Toast ausbringen: Tipps für die Tischrede
Die Gelegenheiten, einen Toast ausbringen zu müssen, sind zahlreich: So könnte ein guter Freund Sie darum bitten, dass Sie auf seiner Hochzeit ein paar Worte sagen; vielleicht wollen Sie aber auch eine kleine Ansprache auf einem Geburtstag halten oder Sie sind Abteilungsleiter und wollen einen kleinen Toast für die Beförderung eines Kollegen ausbringen. Für manche ist bereits die Vorstellung daran ein Albtraum, doch auch für die Zuhörer kann ein Toast mitunter sehr unangenehm werden. Damit Ihre Tischrede zum Erfolg wird, zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Toast unbedingt achten sollten und geben Tipps, wie Sie die Anwesenden mit Ihren Worten begeistern...

Toast ausbringen: Worauf Sie achten sollten

Ein Toast kann wunderbar sein, alle Zuhörer mitreißen und nachhaltig beeindrucken. Darüberhinaus können Sie Ihre Freundschaft oder auch Wertschätzung gegenüber der Person demonstrieren, über die Sie sprechen. Aber wohl jeder, der bereits den ein oder anderen Toast in seinem leben gehört hat, weiß aus eigener Erfahrung, dass es auch ganz anders verlaufen kann. Nicht jede Tischrede ist für die Anwesenden ein Grund zur Freude.

Die Reaktionen auf die Ansprache können von offen gezeigter Langeweile bis hin zum Fremdschämen alle möglichen Ausprägungen annehmen. Damit Ihnen dieses Schicksal erspart bleibt und Sie stattdessen zum positiven Gesprächsthema werden, sollten Sie unbedingt auf einige wichtige Dinge achten:

  • Lassen Sie den Toast nicht zu lang werden. Auch wenn Sie gerne viel erzählen würden, sollten Sie die Geduld der Zuhörer nicht überstrapazieren. Je nach Situation dürfen Sie sich natürlich einige Minuten Zeit für Ihre Tischrede nehmen, jedoch sollte diese nicht zu einem endlosen Monolog ausarten. So können Sie auf der Hochzeit eines Freundes getrost mehr Zeit einplanen, als für den Toast auf einen langjährigen Kollegen bei der Firmenfeier.
  • Lesen Sie keine vorgeschriebenen Texte ab. Jeder macht sich vor einem Toast seine Gedanken darüber, was er sagen möchte und überlegt sich bereits passende Formulierungen. Es ist aber ein absolutes Tabu, Ihren gesamten Text von einem kleinen Zettel abzulesen. Dies wirkt nicht nur langweilig, sondern erweckt auch den Eindruck, sie hätten nur wenig für die Person übrig, für welche der Toast gedacht ist.
  • Verzichten Sie auf übertriebene Peinlichkeiten. Ein Toast beinhaltet meist die ein oder andere lustige Begebenheit, die Sie mit dem Ehrengast erlebt haben. Vorsichtig sollten Sie hingegen bei besonders peinlichen Storys aus der Vergangenheit sein. Einige reagieren darauf sehr positiv und mit Humor, in anderen Gesellschaften erhöht sich aber nur das Risiko, dass alle Anwesenden beschämt zu Boden schauen.

Warum heißt es eigentlich "einen Toast ausbringen"?

Bei Toast denken die meisten automatisch an geröstetes Weißbrot und in der Tat hat auch der Brauch, einen Trinkspruch auszubringen und damit jemanden zu ehren, mit einer Scheibe Brot zu tun.

Die genaue Herkunft ist nicht sicher, doch beziehen sich die meisten Erklärungen auf die Trinkgewohnheiten aus Großbritannien. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert war es dort üblich, geröstetes Brot in den Wein zu tunken, um den Geschmack zu verstärken.

Eine andere Erklärung stammt ebenfalls aus Großbritannien und bezieht sich auf den Brauch, ein Glas Wein und eine Scheibe Brot in der Runde herumzureichen, bis jeder einen Schluck zu Ehren des Gastes getrunken hatte.

Bis heute hat sich der Begriff Toast für einen Trinkspruch gehalten.

