Jeder Mensch muss sich dann und wann mit einigen toxischen Menschen herumschlagen. Besonders häufig kommen diese Situationen im Privatleben vor, wenn Sie neue Leute kennenlernen, aber leider auch in Ihrem Job, wenn Sie neue Kollegen, Vorgesetzte, Kunden oder auch Lieferanten treffen. Eine wichtige Frage ist, wie Sie mit diesen Personen umgehen. Wird Ihre Leistung am Arbeitsplatz negativ von ihnen beeinflusst oder leidet möglicherweise sogar Ihr persönliches Wohlbefinden? Sollte es so sein, drängt sich Ihnen sicherlich oft die zweite Frage auf: Was machen Sie falsch, dass Sie immer wieder mit toxischen Menschen konfrontiert werden? Die Antwort: Gar nichts! Wahrscheinlich machen Sie sogar einiges richtig. Wir zeigen, woran Sie toxische Menschen erkennen und nennen Fünf überraschende Gründe, warum ausgerechnet Sie toxische Menschen scheinbar wie ein Magnet anziehen...

Toxische Menschen negative Menschen Vorsicht meiden

Definition: Was genau sind eigentlich toxische Menschen?

Definition: Was genau sind eigentlich toxische MenschenBeim Thema toxische Menschen hat vermutlich jeder sofort eine bestimmte Person im Kopf, einen Kollegen, der spontan in den Sinn kommt oder einen Bekannten, dessen Bild unbewusst bei dem Gedanken auftaucht. Wir sind gut darin, toxische Menschen zu erkennen - natürlich auch deshalb, weil der Umgang mit diesen so unangenehm und schwierig sein kann. Diese Zeitgenossen scheinen uns regelrecht mit der Nase direkt darauf zu stoßen, dass jedes Zusammentreffen mit ihnen weder Spaß noch Freude bereitet.

Doch so gut wir auch darin sind, toxische Menschen zu erkennen, so schwer fällt es oft, genau zu beschreiben, was sich hinter diesem Charakterzug eigentlich verbirgt. Das liegt unter anderem daran, dass es keine eindeutige und prägnante Definition für den Begriff des toxischen Menschen gibt. Was es jedoch gleich im Überfluss gibt, sind typische Eigenschaften und Verhaltensweisen, die toxische Menschen auszeichnen:

  1. Toxische Menschen sind unehrlich

    Ob Lügen oder bewusste Manipulation: Einem toxischen Menschen ist jedes Mittel recht, um die eigenen Ziele zu erreichen, Meinungen durchzusetzen oder einen Vorteil zu erzielen. Solange es den eigenen Zwecken nutzt, nutzen toxische Menschen das ihnen entgegengebrachte Vertrauen aus, verdrehen die Wahrheit oder lassen wichtige Informationen einfach weg.

    Eine spezielle - und besonders perfide - Art von toxischen Menschen sind Intriganten, Klatschtanten und Gerüchteverbreiter, die versuchen, dem Ruf eines anderen zu schaden. Hier wird das Image bewusst durch den Dreck gezogen, um den eigenen Status hervorzuheben oder sich durchzusetzen.

  2. Toxische Menschen überschreiten Grenzen

    Toxischen Menschen ist oft egal, ob sie etwas dürfen oder ob andere ihr Verhalten für richtig oder falsch halten - sie tun es einfach, auch auf die Gefahr hin, anderen damit zu schaden. Ein klassisches Beispiel ist etwa, ein Nein nicht als solches akzeptieren zu können. Stattdessen wird immer weiter gemacht und gedrängt.

    Dabei merken sie oft gar nicht, in welche Situation sie ihren Gegenüber bringen und auch Entschuldigungen kennen toxische Menschen nicht. Sie sehen sich mit ihrem Verhalten immer im recht und lassen sich von dieser Meinung auch nicht durch Diskussionen oder Fakten abbringen.

  3. Toxische Menschen wollen gar keine Lösung

    Haben sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt, lassen toxische Menschen nicht mehr locker. Im positiven könnte man nun sagen, dass Sie hartnäckig sind und Durchsetzungsvermögen haben, doch tatsächlich sind sie einfach nur nicht in der Lage, Kompromisse einzugehen. Es geht überhaupt nicht darum, eine gemeinsame Lösung zu finden, sondern auf dem eigenen Standpunkt zu beharren.

    Genauso wenig sollte man mit Empathie rechnen. Toxische Menschen interessieren sich nicht für die Meinungen oder Gefühle ihrer Gesprächspartner und sind nicht wirklich an einem Austausch interessiert. Sie wollen nur die Aufmerksamkeit und am Ende die Zustimmung der anderen.

