Natürlich könnten Sie jetzt unsere Jobbörse nutzen, um einen Job zu finden. Aber das ist ein Weg. Der andere ist, frühzeitig Kontakte zu sammeln. Deswegen empfehlen die meisten Karriereratgeber Praktika oder Abschlussarbeiten im Unternehmen. Und dazu gibt es einige Optionen, wie Sie die entscheidenden Knoten im Netzwerk knüpfen können – praktisch nebenbei.
Manche der folgenden Tipps können Sie ohne großen Zusatzaufwand nutzen, weil sie sowieso zum Studium gehören. In andere müssen Sie dagegen richtig Zeit investieren. Allerdings verlieren Sie dadurch nichts, im Gegenteil: Auf diese Weise stehen Sie nach dem Abschluss nicht bei Null da, sondern besitzen das viel gelobte Vitamin B und finden deshalb schneller eine Stelle. Betrachten Sie die Empfehlungen daher nicht als Aufwand, sondern vielmehr als Investition in Ihre berufliche Zukunft.
Die zehn besten Karrieretipps fürs Studium
![]() | Gremienarbeit: Ob Sie sich im Fachschaftsrat, dem AStA, einer Kino-Initiative oder vielleicht sogar als gewähltes studentisches Mitglied im Senat Ihrer Hochschule engagieren: Sie erwerben nicht nur Fähigkeiten, die Ihnen im Berufsleben gute Dienste leisten können, Sie knüpfen ebenfalls wichtige Kontakte. Etwa, wenn Sie für studentische Kulturtage mit regionalen Unternehmen übers Sponsoring verhandeln. Fast noch wichtiger sind allerdings die Kontakte zu Ihren Kommilitonen, denn die halten oft genug über Studium – und vernetzen Sie mit Unternehmen. |
![]() | Messe- und Kongressbesuche: Auch wenn Sie nicht in einer entsprechenden Forschungsgruppe mitarbeiten und deswegen eigene Ergebnisse präsentieren können, sind solche Veranstaltungen ideal fürs Netzwerken. Gerade, wenn dort auch Wirtschaftsvertreter zugegen sind, können Sie zukunftsweisende Kontakte knüpfen. Die besten Gelegenheiten dafür finden Sie übrigens im Rahmenprogramm – bei gemeinsamen Unterhaltungen nach Vorträgen oder beim Abendessen. |
![]() | Auslandssemester: Ein Aufenthalt im Ausland wertet nicht nur den Lebenslauf auf, er sorgt obendrein für Kontakte, die Sie nach dem Studium nutzen können. Für die Finanzierung solcher Gastspiele gibt es beispielsweise Stipendien. Überlegen Sie außerdem, ob Sie Ihren Studientrip mit einem Forschungsvorhaben verbinden können. Wenn Ihr Projekt für ein Unternehmen oder einen Verband nutzbar ist, können Sie mitunter nicht nur die Finanzierung, sondern auch den Berufseinstieg regeln. |
![]() | Mitgliedschaft in Studentenorganisationen: In fast jeder Fachrichtung existieren Vereinigungen, die Studierende etwa durch Karriere-Programme unterstützen. Ihre wichtigste Ressource sind die Ehemaligen, die längst die Karriereleiter hinaufgestiegen sind, für die es aber Ehrensache ist, sich für den Nachwuchs zu engagieren: Beispielsweise, indem sie Firmenkontakte vermitteln, Schnuppermöglichkeiten ins eigene Unternehmen anbieten oder Ihnen einfach mit Rat und Tat zur Seite stehen. |
![]() | Mitarbeit in studentischen Firmen: Nahezu jede wirtschaftwissenschaftliche Fakultät leistet sich mittlerweile eine studentische Unternehmensberatung, in der Studenten lange vor dem Abschluss Praxisluft schnuppern können. Aber auch Uniradios, Hochschulzeitungen und studentische Konzertveranstalter sind vorgezogene Praxisübungen: Hier können Sie nicht nur Referenzen sammeln, sondern selbstverständlich auch Kontakte für den Berufseinstieg knüpfen. |
![]() | Teilnahme an Alumni-Veranstaltungen: Jede Hochschule pflegt den Kontakt zu ihren Absolventen. Schließlich sind diese nicht nur Ansprechpartner für die finanzielle Ausstattung ihrer ehemaligen Alma Mater, sondern können den aktuell Immatrikulierten nützliche Tipps für den Berufseinstieg geben. Dazu lassen sie auch schon Mal ihre Kontakte spielen, um den richtigen Ansprechpartner für Praktikum, Abschlussarbeit oder Traineestelle zu finden. |
![]() | Ehrenamtliches Engagement: Außeruniversitärer Einsatz ist gesellschaftlich wichtig – und bietet beste Gelegenheiten fürs Netzwerken: Gerade, wenn Sie sich beispielsweise bei Rettungsdiensten oder Tierschutzorganisationen engagieren, lernen Sie Leute kennen, die längst im Berufsleben stehen. Und weil Menschen am liebsten Gleichgesinnte unterstützen, können Sie deren Empfehlungen nutzen. Ganz nebenbei macht sich soziales Engagement gut im Lebenslauf – und ist allein schon dadurch ein Karrierefaktor. |
