racorn / shutterstock.comAbsolventen und Berufseinsteigern stehen heute in allen Branchen und Fachbereichen zahlreiche Optionen offen. Neben befristeten Stellen, Personaldienstleistern und Festanstellungen erfreuen sich vor allem Traineeprogramme wachsender Beliebtheit, stellen sie doch einen direkten Weg in Führungspositionen dar. Direkt darf hier jedoch nicht mit schnell oder leicht verwechselt werden. Trainees werden zwar gezielt zu Führungskräften aufgebaut, doch der Weg in diese Positionen kann - je nach Unternehmen - lang und anstrengend sein. Das sollte Studenten und Auszubildenden jedoch keinesfalls abschrecken, denn mit den im Traineeprogramm erworbenen Fähigkeiten und Kenntnissen sind sie für die Arbeit und Verantwortung als Führungskraft hervorragend vorbereitet. Angesichts dieser Perspektiven überrascht es nicht, dass die Jobsuche für angehende Trainees hohen Ansprüchen genügen muss. Unsere Praxistipps helfen weiter.

Jobsuche für Trainees: Hoher Anspruch, hohe Chancen

Um das deutlich zu sagen: Seriöse Traineeprogramme haben mit Praktika nichts zu tun. Trainees werden gezielt für Führungs- und Leitungspositionen aufgebaut, haben in der Regel hervorragende Perspektiven im Unternehmen und müssen dementsprechend hohe Anforderungen erfüllen. Als Trainee-Anwärter sollten Sie Ihre Jobsuche - in diesem Fall eben nach einer Trainee-Stelle - genau so ernsthaft angehen, wie Sie es bei der Suche nach Ihrem ersten Arbeitsplatz tun würden.

In unserem Trainee-ABC beleuchten wir die wichtigsten Aspekte und Facetten der Jobsuche für Trainee-Anwärter und vermitteln Ihnen Praxistipps, mit denen Sie Ihre Jobsuche erfolgreich gestalten können. Trotz des enormen Umfangs können die folgenden Tipps Ihre individuelle Situation natürlich nur bedingt beschreiben und abbilden. Nutzen Sie unser ABC daher als Orientierung, um Ihre Jobsuche optimal zu gestalten und passen Sie die genannten Strategien nach Ihren Bedürfnissen an.

Tipps für den Berufseinstieg

Zusätzliche Tipps rund um den Berufseinstieg finden Sie hier:

Anschreiben

Wie bei der Bewerbung um den ersten Job spielt das Anschreiben auch bei der Suche nach einem Trainee-Platz eine wichtige Rolle. Hier müssen Sie einen Spagat schaffen, denn einerseits sollten Sie sich selbstbewusst und überzeugend präsentieren. Andererseits dürfen Sie jedoch nicht arrogante oder eingebildet wirken und sollten Ihre Lernbereitschaft und Offenheit für die Inhalte des Trainee-Programms deutlich machen. Um die Balance zwischen diesen beiden Polen zu finden sollten Sie im Anschreiben nicht nur Beispiele verwenden, sondern sich auch Reflexion Dritter holen. Mehr dazu erfahren Sie in den folgenden Punkten.

Bewerbungsdesign

Wie kreativ oder konservativ Ihr Bewerbungsdesign ausfallen kann und darf, hängt stark von den Gepflogenheiten und Erwartungen Ihrer Zielbranche ab. Bei traditionell geprägten Unternehmen ist eine zurückhaltend, auf Seriosität ausgerichtete Gestaltung sinnvoll. Firmen mit einer internationalen Ausrichtung oder einer offenen Arbeitsweise können sich dagegen von kreativen Bewerbungslayouts - on- wie offline - angesprochen fühlen. In jedem Fall sollte Ihre Bewerbung über eine persönliche Note verfügen und an das konkrete Unternehmen angepasst sein. Das gilt auch für das Bewerbungsdesign.

Chancen

Manchmal kann es sinnvoll sein, alle Regeln zu ignorieren und sich ganz und gar unkonventionell und zu bewerben oder einer scheinbar verrückten Strategie zu folgen. Bewerbungsvideos, individuelle gestaltetet Bewerbungswebseiten und ähnliche Ansätze können ich Ausnahmefällen auch in konservativen Branchen beeindrucken und Sie positiv von der Masse der Bewerber abheben. Ob Sie einem so riskanten Ansatz folgen oder nicht, können Sie im Grund nur intuitiv und spontan entscheiden. Das Risiko, sich bei einem potenziellen Arbeitgeber damit alle Chancen zu verderben, ist jedoch immer vorhanden.

