Traumjob bei Google: Das müssen Sie tun
Der Traumjob bei Google: Max Rosett hat ihn. Der Yale-Absolvent hat aber nicht das übliche Bewerbungsprozedere durchlaufen, er hat sich vielmehr von Google entdecken lassen. Die Kalifornier werfen im Netz Köder nach talentierten Programmierern wie ihm aus, wie der Neu-Googler nun detailliert verraten hat. Für alle, die ihm nacheifern wollen: Sich entdecken lassen, das ist gar nicht so einfach ...

Traumjob bei Google: Wo entlang?

Google hat zwar seit einigen Tagen einen neuen Look, aber am Image als Traumarbeitgeber hat sich nichts geändert. Seit Jahren nicht.

Über den Rekrutierungsprozess der Suchmaschinisten geistern daher auch unzählige Erfahrungsberichte, Tipps und Hinweise durchs Netz. Auch Google-Personaler Laszlo Bock hat in seinem Buch "Work Rules!" ein paar interessante Einsichten festgehalten.

Beispielsweise sind die Jobinterviews bei Google anti-hierarchisch. Sie sitzen also nicht nur Ihrem späteren Team- oder Abteilungsleiter gegenüber, sondern auch Angestellten, die unter oder mit ihnen im Team direkt zusammenarbeiten werden. Gerne wird auch jemand aus einer völlig anderen Abteilung dazugeholt, um den frischen Blick eines Fachfremden mit im Raum zu haben.

In dem Zusammenhang ist auch Googles Recruiting-Video aus der Kreidezeit des Internets weiterhin zu empfehlen. Das Museumsstück ist schon seit 2007 online, weist Bewerber vorm Bewerbungsgespräch aber noch immer in die richtige Richtung:

Python: Aufs Stichwort

Bis zum Vorstellungsgespräch muss man es freilich erst einmal bringen. Aber wie? Wie hole ich mir meine Einladung ins heilige Hauptquartier nach Mountain View? Eine schnödes Anschreiben, Foto draufpappen, absenden und fertig? Wohl kaum.

Max Rossett weiß ganz genau, wie es geht. Der junge Mann hat in Yale Mathe studiert, drei Jahre in einer großen Unternehmensberatung gearbeitet, danach in einem Start-up, wollte aber eigentlich immer Programmierer werden. Also schrieb er sich fürs Online-Programm der Georgia Tech ein, um noch einen IT-Master draufzusatteln. Trotz allem: Der Mut zur Google-Bewerbung fehlte ihm, bis ...

Bis Google selbst mit ihm Kontakt aufgenommen hat. Seine Erfahrungen hat Max auf The Hustle sehr schön geschildert. Eines Morgens also tippte Max das hier in die Google-Suche:

Python lambda function list comprehension

Programmierer wissen, was gemeint ist. Max suchte eine Lambda-Funktionsliste für die Programmiersprache Python.

Easter Egg im Körbchen

Die Trefferliste erschien, Max scannte sie nach relevanten Ergebnissen ab - bis etwas Merkwürdiges geschah. Der Screen teilte sich in zwei Hälften, über die Treffer wurde eine längliche Box gelegt, die fragte:

You’re speaking our language. Up for a challenge?

folding_screen

Ein klassisches Easter Egg. Mit diesen Antwortmöglichkeiten: „I want to play“, “No thanks“ und „Don’t show me this again“. Nach kurzem Zögern nahm Max die Herausforderung an und landete auf der Seite foo.bar.

foo.bar

Die Seite ähnelte einer Unix-Schnittstelle, Max gab also ein paar Unix-Befehle ein, daraufhin erschien eine Datei namens “start_here.txt”. Max öffnete sie und sah:

“Type request to request a challenge. Type help for a list of commands.”

Max entschied sich für "Request" und erhielt nun via Bildschirm Anweisungen über eine Programmiereraufgabe. Er hatte dafür 48 Stunden Zeit, um die Lösung einzureichen. Ticktack, die Uhr lief.

foo.bar_request

Drei Monate später

Details zur Aufgabe möchte Max nicht verraten. Nur so viel: Man muss dafür ein gewisses Grundwissen über Algorithmen mitbringen. Und dass man zwischen Java und Python wählen konnte. Innerhalb mehrerer Stunden löste Max das Problem - und ließ in den folgenden zwei Wochen noch die Lösungen für fünf weitere Aufgaben folgen.

Nach der sechsten war es dann soweit: Via foo.bar wurde er aufgefordert, seine Kontaktdaten zu hinterlassen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Und tatsächlich: Wenige Tage später klingelte ein freundlicher Google-Mitarbeiter durch und bat Max um eine Kopie seines Lebenslaufs - und um einen Termin für ein Telefongespräch.

Nun nahm der Gang seinen Lauf, die Einladung nach Mountain View folgte, zwei Wochen später das Jobangebot. Insgesamt drei Monate nach der mysteriösen Aufforderung auf dem Bildschirm trat Max schließlich seinen Dienst bei Google an.

Damit ist klar: Wer sich von Google entdecken lassen will, muss nicht nur sein Köpfchen anstrengen, sondern auch viel Zeit einplanen. Halten Sie Ihre Äuglein also weiterhin offen, wenn Sie im Netz unterwegs sind. Falls Sie den Job überhaupt wollen ...

[Bildnachweis: turtix by Shutterstock.com, Screenshots]