Teamarbeit Merkmale Definition Vorteile Nachteile
Teamarbeit: Die gemeinsame Arbeit im Team scheint in der heutigen Berufswelt allgegenwärtig zu sein. Jeder Arbeitgeber sucht in seinen Stellenausschreibungen den perfekten Teamplayer, der sich sowohl gut in bestehende Teams einfügen können muss, als auch gleichzeitig in der Lage sein soll, seine Meinung zu vertreten und eine Führungsposition zu übernehmen. Aber entspricht diese Vorstellung wirklich der Realität im alltäglichen Berufsleben? In vielen Fällen nicht, denn obwohl sich nahezu jedes Unternehmen die Teamarbeit auf die Fahnen geschrieben hat, verrichten viele Arbeitnehmer ihre Tätigkeiten größtenteils alleine und kommen höchstens in Meetings mit den Kollegen zusammen. Die Gemeinschaft eins Teams sollte bei Arbeitgebern jedoch nicht nur ausgerufen, sondern tatsächlich gelebt werden, da sie glücklich macht und die Motivation steigert. Wir zeigen, was erfolgreiche Teamarbeit ausmacht und wie sie funktioniert...

Teamarbeit: Mehr als nur Meetings und Projekte

Teamarbeit Definition Merkmale VorteileTeamarbeit bedeutet gemeinsame Projekte, enges Zusammenarbeiten, regelmäßige Meetings. Einer solchen Definition lässt sich zwar kaum widersprechen, da sie einige wesentliche Punkte benennt, doch sollte sich Teamarbeit nicht nur auf diese beschränken. Wirkliche Zusammenarbeit geht weit über einen gemeinsamen Schreibtisch und die Aufteilung der Verantwortung bei einer Aufgabe hinaus.

Wahre Teamarbeit zeichnet sich durch einige wichtige Prinzipien aus, die sich auch außerhalb der direkten Zusammenarbeit zeigen:

  • Zugehörigkeitsgefühl

    Niemand möchte ausgeschlossen werden oder das Gefühl haben, bei einer Gruppe außen vor zu bleiben. Ein wichtiges Merkmal der Teamarbeit ist deshalb der Zusammenhalt und das Wir-Gefühl zwischen den Kollegen. Sicherlich gehört auch Konkurrenz zum Berufsleben dazu, doch für erfolgreiche Teamarbeit sollten die Mitarbeiter sich als Teil der Gruppe sehen und auch entsprechend gegenseitig behandeln.

  • Kommunikation

    Wie soll Teamarbeit funktionieren, wenn der eine nicht weiß, was der andere tut? Eben. Ohne die nötige Kommunikation funktioniert in einem Team gar nichts. Entweder bleiben wichtige Dinge komplett unerledigt oder die Ergebnisse leiden, weil Informationen nicht weitergegeben wurden.

  • Ziele

    Jeder verfolgt seine persönlichen beruflichen Ziele: Mehr Gehalt, eine höhere Position oder einfach Zufriedenheit im Job. Ein Merkmal guter Teamarbeit sind aber in erster Linie gemeinsame Ziele, eine Richtung, die zusammen eingeschlagen wird und ein Weg, für den sich alle gleichermaßen einsetzen und interessieren.

  • Unterstützung

    Ja, wir haben alle viel um die Ohren, manchmal stapeln sich die Aufgaben und ganz ohne Stress kommt kaum jemand durch die Arbeitswoche. Da bleibt wenig Zeit, sich auch noch um andere zu kümmern, doch auch das ist ein wichtiger Aspekt der Teamarbeit: Die Augen nicht nur für die eigenen Probleme öffnen, sondern erkennen, wenn ein Kollege Hilfe braucht und diesem zur Seite springen - selbst wenn der eigene Terminkalender schon gut gefüllt ist.

