Es ist eine ebenso alte wie aktuelle Diskussion: Sollen Unternehmen Ihren Mitarbeitern erlauben, Social Media – also Facebook, Twitter, Google+, RSS-Feeds, Blogs, … – am Arbeitsplatz zu nutzen? Während der Arbeitszeit? Am Büro-PC? Und wie immer bei solchen nahezu religiösen Fragen gehen die Meinungen dabei stark auseinander. Die einen sagen, es sei Zeitverschwendung und wittern zudem die Gefahr eines Informationslecks, womöglich auch der versehentlichen Rufschädigung. Die anderen sagen: Man kann es sowieso nicht verbieten, dann nutzen die Leute eben ihre Smartphones. Und wer nicht arbeiten will, der kann zur Tarnung auch Kaffee trinken, Zigarrette rauchen und plauschen.

Erst gestern veröffentlichte ich einen Artikel und eine Infografik dazu, wonach US-Unternehmen beim Freischalten der Bürorechner noch erstaunlich zurückhaltend sind. Ich selbst bin bei der Frage befangen, das gebe ich gern zu. Ich finde, es ist a) inkonsequent Social Media als Unternehmen nutzen zu wollen, aber Mitarbeiter dabei zu bevormunden; es ist b) sowieso unmöglich zu verhindern, dass Mitarbeiter Social Media nutzen (siehe oben). Und Verbote ersetzen c) kein Medientraining sowie Schulungun zum sinnvollen Umgang damit, denn dann könnten Unternehmen d) über ihre Mitarbeiter als Botschafter noch viel mehr profitieren.

Ebenso klar ist, dass die Twitter-Gemeinde wohl genauso befangen bei der Frage ist. Schließlich nutzen diese Menschen ganz offensichtlich Social Media – gerne wie erfolgreich. Und da die Umfrage zwischen 8 und 10 Uhr stattgefunden hat, nutzen einige Twitter wohl auch schon auf der Arbeit. Dennoch habe ich meine Follower heute morgen gefragt, welche Argumente sie persönlich für den Einsatz von Social Media auf der Arbeit haben. Dabei sollten Sie den folgenden Satz vervollständigen – und das ist das Ergebnis:

Das Nutzen von Social Media im Büro zu erlauben lohnt sich, weil…

rassambla: … man so viele interessante Impulse aus dem Twitter-Stream bekommt, die den Horizont erweitern.
JoachimGraf: …wir mit dem Verbieten des Telefons schon gescheitert sind.
JoachimGraf: …dort die besten Headhunter für meine abwanderwilligen Mitarbeiter lauern.
JoachimGraf: …Farmville woanders nicht zu spielen ist.
SiLoers: …Verbote das Ganze nur noch interessanter machen, erlauben und Richtung vorgeben macht Sinn.
mkriesten: …auf geben geben folgt.
R_Fro: …man viel Inspiration bekommt, die auch im Büroalltag anwendbar sein kann.
GerhardMaier: …es mit Blick auf wertvolle Impulse & die Mitarbeitermotivation Sinn macht.
GerhardMaier: …ein Verbot von Social Media-Junkies eh ignoriert würde!
mkarbacher: …es die Zufriedenheit steigert. Verbot/Sperre zeugt von fehlendem Vertrauen.
FredericJordan: …schneller Information kaum sein kann.
Reiseheld: …man so jeden Tag besser darin wird. Sozusagen eine arbeitsbegleitende Fortbildung in moderner Kommunikationstechnologie.
schomberg: …man mit Kandidaten in Kontakt kommt, die man sonst nicht so schnell erreicht.
NikolausKoller: …es von einer offenen und vertrauensvollen Unternehmenskultur zeugt.
danielrehn: …es sonst heimlich über das eigene Device etc. passiert und den Stress hebt sowie die Laune senkt.
ReneBaumann: …es die Unternehmenskultur fördert.
ReneBaumann: …das Arbeiten angenehmer machen kann.
Izyy: …SM Ideenschmiede und Kontaktbörse ist.
R_Fro: …man viel über andere erfährt; …man viel über sich erfährt; …es ein gutes Ventil ist;
R_Fro: …kurze Pausen wichtig sind; …man oft lacht und damit Sauerstoff ins Gehirn schleust; …weil man sich auskotzen kann…
RZ_Elgass: …es mein Job ist…:)
persofaktum_LS: …das Gegenteil noch nicht bewiesen ist.
CFahrenbach: …man zum Nicht-Arbeiten kein Social Media braucht. Entweder ich vertraue meinen Mitarbeitern oder nicht.
blackbetty38: …die Mitarbeiter dadurch den (Tasten- und Maus-) Finger immer am Puls der Zeit haben.
SeraphinaOpel: …es die Zukunft der Kommunikation ist.
KaiThrun: …man auf Twitter fragen stellt und nicht nach Antworten suchen muss.
zeuzen: … ich sonst von dieser Umfrage nicht erfahren hätte.