Katze-Katzencontent-Catcontent
Man nehme einen harmlosen Satz wie "Einen guten Start ins Wochenende" und veröffentliche ihn innerhalb weniger Stunden auf zig Facebookseiten und wiederhole das Ritual jede Woche. Voilà, schon sind die Fans maximal genervt... Spaß beiseite: Der völlige Verzicht auf Trivial Content muss deswegen trotzdem nicht sein. Ab und an sind Katzenbilder und Konsorten doch sinnvoll und wichtig...

Katzenbilder: Gratwanderung zwischen unterhaltend und unprofessionell

Es ist noch gar nicht lange her, da waren auf fast allen Fanpages und in allen Netzwerken die erwähnten Grüße zum Wochenende massiv vertreten. Es hat nicht allzu lange gedauert, bis die Fans und Kunden ihrem Unmut darüber Luft gemacht haben. Die Reaktion hat wiederum zum anderen Extrem geführt: Heute stehen viele Unternehmen dem Einsatz von Trivial Content skeptisch und zurückhaltend gegenüber.

Trivial Content - also Witze, lustige oder einfach nur schöne (Katzen-)Bilder, Cartoons und ähnliches - stellt immer eine Gratwanderung dar. Unternehmen und Social Media Manager müssen hier den Mittelweg zwischen einem unterhaltenden und einem unprofessionellen Auftritt finden.

Katzenvideos machen produktiv

Extra-Tipp-IconSie haben ein schlechtes Gewissen, weil Sie mal wieder Katzenvideos im Internet anschauen (statt zu arbeiten)? Brauchen Sie nicht! Glaubt man einer Studie von David Cheng und Lu Wang von der Universität von New South Wales, steigern Katzenvideos eher noch die Produktivität.

Im konkreten Fall hatten die Probanden einige langweilige Aufgaben zu erledigen. Wer aber zwischendurch seine Stimmung mit lustigen Filmchen aufhellte, arbeitete danach prompt motivierter. Die Betonung liegt allerdings auf "zwischendurch". Katzen-Content ist natürlich kein Arbeitsersatz.

Trivial Content: Interaktion, Sichtbarkeit und loyale Fans

Die Vorteile und der Nutzen von Trivial Content sind - bei allen Risiken - jedoch beachtlich. Auf Facebook ist der Nutzen angesichts des Algorithmus am deutlichsten zu sehen: Hier können lustige und unterhaltsame Beiträge die Interaktionsrate nach oben treiben und so die Sichtbarkeit der Seite für die Fans wieder deutlich erhöhen.

Auch auf Twitter, Pinterest, Google+ oder Youtube kommen witzige und unterhaltsame Beiträge bei Fans und Kunden gut an - wenn sie denn zum Unternehmen passen und nicht zu häufig vorkommen. Dosiert eingesetzt wissen Fans solche Beiträge durchaus zu schätzen.

Dabei spielen Qualität und Originalität der Beiträge erstaunlicherweise keine allzu große Rolle.

Ein Beispiel dafür hat vor einiger Zeit Lidl auf Facebook geliefert. Der folgende Beitrag wurde von zahlreichen Social Media Managern, Beratern und Experten auf Facebook in der Luft zerrissen und als unterirdisch schlecht abgetan:

Trivial Content Lidl

Sicher, originell ist die Idee nicht. Die Grafik rechts ist eher schlampig eingesetzt und der gesamte Beitrag ist nicht unbedingt ein Meisterstück.

Doch der Schein trügt: Der Beitrag gehört zu den am meisten gelikten und geteilten Inhalten der Lild-Fanpage und die mehr als 6.000 Kommentare liegen ebenfalls weit über dem Durchschnitt.

Wichtig sind hier die Voraussetzungen:

Lild ist ein Discounter. Das Unternehmen hat viele Kunden, doch die Marke steht nicht unbedingt für Eleganz und hohen Intellekt. Man kauft hier Gutes billig. Wie bei Aldi auch. So gesehen passt der Beitrag zur Zielgruppe und erfüllt seinen Zweck. Nicht mehr, nicht weniger. Zudem dürfte die Grafik nur wenige Minuten Arbeit in Anspruch genommen haben...

Das Praxis-Beispiel zeigt: Trivial Content hat in einer ausgewogenen Redaktionsplanung und Kommunikationsstrategie nach wie vor seinen Platz. Er kann Unternehmen eine persönliche Note verleihen, sie sympathischer wirken lassen, Sichtbarkeit und Interaktion erhöhen. Bei der Planung sollten die Community Manager jedoch unbedingt beteiligt werden. Sie kennen die Fans und die Community meist am besten und haben am ehesten ein Gefühl dafür, welche Beiträge gut ankommen.

Ein weiteres Beispiel für gut gemachten Katzencontent mit Botschaft und Informationsgehalt ist das Animationsvideo der australischen Metro Verkehrsbetriebe. Unter dem Titel "Dumb ways to die" werden Gefahren von Zügen aufgezeigt und Sicherheitshinweise vermittelt. Das gelingt jedoch so unterhaltsam, dass das Video in kürzester Zeit zu einem Hit in den sozialen Netzwerken wurde und sich viral verbreitet hat.

Auch dieses Beispiel zeigt: Trivial Content hat durchaus seinen Platz in einer ausgewogenen Kommunikationsstrategie und kann einen zugleich informativ sein.

Sie suchen noch einen Speaker oder Sparring-Partner?

Jochen-Mai-Social-Media-ExperteSie suchen einen erfahrenen Social Media Experten, der weiß wie sich Ihre Inhalte in relevante Botschaften übersetzen lassen, die sich in der Brandung von Reizüberflutung durchsetzen? Dann profitieren Sie von unserem mehr als 10-jährigen Internet-Know-how und buchen Sie den Karrierebibel-Gründer und Bestseller-Autor Jochen Mai (mehr als 3,2 Millionen Leser jeden Monat) für Vorträge, Keynotes, Seminare, Workshops, Team-Schulungen oder Beratungs-Projekte. Wir sind spezialisiert auf die Konzeption von (Corporate) Blogs, die Entwicklung von Content Strategien und Content Marketing sowie Aufbau und Schulung von Redaktionsteams, insbesondere für Suchmaschinen optimiertes Schreiben. Vorträge und Seminare richten sich sowohl an Anfänger wie Fortgeschrittene. Selbstverständlich stimmen wir die Anforderungen und Ziele mit Ihnen vorab auf das Publikum, die Zielgruppe oder Ihre Mitarbeiter ab. Zu unserem Angebot geht es HIER entlang.

[Bildnachweis: Alexey U by Shutterstock]