Es gibt Studien oder Experimente nach deren Lektüre ich weiß, was ich alles nicht weiß. Man könnte aber auch sagen: Danach bin ich mehr von der unglaublichen Dämlichkeit des Menschen überzeugt, als von seiner oft unterstellten Intelligenz.
Von dem amerikanischen Verhaltensökonomen und renommierten Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Dan Ariely, stammt ein solches Experiment. Es ging dabei um Entscheidungen. Das heißt, eigentlich ging es darum, wie wir sie treffen und darum, dass wir uns oft vielmehr auf das konzentrieren, was wir dabei verlieren, als auf das, was wir dabei womöglich gewinnen. Es ist ja so: Mit jeder Entscheidung für etwas schließen wir gleichzeitig zig Alternativen aus. Sie entscheiden sich für das iPhone und damit gegen alle anderen Smartphones, die Sie auch hätten kaufen können (und drei Dinger davon kauft ja kein Mensch klaren Verstandes). Sie entscheiden sich für einen Partner und schließen damit all die anderen Amouren aus, die Sie vielleicht auch noch hätten haben können. Jedenfalls macht man das in der Regel so. Ach, Sie wissen schon, was ich meine. mehr →
Zugegeben, es ist nicht immer leicht eine Entscheidung zu treffen, vor allem dann, wenn es mehrere Optionen gibt. Von Suzy Welch (das ist die Frau des Ex-General-Electric-Bosses Jack Welch) stammt das sogenannte 10-10-10-Modell, mit dem sich Entscheidungen relativ simpel und schnell treffen lassen. Dazu rät sie zunächst alle wesentlichen Informationen zum Entscheidungsproblem zu recherchieren und zu sammeln, jedoch unter folgenden Prämissen:
Klingt trivial. Ist es auch. Jedoch hilft ein solcher Auswahlprozess den Blick in Richtung Zukunft und den langfristigen Auswirkungen der Wahl zu schärfen. Wer etwa einen neuen Job sucht, sollte das 10-10-10-Modell einmal durchspielen und sich fragen, ob ihn oder sie die Stelle wirklich dorthin bringt, wo er oder sie auch in zehn Jahren hin möchte. Sicher, meist kommt es anders als man denkt. Aber aufgrund dieser Weisheit, braucht man sich gleich gar nicht mehr entscheiden. Und keine Wahl ist ja bekanntlich auch eine Wahl.

das war’s: Der Gastautoren-Wettbewerb ist abgelaufen, hinter uns liegen zwei phantastische Wochen mit insgesamt 14 ebenso lesenswerten wie lehrreichen, nützlichen, amüsanten und inspirierenden Beiträgen. Und an dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen Einsendern bedanken: Chapeau!
Damit liegt es jetzt an Ihnen, liebe Leser, zu entscheiden, welcher Beitrag der beste ist. Dazu habe ich weiter unten ein Abstimmungstool vorbereitet, bei dem Sie per Mausklick Ihre Stimme abgeben können. Ich bitte natürlich alle Leser im Allgemeinen, die Teilnehmer und deren Freunde im Besonderen so fair zu sein, die Wahl nicht zu manipulieren. Bei offensichtlicher Zuwiderhandlung müsste ich den betreffenden Autor disqualifizieren, und das kann ja keiner wollen.
Falls Sie nicht jeden Tag die Wettbewerbsbeiträge mitgelesen haben oder sich nicht mehr genau erinnern können, wer worüber geschrieben hat: Hier noch einmal die Liste aller eingesandten Artikel – viel Vergnügen bei der Lektüre. Und bitte vergessen Sie nicht, danach oder gleich rechts abzustimmen… mehr →
Jetzt, so kurz vor der Bundestagswahl, reden alle gerne über Mehrheiten. Es geht darum, die Mehrheit der Stimmen zu bekommen, um Deutschland zu regieren, vor allem aber um den oder die Kanzler(in) zu stellen. Dabei spielen Minderheiten bei Entscheidungen mitunter ein enorm einflussreiche Gruppe. Und damit meine ich nicht nur die kleinen Parteien, die in diesen Tagen bei entsprechender Stimmverteilung auf die Rolle des Kanzlermachers hoffen, weil sie – je nachdem mit wem sie koalieren – dann einer der beiden großen Parteien zur relativen Mehrheit verhelfen. Das Ganze lässt sich auch in wesentlich kleineren Gruppen beobachten – in Teams zum Beispiel.
Der Psychologe Serge Moscovici hat das genauer untersucht. Er zeigte vier Probanden in einem Raum farbige Dias. Alle zeigten blaue Flächen: hellblaue, dunkelblaue, aquamarinblaue, kobaltblaue, leuchtendblaue, blaufrische (wie die Farbe dieses Blogs) … Blau eben. Anschließend ließ er seine Versuchsteilnehmer die Farbe benennen, die das Dia zeigte. Keine allzu schwere Aufgabe, wie Sie sich denken können. Was die Probanden aber nicht wussten: Es gab zwei eingeweihte Querulanten, die vehement behaupteten, das Dia sei grün. Und ob Sie es glauben oder nicht: Danach stieg die Zahl derjenigen, die meinten das Dia sei tatsächlich „grün“, signifikant an: mehr →
Es war ein einfacher Versuchsaufbau. Ein paar Ärzte wurden in Dreiergruppen aufgeteilt und bekamen je zwei Videos von einem Patienten zu sehen. Das erste Video sahen alle. Vom zweiten Video gab es drei Varianten, so dass in jeder Gruppe die Ärzte je einen zweiten unterschiedlichen Clip sahen. Anschließend sollten Sie eine Diagnose für den Patienten erstellen. Soweit, so normal. Der Knackpunkt in dem Experiment war jedoch: Die entscheidenden Informationen für eine richtige Diagnose lagen in den individuellen Videos. Die Ärzte würden also nur richtig entscheiden können, wenn sie jeweils exklusive Informationen teilen würden. Was passierte?
Vermutlich ahnen Sie es: Weißkittelträger redeten fast ausschließlich über den Film, den alle drei gesehen hatten, mit dem Effekt, dass ihre Diagnose nur suboptimal ausfiel. Frag drei Ärzte, und du bist tot… Dabei kann man den Ärzten eigentlich überhaupt keinen Vorwurf machen: Sie handeln wie wir alle.
Immer wieder bescheinigen psychologische Studien, dass Menschen, wenn sie versuchen Gruppenentscheidungen zu treffen, die meiste Zeit damit verbringen, anderen Dinge zu erzählen, die sie schon alle wissen. Kaum einer ist bereit, neue Aspekte einzubringen oder Informationen zu teilen, die nur er oder sie besitzt. mehr →