![]() | Wissenschaftlich arbeiten: Möglichkeit eins für wissenschaftliches Arbeiten ist eine Stelle als Hilfskraft: Dort lernen Sie sämtliche Mitglieder Ihres Instituts kennen und können auf deren Kontakte zurückgreifen. Weil gerade die Professoren bestens in die Wirtschaft vernetzt sind, da sie dort laufend Drittmittel einwerben müssen, können sie Ihnen Empfehlungen für Ihre Karriere geben – in beiderlei Wortsinn. Ihre zweite Option ist, im Rahmen einer Forschungsarbeit Praxiskontakte knüpfen, indem Sie etwa für Ihre Bachelor Thesis Unternehmenspraktiker zu den Social-Media-Strategien ihrer Unternehmen befragen. |
![]() | Jobben in Unternehmen: Nicht nur in Praktika, auch durch Semester- oder Ferienjobs können Sie Praxiserfahrung sammeln, wenn Sie das Unternehmen passend zu Ihren Karriereplänen wählen. Dafür müssen Sie noch nicht mal angestellt sein: Auch eine freie Mitarbeit kommt in Frage. Schon manche erfolgreiche Geschäftsidee – und damit der eigene Job – ist während der Zeit an der Hochschule geboren und zur Marktreife entwickelt worden. |
![]() | Bloggen: Das ist jetzt vielleicht etwas weit hergeholt, aber: Ein gut gemachtes Blog bietet eine erstklassige Reputation, denn es wird wahrgenommen, weiter empfohlen und ist Ihre Referenz, wenn’s um den Nachweis von Fachkompetenz geht. Als erfahrener Blogger greifen Sie schließlich auch relevante Beiträge anderer Schreiber – etwa Ihrer Zielunternehmen – auf und führen selbstverständlich Interviews. Was spricht dagegen, diese Kontakte für Ihre Karriere zu nutzen? |
So optimieren Sie Ihren Einsatz
Optimale Karriere-Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie zwei oder drei dieser Strategien kombinieren, statt eingleisig zu fahren. Um Ihren Zeiteinsatz zu optimieren, könnnen Sie die verschiedenen Einsätze auch hintereinander anordnen. Etwa, indem Sie sich im Bachelor-Studium ehrenamtlich engagieren, während des Masters in einem studentischen Consulting-Unternehmen mitarbeiten und Ihre Abschlussarbeit so praxisnah wie möglich gestalten.
Wichtig ist, dass Sie sich bei der Vorbereitung Ihres Berufseinstiegs nicht verzetteln, weil alle Optionen so verlockend klingen und außerdem ja bekanntlich viel auch viel hilft, denn das geht daneben. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie sich auf diejenigen Strategien konzentrieren, die Ihnen am meisten liegen und für Ihr Berufsziel die besten Ergebnisse versprechen.










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Hans
Wenn ich alle Tipps beherzigen würde, dann hätte ich keine Zeit mehr einfach mal nichts zu tun, was erwiesenermaßen wichtig für die Gesundheit unseres Geistes ist.
Dieses Karriere-blabla setzt alle mächtig unter Druck. Warum gibt es denn schon Studenten (und das zunehmend), die unter Burnout leiden? Weil man am Besten wie eine Maschine funktionieren sollte. Einfach Mensch sein kommt zu kurz.
Ich bin der Meinung, wenn man offen für Neues ist, Interesse an dem hat, was man tut und dabei zuverlässig ist, dann klappt das mit dem Aufstieg automatisch.
Tipp 9 bringt ebenfalls seine Tücken. Gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz kann ein Arbeitnehmer nur ein einziges Mal (unbegründet) befristet in einem Unternehmen beschäftigt werden.
Das Problem, ein freiwilliges Praktikum, Werkstudententätigkeit, etc. sind befristete Arbeitsverhälltnisse. Was in den meisten Fällen dazu führen wird, dass sich der Arbeitgeber keine weitere befristete Stelle anbieten wird.
BMW hat mir ausdrücklich empfohlen über mein Pflichtpraktikum hinaus kein freiwillges Praktikum zu absolvieren, um mir keine Karrierechancen zu verbauen.
Wer’s nicht glaubt: https://recruiting.bmwgroup.de/ibs/anlagen/BMW_FP_de.pdf
Beste Grüße
Hans
Jochen Mai
Aber es hat schon ein bisschen masochistische Züge, erst auf eine Karriereseite zu klicken und sich dann über die Karrieretipps zu beschweren, die einen ach so unter Druck setzen.