Temperament-Typen-4
Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Temperamente: Die einen sind ruhig und mit eintöniger Arbeit in gewohnter Atmosphäre mehr als zufrieden, die anderen suchen ständig neue Kontakte und Herausforderungen. Aber was ist mit Ihnen selbst: Kennen Sie Ihren eigenen Temperament-Typ? Oder wollten Sie schon mal wissen, warum sich der Chef oder der Kollege so benimmt, wie er es eben tut? Tatsächlich gibt es vier klassische Temperamenttypen (Mischformen natürlich auch) mit ganz eigenen Charakteristiken. Finden Sie heraus, zu welchem Typ Sie gehören...

Temperament Definition

Temperament Definition Test Arten BedeutungZur besseren Abgrenzung: Unser Charakter bestimmt, wie wir handeln. Er wurde schon in der Kindheit geformt, kann sich im Laufe der Zeit aber auch weiterentwickeln und verändern. Das Temperament hingegen ist die Grundlage für den Charakter eines Menschen und beeinflusst seinen sozialen Umgang sowie sein Verhalten. Im Gegensatz zum Charakter ist es eine angeborene individuelle Besonderheit, die nicht verändert werden kann.

Das Temperament ist dafür verantwortlich, wie ein Mensch auf bestimmte Reize der Umwelt reagiert. So hat es großen Einfluss auf das Verhalten und nicht zuletzt auch darauf, wie eine Person wahrgenommen wird - und ob sie von anderen gemocht und für sympathisch gehalten wird.

Temperamenttypen im Job

Um es gleich vorweg zu sagen: Temperamentvolle Menschen können gute oder schlechte Mitarbeiter sein. Der Typ allein sagt darüber noch nichts aus. Es ist die Art, mit Problemen umzugehen, die den Unterschied zwischen den einzelnen Typen ausmacht: Menschen mit einem bestimmten Temperament lösen ohne großen Aufwand eine Aufgabe, mit der andere große Schwierigkeiten haben – und umgekehrt. Deshalb ist es wichtig, dass unser Job möglichst zum eigenen Temperament passt. Und deshalb sollten auch Personaler und Chefs erkennen, zu welchem Temperamenttyp ein Mitarbeiter oder Bewerber gehört: Passt der wirklich zu dieser speziellen Stelle und den damit verbundenen Anforderungen - oder gibt es später womöglich Schwierigkeiten?

Es sollte allen bewusst sein, dass jeder Temperament-Typ seine spezifischen Vor- und Nachteile hat. Keiner arbeitet besser als der andere, sie arbeiten nur unterschiedlich.

Diese Unterschiede liegen in den spezifischen Besonderheiten, die die einzelnen Temperamente auszeichnen. Dazu gehören:

  • Das Tempo kognitiver Prozesse (Wahrnehmung, Analyse, Entscheidung, Konzentration)
  • Die Duktilität und die Standhaftigkeit psychischer Eigenschaften, ihre Schwankungen und Verschiebungen
  • Das Arbeitstempo und der Arbeitsrhythmus
  • Die Intensität mentaler Prozesse (Emotionen, Willenskraft)
  • Der Fokus psychologischer Aktivität auf ein bestimmtes Objekt (Extraversion, Intraversion)

Temperament Test: Zu welchem Typ gehören Sie?

Temperament Typen TestKennen Sie einen temperamentvollen Menschen unter ihren Kollegen? Gemeine Frage. Letztlich ist jeder Mensch ein temperamentvoller Typ - nur äußert sich das unterschiedlich: Ist Ihr Kollege eher aufbrausend oder immer gut drauf? Hat er viele soziale Kontakte oder ist er eher ein Eigenbrödler? Mit den folgenden Charakteristiken können Sie den Temperamenttyp eines Kollegen, eines Mitarbeiters, des Chefs oder auch Ihren eigenen Typ besser bestimmen...

