„Meine beste Mitarbeiterin hat mir gerade offenbart, dass sie ein besseres Jobangebot hat und uns verlassen will. Und nun?“
„Lass Sie ziehen. Die Alternativen wären schlimmer. Du kannst natürlich versuchen, ihr mehr Gehalt zu bieten, mehr Budget, mehr Verantwortung, mehr Lametta auf der Schulter, einen schmucken Titel auf der Visitenkarte und dazu eine Beförderung. Aber wenn das andere Unternehmen schlau war, hat es ihr so etwas bereits geboten. Wenn du gleich ziehst, verprellst du es dir aber höchstwahrscheinlich mit all den anderen Kollegen im Stall. Die leisten ja hoffentlich auch jeden Tag gute Arbeit und sind dazu noch loyal. Sie registrieren dann allerdings nur: Illoyalität zahlt sich aus. Eine gefährliche Botschaft!“
„Das reißt aber ein großes Loch in unsere Company.“
„Selber schuld. Personalarbeit beginnt nicht an dem Tag, an dem einer kündigt. Gerade die Leistungsträger wollen gehegt und gepflegt werden – etwa durch Anerkennung ihrer Mühen, auch monetäre, durch Freiheiten und prestigeträchtige Aufgaben. Wer Überdurchschnittliches leistet, weiß das auch. Und die Chefs sollten sie im Alltag immer wieder spüren lassen, dass sie das auch sehen, schätzen und belohnen. Gute Personalarbeit beinhaltet allerdings auch, immer einen Plan B und einen Ersatzspieler auf der Bank zu haben. Selbst wenn du alles richtig machst: Manch einer braucht irgendwann dringend einen Tapetenwechsel. Dem kannst du alles bieten – und ihn doch nicht halten.“
„Das hilft mir jetzt aber auch nicht weiter.“
„Ich weiß. Aber dafür gibt es auch keine Instant-Lösung. Umgekehrt würde ich der Mitarbeiterin auch nicht raten, zu bleiben. Denn sie bewiese damit auch noch, dass sie lediglich opportun entscheidet. Dass sie auf dem Sprung ist, hat sie ja schon gezeigt. Mit beidem zusammen stünde sie ganz oben auf der Abschussliste, falls mal mehrere Entlassungen nötig wären – Top-Kraft hin oder her.“







derherold
Für solche Fragen hatten Jack W. und Ehefrau recht schöne, eindeutige Antworten.(Ich bin zwar kein Welch-Fan aber ich fand das meiste aufschlußreich und weitestgehend ehrlich).
Es gab da auch ein Magazin, dessen Name mir jetzt nicht einfällt, daß zahlreiche ihrer Beiträge wöchentlich(?) veröffentlich hat.