Ein Gastbeitrag von Andrea Haaser
Heimarbeit – jeder kennt sie, jeder hat eine Meinung dazu. Nur wenige wissen aber, was es genau damit auf sich hat, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Vor allem aber auch welche teilweisen Risiken. Denn gerade, wenn jemand nach einem Job sucht, bei dem er angeblich leicht verdientes Geld auch bequem von zuhause aus verdienen kann, gelangen nicht wenige in die Fangnetze von Nepper, Schleppern und Bauernfängern. Deshalb dieser systematische Versuch, den Heimarbeits-Dschungel zu lichten. Beginnend mit dem Gesetz: Wie also definiert der Gesetzgeber Heimarbeit?
Das sogenannte Heimarbeitsgesetz (HAG) gibt es seit März 1951. Seitdem sind dem Entwurf immer wieder Passagen hinzugefügt oder angepasst worden, der aktuelle Gesetzestext kann im BGBl. I 191 nachgelesen werden. Viele glauben, dass ein Heimarbeiter jemand ist, der von zu Hause aus arbeitet. In den meisten Fällen geschieht dies auf freiberuflicher oder selbständiger Basis, doch auch Angestellte können zum Heimarbeiter werden. Zusammengefasst besagt der Paragraph, dass Heimarbeiter im Sinne des Gesetzes schon ist, wer …
in selbstgewählter Arbeitsstätte (eigener Wohnung oder selbstgewählter Betriebsstätte) … im Auftrag von Gewerbetreibenden oder Zwischenmeistern erwerbsmäßig arbeitet.
Die zuständige Behörde für Heimarbeiter ist jeweils die oberste Arbeitsbehörde des Landes. Die Heimarbeit ist allerdings mit Rechten und Pflichten für Arbeiter und Auftraggeber verbunden, die ebenfalls im Gesetzestext detailliert nachzulesen sind.
Arten der Heimarbeit
Heimarbeit ist nicht gleich Heimarbeit. Die wohl bekanntesten Heimarbeiten im Sinne der allgemeinen Vorstellung sind Autoren, freie Journalisten sowie andere Kreativ-Berufe wie Maler, Komponisten, Songwriter und vieles mehr. Doch auch Außendienstmitarbeiter von (internationalen) Unternehmen, die in der von ihnen betreuten Region wohnen, in denen das Unternehmen selber kein Büro unterhält, sind als Heimarbeiter tätig. Ihnen wird ein Arbeitsplatz in der Wohnung eingerichtet, die Kosten werden vom Unternehmen übernommen, doch seine Arbeitskraft leistet der – oftmals sogar angestellte Arbeitnehmer – in Heimarbeit.
Weitere Möglichkeiten des Arbeitens von zu Hause sind der E-Mail Support, Kundenberatung, Webdesign und alle anderen Tätigkeiten, die rein auf Basis des Internets stattfinden können, weiterhin telefonische Umfragen, SMS- und Erotik-Chats sowie das berühmt berüchtigte Kugelschreiber zusammenbauen.
Vorsicht: unseriöse Anbieter!
Im Bereich der Heimarbeit ist wie in kaum einer anderen Branche Vorsicht geboten. So verlockend die Vorstellung des Büros in der eigenen Wohnung auch ist: nicht alle Anbieter sind seriös.
Lassen Sie uns mit der schlechten Nachricht beginnen: Das Zusammenbauen von Kugelschreibern ist schon mal unseriös. Sie als Arbeitnehmer kaufen dabei in der Regel die Rohmaterialien, die Sie in mühsamer Kleinstarbeit zusammensetzen sollen, um anschließend auf den Kugelschreibern sitzen zu bleiben. Also Finger weg!
Ein weiteres eher unseriöses Gebiet der Heimarbeit ist der Erotik-Bereich. Das soll nicht heißen, dass alle Hotlines und Chats nicht seriös sind. Doch ist es für die Branche typisch, dass sie schwarze Schafe anzieht. Daher gilt es, sich in der Erotik-Branche genauestens vorab über Anbieter zu informieren. Lesen Sie Erfahrungsberichte, fragen Sie in Foren nach Meinungen der anderen User.
Überhaupt: Werden Sie immer misstrauisch, wenn Ihnen der potenzielle Arbeitgeber horrendes Geld für wenig Arbeit verspricht.
Auch im Bereich der Online-Kreativität, wozu das Texten, schreiben und lektorieren von Artikeln, das Erstellen von Graphiken oder kompletten Webseiten und vieles mehr gehört, ist Vorsicht geboten. Weniger, weil die Auftraggeber unseriös wären – deren Zahlungsmoral ist aber oft zweifelhaft: Entweder, es werden nur Dumpinglöhne gezahlt, die an Ausbeutung grenzen oder Honorare erst Monate später bezahlt. Oft müssen die Heimarbeiter ihrem Geld sprichwörtlich hinterher jagen.
Heimarbeit-Trends
Der allgemeine Trend auf dem Arbeitsmarkt geht dahin, dass viele Menschen neben ihrem Hauptberuf noch mindestens einen Nebenjob ausüben. Praktisch wäre es, diesen von zu Hause aus erledigen zu können, sodass lange Fahrzeiten zur Arbeitsstätte wegfallen und doch noch ein wenig Zeit für die Familie bleibt. Kein Wunder also, dass Heimarbeit in den letzten Jahren immer beliebter wird.