Toast ausbringen: So klappt Ihre Tischrede

Deborah Kolb/shutterstock.comSollten Sie die Gelegenheit haben, einen Toast auszubringen, sollten Sie sich über diese Ehre freuen. Schließlich zeigt es, wie viel ein Freund von Ihnen hält, wenn er möchte, dass Sie auf seinem Geburtstag oder auf seiner Hochzeit eine kleine Ansprache an die Gäste halten. Machen Sie sich also keine Sorgen, dass etwas schief gehen könnte. Je selbstbewusster und entspannter Sie an die Sache herangehen, desto leichter wird es Ihnen fallen, vor anderen zu sprechen. Damit Ihre Tischrede ein Erfolg wird und bei Ihren Zuhörern gut ankommt, haben wir noch einige Tipps für Sie, die Ihnen helfen können, die richtigen Worte zu finden.

  1. Ziehen Sie die Aufmerksamkeit auf sich

    Wenn Sie einen Toast ausbringen wollen, sollten Sie zunächst sicher sein, dass Ihnen auch alle Anwesenden zuhören. Erheben Sie sich, stellen Sie sich so hin, dass alle Sie sehen können und klopfen Sie an Ihr Glas. Bevor Sie aber direkt drauf los sprechen, sollten Sie Ihren Zuhörern auch die Chance geben, sich Ihnen zuzuwenden und die Aufmerksamkeit auf Sie zu richten. Meist wird es bereits nach einigen Momenten spürbar leiser, sollten einige noch nichts mitbekommen haben, können Sie mit einem freundlichen Lächeln das Klopfen wiederholen.

  2. Entschuldigen Sie sich nicht direkt zu Anfang

    "Ich bin nicht wirklich gut darin, eine Rede zu halten, aber versuche es jetzt trotzdem." Was sollen Ihre Zuhörer von Ihrem Toast halten, wenn Sie sich selbst bereits am Anfang schlecht reden? Viele erhoffen sich durch eine frühe Entschuldigung mehr Verständnis, doch Sie erreichen eher das Gegenteil. Die Anwesenden schalten entweder sofort ab, da sie nichts mehr erwarten oder achten verstärkt auf kleine Fehler, um sich in ihren Erwartungen bestätigt zu fühlen.

  3. Sparen Sie sich endlose Adjektivketten

    Sicherlich ist es nett gemeint, wenn Sie den Ehrengast als witzig, zuvorkommend, freundlich, hilfsbereit, verantwortungsbewusst, ordentlich, gutmütig und einzigartig ist. Doch ist es weder schön, solch endlos aneinander gereihten Adjektiven zuzuhören, noch sind sie wirklich ein Beleg dafür, dass die Beschreibungen auch zutreffen. Viel mehr Gewicht erhalten Ihre Worte, wenn Sie sich auf einige Beschreibungen konzentrieren, diese aber mit passenden Anekdoten verdeutlichen.

  4. Erzählen Sie von Ihrer Beziehung zum Ehrengast

    Besonders wenn Sie und die Person, auf die Sie den Toast ausbringen, sich bereits seit einiger Zeit kennen, ist es für Ihre Zuhörer interessant zu hören, wie Sie sich kennengelernt haben und was Sie in den Jahren gemeinsam erlebt haben. Es sind oft diese Geschichten, die einen Toast zu etwas besonderem machen, da sie persönlich sind und dem Gesagten mehr Authentizität verleihen.

  5. Reden Sie nicht von sich

    Die Tischrede beginnt meist mit den Worten Ich möchte einen Toast auf ... ausbringen. Dies sollte aber auch alles sein, was Sie von sich selbst erzählen. Die anderen Gäste sind nicht wegen Ihnen, sondern wegen der Person gekommen, an die der Toast gerichtet ist. Nehmen Sie sich selbst zurück und rücken dafür den Ehrengast in den Mittelpunkt. Das beginnt schon damit, dass Ihre Sätze nicht mit Ich anfangen, sondern beispielsweise mit dem Namen Ihres Freundes.

[Bildnachweis: iko, Deborah Kolb by Shutterstock.com]