Dauer

Machen Sie sich bitte im Vorfeld klar, dass Ihre Suche nach einem Trainee-Platz durchaus einige Zeit dauern kann. Das liegt oft gar nicht an Ihnen, Ihrer Qualifikationen oder der Qualität Ihrer Bewerbung. Firmeninterne Prozesse nehmen einfach Zeit in Anspruch und die viel gerühmte Mühlen der (Unternehmens-)Bürokratie mahlen oft langsam. Dazu kommt, dass sich Unternehmen für die Auswahl von Trainees viel Zeit lassen und die Kandidaten genau unter die Lupe nehmen. Bereiten Sie sich daher mental auf einen Prozess vor, der einige Wochen, vielleicht sogar Monate in Anspruch nehmen kann.

Entscheidung

Einer der wichtigsten Punkte wird von vielen Bewerbern oft übersehen oder ignoriert: Sie sollten sich aktiv und bewusst für den Weg des Trainee-Programms entscheiden. Das bedeutet nicht, dass Sie sich sich nicht parallel auch um Arbeitsplätze bewerben können, diese Option steht Ihnen natürlich immer offen. Doch wenn der Weg als Trainee eine realistische Option für Sie darstellt oder darstellen soll, müssen Sie sich auch auf das umfangreiche Bewerbungsverfahren mit Assessment Center, Eignungstest und allen weiteren Konsequenzen einlassen. Diese Entscheidung sollten Sie ganz bewusst treffen.

Freude

Bei Ihrer gesamten Jobsuche sollten Sie sich immer wieder Zeit für Ruhe und Ausgleich nehmen und sich auch mit Ihrem Ziel beschäftigen. Machen Sie sich immer wieder klar, warum Sie sich bewerben, was Sie sich von diesem Weg versprechen und wo Sie schlussendlich hin wollen. Nur wenn Sie Ihr Ziel und Ihre Gründe vor Augen haben und sich Zeit für sich nehmen, können Sie sich Freude und Motivation dauerhaft erhalten und auch in schwierigen Phasen voller Energie weitermachen und Krisen überwinden.

Grenzen

Bei aller Begeisterung und allem notwendigen Selbstbewusstsein sollten Sie doch auch Ihre Grenzen kennen und respektiere. Das gilt sowohl für Ihre Leistungsfähigkeit und Energie als auch für Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten. So ist es beispielsweise sinnlos und schädlich, wenn Sie zu viele Bewerbungen in einer Woche schreiben oder sich bei zu vielen Unternehmen parallel vorstellen. Ebenso schädlich ist es jedoch, sich in Anschreiben und Bewerbung zu gut zu präsentieren und dadurch Erwartungen zu wecken, die Sie nicht erfüllen können.

Haltung

Sowohl Ihr Auftreten als auch Ihre Präsentation in Anschreiben und Bewerbung stehen und fallen mit Ihrer Grundhaltung. Sind Sie sich nicht sicher, dass der gewählte Weg der richtige für Sie ist, haben Sie Vorbehalte gegenüber dem Unternehmen oder zweifeln Sie an Ihren eigenen Fähigkeiten, werden Sie das auch ausstrahlen. Eine überzeugende Präsentation ist dann nur schwer möglich und an eine ernsthafte Jobsuche dauerhaft nicht zu denken. Befassen Sie sich daher zuerst mit sich selbst und Ihrer Haltung, bevor Sie sich an die Arbeit machen.

Trainee: Künftige Führungskraft mit Anspruch

Syda Productions/shutterstock.comAls Trainee werden Sie innerhalb des Trainee-Programms möglicherweise - die Wahrscheinlichkeit ist groß - Führungskräften begegnen, die den Kontakt zu ihren Mitarbeitern vernachlässigen und sich nur zur nächst höheren Hierarchiestufe orientieren. Solche Führungskräfte sind nicht nur unbeliebt, sie können oft auch nur miserable oder bestenfalls durchschnittliche Ergebnisse vorweisen. Vielleicht kommen sie weiter, dann jedoch nur, weil sie hervorragend blenden und täuschen können.

