Ein Novum: Erstmalig in der Geschichte des Wettbewerbs ist der Mythos BMW gebrochen. Seit Jahren dominierten die Bayern die Traumarbeitgeber-Ranglisten – sowohl in der Gunst der Wirtschaftswissenschaftler als auch der Ingenieure. Vorbei. Mit dem aktuellen Ranking der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands (sowie international für USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Schweiz, Holland, Polen, Japan, China und Australien), das wir gerade exklusiv in der WirtschaftsWoche veröffentlichen, haben nun andere die Nase vorn: Porsche bei den Wirtschaftswissenschaftlern und Audi bei den Ingenieuren (siehe unten).
Für die Ranglisten wurden von Januar bis April dieses Jahres von der Beratung Universum/Access mehr als 15.000 Studenten aus 86 Hochschulen in Deutschland befragt, bei welchen Unternehmen sie am liebsten arbeiten würden. Erstmals in diesem Jahr nannten auch Naturwissenschaftler (17 Prozent aller Befragten) und Informatiker (11 Prozent) ihre Traumarbeitgeber. Dazu kamen Studenten der Wirtschaftswissenschaften (52 Prozent) und der Ingenieurstudiengänge, wie Maschinenbau und Elektrotechnik (20 Prozent). Das Ranking spiegelt damit nicht nur das Image der jeweiligen Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen auch: Strategiewechsel oder eine schlechte Marktperformance sprechen sich – via Praktikanten oder Diplomanden –auf dem Campus in Windeseile herum und wirken sich unmittelbar auf die jeweilige Platzierung aus.
So will etwa BMW, um Kosten in den Griff zu bekommen, weltweit rund 8100 Stellen abbauen, die meisten davon in Deutschland. Seit der Ankündigung geistern Studien durch die Medien, laut denen gar 20 Prozent der Mitarbeiter verzichtbar seien. Und auch solche Szenarien grassieren: Der steigende Dollar-Kurs belastet den Konzern zusätzlich wegen fehlender Absicherung. Folge: Mit knapp sechs Prozent fährt BMW deutlich weniger Rendite ein als Wettbewerber wie Mercedes und Audi mit mehr als acht Prozent. Solche Nachrichten bestraft der Nachwuchs prompt. Da helfen auch nicht die 15,5 Gehälter, die BMW-Mitarbeiter im Jahr ausgezahlt bekommen — so viel wie kaum anderswo.
Dank Internet haben die Unternehmen ohnehin ihre Informationshoheit in puncto Außendarstellung verloren. Auf Webseiten wie Kununu, Jobvoting und Kelzen bewerten Mitarbeiter gnadenlos und anonym ihre aktuellen Arbeitgeber. So kann kein Unternehmen mehr Teamwork, geregelte Arbeitszeiten und gute Entwicklungsmöglichkeiten versprechen, wenn es dort tatsächlich ganz anders zugeht.
Wo es hingegen offenbar top zugeht, zeigt indes dieser Ranglisten-Auszug mit den Top 10-Arbeitgebern der…
| Wirtschaftswiss. | Ingenieure | Informatiker | Naturwiss. |
| 1. Porsche | 1. Audi | 1. Google | 1. Max-Planck |
| 2. BMW | 2. Porsche | 2. SAP | 2. Fraunhofer |
| 3. Lufthansa | 3. BMW | 3. IBM | 3. Bayer |
| 4. Audi | 4. Daimler | 4. Microsoft | 4. BASF |
| 5. McKinsey | 5. Siemens | 5. Siemens | 5. Roche Diagnostics |
| 6. Auswärtiges Amt | 6. Robert Bosch | 6. Fraunhofer | 6. McKinsey |
| 7. Deutsche Bank | 7. Fraunhofer | 7. BMW | 7. DLR |
| 8. Daimler | 8. ThyssenKrupp | 8. Apple | 8. Siemens |
| 9. BCG | 9. Lufthansa Technik | 9. Porsche | 9. Merck |
| 10. PwC | 10. EADS | 10. Audi | 10. Schering |
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