Bevor wir Ihnen die vier Temperament-Typen aber im Detail vorstellen, wollen wir Ihnen die Chance geben, anhand eines kleinen Selbsttests herauszufinden, welchem Typen Sie am nähesten sind. Lesen Sie sich die folgenden Listen durch und entscheiden Sie, welche Beschreibungen am ehesten auf Sie zutreffen.

  • Typ 1:

    • Risiken finde ich spannend und bin gerne bereit, diese einzugehen.
    • Ich gehe immer davon aus, dass sich alles zum Besten wenden wird.
    • Fast immer bin ich gut gelaunt.
    • Ich habe einen großen Freundeskreis.
    • Am liebsten möchte ich immer etwas Neues erleben
    • Es fällt mir schwer, mich lange zu konzentrieren.
    • Ich hadere mit mir selbst, da ich meine selbstgesteckten Ziele nicht erreiche.
  • Typ 2:

    • Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann schaffe ich es auch.
    • Ich bin in der Lage, meine Meinung durchzusetzen.
    • Häufig gerate ich mit anderen Menschen aneinander und kann dabei auch laut werden.
    • Es regt mich auf, wenn andere vermeidbare Fehler machen.
    • Ich bin stolz auf mein Selbstbewusstsein.
    • Ich kann andere überzeugen und auch mit meiner Motivation anstecken und mitreißen.
    • Mein Umfeld sagt, dass ich ein Alphatier bin.
  • Typ 3:

    • Veränderungen finde ich nicht nur unnötig, sondern regelrecht schrecklich.
    • Ich gehe sehr überlegt vor, möchte nichts überstürzen und lasse mir Entscheidungen lange durch den Kopf gehen.
    • Auf Außenstehende wirke ich manchmal vielleicht ein wenig unbeteiligt.
    • Ich bin nicht faul, finde es aber auch nicht schlimm, wenn es nichts zu tun gibt.
    • Wirklich wütend oder aufgebracht bin ich eigentlich nie.
    • In Diskussionen halte ich mich mit der eigenen Meinung zurück und vermittele eher zwischen anderen.
    • Ich bin kein Freund von Streitigkeiten, sondern freue mich über Harmonie in meinem Umfeld.
  • Typ 4:

    • Mir ist sehr wichtig, was andere von mir halten und versuche, es allen recht zu machen.
    • Auf fremde Menschen gehe ich nur ungern zu und in unbekannten Situationen bin ich sehr zurückhaltend.
    • Ich nehme Dinge meist persönlich.
    • Ich reagiere sehr emotional.
    • Man könnte sagen, dass ich ein Schwarzseher bin.
    • Es fällt mir schwer, Vertrauen aufzubauen.
    • Ich gebe alles für Menschen, denen ich nahe stehe.

Haben Sie sich - oder auch Freunde, Familienmitglieder oder den Chef - in unserem kleinen Selbsttest wiedererkannt? Dann haben Sie durch die Selbstreflexion bereits ein wenig über sich erfahren, bleibt aber noch die Frage, zu welchem Temperament-Typ Sie gehören. Wir stellen Ihnen die vier Typen vor und zeigen die damit verbundenen die Vor- als auch Nachteile.

  1. Der Sanguiniker

    Der Sanguiniker ist ausgeglichen, gesellig, praktisch und standhaft. Er hat eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit, wobei sich seine Aktivität und seine Reaktionsfähigkeit im Gleichgewicht befinden. Er agiert lebhaft und begeistert auf Dinge, die seine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Er hat eine ausgeprägte Mimik und ein starkes Ausdrucksvermögen: Er kann deshalb auch aus einem scheinbar unbedeutendem Grund lauthals loslachen oder aus kleinem Anlass in Rage geraten.

    Immerhin: Sie können leicht an seinem Gesicht ablesen, in welcher Stimmung er sich gerade befindet, welches Verhältnis er zu einer Entscheidung oder zu einem Kollegen hat. Er hat eine hohe Empfindungsschwelle – entsprechend reagiert er weniger auf leise Geräusche oder schwache Reize. Durch seine hohe Aktivität ist er energisch, nimmt begeistert eine neue Aufgabe an und kann lange daran arbeiten, ohne zu ermüden. Er knüpft leicht neue Kontakte und gewöhnt sich schnell an neue Herausforderungen und Umgebungen.