Voraussetzungen für erfolgreiche Teamarbeit

Teamarbeit Voraussetzungen RegelnEs ist eine Sache, Teamarbeit als wichtigen Faktor in einem Unternehmen zu erkennen und zum Standard zu erklären. Das allein reicht jedoch nicht aus, um tatsächlich erfolgreiche Teamarbeit zu etablieren. Wir packen das Projekt zusammen an - das kann zwar motivieren, aber es braucht auch die entsprechenden Voraussetzungen, um erfolgreich im Team zu arbeiten. Nur so kann aus vielen einzelnen Persönlichkeiten tatsächlich eine Gemeinschaft werden, die zusammen etwas erreichen kann.

Diese drei Voraussetzungen sollten für erfolgreiche Teamarbeit gegeben sein:

  • Teamdenken

    Denkt jeder nur an den eigenen Vorteil und versucht ständig bei jeder Gelegenheit, die Kollegen auszustechen, kann Teamarbeit nicht funktionieren. Leider ist die Ellenbogen-Mentalität weit verbreitet. Sie sollen sich zwar nicht unterbuttern lassen, aber nur wenn Sie auch an das Team und den gemeinsamen Erfolg denken, wird Zusammenarbeit möglich.

    Diesen Punkt müssen vor allem Unternehmen und Vorgesetzte verinnerlichen, denn es beginnt bereits bei der Unternehmenskultur. Wird immer wieder vorgelebt, dass Einzelleistungen stärker gefördert werden als Teamerfolge - indem beispielsweise einzelne Mitarbeiter besonders hervorgehoben werden - verstärkt man das Konkurrenzdenken.

  • Verantwortung

    Ob im Team oder alleine: Fehler passieren. Das gehört zum Job dazu und ist erst einmal nicht weiter schlimm. Allerdings sollte jeder bereit sein, die Verantwortung zu übernehmen, wenn er Mist gebaut hat. Wer versucht, sich hinter anderen zu verstecken oder den Fehler in der Hoffnung, dass es niemand bemerkt, überspielt, schadet dem gesamten Team.

    Jeder verdächtigt jeden, die Kontrolle nimmt zu und das gute Betriebsklima ist dahin. Auch hier sollten Vorgesetzte mit Vorbildfunktion vorangehen, eigene Fehler einräumen und den richtigen Umgang mit Fehlern zeigen, anstatt laut zu werden und Strafen zu verhängen.

  • Organisation

    Viele Köche verderben den Brei... Um diesen Effekt zu vermeiden, ist Organisation ein wichtiger Pfeiler der Teamarbeit. Woran wird aktuell gearbeitet, wie weit sind die Kollegen, bis wann müssen Teilaufgaben erledigt sein, um alles zusammenfügen zu können? Nur mit entsprechender Organisation kann die Arbeit von vielen zu einem Teamprojekt werden.

    Wichtig sind auch die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz, die wichtige Voraussetzungen für die Teamarbeit darstellen. Um Teamarbeit zu fördern, müssen Arbeitgeber bereit sein, ihr den nötigen Raum zu geben. Damit sind nicht nur Meetings gemeint, sondern auch organisatorische Freiräume, wie etwa Zeiten, die Mitarbeiter frei gestalten können, um gemeinsam ein Projekt voran zu bringen.

Warum ist Teamarbeit so wichtig?

Bei einigen Aufgaben, insbesondere wenn große Konzentration erforderlich ist, kann es zu angenehm sein, sich zurückzuziehen und alleine an einer Lösung zu arbeiten. Diesen Effekt kennen viele bereits, denen es schwer fällt, eine Kopfrechen-Aufgabe zu lösen, wenn jemand anders gleichzeitig spricht oder gar selbst versucht, laut zu rechnen. Widerspricht diese Erkenntnis aber dem Grundgedanken der Teamarbeit? Ganz und gar nicht. Denn auch wenn man nicht jede Aufgabe mit den lieben Kollegen gemeinsam anpacken möchte - weil wie im Beispiel nicht jedes Problem dafür geeignet ist - spielt die Zugehörigkeit zu einem Team eine wichtige Rolle.

