Typen gibt’s! Der eine klaut die Ideen des anderen, der nächste schleimt beim Chef und dann gibt es wieder Kollegen, die sich für Punkt 17 Uhr den Wecker stellen – Arbeitsende. In fast jedem Team gibt es mindestens einen “komischen Kollegen” oder Chef, sagen die beiden Hamburger Autoren Svenja Hofert und Thorsten Visbal (“Ich hasse Teams“), die bei ihren Recherchen mehr als 100 Personen zur Teamarbeit befragt haben. Doch was tun, wenn ein Kollege oder eine Kollegin den Abteilungsfrieden und die persönliche Zufriedenheit am Arbeitsplatz stört?

Das: Die beiden Autoren haben eine Überlebenshilfe für Teamgeschädigte zusammengestellt…

  • Der faule Kollege: Wenn Sie immer wieder ausbaden müssen, dass der Kollege oder die Kollegin seinen/ihren Job nur als Arbeit und nicht als Aufgabe ansieht, dann sollten Sie das ansprechen. Zunächst unter vier Augen. Kündigen Sie Ihre Kritik an und formulieren Sie diese aus der Ich-Perspektive: „Ich verstehe, dass du pünktlich bei deinem Fußballverein sein willst. Die Folge für mich ist aber, dass ich deine Arbeit auch noch übernehmen muss. Ich fühle mich deshalb überlastet. Wie können wir das ändern?“
  • Der Ideendieb: Er oder sie ist immer ganz vorn mit dem Mundwerk und gibt Ihre Ideen vor dem Chef als seine/ihre aus. Kommunizieren Sie Ihre Ideen deutlich vor dem Team und dem Chef, das erschwert dem Ideendieb den Mundraub. Skizzieren Sie Ideen eventuell auch schriftlich. Sagen Sie, wenn es Ihre Idee war. „Moment Mal, das habe ich doch schon Donnerstag vorgeschlagen?“
  • Der Selbstdarsteller: Er und seltener sie redet und arbeitet nicht. Oft arbeitet er als Chef oder im Vertrieb. Schlagen Sie vor, in einem Teamprojekt die Rollen zu tauschen. Beispiel: Die Organisation der nächsten Weihnachtsfeier. Während Sie die Kollegen informieren und eine Rede halten, soll der Selbstdarsteller einmal die Organisation übernehmen. Als Selbsterfahrungsübung für beide Seiten.
  • Der Nörgler: Er, selten sie, hat an allem etwas auszusetzen. Das nervt Sie und das Team. Sprechen Sie mit dem Kollegen darüber, aber bitte unter vier Augen. Vereinbaren Sie eine Selbsterfahrungsübung, zum Beispiel: Der Kollege verzichtet einen Tag aufs Nörgeln, dafür kritisieren Sie acht Stunden lang, was das Zeug hält. Am Ende trinken Sie gemeinsam Café und tauschen sich darüber aus, was Sie in der jeweils anderen Rolle gespürt und erfahren haben.
  • Der falsche Chef: Er, öfter auch sie, ist eigentlich nicht zum Chef geboren. Aber die Führungsspitze hat ihn strafversetzt oder sieht die Inkompetenz nicht. Erst einmal: Ändern können Sie an der Situation nichts, nur an sich selbst. Oft empfinden Sie Schwächen des Chefs, wenn Sie sich selbst im „Hochstatus“ dem Chef überlegen fühlen, der hingegen in ihren Augen einen „Niedrigstatus“ einnimmt, weil er unsicher oder entscheidungsschwach wirkt. Die Lösung: Machen Sie sich bewusst kleiner, verhalten Sie sich langsamer, vorsichtiger, fahren Sie das eigene Selbstbewusstsein im Umgang mit diesem Chef zurück – Sie werden sehen, dass Sie damit einen besseren Zugang zum Vorgesetzten bekommen.

Natürlich Sie auch Sie selbst ein Teil des Teams. Neben dem kritischen Blick auf die Kollegen, sollten Sie auch Ihr eigenes Handeln immer wieder kritisch hinterfragen. Nur so verbessert sich das Klima am Arbeitsplatz.