      Vorteile

    • Der Sanguiniker ist gesellig, fröhlich, energisch und sympathisch. Er kann auch starke Stimmungsschwankungen haben, meist ist er aber gut gelaunt.
    • Zuneigung, Feindseligkeit, Freude oder Traurigkeit entstehen bei ihm schnell, halten aber nicht lange an.
    • Er lernt schnell und geht mit Enthusiasmus an neue Aufgaben heran. Er kommt schnell über seine Missgeschicke und unangenehme Situationen hinweg.
    • Er passt sich leicht an andere Lebenssituationen an. Er bewahrt Selbstbeherrschung in Stresssituationen und Krisenzeiten.
    • Der Sanguiniker ist in der Lage, sich selbst argumentativ zu verteidigen und gleichzeitig die Situation zu normalisieren. Er ist standhaft bei aufgestellten Zielen und bei Aufgaben – entsprechend ist er ein guter Organisator.
    • Nachteile

    • Sobald er das Interesse an einer Aufgabe verliert, lässt er sie fallen, ohne sie zu Ende zu bringen.
    • Er mag keine eintönige Arbeit, ein Alltag ohne Abwechslung ist für ihn unerträglich.
    • Er überschätzt sich häufig und seine Fähigkeiten.
    • Er hat keine dauerhaften Interessen oder Neigungen.
    • Er trifft gerne schnelle, aber auch vorschnelle Entscheidungen.
  2. Der Choleriker

    Der Choleriker ist impulsiv, stark, unausgeglichen und aktiv. Er zeichnet sich vor allem durch hohe Empfindlichkeit, schnelle Reaktionsfähigkeit und starke Aktivität aus. Allerdings ist beim Choleriker die Reaktionsfähigkeit ausgeprägter als die Aktivität – entsprechend aufbrausend und ungeduldig ist er.

    Er besitzt weniger Ausdruckskraft als der Sanguiniker und wirkt zuweilen träge. Er verfolgt zielstrebig seine Aufgaben und Interessen, ist standhaft, hat aber Schwierigkeiten, sich von einer Aufgabe auf eine andere zu konzentrieren.

      Vorteile

    • Der Choleriker ist entschlossen und zielstrebig. Er ergreift gerne die Initiative und das schnell.
    • Er nimmt begeistert neue Aufgaben an, löst Probleme und überwindet Schwierigkeiten. Bei einem Streit oder einer Diskussion ist er erfinderisch.
    • Er ist nicht nachtragend oder lange beleidigt.
    • Er ist in der Lage, schnelle Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Und er strebt immer nach neuem Wissen.
    • In einer kritischen Situation zeigt er Entschlossenheit und übt Druck aus.
    • Nachteile

    • Er ist zu voreilig und ungeduldig. Er ist stur und häufig launisch. Er kann aggressiv oder aufbrausend sein und kann sich nicht immer beherrschen.
    • Für ihn sind scharfe, ruckartige Bewegungen typisch. Er kann nie lange sitzen, ist häufig unausgeglichen und neigt zu Jähzorn.
    • Beim Umgang mit Menschen kann er scharf sein und direkt sagen, was er denkt. Damit kann er Konfliktsituationen provozieren.
    • Seine Arbeitsfähigkeit steigt schnell an, fällt aber ebenso schnell wieder ab. Manchmal dringt er nicht bis zur Ursache des Problems vor, kratzt an der Oberfläche und lenkt sich ab.
    • Er neigt zu Risiken und duldet keine Fehler und Unzulänglichkeiten bei anderen.
  3. Der Phlegmatiker

    Der Phlegmatiker ist ein inerter, starker, ausgeglichener und sesshafter Kollege. Er besitzt hohe Aktivität, die seine Reaktionsfähigkeit überwiegt und zeichnet sich durch geringe Empfindlichkeit sowie Emotionalität aus. Es ist schwierig, ihn zum Lachen oder zum Weinen zu bringen – lacht jemand in seiner Umgebung, bleibt er oft unberührt.