Die Basis Ihres Erfolgs als künftige Führungskraft besteht in einer guten Beziehung zu Ihren Mitarbeitern. Diese etablieren Sie bereits als Trainee. Der Aufbau ist im Grunde nicht schwer, erfordert jedoch Zeit und aktive Netzwerkarbeit. Dazu gehört, dass Sie...

  • ... die Erfahrung Ihrer Kollegen und künftigen Mitarbeiter anerkennen und wertschätzen.
  • ... sich wirklich für die Vorschläge und Ideen Ihrer Kollegen/Mitarbeiter interessieren.
  • ... sich als Trainee an sozialen Aktivitäten beteiligen und beispielsweise Kaffee- und Mittagspausen im Team verbringen.
  • ... selbst die Leistung und den Einsatz bringen, die Sie später von Ihren Mitarbeitern einfordern werden.
  • ... Ihre Kompetenzen praktisch umsetzen und zeigen, was Sie drauf haben.

Mit dieser Strategie - die mit viel Arbeit verbunden ist - schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits positionieren Sie sich gegenüber Ihren künftigen Mitarbeitern als Chef, der selbst Leistung bringt und auf die Meinung der Mitarbeiter Wert legt.

Initiative

Nicht alle Trainee-Stellen werden offiziell ausgeschrieben, manche sind auch nur unternehmensintern bekannt und werden erst nach außen sichtbar, wenn der passende Kandidat bereits feststeht. Um solche Stellen rechtzeitig zu entdecken sollten Sie Ihr Netzwerk nutzen und sich initiativ bei passenden Unternehmen bewerben. Das kann sich seltsam anfühlen und muss nicht bei jedem Personaler gut ankommen. Doch wenn Sie Initiative zeigen und Ihre Bewerbung ernsthaft vorbereiten, wird sich das Engagement oft auszahlen.

Jobbeschreibung

Bevor Sie sich auf die Suche nach passenden Trainee-Stellen machen, sollten Sie für sich wissen, wie diese aussehen können. Es ist daher nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, dass Sie sich im Vorfeld eine Jobbeschreibung der idealen Stelle ausmalen und diese schriftlich fixieren. Zwar werden Sie dieses Ideal in der Praxis vermutlich nicht antreffen, doch Sie haben dann zumindest einen Ausgangs- und Vergleichspunkt, mit dem Sie arbeiten können.

Kompromisse

Apropos Realität: Es ist völlig klar, dass Sie bei ausgeschriebenen Trainee-Stellen im Blick auf Ihre Wünsche und Anforderungen einige Kompromisse eingehen müssen. Auch das beste Unternehmen wird nicht alle Ihre Kriterien erfüllen, daher ist es entscheidend, dass Sie für sich klare Prioritäten setzen und wissen, welche Punkte für Sie unentbehrlich sind. Es spielt dabei keine Rolle, was andere von Ihren Prioritäten halten. Wichtig ist, dass Sie wissen, worauf Sie Wert legen.

Lebenslauf

Als Trainee-Anwärter ist Ihr Lebenslauf in der Regel noch nicht allzu lang. Umso wichtiger ist es, dass Sie die relevanten Stationen und Kompetenzen durch Optik, Layout und Formulierung betonen. Fließtext hat im Lebenslauf zwar nichts zu suchen, doch Stichworte, Listen oder Halbsätze können Sie - dosiert und gezielt - durchaus einsetzen. Achten Sie darauf, Lebenslauf und Anschreiben aufeinander und auf die konkrete Stelle abzustimmen.

Mehrwert

In all Ihren Bewerbungen sollten Sie ein Frage immer beantworten: Welchen Mehrwert bieten Sie dem Unternehmen? Begehen Sie dabei bitte nicht den Fehler, sich mit anderen möglichen Bewerbern zu vergleichen. Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre Stärken und Fähigkeiten und präsentieren Sie sich im besten Licht. Stellen Sie dann noch die Verknüpfung zur Stelle her und können Sie zeigen, was Sie konkret einbringen können, stehen Ihre Chancen gut.

