Der Klassiker im Büro-Aufzug: Nach der gemeinsamen Nahrungsaufnahme in der Kantine steigen ein paar Kollegen in den Aufzug. Irgendeiner spielt immer den Liftboy und fragt die anderen nach dem Stockwerk. Eine andere lästert – erst über das Essen, dann über Kollegen. Das ist die Elevator Bitch. Zwei schauen auf den Boden. Der eine aus Scham, der andere mustert die Kurven der Kollegin. Von hinten. Die spürt das und nestelt am Ärmel. Der Liftboy grinst sie an, macht gute Laune zum notgeilen Spiel – erfolgreich: Er hat noch Petersilie zwischen den Zähnen… Zehn Sekunden Gefangenschaft im Menschenzoo. Das können sehr kurzweilige zehn Sekunden sein. Oder der Fahrstuhl in die Hölle.
Man kann den Menschen daraus keinen Strick drehen. So etwas wie eine allgemeine Aufzug-Etikette existiert nicht. Außer der generellen Regel, seine Mitmenschen nicht zu belästigen und Rücksicht zu nehmen. Gut, damit müssten eigentlich schon all jene die Treppe nehmen, die sich in einen derart dichten Duftnebel hüllen, dass man sie selbst zehn Minuten, nachdem sie den Lift schon längst verlassen haben, noch riechen kann. Genauso jene, die mit Kopfhörern noch so laut Musik hören, dass man glaubt, es sei Fahrstuhlmusik. Machen die aber nicht. Machen die nie.
Und so gibt es auch weiterhin Kollegen mit Macken und Mundgeruch, die in Aufzügen hörbar Kaugummi kauen, am Handy mit ihrem Arzt die Diagnose ihrer Diarrhoe durchgehen, nur ein Stockwerk fahren oder stundenlang in der Lichtschranke stehen bleiben. Grund genug also hier mal genauer nachzufragen, was Büroarbeiter im Aufzug am meisten nervt.
Careerbuilder hat das kürzlich in den USA gemacht (3892 Befragte). Ergebnis:
Am meisten nerven im Fahrstuhl Kollegen, die…
- laut telefonieren (35 Prozent).
- die Tür nicht aufhalten, wenn man noch schnell hinein will (33 Prozent).
- sich trotzdem noch reinquetschen, obwohl der Lift übervoll ist (32 Prozent).
- auf Tuchfühlung gehen, obwohl der Aufzug leer ist (32 Prozent).
- die Tür blockieren, statt die Leute erst mal rauszulassen (27 Prozent).
- die Aufzugtür auf unbestimmte Zeit blockieren, weil sie auf jemanden warten (26 Prozent).
- sich vordrängeln (23 Prozent).
- nur ein Stockwerk hochfahren und damit alle aufhalten (20 Prozent).
- den falschen Knopf drücken (17 Prozent).
- in den Fahrstuhl reinschauen, satt heraus wie alle (7 Prozent).
16 Prozent sagten indes, der größte Horror für sie sei, wenn der Fahrstuhl stecken bleibt – mit dem ganzen Panoptikum an Bord.
Und wie geht es Ihnen im Lift?
Nun lässt sich freilich sagen: Nette US-Studie, aber nicht auf hiesige Verhältnisse übertragbar! Könnte sein. Könnten Sie aber auch herausfinden – indem Sie bei unserer Umfrage mitmachen. Also mal Tacheles gesprochen…
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Christian Gera
So genau habe ich noch nie über Fahrstühle siniert. Gut gemacht & gleich mal mitgevotet. Als Zivi musste ich oft im Krankenhaus den bösen Fahrstuhl fahren & blieb promt 2x stecken. Bester Ausdruck hier- die “Elevator-Bitch”- grandios! lg aus Bochum