    Dafür bleibt er auch bei Problemen ruhig. Seine Mimik ist schwach ausgeprägt, er kann nur schwer seine Aufmerksamkeit umlenken oder sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Dieser Temperamenttyp eignet sich nur langsam neue Fähigkeiten und Gewohnheiten an, bleibt aber energisch und arbeitseifrig. Er ist ungeduldig, hat wenig Ausdauer und Selbstbeherrschung.

      Vorteile

    • Er zeichnet sich durch Ruhe, Vorsicht, Umsicht, Stabilität und Ausgeglichenheit aus – wie im Beruf, so auch im Privatleben.
    • Er achtet auf Konsistenz und Gründlichkeit bei der Arbeit, entsprechend führt er sie auch immer zu Ende. Er ist standhaft und stur beim Erreichen eines Ziels.
    • Er ist in der Lage, eine eintönige und dauerhaft anstrengende Aufgabe zu meistern. Er teilt seine Kräfte ein und verschwendet keine Zeit.
    • Systematik bei der Arbeit hat bei ihm höchste Priorität. Er liebt Ordnung und Sorgfalt in allen Lebensbereichen.
    • Seine Beziehungen und Interessen sind standhaft, er ist meistens treu. Er ist ein zuverlässiger Mitarbeiter, der selten seine Fassung verliert.
    • Nachteile

    • Er lässt sich nicht durch Lob oder Kritik beeindrucken.
    • Er reagiert schwach auf äußere Reize und kann sich deshalb nur langsam an neue Situationen anpassen.
    • Er integriert sich nur schwer in eine neue Umgebung, mit unbekannten Menschen nimmt er nur zögerlich Kontakt auf.
    • Sein Leben wird von Stereotypen und Klischees beherrscht.
  4. Der Melancholiker

    Der Melancholiker ist schwach, unausgeglichen und bewegungsfaul. Er ist ein Mensch mit hoher Empfindlichkeit und Trägheit, die häufig dazu führen, dass ein geringer Anlass bei ihm Tränen auslöst. Er ist nachtragend und höhst empfänglich für Kritik und Gerüchte. Seine Mimik und Gestik sind schwach, die Stimme ist leise.

    Er ist häufig verunsichert, zaghaft, auch die kleinste Hürde zwingt ihn zum Aufgeben. Er besitzt wenig Energie oder Standhaftigkeit und erschöpft schnell. Eine Neigung zu Ablenkung und eine geringe Aufmerksamkeitsspanne sind für diesen Temperamenttyp charakteristisch.

      Vorteile

    • Er zeichnet sich durch hohe Empfindsamkeit aus. Er ist für Lob äußerst empfänglich - für Kritik aber auch.
    • Er hat hohe Ansprüche an sich selbst und an seine Mitmenschen.
    • Unter günstigen Bedingungen bleibt er zurückhaltend und taktvoll. Sein emotionaler Zustand ist tiefgreifend, dauerhaft und kraftvoll.
    • Er reagiert stark auf äußere Einflüsse.
    • In einer gewohnten Umgebung mit bekannten Kollegen fühlt er sich wohl und arbeitet äußerst produktiv.
    • Nachteile

    • Er ist tendenziell schüchtern, verletzlich, unentschlossen und unsicher in Bezug auf die eigenen Kräfte.
    • Er denkt meist pessimistisch und lacht selten. Er ermüdet schnell und braucht regelmäßige Pausen.
    • Er verliert sich in einer unbekannten Umgebung und geht nur zögerlich Kontakte mit neuen Bekanntschaften ein. Entsprechend überschaubar bleibt sein Freundeskreis.
    • Er neigt zur Einsamkeit, zu Depressionen und zieht sich häufig zurück oder schottet sich gar ab. Unannehmlichkeiten im Job bringen ihn leicht aus dem Gleichgewicht.

Na, haben Sie sich selbst oder Kollegen wiedererkannt?