Nachweise

Zeugnisse, Bescheinigungen und Empfehlungsschreiben sollen Sie natürlich unbedingt beilegen. Nehmen Sie sich jedoch bei jeder Bewerbung Zeit und wählen Sie nur die konkret passenden Dokumente aus. Es gibt keinen besseren Weg, die Wirkung guter Zeugnisse und Empfehlungsschreiben zu sabotieren, als diese unter zu vielen unwichtigen Schreiben zu verstecken. Vermeiden Sie diesen Fehler bitte.

Offenheit

Machen Sie in Anschreiben und Vorstellungsgesprächen bitte deutlich, dass Sie sich Ihrer Fähigkeiten zwar bewusst sind, Ihnen jedoch auch klar ist, dass Sie noch viel zu lernen haben. Gehen Sie offen auf Unternehmen zu, bleiben Sie bei allen Aussagen bei der Wahrheit und stellen Sie Fragen, wenn Ihnen Punkte unklar sind. Das mag etwas naiv klingen, ist jedoch der beste Weg, Missverständnisse und Enttäuschungen zu vermeiden.

Prioritäten

Eine Jobsuche ist Arbeit, nimmt Zeit in Anspruch und kann Sie durchaus einige Nerven kosten. Das ist keine Drohung, sondern eine realistische Beschreibung des Prozesses. Machen Sie sich das bitte im Vorfeld klar und räumen Sie Ihrer Jobsuche die notwendige Priorität ein. Das kann bedeuten, Freizeitaktivitäten für eine gewisse Zeit einzuschränken, weniger Zeit mit Hobbys und Freunden zu verbringen und auch den Tagesrhythmus auf die Jobsuche anzupassen. Doch diesen Aufwand sollte Ihnen Ihr künftiger Job wert sein.

Worauf Sie bei Trainee-Programmen achten sollten

Eine Trainee-Stelle kann der Beginn einer steilen Karriere sein, jedoch nur, wenn es sich um ein seriöses und gut organisiertes Programm handelt. Denn durch die wachsende Beliebtheit verbirgt sich hinter dem Begriff "Trainee" schnell eine Mogelpackung. Arbeitsrechtlich ist dieser nicht geschützt und so obliegt es dem Arbeitgeber, die Bedeutung festzulegen. Bei der Suche nach einer geeigneten Stelle, sollten Sie deswegen alle Trainee-Programme unter folgenden Kriterien betrachten:

  1. Struktur: Wie ist das Programm aufgebaut? Welche Stationen durchlaufen Sie? Sind Auslandsaufenthalte möglich? Werden Sie einen Mentor haben? Gibt es Theorieblöcke, interne sowie externe Fortbildungen? Wird nicht vorher im Traineevertrag festgehalten, welche Abteilungen und Bereiche Sie durchlaufen, besteht die Gefahr, beliebig eingesetzt zu werden. Wo gerade Not am Mann ist, werden Sie dann hingeschoben.
  2. Länge: Im Schnitt dauern Trainee-Programme 12 bis 18 Monate. Diese Zeit bietet Ihnen Gelegenheit, unterschiedliche Bereiche kennenzulernen und wirklich dort mitzuarbeiten. Sollen Sie nur wenige Wochen in einer Abteilungen verbringen, reichen diese gerade einmal zur Einarbeitung.
  3. Gehalt: Eine Traineestelle ist in gewisser Weise eine Ausbildung. Deswegen werden Sie weniger verdienen, als Ihre Kollegen. Um jedoch zu verhindern, dass Sie ausgenutzt und unfair bezahlt werden, sollten Sie sich vorher über die Bezahlung bei ähnlichen Traineeprogrammen informieren.
  4. Reputation: Was sagen Ihre Bekannten und Freunde zu dem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen? Was sagen Ihre Professoren? Schauen Sie sich auch in den sozialen Netzwerken um und lesen Sie die Erfahrungsberichte ehemaliger Trainees.

Qualität

Bei der Jobsuche - auch nach einer Trainee-Stelle - gilt ganz klar: "Qualität vor Quantität." Nehmen Sie sich für jede Bewerbung Zeit, passen Sie diese an das Unternehmen an, überlegen Sie genau, ob die Stelle zu Ihnen passt und gehen Sie auch mögliche Probleme durch. Es ist deutlich sinnvoller, drei oder vier Bewerbungen weniger zu schreiben und die anderen Bewerbungen dafür so gut als möglich zu gestalten und anzupassen.

