Tschakka! Du schaffst es! – Ich nehme an, auch Sie haben diesen Satz schon ein paar Mal gehört. Nicht? Aber zumindest seine Verwandten kennen Sie? “Du schaffst alles, was du willst.” Oder: “Sag dir immer wieder: Ich kann das! Ich kann das! Ich kann das! Dann gelingt es dir auch.”

Das ist, keine Frage, mindestens gewöhnungsbedürftig. Kommt aber ursprünglich aus dem Umfeld des Neurolinguistischen Programmierens (NLP), wonach man mit derart autosuggestiven Sätzen seine Motivation, Leistungen, ja sogar seine Fähigkeiten positiv beeinflussen können soll.

Kann funktionieren, wird’s aber nicht. Jedenfalls nicht so gut und nicht in dieser Form, sagt Dolores Albarracin von der Universität Illinois. Sie ging der Sache mit den suggestiven Selbstgesprächen nach und experimentierte dabei mit zwei unterschiedlichen Formulierungen:

“Ich werde!” (also dem typischen Tschakka-Duktus) und “Werde ich?”

Albarracin ließ ihre Probanden nun zunächst eine der beiden Phrasen auf einem Zettel notieren. Ein klassisches Prä-Priming also. Anschließend mussten sie einen Test absolvieren und verschiedene Begriffe zu neuen Wörtern kombinieren. Das Ergebnis aber überraschte alle: Von den 50 Teilnehmern bestanden jene Probanden, die zuvor ein “werde ich” notiert hatten, die Aufgabe deutlich öfter. Offenbar war die Motivation bei den Selbstfragern wesentlich größer als bei den Selbsteinflüsterern.

Bei einem zweiten Test sollten die Teilnehmer sagen, ob sie in der kommenden Woche im Studium gut abschneiden wollten. Anschließend wurde per Fragebogen ihre intrinsische Motivation gerprüft. Wieder dasselbe Ergebnis: Die Selbstfrager waren deutlich motivierter. Die These, dass Selbstbestätigung die Fähigkeit von Menschen verstärkt, scheint demnach so nicht zu stimmen. “Wenn es um ein spezifisches Verhalten geht, scheint es vielversprechender zu sein, sich Fragen zu stellen”, sagt Professor Albarrain.