Kaum ist das Wochenende vorbei, fühlt man sich morgens wie gerädert. Sind Sie montags auch immer so müde?
3,2 Millionen Menschen mussten 2009 Nachtarbeit leisten. 2008 waren es allerdings noch 3,54 Millionen – ein Rückgang um zehn Prozent, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Tages der Arbeit (1. Mai) meldete. Insgesamt leisteten damit 8,3 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland im vergangenen Jahr ständig oder regelmäßig nachts – also zwischen 23 und 6 Uhr. Weitere 6,2 Prozent (entspricht 2,4 Millionen Menschen) verzichteten zumindest gelegentlich ganz oder teilweise auf ihre Nachtruhe, um einem Job nachzugehen. Am stärksten verbreitet ist Nachtarbeit im Produzierenden Gewerbe, im Gesundheitswesen und im Bereich Verkehr. Besonders betroffen sind beispielsweise Bus- und Zugpersonal, Industriearbeiter, Hotelbedienstete oder Krankenhauspersonal. Der aktuelle Rückgang der Nachschichtler ist vor allem auf den mit der Wirtschaftskrise einhergehenden Stellenabbau zurückzuführen.
Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf, heißt es. Offenbar gilt das aber nicht nur für Gottes Volk. Eine neue Studie der Harvard Medical School deutet jetzt darauf hin, dass erfolgreiche Lernstrategien möglichst zahlreiche Schlafpausen – im Fachjargon Nap genannt – beinhalten sollten. Bei dem Versuch sollten die Teilnehmer mehrere Orientierungsaufgaben in einer animierten Computerlandschaft lösen. Dabei zeigte sich: Jene Probanden, die zwischendurch einen Nap machen konnten und dabei sogar träumten, lernten sich schneller zu orientieren und lösten auch die Aufgabe insgesamt besser. Robert Stickgold, Leiter des Versuchs an der Harvard Medical School dazu:
We at first thought that dreaming must reflect the memory process that’s improving performance. But when you look at the content of the dreams, it was hard to argue that. We think that the dreams are a marker that the brain is working on the same problem at many levels. The dreams might reflect the brain’s attempt to find associations for the memories that could make them more useful in the future.
Mit anderen Worten: Wer viel lernen will, sollte sich zwischendurch immer wieder Schlafintermezzos gönnen in denen ebenso Zeit zum Träumen bleibt. Denn träumen – so scheint es – übernimmt eine wichtige Teilaufgabe im Lernprozess unseres Gehirns – auch wenn wir in der Regel kaum mehr als zehn bis 15 Prozent des Geträumten erinnern. mehr →
Nachts, halb Zwölf in Deutschland: Wenn die Deutschen zu Bett gehen, dann pflegen sie ihre Einschlafrituale, hat jetzt eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung im Auftrag der „Apotheken Umschau“ ergeben. Die Details (Mehrfachnennungen waren möglich):
Na, wie war Ihr gestriger Tag im Büro? Mäßig? Mühevoll? Murks? Nicht schlimm… heute und morgen gibt es neue Chancen. Und zwar für den perfekten Tag! Hier die Anleitung dazu:
Der Wecker klingelt – mitten in der Nacht. Gefühlt jedenfalls. Snoozen hilft auch nicht weiter. Im Gegenteil: Eher ist es ein Indiz für die aktuelle Abeitslust beziehungsweise -unlust. Gut möglich, dass Sie sich gerade in einer Art Biojetlag befinden. Wir alle sind nämlich sogenannte Chronotypen. Die kennen Sie vielleicht als Frühaufsteher (Fachjargon Lerche). Diese Typus ist gleich nachdem er sich aus den Laken geschält hat topfit und kann – theoretisch – kurz darauf locker eine Stegreifrede halten. Der Langschläfer (Fachjargon Eule) hingegen schafft es morgens nur mit größter Mühe aus der Horizontalen, hält dafür aber abends länger durch.
Schlafforscher haben festgestellt, dass Frühaufsteher meist bessere schulische Leistungen aufweisen, während die Nachtschwärmer neugieriger und offener für neue Impulse sind. Der Chronobiologe Achim Kramer von der Berliner Charité fand heraus, dass die innere Uhr von Eulen und Lerchen um bis zu zwei Stunden zeitversetzt ist. Was wir selbst sind, wird aber schon im Mutterleib genetisch festgelegt. mehr →
Auch wenn es vielen angesichts zunehmend voller Terminkalender wie pure Verschwendung erscheint, ein Drittel ihrer Lebenszeit in der Horizontalen zu verbringen: Wir alle brauchen unseren Schlaf, um klarer zu denken, den Psychomüll zu entsorgen, schneller zu reagieren und Neues zu lernen.
Typischerweise verläuft gesunder Schlaf in fünf Phasen (siehe Abbildung): In Phase 1, also wenn wir zu Bett gehen, fährt der Organismus allmählich runter, Blutdruck und Körpertemperatur sinken ab, wir schlafen ein. In der Tiefschlafphase (2) setzt der Körper vor allem auf Erholung, wir regenerieren uns – dank Somatotropin. In Phase 3 verarbeitet das Gehirn die Eindrücke des Tages und lernt, Folge: Wir träumen besonders wild. Die Körpertemperatur erreicht jetzt ihren Tiefststand. In Phase 4 sind körperliche Erneuerung und Lernprozess abgeschlossen, der Hormonmix verändert sich: Statt Melatonin strömt nun vermehrt das Aufwachhormon Kortisol durch die Blutbahnen. Wir schlafen immer flacher, träumen aber umso wilder, nicht selten auch Erotisches. Spätestens in Phase 5 kommen noch eine ordentliche Dosis des Sexualhormons dazu sowie ein Schuss Ghrelin – das Hormon sorgt für wachsenden Hunger. Sobald Kortisolspiegel und Hungergefühl ausreichen, wachen wir von alleine auf. mehr →