Sie können die obigen Steckbriefe natürlich auch als Offline-Checkliste verwenden: Einfach die vier Temperamente als PDF aus der folgenden Liste herunterladen und die zutreffenden Eigenschaften des Betroffenen ankreuzen. Wo die meisten Markierungen liegen, ist der dominante Temperamenttyp. Mischtypen gibt es natürlich auch.

Temperament kontrollieren: So kann es klappen

Für das gesamte Team kann es eine große Herausforderung sein, mit einem besonders temperamentvollen launischen Mitarbeiter zu arbeiten. Man weiß nie genau, wie er reagiert oder wann der nächste Wutausbruch droht, wenn ein Kollege zu emotionalen Explosionen neigt.

Eins ist allerdings sicher: Die Launen eines Mitarbeiters, oder schlimmer noch eines Vorgesetzten, haben negative Auswirkungen auf die Leistung eines Teams.

  • Schlechtere Stimmung

    In erster Linie leidet natürlich die Arbeitsatmosphäre, wenn jeder mit dem Gedanken zur Arbeit kommt, dass er das nächste Opfer eines Wutanfalls sein könnte. Die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeitsstelle kann so schnell auf ein Minimum sinken.


  • Schlechtere Qualität

    Doch auch die Arbeitsleistung nimmt ab. Mit schlechter Laune fällt es deutlich schwerer sich zu konzentrieren. Die Folgen sind eine abnehmende Qualität und geringere Produktivität der Mitarbeiter. Auch fehlt jedem einzelnen die Motivation, sein bestes zu geben.


  • Schlechtere Chancen

    Der Flurfunk ist in vielen Unternehmen ein stark ausgeprägtes Kommunikationsmittel. Der Ruf einer Abteilung spricht sich also schnell im gesamten Unternehmen herum. Umso schwieriger wird es dann, aus genau dieser Abteilung den Sprung in eine höhere Position zu schaffen.

Sicherlich wollen Sie nicht derjenige sein, der die Kontrolle über sein Temperament verliert und damit zur schlechten Stimmung im Unternehmen beiträgt. Immerhin riskieren Sie im schlimmsten Fall Ihren Job, wenn Ihr Vorgesetzter keine andere Wahl mehr sieht.

Doch was können Sie tun, wenn Sie zu einem sehr aufbrausenden Temperament neigen und schnell die Fassung verlieren? Natürlich können Meditation oder Sport als Ausgleich helfen. Doch auch in einer akuten Stresssituation, in der Sie kurz vor der Explosion stehen, ist es noch nicht zu spät, den Wutausbruch zu verhindern. Mit diesen Tipps gelingt es Ihnen, Ihr Temperament zu kontrollieren.

  • Halten Sie inne, bevor Sie reagieren.

    Wenn die Wut hochkommt und Ihr Temperament die Kontrolle übernimmt, ist es leicht, etwas zu tun oder zu sagen, das Sie später vielleicht bereuen werden. Denn im Affekt denken wir nicht über unser Handeln und dessen Konsequenzen nach. Bevor Sie sich also Ihrem Temperament hingeben, zwingen Sie sich dazu, einen Moment abzuwarten.

    Dieser Augenblick kann bereits ausreichen, um das Gemüt wieder abzukühlen oder erneut über die Situation nachzudenken. Fragen Sie sich, ob es nicht vielleicht eine Begründung hinter dem Verhalten Ihres Gegenübers gibt und warum es Sie eigentlich so aufregt.


  • Suchen Sie sich einen Verbündeten.

    Manchmal explodiert das Temperament von einem Moment auf den anderen, doch oft merken Sie, wie sich Ihre Stimmung langsam verschlechtert, bevor es zum Ausbruch der Emotionen kommt. In dieser Situation ist es wichtig, im Büro einen Verbündeten zu haben, mit dem Sie darüber reden können. Erzählen Sie, wovon Sie genervt sind und wie sehr es in Ihnen brodelt.

    Die andere Person sollte Sie dabei natürlich beruhigen und nicht noch weiter anstacheln. Nachdem Sie sich den ersten Frust von der Seele geredet haben, können Sie sich ruhiger und gelassener der Quelle Ihres Ärgers stellen.