Reflexion

Wir haben es bereits zu Beginn erwähnt: Manche Punkte und Aspekte werden Sie selbst vielleicht gar nicht wahrnehmen. Daher ist es sinnvoll, sich Reflexion und Feedback von Freunden, Dozenten und Mentoren zu holen und Ihre Bewerbungen von Dritten gegenlesen zu lassen. Das dient nicht nur der Qualitätskontrolle, sondern auch der strategischen Ausrichtung und kann Ihnen neue Wege und bisher unbewusstes Potenzial erschließen. Das Feedback wird dabei vermutlich nicht immer angenehm sein, ist für die Qualität Ihrer Bewerbungen jedoch entscheidend.

Selbstbewusstsein

Mit einer arroganten Haltung disqualifizieren Sie sich zwar selbst, doch zu viel Bescheidenheit verbaut Ihnen ebenfalls jede Chance auf die Trainee-Stelle. Übertreiben dürfen Sie zwar nicht - die geweckten Erwartungen können Sie nie erfüllen - doch Sie sollten durchaus zu Ihren Stärken und Kompetenzen stehen und diese auch präsentieren. Tun Sie das in einem angemessenen Tonfall und auf Ihre individuelle Art und Weise, vermitteln Sie dem potenziellen Arbeitgeber einen realistischen Eindruck. Beim Vorstellungsgespräch decken sich Erwartung und Realität dann weitgehend - eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Gespräch.

Treue

Gut, diesen Punkt hätten wir auch Loyalität nennen können, doch dann hätte er nicht zum Buchstaben T gepasst. Scherz beiseite, da Trainee-Programme langfristig angelegt sind, sollten Sie Ihrem künftigen Arbeitgeber bereits in der Bewerbung vermitteln, dass Sie mehrere Jahre - auch nach dem Trainee-Programm, dann als Führungskraft - im Unternehmen bleiben wollen und einen festen Arbeitsplatz suchen. Nur wenn Sie ihn davon überzeugen können, wird er Sie als Trainee-Kandidat ernsthaft in Erwägung ziehen.

Überraschung

Sie verfügen über ungewöhnliche - und berufsrelevante - Erfahrungen? Sie können mit außergewöhnlichen Kompetenzen aufwarten? Dann nutzen Sie diese Alleinstellungsmerkmale und überraschen Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber damit in der Bewerbung. Positionieren Sie die jeweiligen Kompetenzen strategisch klug in Anschreiben und Lebenslauf und versuchen Sie, dadurch den größtmöglichen positiven Überraschungseffekt zu erzielen. Gelingt es Ihnen, werden Sie sich definitiv positiv von Ihren Mitbewerbern abheben.

Vorstellungsgespräch

In der Regel steht bei Trainee-Programmen vor dem Vorstellungsgespräch ein Assessment Center und/oder ein telefonisches Gespräch. Haben Sie es in das persönliche Vorstellungsgespräch geschafft, sind Sie daher schon weit gekommen. Über diesen Erfolg dürfen und sollten Sie sich freuen, er darf jedoch nicht dazu führen, dass Sie nachlässig werden. Gehen Sie das Vorstellungsgespräch konzentriert an und präsentieren Sie sich offen und selbstbewusst, stehen Ihre Chancen gut.

Wegweiser

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Trainee-Programmen für Sie der richtige Weg ist, sollten Sie sich aktiv um Orientierung bemühen. Dazu können Sie unter anderem die Wegweise nutzen, die wir auch für die Berufsfindung von Studenten empfehlen. Ergänzend sollten Sie Gespräche mit Freunden, Mentoren und Ihrem Partner suchen und sich die Meinung der Ihnen nahestehenden und wichtigen Menschen anhören. Die Entscheidung liegt zwar bei Ihnen, doch Hinweise und Impulse sind oft sinnvoll und hilfreich.

X-treme

Extreme Haltung und Positionen sind sowohl im Berufsleben als auch bei Trainee-Programmen weder sinnvoll noch zielführend. Achten Sie daher darauf, sich nicht zu sehr auf einzelne Themen einzuschießen und versuchen Sie, alle relevanten Aspekte und Anforderungen der konkreten Stelle im Blick zu behalten. Ein umfassendes und ausgewogenes Profil - das durchaus Ecken und Kanten haben darf - ist für viele Unternehmen bei Trainee-Kandidaten attraktiv.

