Sie sollten darauf achten, dass es keine peinlichen Fotos von Ihnen in sozialen Netzwerken gibt. Check. Falls es doch welche gibt, dann sollten Sie wenigstens Ihre Verlinkungen darauf entfernen. Check. Alternativ können Sie Ihre Einstellungen zur Privatsphäre so lange hochschrauben, bis nur noch Ihr engster Freundeskreis überhaupt Fotos von Ihnen betrachten kann. Check. Und absolut alle Ihre Kommentare sollten so harmlos sein, dass niemand, von dem Sie in den nächsten 15 Jahren beruflich abhängig sein könnten, sich daran stört. Check?
Personaler checken unsere Internetprofile, um zu sehen, ob uns irgendwelche Eigenschaften untauglich für eine Stelle machen; Verliebte prüfen ihre Dates, Vermieter ihre Mieter und so weiter. Das kennen wir. Haben wir zur Genüge gelesen. Dennoch mahnte Jeffrey Rosen, Juraprofessor an der George Washington Universität, kürzlich in der New York Times dazu, sich die Tragweite von Handlungen im Netz stetig bewusst zu machen. Denn im Gegensatz zu Menschen vergisst das Internet nichts. Zur Verdeutlichung der Konsequenzen genügt die aus dem TV bekannte Miranda-Warnung: Alles, was Sie tun, kann und wird gegen Sie verwendet werden.
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Sie werden gegoogelt, ob Sie wollen oder nicht. Die Kollegen sind neugierig, potenzielle Arbeitnehmer recherchieren vor Bewerbungsgesprächen Ihren Ansprechpartner und Kunden möchten wissen, wer am anderen Ende der Telefonleitung sitzt. Gut für Sie, wenn sich nur Einträge finden lassen, die Sie kompetent und sympathisch zeigen. Zumindest in manchen Branchen entstehen auf diesem Weg nicht selten neue Aufträge.
Eher schlecht hingegen, wenn eine Recherche Webprofile zu Tage fördert, die Sie vielleicht selbst schon vergessen haben. So führte mich die Suche nach den Kontaktdaten eines Kunden nicht nur auf dessen Webseite, sondern auch gleich noch auf sein Profil in einer Swinger-Community – diverse, persönliche Angaben inklusive.
Knapp jeder zweite Personaler überprüft Bewerberprofile inzwischen im Social Web, bevor es zum Bewerbungsgespräch kommt. Rund 57 Prozent der Bewerber ist dies auch bewusst, denn sie testen ihre Online-Präsenz „auf jeden Fall“ vor einer Bewerbung und versuchen, unangebrachte Daten verschwinden zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Onlineumfrage der Jobbörse karriere.at unter 406 Teilnehmern. Im Detail:
Vor einer Bewerbung checke ich mein Online-Profil…
Reputation ist wie feines Porzellan: Einmal zerbrochen, ist nur schwer wieder zu reparieren.
Abraham Lincoln
Rund 23 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind ihrem Arbeitgeber gegenüber loyaler als vor der Wirtschaftskrise. Dabei fühlen sich ältere Mitarbeiter stärker an ihr Unternehmen gebunden als ihre jüngeren Kollegen, so das Ergebnis einer gerade veröffentlichten Studie des Personaldienstleisters Kelly Services bei der international rund 134.000 Arbeitnehmer befragt wurden, davon über 2000 in Deutschland.
| Die Hauptergebnisse der Studie: mehr → |
Kurz vermeldet: Etwas mehr als die Hälfte der Personaler wollen in diesem Jahr verstärkt Social-Media-Dienste investieren, drei Viertel der Personalverantwortlichen haben dabei vor allem das Recruiting und das Employer Branding im Fokus. Das ist das Ergebnis des 32 Seiten starken Social Media Report HR 2010, bei dem 651 Personalverantwortliche in Deutschland und Österreich befragt wurden. Initiator und Urheber der Studie: mein Blogger-Kollege Thorsten zur Jacobsmühlen (und niemand anderes, wie kursierende Pressemitteilungen versuchen stattdessen weiß zu machen). Bisher setzen schon rund 40 Prozent der Befragten soziale Netzwerke und andere Social-Media-Dienste hierfür ein – rund 27 Prozent wollen es künftig tun. Xing verwenden fast 40 Prozent der HR-Verantwortlichen, Facebook, LinkedIn oder Twitter spielen dagegen eine noch untergeordnete Rolle.
Ebenfalls interessant: Nahezu die Hälfte der Unternehmen erlaubt ihren Mitarbeitern Web-2.0-Anwendungen während der Arbeitszeit zu nutzen. Zwei Drittel der Befragten sagten, es gebe in ihrem Betrieb keine Richtlinien für den Umgang mit Social Media.