  4. Toxische Menschen denken nur an sich

    Egoismus ist fast noch untertrieben. Toxische Menschen sind nicht die Sonne, um die sich alles zu drehen hat, sondern sehen sich vielmehr als einzigen Stern im gesamten Universum. Wenn sie sich dann doch mal mit anderen abgeben müssen, fühlen sie sich meilenweit überlegen lassen andere das auch gerne spüren.

    Sie vermitteln den Eindruck, in keinem Bereich gut genug zu sein und untergraben das Selbstbewusstsein ihrer Kontakte. Wer es doch wagt, zu widersprechen, muss sich darauf einstellen, nicht nur mit Argumenten, sondern auch Beleidigungen oder auch Verleumdungen konfrontiert zu werden, damit das unantastbare Selbstbild nicht ins Wanken gerät.

  5. Toxische Menschen vergiften das Umfeld

    Ein toxischer Mensch reicht, um die Atmosphäre in einer ganzen Gruppe zur Katastrophe werden zu lassen. Sie versuchen alle Anwesenden gegeneinander auszuspielen, drängen sich in den Vordergrund, sorgen für Streit und forcieren Meinungsverschiedenheiten. Situationen, die man normalerweise vermeiden möchte, werden bewusst provoziert und toxische Mitmenschen scheinen regelrecht Energie daraus zu ziehen.

    In der Gruppendynamik zeigt sich auch das zerstörerische Verhalten. Niemandem wird der Erfolg gegönnt und so wird immer ein Haar in der Suppe gefunden, jede Idee wird klein und schlecht geredet und wenn jemand doch etwas erreichen sollte, werden bereits Pläne geschmiedet und Gerüchte verbreitet, um daran etwas zu ändern.

  6. Toxische Menschen setzen andere unter Druck

    Ein beliebtes Mittel ist auch der Erwartungsdruck. Jeder Fehler wird lang und breit thematisiert, immer wieder aufgenommen und in den Mittelpunkt gestellt, während positive Entwicklungen oder gute Leistungen unter den Teppich gekehrt werden. Zusätzlich erwarten toxische Menschen immer, dass die Dinge so ablaufen, wie sie es sich vorgestellt haben.

    Wer sich darauf nicht einlassen will, wird weiter unter Druck gesetzt - häufig durch Schuldgefühle. Da kann schon ein kleiner Satz wie Das du mich so im Stich lässt hätte ich nicht von dir erwartet ausreichen, um ein schlechtes Gewissen hervorzurufen und das Verhalten zu manipulieren.

Toxische Menschen Problemmenschen

Toxische Menschen: So gehen Sie mit ihnen um

Toxische und negative Menschen können aus einem normalen Tag in Rekordzeit eine Qual machen. Sie jammern, meckern oder lästern und vergiften die Atmosphäre ohne Unterbrechung und so hat es sich oft auch mit der guten Laune der anderen Anwesenden schnell erledigt. Aber wer möchte sich schon regelmäßig den Tag von einer einzelnen Person verderben lassen? Eben. Deshalb ist es wichtig, wie Sie in einer solchen Situation reagieren und welche Schlüsse Sie daraus ziehen.

Wir empfehlen für den Umgang mit toxischen Menschen deshalb fünf verschiedene Schritte:

  • Sprechen Sie das Verhalten an. Leider sind die meisten Menschen sehr resistent, wenn es darum geht, ihnen ihr Fehlverhalten aufzuzeigen. Dennoch ist es in einem ersten Anlauf auf jeden Fall einen Versuch wert. Wichtig ist: Machen Sie deutlich, was genau Sie stört und welche Lösung Sie sich vorstellen.
  • Zeigen Sie die Konsequenzen auf. Manchmal helfen nur klare Ansagen. Fällt ein Kollege immer wieder mit toxischem Verhalten auf, machen Sie deutlich, dass es so nicht weiter gehen kann und Sie sich beim nächsten Vorfall ohne Umschweife an den Chef oder die Personalabteilung wenden werden. In besonders schweren Fällen ist es auch ratsam, den toxischen Menschen vor vollendete Tatsachen zu stellen und ohne Warnung gleich die Konsequenzen in die Wege zu leiten.
  • Suchen Sie nach Mitstreitern. Oft werden Sie nicht der einzige sein, der sich von einer Person oder einem Verhalten gestört fühlt. Sprechen Sie beispielsweise Kollegen an, denen es ähnlich geht. Gemeinsam können Sie sich auch an den Chef wenden und um eine Lösung des Problems bitten.
  • Fühlen Sie sich nicht persönlich angegriffen. Das sagt sich so leicht... In der Realität ist es jedoch unglaublich schwer, sich durch das Verhalten nicht auf die Palme bringen zu lassen oder verletzt zu werden. Tatsächlich ist es jedoch meist kein persönlich gemeinter Angriff. So banal es klingt: Es liegt einfach in der Persönlichkeit des toxischen Menschen - es ist seine Art. Das macht es nicht angenehmer, hilft aber vielleicht dabei, es weniger persönlich zu nehmen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt. Die letzte Konsequenz sollte immer sein, dass Sie den Kontakt so gut es eben geht vermeiden. Dies ist im privaten Bereich natürlich leichter umzusetzen, doch auch im Job funktioniert es bis zu einem gewissen Grad.