Young Professional

Machen Sie sich bitte bewusst, dass Sie sich auf Trainee-Stellen durchaus als Young Professional bewerben. Sie sind kein Student oder Azubi mehr, sondern stehen jetzt im Berufsleben und bewerben sich auf eine Laufbahn als Führungskraft. Dieses Bewusstsein kann Ihren Herangehensweise und Haltung zur Jobsuche spürbar beeinflussen. Und es ist völlig normal, wenn Sie zunächst einige Zeit brauchen, um sich darauf einzustellen. Sie sollten es nur vor Ihrer Jobsuche tun.

Zielsetzung

Zu guter Letzt sollten Sie sich immer wieder die Zeit nehmen und Ihre Jobsuche und deren Verlauf reflektieren. Nutzen Sie diese Phasen dazu, Ihre Arbeit mit Ihren Zielen abzugleichen, notwendige Veränderungen zu erkennen und diese dann auch vorzunehmen. Die so gewonnenen Erkenntnisse mögen nicht immer angenehm sein, sind für den Erfolg Ihrer Jobsuche jedoch unentbehrlich.

11 Karriereperspektiven für Trainees nach der Kündigung

  1. Neuorientierung

    Es mag banal klingen, doch die Kündigung Ihres Traineevertrages kann für Sie die perfekte Gelegenheit zur Reflexion und Neuorientierung sein. Vielleicht stellen Sie fest, dass der ursprünglich geplante Karriereweg doch nicht zu Ihnen passt und Sie sich in einer anderen Branchen versuchen wollen? Vielleicht haben Sie gemerkt, dass Sie keine Führungsposition anstreben und suchen jetzt nach neuen, passenderen Stellen und Aufgaben? Was immer der Fall sein mag, nutzen Sie die Gelegenheit und prüfen Sie kritisch, wie Ihr Weg weiter gehen soll.

  2. Weiterbildung

    Natürlich können Sie die Gelegenheit auch beim Schopf packen und sich mit einer Weiterbildung spezialisieren und so Ihre Chance für weitere Bewerbungen erhöhen. Dieser Weg bietet sich vor allem dann an, wenn Sie vor dem Traineeprogramm bereits Berufserfahrung gesammelt haben und diese jetzt fachlich ausbauen und erweitern wollen. Außerdem kann eine Weiterbildung Ihnen auch die notwendige Auszeit verschaffen, um sich von den Nachwirkungen der Kündigung zu erholen.

  3. Berufseinstieg

    Eine weitere Möglichkeit, die Ihnen aktuell vielleicht gar nicht so realistisch erscheint, ist der direkte Berufseinstieg nach der Kündigung. Wählen Sie diesen Weg, sollten Sie sich möglichst schnell wieder an die Jobsuche machen und nach passenden Stellen suchen. Diese Option ist vor allem dann empfehlenswert, wenn Sie direkt von der Hochschule ins Traineeprogramm gewechselt sind und über wenig bis keine Berufserfahrung verfügen.

  4. Masterstudium

    Sie haben im Traineeprogramm gemerkt, dass Führungsverantwortung Sie zwar grundsätzlich reizt, Sie sich dafür jedoch fachlich noch nicht bereit fühlen? Dann kann ein aufbauendes (Master)Studium der Weg der Wahl für Sie sein. Dort können Sie Ihre fachliche Basis enorm ausbauen und lernen gleichzeitig - je nach Studiengang - viel über Führungsprinzipien und Managementfähigkeiten. Diese Option ist nur sinnvoll, wenn Sie sich persönlich für eine Führungsaufgabe geeignet fühlen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie andere Alternativen wählen.

  5. Auslandserfahrung

    Auch wenn es im ersten Moment wie eine Flucht wirken kann, stellt die Kündigung Ihres Traineevertrags vielleicht die perfekte Gelegenheit dar, um einige Monate im Ausland - beispielsweise in einem Work-and-Travel-Programm, mit ehrenamtlicher Arbeit oder in einem Praktikum - zu verbringen und dabei wertvolle Berufs- Spracherfahrung zu sammeln. Dieser Weg kann Ihnen bei Ihrer Rückkehr neue Chancen und Optionen auftun und Ihnen dabei helfen, sich persönlich weiterzuentwickeln. Eine Flucht vor den Konsequenzen oder gar der Beschäftigung mit der Kündigung darf dieser Weg jedoch nicht sein.

