- Aufschreiben. Wenn wir Dinge notieren, transformieren wir sie in eigene Worte aber auch in Bilder, die wir uns besser merken können. Gleichzeitig müssen wir uns entscheiden, was wir aufschreiben: alles, Stichworte, Anmerkungen… All das ist ein komplexer und auch emotionaler Prozess, bei dem sogar taktile Sinne (tippen, schreiben) gereizt werden. Kurzum: Unsere grauen Zellen arbeiten beim Schreiben auf Hochtouren – und die Informationen brennen sich tief in unsere Erinnerung.
- Aussprechen. Worte oder Zahlen lassen sich um bis zu zehn Prozent besser merken, wenn wir sie laut aussprechen, wie allein acht Experimente von Colin MacLeod zeigen konnten. Das gilt allerdings nur für selektive Begriffe – nur weil man einen ganzen Text laut liest, kann man ihn danach nicht auswendig.
- Assoziieren. Merken Sie sich eine Geschichte dazu. Die funktioniert wie eine Eselsbrücke, weil sie weniger abstrakt ist. Eine Ziffernfolge lässt sich etwa in Abschnitte einteilen: 3210072412 wird dann zu„3-2-1 Meins“ – der Ebay-Slogan, 007 der Code von James Bond, 2412 das Weihnachtsdatum. Statt 3210072412 merken Sie sich nur: „Ebay, Bond, X-Mas“. Oder eben eine abstruse Geschichte: „Bei Ebay kauft Bond die Geschenke für Weihnachten.“
Die drei besten Methoden, sich Dinge besser zu merken
Der Zeigarnik-Effekt – Nutzen Sie ihn schon?
Es war Anfang 1927 als die russische Psychologin Bljuma Zeigarnik für einen Forschungsaufenthalt nach Berlin reiste. Sie war einem neuen Phänomen auf der Spur, das sie – so jedenfalls behauptet es die Legende – ausgerechnet in einem Café beobachtet hatte: Ihr Kellner hatte mehrfach hintereinander eine große Zahl von Bestellungen aufgenommen, an die er sich problemlos erinnern konnte – bis er sie alle abgearbeitet hatte. Danach allerdings wusste er nicht mal mehr, ob er jemandem einen Kaffee oder ein Stück Kuchen serviert hatte. Woran aber lag es, dass ihm unerledigte Aufgaben zunächst gestochen scharf im Gedächtnis blieben, um sich nach ihrem Finale schneller aufzulösen als eine Aspirin im Wasserglas? mehr
Gegen das Vergessen – Wie Sie sich Dinge besser merken
Heute habe ich etwas gelernt, was ich vermutlich nach vier Tagen schon wieder vergessen habe: Es gibt so etwas wie die Ebbinghaus’sche Vergessenskurve. Kennen Sie nicht? Bestimmt nur entfallen, denn genau das fand der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus bei Selbstversuchen heraus: Nach rund 20 Minuten hat der Mensch frisch Gelerntes bereits zu 40 Prozent wieder verlernt. Nach einer Stunde sinkt die Halbwertzeit des Wissens bereits auf 45 Prozent, nach einem Tag erinnern wir uns allenfalls noch an ein Drittel (34 Prozent) der eingeprägten Inhalte. Und nach sechs Tagen ist unser Erinnerungsvermögen auf ganze 23 Prozent geschrumpft – auf lange Sicht behalten wir sogar nur 15 Prozent des Erlernten. mehr
Lern-Nachhilfe – Stress verbessert das Gedächtnis
Falls Sie sich gerade gestresst fühlen – keine Bange: Das ist womöglich sogar gut für Ihr Gedächtnis. Denn wer Stresssituationen hinter sich gebracht hat, erinnert sich besser an zuvor Gelerntes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern um André Fenton von der New York Universität.
Bei dem zugrunde liegenden Experiment ließen Fenton und seine Kollegen Mäuse ein T-förmiges Labyrinth durchlaufen. Danach sorgen sie bei der Hälfte der Tiere für Stress und ließen sie durch tiefes Wasser schwimmen. Die andere Hälfte durfte dagegen durch eine Pfütze krabbeln. Nun sollten die Nager noch einmal durch das Labyrinth laufen. Und siehe da: Mäuse, die zuvor gestresst waren, erinnerten sich deutlich besser an den schnellsten Weg durch den Irrgarten als ihre Artgenossen aus der Kontrollgruppe.
Die Erklärung der Forscher: Stress und Angst sorgen dafür, dass sich aufgenommenes Wissen tiefer in unser Gedächtnis brennt – und eben nicht nur der aktuelle Reiz, sondern offenbar auch kurz zuvor aufgenommenes Wissen. Ob sich die Ergebnisse so ohne Weiteres auf den Menschen übertragen lassen, wollen die Wissenschaftler jetzt untersuchen.
Lauf, Lerner, lauf! – Spazieren steigert die Gedächtnisleistung
Wer sich bewegt, lernt besser. Was so simple klingt, hat die Psychologin Sabine Schäfer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung jetzt in einem dreistufigen Experiment untersucht. 32 Kinder und 32 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 25 mussten dazu einen Gedächtnistest absolvieren. Beim ersten Durchgang ließ sie ihre Probanden parallel zum Lernen auf einem Laufband spazieren – bei einer selbst gewählten Geschwindigkeit. Im zweiten Versuch legte Schäfer das Tempo fest. Der dritte Durchlauf indes war keiner: Hier mussten die Teilnehmer die Aufgaben im Sitzen memorieren. mehr
Einsteins Telefonnummer – Darum sollten Sie Daten weiterhin auf Ihrer Bio-Festplatte speichern
Über Albert Einstein kursiert eine nette Anekdote. Die gehört zwar höchstwahrscheinlich zur Kategorie der urbanen Legenden, verdeutlicht aber einen wichtigen Trend in unserer heutigen Gesellschaft:
Albert Einstein war mit einem Reporter unterwegs, um diesem ein Interview zu geben. Am Ende bat der ihn nach seiner Telefonnummer – nur so für etwaige Rückfragen. Einstein ging daraufhin zu einer nahegelegenen Telefonzelle, schlug das Telefonbuch auf, suchte seine Nummer raus und gab sie dem verdutzten Reporter. „Kennen Sie die denn nicht auswendig?“, wunderte sich der Journalist. „Warum sollte ich mein Gedächtnis mit meiner Telefonnummer belasten“, entgegnete Einstein, „wenn ich sie doch jederzeit im Telefonbuch finden kann.“




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