Twitter verändert sich, diese Tatsache ist unbestreitbar. Der beliebte Micro-Blogging-Dienst hat in den letzten Monaten neue API-Richtlinien eingeführt, die vor allem Entwicklern und Twitter-Clients das Leben schwer machen. Geeks und Nerds wenden sich nach und nach von Twitter ab, doch der Dienst verfügt immer noch über eine gewaltige Nutzerbasis. Seine Bedeutung für die Jobsuche und den Business-Bereich hat Twitter daher noch lange nicht verloren. Viele Firmen nutzen Twitter bereits aktiv, doch Hashtags werden in vielen Fällen sträflich vernachlässigt oder falsch eingesetzt.

Ein Hashtag ist – wie erfahrene Twitterer wissen – ein Keyword, das mit einem #-Symbol eingeleitet wird. Es gibt Hashtags für Veranstaltungen, aktuelle Themen oder ganze Branchen und Arbeitsbereiche. Warum Sie diese Keywords nutzen sollten? Weil diese Ihnen einerseits die Suche erleichtern, andererseits die Sichtbarkeit Ihrer Tweets – und damit Ihre potenzielle Reichweite – erhöhen können.

Hashtags in der Jobsuche

Für Jobsuchende sind Hashtags vor allem in Verbindung mit gespeicherten Suchanfragen von Interesse. Konkret kann das so aussehen.

Thomas M. will sich beruflich verändern und beginnt mit seiner Jobsuche. Da sein aktueller Arbeitgeber von seinen Plänen nichts mitbekommen soll, beschränkt sich Thomas M. zunächst auf die passive Suche und gibt seine Wechselpläne nicht in sozialen Netzwerken bekannt. Eines seiner Suchinstrumente ist dabei Twitter.

Dort legt sich Thomas M. mehreren Suchen nach passenden Hashtags wie beispielsweise #Jobangebot, #Stellenangebot, #Arbeitsplatz, #Job, #Sachbearbeiter – er ist im kaufmännischen Bereich tätig – #Bürokaufmann und ähnliche an. Mindestens einmal täglich aktualisiert er die Suchanfragen und schaut sich die neuen Ergebnisse an. Zusätzlich folgt er Firmen, die er als potenzielle Arbeitgeber einordnet.

Würde Thomas M. seine Jobsuche aktiv kommunizieren, sollte er auch seine eigenen Tweets mit entsprechenden Hashtags versehen. Mögliche Keywords sind in seinem Fall #Jobsuche, #Jobwechsel, #Bürokaufmann und andere. Da der Erfolg einer aktiven Jobsuche auf Twitter auch von Re-Tweets abhängt, sollte Thomas M. gezielt darum bitten. Auch der Hashtag #followerpower ist für Follower ein deutlicher Call-to-Action und erzeugt auf jeden Fall Aufmerksamkeit für den Tweet.

Hashtags für Business und Selbständige

Der Nutzen von Hashtags geht jedoch weit über die Jobsuche hinaus. Auch für Selbstständige, Freiberufler oder für die Suche nach neuen Business-Kontakten können Keywords hilfreich sein. In der Praxis kann das folgendermaßen aussehen.

Sabine S. ist freiberuflich als Trainerin und Seminarleiterin für EDV-Kurse aktiv. Um aktuelle Entwicklungen im Blick zu behalten sowie neue Kontakte und potenzielle Kunden zu finden, setzt Sie unter anderem Twitter ein. Ihre Strategie ist zweigleisig angelegt. Passiv nutzt Sie gespeicherte Suchanfragen, bei denen Sie beispielsweise nach #EDV, #Seminar, #Training, #IT, #Weiterbildung, #Schulung und ähnlichen Hashtags sucht.

Aktiv twittert Sie eigene Artikel oder Links zu Themen rund um EDV, Training und Schulung. Diese Tweets versieht Sie mit den passenden Hashtags, um so andere Twitterer auf sich aufmerksam zu machen. Interessanten Twitter-Accounts, die Sie durch Ihre Hashtag-Suche findet, folgt Sie und teilt Inhalte – nach einiger Zeit des Folgens – gezielt per @-Reply mit diesen Twitterern.

Auf die Dosis kommt es an

Wer jetzt allerdings jeden Tweet mit möglichst vielen Hashtags versieht, begeht einen schweren Fehler. Für eine möglichst hohe Sichtbarkeit sind ausgewählte, auf ein Thema fokussierte Hashtags entscheidend. Wer mehr als drei oder vier Hashtags in einen Tweet packt, reduziert die Sichtbarkeit bereits durch die Vielzahl an Keywords.

Außerdem sollten Sie nicht jeden Tweet mit Hashtags versehen. Sonst entsteht bei Ihren Followern schnell der Eindruck, Sie würden nur noch auf Reichweite optimierte Tweets schreiben und Ihre Follower völlig vergessen. Dadurch reduzieren Sie – da Sie dann viele Twitterer entflogen oder ignorieren – Ihre Reichweite eher früher als später.

Der Follow Friday – #ff

Vor langer Zeit – zwei oder drei Jahre – wurde von aktiven Twitterern das Ritual des Follow Fridays etabliert. Das Prinzip: Jeden Freitag benennen Twitter-Nutzer verschiedene Twitter-Accounts, die sie für folgenswert – wenn es dieses Wort gibt – halten. Auch wenn es um den Follow Friday ruhiger geworden ist, wird das Ritual noch aktiv gepflegt und bietet eine gute Möglichkeit, die eigene Reichweite zu erhöhen und mit anderen Twitterern ins Gespräch zu kommen.

Zum Schluss haben wir noch einen Lese-Tipp für Sie: Wenn Sie Twitter noch effektiver nutzen wollen, sollten Sie einen Blick auf unsere Liste mit 99 Tools und Diensten für den Micro-Blogging-Dienst werfen.