  6. Freiwilliges Engagement

    Sie haben aktuell keine Vorstellung davon, wie Ihr weiterer Weg aussehen soll, wollen sich jedoch sinnvoll beschäftigen? Dann kann ein freiwilliges soziales Jahr oder ein Engagement im Bundesfreiwilligendienst - wenn Sie es sich finanziell leisten können - die richtige Wahl für Sie sein. Die Arbeit im sozialen Bereich mag kein Perspektive auf Dauer sein, kann Ihnen jedoch dabei helfen, sich zu orientieren und Ihre Prioritäten zu klären. Oft erdet die Arbeit in sozialen Einrichtungen enorm und setzt Wünsche und Pläne in die richtige Relation.

  7. Praktikum

    Gut, ein Praktikum mag nach einem Traineeprogramm wie ein Rückschritt wirken... und ist es vermutlich auch. Doch dieser Rückschritt kann sinnvoll und notwendig sein, wenn Sie beispielsweise testen wollen, ob ein neuer Bereich oder eine andere Branche für Sie grundsätzlich infrage kommen. Oft können Sie neue Ansätze am besten über Praktika ausprobieren und herausfinden, ob Sie im jeweiligen Bereich eine Perspektive sehen. Selbst wenn sich herausstellt, dass der neue Weg für Sie absolut keine Option ist, wissen Sie das zumindest sicher.

  8. Befristeter Job

    So wirklich klar ist Ihnen Ihre Perspektive noch nicht, doch ein ehrenamtliches Engagement oder ein Auslandsaufenthalt kommt - vielleicht auch aus finanziellen Gründen - nicht in Betracht? Dann suchen Sie sich einen befristeten, nicht allzu anspruchsvollen Job, den Sie als Orientierungsphase nutzen und sich gleichzeitig finanziell absichern können. So entsteht keine Lücke im Lebenslauf, Sie bleiben mit Ihren Bewerbungen im Training und am Ende der Befristung können Sie den nächsten Schritt gehen, ohne kündigen zu müssen.

  9. Projektarbeit

    Ähnlich wie ein befristeter Job kann Ihnen auch die Arbeit in einem klar definierten Projekt die Möglichkeit bieten, sich neu zu orientieren. Der Vorteil dieses Weges: Ist das Projekt erfolgreich, können Sie es - wenn Ihre Arbeit für den Erfolg relevant war - als Referenz angeben und darauf verweisen. Scheitert das Projekt, können Sie zumindest auf Berufserfahrung verweisen und haben Zeit für Ihre Neuausrichtung gewonnen. Dazu kommt, dass Sie aus gescheiterten Projekten eine Menge lernen und diese Erfahrung gezielt bei weiteren Projekten einsetzen können.

  10. Personaldienstleister

    Lesen Sie bitte weiter, bevor Sie diese Option empört ablehnen. Die Arbeit für Personaldienstleister - gerne auch Zeitarbeitsfirmen genannt - mag auf Ihrer Prioritätenliste ganz weit unten stehen, bietet Ihnen allerdings einige Vorteile. Nirgends können Sie so viel Erfahrung in verschiedenen Unternehmen und Jobs sammeln, wie bei der Arbeit für solche Unternehmen und nur wenige Jobs werden Ihnen so viele Orientierungsmöglichkeiten bieten. Daher sollten Sie diese Option ernsthaft in Erwägung ziehen und sich mit den Möglichkeiten befassen.

  11. Selbstständigkeit

    Zu guter Letzt steht Ihnen nach der Kündigung Ihres Traineevertrags auch der Weg in die Selbstständigkeit offen. Diese Entscheidung sollte jedoch keinesfalls dazu dienen, weiteren Bewerbung auszuweichen und sich nicht mit der Kündigung befassen zu müssen. Den Schritt in die Selbstständigkeit sollten Sie bitte nur dann gehen, wenn Sie bereits im Vorfeld mit dem Gedanken gespielt haben, über erste Kunden verfügen und genau wissen, was Sie anbieten und tun wollen.

[Bildnachweis: racorn, Syda Productions by Shutterstock.com]