bewusst. Er lobt sie und bewundert sie; er bittet sie um Rat und lässt sich von ihnen demütigen, unwidersprochen. Er mimt für sie den Tollpatsch, indem er etwa in seinen unaufgeräumten Manteltaschen nach einer zerknüllten Notiz sucht oder sich an den Kopf fasst und einen Gedankenblitz vortäuscht. All das sind Gesten, die Unterwürfigkeit dokumentieren und den anderen in Sicherheit wiegen: Sieh her, ich bin dir kein ebenbürtiger Gegner, von mir droht dir keine Gefahr…
Denkste! Was wirklich passiert, bleibt arroganten Menschen verborgen. Kaum jemand ist leichter zu manipulieren, als ein Narziss. mehr →
Bevor Sie sich über die Überschrift wundern: Ich halte nichts von Allegorien nach dem Schema Was Manager von (bitte fügen Sie ein: Dschingis Khan, Moses, Buddha, Hollywood, Jesus, Samurais, irgendein Fußballtrainer, Aristoteles, Darwin, Affen, Der Pate 1-3, Superman, …) lernen können. Genauso gut können Sie sich fragen: Was hätte Rambo in meiner Situation gemacht? Eben. Der andere Grund meiner Skepsis ist relativ simpel erklärt: Wer etwas wirklich Neues und Nützliches zu verkünden hat, muss sich nicht mit derlei Antik-Glam schmücken. Eher ist es so, dass in diesen sogenannten Managementratgebern lediglich Binsenweisheiten in schlecht sitzenden Sätzen mit historisch verbrämtem Blingbling aufgehübscht werden. Ein Riesenrokokokleid um den kneifenden Mikrobikini drunter besser aussehen zu lassen.
Gestern jedoch machte mich ein Leser auf diesen Artikel aufmerksam, den ich so amüsant fand, dass ich ihn einfach adaptieren und ergänzen musste. Wenn schon führen lernen, dann so. Erwarten Sie bitte nicht mehr als ein paar bewährte Binsen – die aber schmuck verpackt in einem figurbetonten schwarzen Einteiler zu hochglanzpolierter Kopfbedeckung und technisch ausgereifter Atemkontrolle in Dolby Digital und Stereo. mehr →