Von Jochen Mai // 15 Kommentare

Hör mir auf mit Darwin! – Warum die Evolutionstheorie schadet

papayaFür die meisten innovativen Durchbrüche der Menschheitsgeschichte gilt wohl, dass sie die Folge anhaltender Gedankenkaskaden waren. So war das auch bei Charles Darwin, dessen Sammlung von Beobachtungen und Hypothesen schließlich in seiner epochalen Beschreibung der Evolution mündeten. Seine Theorien haben unser Denken nachhaltig verändert, viel zur Förderung der Wissenschaft beigetragen, aber ich wage zu behaupten, dass sie uns in einigen Fällen auch geschadet haben. Denn das Konzept, dass das Stärkere das Schwächere verdrängt und dass auch gut so ist, übertragen manche – bewusst oder unbewusst – auf Bereiche, in denen der Gedanke mehr schadet als nutzt. Zum Beispiel im Management.

Vor einigen Tagen schickte mir mein Buchverlag, dtv, eine Neuerscheinung aus ihrem Programm: „The Big Five for Live“ von John Strelecky. Ich gebe zu: Cover und Titel empfinde ich bis heute als ästhetische Zumutung und wirkungsvolle Kaufbremse, erinnert mich beides doch sehr an das ewig weichgespülte Zen-Geschwurbel typisch amerikanischer Prosperitäts-Prosa. Und auch die Erzählform – eine larmoyante Lebenswerkbeschreibung eines Supermanagers, der leider an einem Gehirntumor verstirbt – ist gewöhnungsbedürftig. Trotzdem habe ich dem Buch eine Chance gegeben (auch weil ich gerade nichts besseres zu lesen hatte) – und siehe da: mehr

Artikel, Job 15
Von Jochen Mai // 9 Kommentare

Leerverkauf – Eine Parabel über die Finanzkrise

Der junge Bill will mit einer eigenen Ranch reich werden. Also kauft er einem Farmer ein Pferd ab. Dem Farmer zahlt er dafür 100 Dollar, der wiederum verspricht das Pferd am nächsten Tag zu liefern. Doch es kommt anders: Am darauffolgenden Tag überbringt der Farmer Bill nur eine schlechte Nachricht: Das arme Tier sei in der Nacht gestorben. Daraufhin sagt Bill: “Kein Problem. Gib mir einfach mein Geld zurück!” Doch der Farmer verneint: “Das Geld habe ich gestern bereits für Dünger ausgegeben.” Da überlegt Bill kurz und meint dann nur noch: “Dann gib mir wenigstens tote Pferd zurück. Ich will es verlosen!” Der Farmer ist völlig verwirrt: “Du kannst doch kein totes Pferd verlosen!”, wundert er sich. “Doch, doch”, sagt Bill, “ich erzähle einfach keinem, dass es schon tot ist…” mehr

Von Jochen Mai // 5 Kommentare

Passt partout – Der Dumme gibt nach

Der deutsche Dichter und Theologe Johann Peter Hebel (1760-1826) erzählt die Geschichte von einem Vater, der seinem Sohn die Torheit der Welt zeigen will. Er führt dazu einen Esel aus dem Stall und alle drei wandern in das nächste Dorf. Die Bauern verspotten das Trio und rufen: „Seht doch, diese Narren! Haben einen Esel und keiner sitzt drauf.“ Kaum haben sie das Dorf verlassen, setzt sich der Vater auf den Esel, und der Sohn führt beide in das zweite Dorf. Wieder spotten die Bauern: „Was für ein Gespann! Der Alte reitet und der arme Junge muss laufen.“ Kurz hinter dem Dorf tauschen Vater und Sohn die Rollen. Doch wieder schimpfen die Bauern: „Es ist nicht recht, dass der Alte laufen muss. Der Junge hat die kräftigeren Beine!“ Nun setzen sich beide auf den Esel – der Vater vorn, der Junge dahinter. So reiten sie gemeinsam in die vierte Siedlung, und man ahnt es längst: Auch hier finden die Bauern Anstoß: „Pfui, ihr Tierquäler“, rufen sie. „Man sollte einen Stock nehmen und beide herunterschlagen!“ Da erreichen sie das fünfte Dorf. Noch vor dem Eingang binden sie die Beine des Esels zusammen, fädeln sie durch eine Stange und tragen so den Esel auf ihren Schultern durch den Ort. Als die Leute das sehen, verhöhnen sie Vater und Sohn und jagen alle drei mit Steinwürfen fort. mehr

