Präsentationstechniken, Ausdrucks- , Team- und Konfliktfähigkeit, Eigeninitiative, Führungsstärke, Ausdauer, interkulturelle Kompetenz – für die einen sind das Soft Skills, für andere die Schlüsselqualifikationen, die Arbeitnehmer heute brauchen, um beruflichen erfolgreich zu sein, den neuen Job zu bekommen oder gar einen Karrieresprung zu realisieren. Das neue Test Spezial Karriere – Weiterbilden und den Job sichern, herausgegeben von der Stiftung Warentest, widmet sich gleich zu Beginn diesem durchaus wichtigen Thema, kratzt dabei aber leider nur an der Oberfläche.
Tatsächlich haben sich die Macher des Spezials viel vorgenommen, zu viel vielleicht: So werden Tipps zum Vorbereiten von Präsentationen ebenso behandelt, wie die Frage, wie man sich gegen Mobbing wehren kann oder warum es wichtig ist, trotz Vollzeitjob die Work-Life-Balance im Blick zu behalten. Ein Auszug aus dem Inhalt:
Eingeleitet werden die jeweiligen Rubriken durch sogenannte Porträts. Dumm nur, dass die dort beschriebenen Menschen gar nicht porträtiert werden – tatsächlich bleiben die einseitigen Einleitungsgeschichten auf rein deskriptivem Niveau. Tiefgründige Analysen oder sinnliche Charakterbeschreibungen sucht man vergebens. Auch die Experten-Interviews, die die einzelnen Passagen ergänzen, kommen leider nie über reines Faktenabfragen hinaus. Kritische Rückfragen, tieferes Nachbohren oder gar ein echter Dialog – Fehlanzeige. Und so spielt das Sonderheft denn seine Stärken auch nur dort aus, wo die Stiftung Warentest sie seit Jahren besitzt: bei der Bewertung von Verbraucherangeboten – etwa von Präsentationsseminaren (hier gewinnt die Deutsche Gesellschaft für Personalführung), Powerpoint-Lern-CDs (Bester: Franzis Powerpoint 2007 – Das Office Seminar für den beruflichen Erfolg), Kursen zur Mitarbeiterführung (Sieger: Haus Benedikt) oder zum Zeitmanagement (Top: IHK-Akademie München-Westerham).
Womöglich wäre es besser gewesen, dem Weiterbildungskapitel angesichts des für Verbraucher kaum noch zu überblickenden Trainer- und Seminarmarktes das ganze Sonderheft zu widmen, statt über möglichst viele Themen meist nur hinweg zu huschen. So fand ich zum Beispiel den Kasten über kostenlose Datenbanken im Internet, die bei der Suche nach Weiterbildungsangeboten helfen, sehr nützlich, doch leider viel zu kurz:
Fazit: Wer sich bei der Lektüre vor allem auf die Testberichte und Tabellen konzentriert, bekommt viele gute und nützliche Infos. Die Geschichten drumherum bieten indes nichts Neues und schürfen leider allzu oft nur an der Oberfläche – hier reicht grobes Überfliegen, um in das jeweilige Thema reinzukommen.
1. Kommentar
Marc
08.11.09 um 17:02 Uhr
“(Fern)Weiterbildung” wäre doch auch mal etwas für die Karrierebibel. Und zwar zu bezahlbaren Preisen ;) Nicht für >300eur, sondern auch für Normalverdiener bezahlbar.
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