Der Grund dahinter ist schon so alt, wie die Menschheit selbst. Seit jeher ist der Mensch ein soziales Wesen, lebt in Gemeinschaften zusammen und sucht den Kontakt zu seinen Mitmenschen. Wie wichtig die Zugehörigkeit und Anerkennung in der eigenen sozialen Gemeinschaft ist, lässt sich am besten verdeutlichen, wenn man sich die Reaktionen des Körpers ansieht. So reagiert der Körper auf soziale Zurückweisung ähnlich wie auf tatsächliche physische Schmerzen. Auf der anderen Seite löst soziale Anerkennung im Gehirn positive Emotionen aus.

Es macht also in der Tat glücklich, sich einem Team zugehörig zu fühlen und von diesem als vollwertiges Mitglied geschätzt und akzeptiert zu werden. Der Wunsch, sich in sein soziales Umfeld einzufügen - sei es im Job oder auch im Privatleben - ist dementsprechend groß.

Gerade im Job hat Zugehörigkeit viele Vorteile

Teamarbeit im Job Vorteile NachteileDie viel gepriesene Teamfähigkeit und Zugehörigkeit begleitet uns im Privatleben, bei Familie und Freunen, aber vor allem spielt sie auch im Job eine große Rolle. Man verbringt einen großen Teil seiner Zeit mit den Kollegen am Arbeitsplatz. Doch wie viel Zeit wird tatsächlich mit der gemeinsamen Arbeit verbracht? Das ein oder andere Meeting, in dem die anstehenden Projekte und Ziele besprochen werden, vielmehr wirkliche Teamarbeit ist in den meisten Berufen nicht zu finden. Ja, am Ende verfolgt die Belegschaft ein gemeinsames Ziel und auch bei der Projektarbeit kommt irgendwann alles zu einem großen Ganzen zusammen. Doch im wörtlichen Sinn zusammen arbeiten findet nur selten statt.

Müssen nun alle Arbeitnehmer, die nicht täglich mehrere Stunden im Team zusammenarbeiten auf die Vorzüge der Teamarbeit verzichten? Glücklicherweise nicht, denn es ist nicht die direkte Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Aufgabe, die die oben angesprochenen positiven Emotionen auslöst. Es ist das Gefühl der Zugehörigkeit.

Wenn es gelingt, dieses am Arbeitsplatz zu erzeugen, sind die Mitarbeiter nicht nur glücklicher, sondern nachweislich auch motivierter, produktiver, weniger gestresst und ausdauernder. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer also ein wünschenswertes Ergebnis.

Doch wie lässt es sich erreichen, auch bei Aufgaben, die nicht gemeinsam bearbeitet werden können? Hier können sowohl Vorgesetzte als auch die Mitarbeiter selbst etwas beitragen.

  1. Bauen Sie ein wirkliches Team auf

    Gemeinsam die Zeit am Arbeitsplatz zu verbringen sorgt für erste Kontakte und schafft die Grundlage für eine Beziehung, doch von alleine entsteht keine enge Teambindung. Zwar fühlt man sich den Kollegen verbunden, doch lässt sich das Zugehörigkeitsgefühl noch deutlich steigern, wenn tatsächlich aktiv daran gearbeitet wird, das Team zusammenzuschweißen. Dabei kann es helfen, sich auch nach Feierabend noch einmal zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen.

  2. Achten Sie auf Ihre Wortwahl

    Ein erstaunlich einfaches Mittel, um das Zugehörigkeitsgefühl unter Kollegen zu steigern, ist die passende Wortwahl. So konnten Studien an der Stanford Universität zeigen, dass bereits die Verwendung des Wortes "Zusammen" starke Auswirkungen auf die Teilnehmer des Experiments hatte. Wer eingeredet bekam, dass er gemeinsam mit anderen an einem Projekt arbeite - auch wenn er ganz alleine in einem Zimmer saß - war nicht nur besser, sondern auch motivierter und fühlte sich anschließend auch noch besser als jene Probanden, die den Eindruck bekamen, sie würden nur für sich und alleine arbeiten.