Insbesondere die kreativen und Online-Jobs lassen sich hervorragend von zu Hause ausüben. Und hier liegt auch der Schwerpunkt der Entwicklung – in Richtung webbasierte Tätigkeiten: Online-Texter, Webmaster, Graphik-Designer, Blogger – das sind die Heimarbeiter der Zukunft.
Aber verdient man damit Geld?
Ja. Denn haben Sie einen seriösen Anbieter gefunden oder sich in einem Bereich freiberuflich spezialisiert, den Sie beherrschen und der nachgefragt wird, können Sie in der Tat mit Heimarbeit gutes Geld verdienen. Arbeiten Sie als Freiberufler, legen Sie selber sogar Ihren Stunden- oder Tagessatz fest.
Heimarbeit-Tipps: Was ist zu beachten?
Um Geld mit der Heimarbeit zu verdienen, sollten Sie diese Punkte prüfen:
- Achten Sie auf ein Impressum bei Stellenausschreibungen im Internet! Wer keines hat, sondern nur eine teure Hotline oder anonyme Freemail-Adresse (gmail, gmx, hotmail, etc.), möchte nicht, dass Sie wissen, wer sich hinter der Anzeige verbirgt. Ohne Einschränkung: Finger weg!
- Wenn Ihnen Ihr Bauchgefühl sagt, dass die angebotene Arbeit nicht seriös ist, hören Sie auf Ihr Gefühl!
- Sprechen Sie mit Freunden, Kollegen und Bekannten über Ihre potenzielle Tätigkeit. Hören Sie sich an, was diese dazu sagen, wo sie eventuell Bedenken haben und was Sie selber noch gar nicht bedacht haben.
- Informieren Sie sich über die Arbeitgeber. Durchstöbern Sie Foren, geben Sie den Namen der Firma in Suchmaschinen ein, wenn sich der künftige Arbeitgeber in der gleichen Stadt befindet, fahren Sie einfach einmal vorbei und schauen nach, ob das Unternehmen tatsächlich unter der angegeben Adresse existiert.
- Bleiben Sie beim Honorar realistisch. Orientieren Sie sich an Mitbewerbern und Mitarbeitern. Was wird üblicherweise dafür gezahlt? Was kann man verlangen – ohne, dass die Nachfrage gen Null tendiert. Mit entsprechender Erfahrung und Expertise können Sie später immer noch mehr verlangen.
Ich hoffe, ich habe Sie nicht verunsichert. Sie könnten jetzt das Gefühl haben, dass Heimarbeit in den seltensten Fällen seriös ist – dem ist nicht so! Heimarbeit wird häufig praktiziert, ist praktisch und bietet (beiden Seiten: Arbeitgeber und Arbeitnehmer) zahlreiche Vorteile. Dennoch ist gesundes Misstrauen und generelle Vorsicht bei Anbietern nie verkehrt – vor allem, wenn die mehr versprechen, als einem geheuer ist.
Über die Autorin
Andrea Haaser ist Online Marketing Executive von Heimarbeit-online.de. Sie setzt sich für seriöse Heimarbeit ein und kann jederzeit per E-Mail kontaktiert werden: andrea.haaser@mvfglobal.com.
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Norbert Flotzinger
Lt. meiner Erfahrung muss ich stark von Plattformen wie http://www.texterjobboerse.de/ abraten. Natürlich kann man sich als freier Autor – auch nebenbei – ein spürbares Zusatzeinkommen sichern. Aber grundsätzlich gilt: keine Auftragsannahme ohne Vertrag. Ich muss zugeben, dass ich anfangs auch etwas blauäugig war und dadurch auf einen “Anbieter” auf der eben genannten Plattform hereingefallen bin. Das Ergebnis: viel Arbeit, viel Stress und die Honorarnote von immerhin rund € 600,– wurde nie bezahlt. Diesbezüglich konnte mir weder das Inkassobüro meines Vertrauens noch die Strafverfolgung helfen, da der Anbieter offiziell nie existiert hat.
Sehr positive Erfahrungen kann ich aber bei etablierten Plattformen wie content.de, Independent Publishing und Clickworker weitergeben. Die Aufträge sind zumeist interessant, die Zahlungen erfolgen extrem pünktlich und dank der implementierten “Karriereleiter” kann sich jeder/jede rasch in Bereiche schreiben, die sehr gut bezahlt werden (sofern die Terminzuverlässigkeit und vorallem die Textqualität stimmt). Natürlich wird man damit nicht reich, nicht einmal wenn man dort Vollzeit schreibt. Aber wer jede Woche ein paar Stunden erübrigen kann sichert sich schon den einen oder anderen 100er im Monat zusätzlich. Offen bleibt lediglich die steuerliche Behandlung der Einkünfte, da viele vermutlich “vergessen” die Gutschriften in den Jahreserklärungen zu erwähnen ;) Aber auch da gibt es einige Möglichkeiten den besten Weg zu finden. Auf jeden Fall würde ich jedem Heimarbeiter und jeder Heimarbeiterin empfehlen Rücksprache mit einem Steuerberater zu halten um sich abzusichern.
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Andreas
Vielen Dank für den Artikel, man bekommt ja oft auch Spam mails dazu
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