Leistungsphasen


Es gibt gute Zeiten. Und es gibt schlechte. Angeblich hängt das vom Biorhythmus ab. Die Anhänger dieser Lehre glauben, dass das Leben jedes Menschen von drei unterschiedlichen Rhythmen bestimmt wird: dem körperlichen (er dauert 23 Tage), dem emotionalen (28 Tage) und dem geistigen (33 Tage). Bei der Geburt schlagen alle drei noch im selben Takt, später überlappen und überlagern sie sich. So entsteht ein ewiges Auf und Ab von Leistung, Stimmung und Erfolg. Den eigenen Biorhythmus zu ermitteln, hat allerdings den gleichen Unterhaltungswert wie das richtige Horoskop zu finden. Beides ist blanker Unfug.

Trotzdem gibt es bei jedem Menschen innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen, die auch in den darauf folgenden Tagen recht regelmäßig wiederkehren. Zumindest, wenn man nach einem bestimmten Takt schläft, isst, arbeitet und entspannt. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie: Der Organismus des Menschen, also Stoffwechsel, Organtätigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Muskeltonus, schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Interessanterweise scheint sich Homo sapiens dabei vor allem in zwei sogenannte Chronotypen zu unterteilen: die Frühaufsteher (auch Lerchen genannt). Sie stehen schon früh morgens auf und sind sofort topfit. Und die Langschläfer (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht, beide brauchen im Schnitt zwischen sieben und acht Stunden.

Allerdings liegen ihre individuellen Leistungsphasen stark zeitversetzt. Wer seinen eigenen Typ kennt und dies im Alltag berücksichtigt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deshalb deutlich verbessern. Schwierige Aufgaben legt man dann möglichst in die Hochphasen, der lästige Kleinkram wird in den Durchhängerphasen erledigt. Die obige Grafik zeigt, wie sich die einzelnen Zeiten bei beiden Typen über den Tag verteilen. Allerdings sind das natürlich Durchschnittswerte, die im Einzelfall variieren können.