  3. Sorgen Sie auch für räumliche Nähe

    Eine andere Studie aus Harvard zeigte, dass es für Teams von Vorteil ist, räumlich nah zusammenzuarbeiten. Die physische Nähe steigerte in der Untersuchung die Qualität der Arbeit. Gerade in der heutigen Zeit, in der Teams oft nur noch über Telefonkonferenzen oder Videotelefonate zusammenarbeiten, wird dies immer schwieriger, doch verspricht der Versuch positive Auswirkungen.

Teamarbeit Vorteile: Warum es sich lohnt

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  • Die Loyalität wird gestärkt. Wenn am Arbeitsplatz wirkliche Teamarbeit stattfindet, dann identifizieren sich die Arbeitnehmer besonders stark mit Ihren Kollegen und auch dem Unternehmen selbst. Dies führt dazu, dass sie besonders loyal und treu sind, auch schwierige Entscheidungen gemeinsam tragen und sich dem Ziel des Arbeitgebers verpflichtet fühlen.
  • Die Ergebnisse verbessern sich. Je besser ein Team zusammen arbeitet, desto positiver sind die Auswirkungen auf das Ergebnis. Es wird nicht nur produktiver gearbeitet, sondern auch schlichtweg besser, wenn die Stärken aller Teammitglieder optimal genutzt werden, um eine gemeinsame Aufgabe zu bewältigen.
  • Die Zufriedenheit steigt. Die Arbeitsatmosphäre ist ein wichtiger Aspekt für die Zufriedenheit eines Arbeitnehmers. Wer mit seinen Kollegen nicht klar kommt, hat auch keinen Spaß an der Arbeit und würde am liebsten zu Hause bleiben. Ein großer Vorteil guter Teamarbeit ist deshalb, dass Mitarbeiter zufrieden mit ihrem Job sind - und so motivierter agieren.
  • Die Arbeit verläuft problemloser. Ein gut aufeinander eingespieltes Team hat mit deutlich weniger Problemen zu kämpfen. Man weiß bereits im Vorfeld, wo mögliche Komplikationen auftreten könnten und hilft sich gegenseitig dabei, diese zu umgehen oder schnellstmöglich zu lösen.

Teamarbeit: Es gibt auch Kritik...

Auch bei der Teamarbeit gibt es nicht nur Vorteile und lobende Worte, sondern auch Kritik und mögliche Nachteile. Zwar spricht einiges dafür, dass Teamarbeit gerade am Arbeitsplatz unerlässlich ist, doch kann dabei auch einiges schief gehen, wenn die gemeinsame Arbeit nicht richtig gehandhabt wird. Wir stellen die häufigsten Kritikpunkte vor:

  1. Aufgaben werden nicht bestmöglich bearbeitet

    Jedes Teammitglied hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Das kann von Vorteil sein, doch nicht immer gelingt die entsprechende Verteilung von anfallenden Aufgaben. So landet vielleicht ein Teilprojekt auf der ToDo Liste eines Kollegen, der dafür weit weniger qualifiziert ist.

  2. Kompetenzen und Verantwortung sind nicht klar geregelt

    Bei der Teamarbeit kann es zum Problem werden, wenn Uneinigkeit darüber herrscht, wer für welche Dinge verantwortlich ist. Es wird nicht mehr zusammen, sondern gegeneinander gearbeitet und am Ende bleiben vielleicht wichtige Aufgaben einfach liegen, weil keiner sich dafür verantwortlich fühlt.

  3. Jeder möchte sich in den Vordergrund spielen

    Es fällt deutlich schwerer, in einem Team positiv aufzufallen. Die Leistungen werden der Gemeinschaft zugeschrieben und individuelle Erfolge fallen weniger ins Gewicht. Das kann dazu führen, dass einzelne Persönlichkeiten nur noch darauf bedacht sind, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, um die Lorbeeren zu ernten.

  4. Jeder verlässt sich auf die anderen

    Das genaue Gegenteil ist das sogenannte Social Loafing. Da die Leistung einzelner Mitarbeiter weniger auffällt, neigen viele dazu, sich zurückzulehnen und darauf zu zählen, dass die anderen das Projekt schon erfolgreich durchführen werden. Einzelne Faulpelze ziehen aber weiterhin das Gesamtergebnis der Gruppe nach unten.

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