5 überraschende Gründe, warum Sie toxische Menschen anziehen

Es ist ein Irrglaube, dass Sie toxische Menschen durch Ihre eigenen schlechten Seiten anziehen. Sicher haben Sie schon einmal das Sprichwort Gleich und gleich gesellt sich gern gehört. Dass diese Volksweisheit nicht wirklich zutrifft, lässt sich in den unterschiedlichsten Beziehungen feststellen. Hier greift also eher ein anderer Vergleich: Die beiden negativen Pole eines Magneten stoßen einander ab, während die Gegensätze sich anziehen.

Soll heißen: Sie ziehen toxische Menschen vor allem durch Ihre besonders positiven Eigenschaften und Verhaltensweisen an. Das zeigt sich auch in diesen fünf überraschenden Gründen.

  1. Sie sind sehr hilfsbereit

    Anderen Ihre Hilfe anzubieten, wenn einmal Not am Mann ist, macht nicht nur sympathisch, sondern stärkt auch die persönlichen Beziehungen. Leider wird diese Gutmütigkeit oft und gerne ausgenutzt. Natürlich sollen Sie nun nicht jeden Kollegen vor den Kopf stoßen, der Sie bei einer Aufgabe um Hilfe bittet. Der richtige Weg ist zu hinterfragen, ob Ihre Hilfsbereitschaft auch erwidert wird. Hat die betreffende Person auch Ihnen schon einmal einen Gefallen getan?

  2. Sie sind ein guter Zuhörer

    Die meisten Menschen wissen einen guten Zuhörer wirklich zu schätzen. Auf diese Eigenschaft sollten Sie daher besonders stolz sein. Es ist aber auch Vorsicht geboten, denn auch toxische Menschen bemerken schnell, dass Sie immer ein offenes Ohr haben. Schneller als es Ihnen lieb ist, finden Sie sich in einem endlosen Monolog Ihres Gesprächspartners wieder, der Ihnen von seinen endlosen Problemen berichtet oder Geschichten über Freunde und Kollegen verbreitet, ohne sich für Ihre Meinung zu interessieren. Hier hilft oft nur, das Gespräch so schnell wie möglich mit einer Ausrede zu beenden.

  3. Sie teilen Ihre Ideen und Ziele

    Haben Sie eine Vision, wie Sie Ihre Zukunft gestalten wollen oder eine Idee, von deren Umsetzung Sie seit längerer Zeit träumen? Teilen Sie diese Vorstellungen mit positiven Menschen, erhalten Sie ehrliche Meinungen und wichtiges Feedback. Auf der anderen Seite sehen toxische Menschen aber die Chance, alles schlecht zu reden, Zweifel zu säen und Ihnen einzureden, dass Sie es ohnehin nicht schaffen können. Diese Einstellung vertreten sie auch sich selbst gegenüber. Deshalb trauen und gönnen sie auch niemandem sonst den Erfolg.

  4. Sie knüpfen gerne neue Kontakte

    Ein großes Netzwerk hat viele Vorteile, doch durch Ihre offene und kontaktfreudige Art werden Sie auch schnell zum Ziel von manipulativen Angriffen. Zum einen besteht die Gefahr, dass Sie toxische Menschen in Ihr Netzwerk aufnehmen und damit das Risiko für die bereits erwähnten Punkte erhöhen. Auf der anderen Seite zeigt sich das toxische Verhalten oft auch durch Lügen und Manipulation. Zu jedem Ihrer Kontakte kommt Ihnen dann eine Geschichte zu Ohren, in welcher die Person alles andere als gut wegkommt. Denken Sie daran, sich immer erst selbst eine Meinung zu bilden und sich nicht nur auf das Hören-Sagen zu verlassen.

  5. Sie wirken auf andere positiv

    Selbst eine positive Ausstrahlung kann ausreichen, um toxische Menschen anzuziehen. Der Grund hierfür ist ebenso einfach wie traurig: Missgunst. Negativität macht unglücklich und so können viele nicht nachvollziehen, dass es anderen scheinbar besser geht, als ihnen selbst. Also wird versucht, andere mit herunterzuziehen. Natürlich dürfen Sie sich Ihre positive Energie davon nicht nehmen lassen, sondern wie oben angesprochen den Kontakt so weit es geht vermeiden.

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