Manager wie Angestellte verbringen pro Woche allein 4,9 Arbeitsstunden damit, Meetings zu koordinieren. Dabei werden durchschnittlich sieben Meetings pro Woche vereinbart, an denen sieben Personen teilnehmen, die im Schnitt zwei Stunden und 45 Minuten zusammen sitzen. Ein Fünftel dieser Bürorunden dauert sogar länger als fünf Stunden. Woraus sich für manche Manager ergibt, dass sie jede Woche rund 19 Stunden in Meetings hocken, so das Ergebnis einer Umfrage unter 2500 Büroarbeitern aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA und Skandinavien, die das Institut LM Research & Marketing Consultancy durchgeführt hat.
Es dürfte Sie kaum überraschen, dass viele dieser Meetings unproduktiv, uninspirierend und unlustig enden. Das Einzige, was daran ein Witz ist: Die nächste Sitzung wird genauso.
Aber muss man das deswegen stillschweigend hinnehmen und stoisch akzeptieren? Manchmal sind drastische Maßnahmen die besten. So stellt sich durchaus die Frage: Warum das Treffen nicht einfach mittendrin beenden? Und sei es nur, um auf den Missstand aufmerksam zu machen oder ein Exempel zu statuieren – freilich nicht ohne die Hoffnung, dass die Anwesenden daraus etwas lernen und der ewige Kreislauf aus organisiertem Überdruß und Langeweile durchbrochen wird. Deshalb, daher und darum… mehr →
Laptops? In einigen Meetings schon verboten. Der Grund ist derselbe aus vielleicht auch bald schon Smartphones in Konferenzen verbannt werden könnten. Denn immer häufiger ergibt sich in deutschen Meetings folgendes Bild: Einer redet, präsentiert, trägt vor, ein paar wenige bringen sich ein – der große Rest indes starrt unter den Tisch, auf die elektronischen Helferlein, checkt E-Mails, glotzt Videos oder versucht den jüngsten Rekord von Doodle Jump zu knacken.
Der Gedanke ist nicht verkehrt – der Weg aber ist falsch. Mit Handy- oder Laptop-Verboten bekämpft man das Symptom, nicht aber die Ursache. Klüger wäre solche Szenen als Indizien dafür zu werten, was sie sind: Frühwarnsysteme, dass die täglichen Sitzungen langweilig, uninspirierend und ineffizient geworden sind. Und damit verschwenderisch teuer. Ein Rechenbeispiel: Eine Standard-2-Stunden-Besprechung mit sieben Personen, deren Stundenlohn 20 Euro beträgt, kostet das Unternehmen rechnerisch 280 Euro. Wenn es einmal in der Woche stattfindet und jedes Mal eine Viertel Stunde vergeudet wird, kostet das mehr als 1800 Euro im Jahr. Unnötigerweise. Denn es geht auch anders. So: mehr →
Zahlreiche Diskussionen scheitern nicht daran, dass die Leute sich nicht einigen können. Sie scheitern daran, dass längst Eitelkeiten die Regie führen. Dann hören sich die Menschen nicht mehr zu, gehen auf Argumente nicht mehr ein oder lenken ab – nur, um ja nicht zugeben zu müssen, dass sie sich bisher vielleicht geirrt, etwas nicht bedacht haben oder schlicht übers Ziel hinaus geschossen sind.
Wer etwa ein Meeting moderiert oder Mitarbeiter führt, aber auch wer mit Kollegen oder Freunden argumentiert, sollte die folgenden Wege kennen, wie man sein Gegenüber auf respektvolle und sanfte Art anstubst und vielleicht zum Umdenken oder gar Einlenken motiviert.
Bevor Sie mich aber falsch verstehen: Es geht mir nicht darum, über jede Diskussion einen Zuckerguss aus unverbindlicher Süßlichkeit zu gießen. Das wäre genauso unproduktiv. Manchmal muss man die Dinge klar und zuweilen auch scharf beim Namen nennen. Ebenso gibt es Mitmenschen, mit denen kann man nicht diskutieren, weil sie nicht zuhören und lieber verbales Armdrücken spielen wollen oder (was leider auch vorkommt) zu dumm sind, die Argumente zu verstehen. Da hilft dann nur eines: Abbruch.
In allen anderen Fällen aber können die folgenden Formulierungen helfen:
Na, in wie vielen Meetings saßen Sie im vergangenen Jahr? 400? 500? 1000? Wer öfters in Konferenzen hockt und sich weniger für die verzehrbaren Motivationsbeigaben vom Typ “Selektion” interessiert, der wird beobachten können, dass im Kreis der Kollegen regelmäßig dieselben Typen auftauchen, die einem die Sitzung entweder vermiesen (falls das noch geht) oder zumindest amüsante Steilvorgaben für den späteren Flurfunk bieten.
Na, an wen denken Sie jetzt gerade? Okay, hier schon mal ein paar Hilfestellungen in Form einer Typologie der
Meetings sind in der Welt des Managements ein sakrosankter Begriff, dem die Attribute positiv, populär, produktiv anhaften. Manche Menschen verbringen die Hälfe ihrer Arbeitszeit in solchen Teamsitzungen. Mein Beileid.
Neben organisatorischen Funktionen haben diese alltäglichen Besprechungen allerdings auch zahlreiche sozialpsychologischen: Sie dienen der Gruppendynamik, der Beziehungspflege, dem strategischen Austausch irrelevanter Informationen (vulgo Klatsch), der Klärung territorialer Machtfragen und genitaler Längenvergleiche, der Reputationspflege und und und. Und um bei all dem Kaprice und Kreativität zu erhalten, setzen Verantwortliche in der Regel auf klassisches Konferenz-Doping: Kannenkaffee und Normgebäck vom Typ „Selection“.
Über die ersten Punkte ist hier schon viel geschrieben worden – über den letzten jedoch noch nur wenig: die Besprechungskekse. mehr →
Zwar hat gut die Hälfte (52 Prozent) der deutschen Unternehmen inzwischen einen konferenzfreien Tag eingeführt, doch führt der nicht automatisch zu mehr Produktivität bei den Mitarbeitern. Das hat jetzt der Personaldienstleister Robert Half bei seinem „Workplace Survey 2009“ festgestellt, für das über 6000 Personal- und Finanzmanager in 20 Ländern befragt wurden. Allerdings muss man dazu sagen, dass der meetingfreie Wochentag nur in 33 Prozent der Fälle für die gesamte Belegschaft galt und in 19 Prozent sogar nur für einzelne Abteilungen. Dennoch liegt Deutschland damit weit über dem internationalen Durchschnitt, bei dem nur 28 Prozent der Büroarbeiter sitzungsfreie Tage kennen.
Doch obwohl zahlreiche Besprechungen zeitraubend und ineffektiv sind, steigern Arbeitstage ohne Konferenz nicht automatisch die Produktivität. So stellten 53 Prozent der Angestellten mit einem meetingfreien Tag in der Woche fest, dass sich das unterbrechungsfreie Arbeiten nicht spürbar auf ihr Arbeitsergebnis auswirkte. Demgegenüber stehen 39 Prozent, die glaubten dadurch produktiver geworden zu sein. mehr →