  • Behandeln Sie Ihre Kollegen mit Respekt.

    Sie sind erwachsen - Ihr Kollege ist erwachsen. Sie sind aus dem Alter raus, indem es noch in Ordnung war, seine Meinung mit lautem Gebrüll kundzutun. Ebenso wie Sie einen respektvollen Umgang erwarten, haben auch Ihre Büronachbarn ein Anrecht darauf. Bevor Sie also das nächste Mal an die Decke gehen, fragen Sie sich doch einmal, wie das wohl auf Außenstehende wirkt.

    Ein gut ausgebildeter Mitarbeiter im Business-Outfit, der wegen einem Papierstau im Kopierer oder einem Tippfehler ausrastet? Sicherlich nicht das Bild, dass Sie präsentieren wollen.


  • Verstehen Sie die Rolle der Kommunikation.

    Das Verhalten eines Kollegen hat Sie in Rage versetzt, doch denken Sie wirklich, ein Wutausbruch wird dazu beitragen, dass dieser sein Verhalten überdenkt? Die meisten Menschen sind wenig empfänglich für Gebrüll. Mit guten Argumenten und freundlichen Hinweisen kommen hingegen die meisten gut klar.

    Wenn Sie also wollen, dass ein Kollege sich bessert, regen Sie sich nicht auf, sondern erklären Sie, was schief gelaufen ist. Dies wird Ihren Stresslevel senken und positiv auf das Betriebsklima einwirken.


  • Schildern Sie Ihre Gefühle in der Ich-Perspektive.

    Sie haben... oder Du hast... - Sätze die so beginnen, haben immer den Charakter eines Vorwurfs. Dementsprechend wird Ihr Gegenüber automatisch eine verteidigende Position einnehmen und das Gespräch ist festgefahren, bevor es überhaupt begonnen hat. Sprechen Sie stattdessen in der Ich-Perspektive.

    Was hat Ihnen nicht gefallen? Welches Problem belastet Sie? Aus dieser Sichtweise können Lösungen entstehen, ohne sich mit Geschrei durchsetzen zu müssen oder verhärtete Fronten zu schaffen.


  • Erkennen Sie die wahren Ursachen Ihrer Emotionen.

    Oft kommt es Ihnen vielleicht so vor, als wären Sie wütend, weil ein Kollege einen Fehler gemacht hat. Doch realistisch betrachtet, liegen die Ursachen oft in einer anderen Baustelle. Fragen Sie sich also, ob die Lappalie im Büro wirklich der Auslöser war oder ob Ihr Zorn möglicherweise den Falschen trifft.

    Haben Sie die eigentliche Ursache ausfindig gemacht, sollten Sie Ihre Energie darauf verwenden, den Auslöser zu bereinigen. Vielleicht können Sie so Ihr Temperament sogar langfristig in den Griff bekommen.

Temperament kontrollieren: Die FLOW-Methode

FLOW-Methode-Temperament
Um sich den richtigen Umgang mit dem eigenen Temperament anzugewöhnen, eignet sich die FLOW-Methode. Ziel dieser Methode ist es, einen Wutausbruch zu stoppen, bevor er überhaupt passieren kann. Das sind vier Schritte nötig:

  • Focus. Wenn Sie merken, dass sich Wut in Ihnen anstaut, konzentrieren Sie sich bewusst darauf, ruhig zu bleiben. Dabei können auch Atemübungen helfen.
  • Listen. Hören Sie Ihrem Gegenüber zu und versetzen Sie sich auch in seine Lage. Vielleicht können Sie seine Sicht der Dinge verstehen.
  • Objectivity. Nehmen Sie das Verhalten eines Kollegen nie persönlich. Bleiben Sie objektiv und entscheiden Sie trotz Wut weiterhin rational.
  • Wait. Es ist völlig in Ordnung sich in einem Konflikt kurz zurückzuziehen, um sich wieder zu beruhigen. Überdenken Sie Ihre Reaktion und die Konsequenzen.

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