Von Jochen Mai // 1 Kommentar

Fundsachen – Anregungen und Anstöße aus dem Netz

Erfahrung wichtiger als Loyalität

LinksEx-Mitarbeiter wieder einstellen? 81 Prozent der deutschen Manager würden das sofort tun, so das Ergebnis einer Umfrage unter 2395 Personalmanagern in 13 Ländern durch den Personaldienstleister Robert Half Finance & Accounting. Die Begündung: Wer den Job wechselt, sammelt wertvolle Erfahrungen und erweitert seinen Horizont. Das steigert den Marktwert der Mitarbeiter.

[Gefunden in der Jungen Karriere]

Toilettenpapier-Theorie

Schon etwas älter und über das Bewerberblog gefunden: Die Toilettenpapier-Theorie. Sie sagt im Grunde: Über die Unternehmenskultur können die Chefs viel erzählen. Aber schau dir an, ob und wie die Papierrollen auf dem Lokus gewechselt werden und wie gepflegt das stille Örtchen ist, und du kennst die wahre Kultur. Sind etwa die Mitarbeiter selbst dafür verantwortlich, dass die Klorollen gewechselt werden beziehungsweise dem Nachfolger einen benutzbares WC zu hinterlassen und geschieht dies nicht, so wissen Sie: Hier denkt jeder nur an sich. Es gibt ein einziges Hauen und Stechen. Und da der Fisch vom Kopf stinkt, hausen in der Beletage höchstwahrscheinlich Egomanen. Soweit jedenfalls die Theorie…
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Von Jochen Mai // 7 Kommentare

Hier und jetzt – Das Glück der Gegenwart

Ein weiser Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so glücklich sein könne. Da sagte der Mann: “Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich liebe, dann liebe ich …”
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: “Aber das tun wir doch auch! Was aber machst Du darüber hinaus?”
Der Mann antwortete nur: “Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich … ”
Wieder sagten die Leute: “Das tun wir genauso!”
Da entgegnete ihnen der Mann: “Nein! Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.”

[Quelle unbekannt]
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Erfolg in 7 Worten

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  1. Seien Sie da. Der beste Weg, einem Kollegen oder Freund zu helfen, ist auch der einfachste: Sorgen Sie dafür, dass der Betreffende sich nicht allein gelassen fühlt. Hören Sie zu, spendieren Sie einen Kaffee, gehen Sie zusammen essen. Und sagen Sie – beiläufig – was Sie an dem Kollegen schätzen. Nur eines dürfen Sie auf gar keinen Fall: ungefragte Ratschläge verteilen, belehren, beurteilen, kritisieren.
  2. Reden Sie nichts klein. “Ach, das wird schon wieder!”, “Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.”, “Sei nicht so dünnhäutig…” – Kommentare wie diese streuen nur noch Salz in die Wunde. Und sie sind verletzend, weil sie die wahren Gefühle und Sorgen des Betroffenen ignorieren und stattdessen nur die eigene Perspektive transportieren. Stellen Sie lieber Fragen und zeigen Sie Verständnis.
  3. Haben Sie Geduld. Manche denken, wenn man sich um den betreffenden Kollegen kümmert, müsse der sich doch bitte bald wieder einkriegen. Fatal! Das erzeugt nur zusätzlichen Druck, den der andere spürt. Dahinter steckt schon der unterschwellige Vorwurf: Du bist so nicht ok. Besser: Lassen Sie dem anderen die Zeit, die er oder sie braucht. Und puffern Sie jeden Druck ab – das hilft wirklich.
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Drei Wege, wie Sie einem niedergeschlagenen Kollegen wirklich helfen