„Yippie ya yay, Schweinebacke!“
Bruce Willis in Stirb Langsam

Unangenehme Kollegen haben zumindest den angenehmen Nebeneffekt, dass man an ihnen wachsen kann. Nicht wenige erleben im Job wahre Wachstumsschübe – dank Profilneurotikern, die ihnen regelmäßig die Ideen klauen, Karrieristen, die ihnen vormittags einen scheinbar gut gemeinten Rat schenken, der sich nachmittags als Falle entpuppt, Kotzbrocken, die jeden mundtot machen, Widerlingen mit Wutausbrüchen, bis hin zu Neidern und Aufschneidern, die so tun, als hätten sie gerade die Erstbesteigung des Mount Everest hinter sich gebracht. So mancher Kollege lebt nach dem Grundsatz, jemanden wie ein rohes Ei zu behandeln, kann auch bedeuten, ihn in die Pfanne zu hauen. Na, danke…

Hilfe, ich arbeite mit Kollege Kotzbrocken!

Im Büro geht es zuweilen zu wie im Genre des Slasher-Horrorfilms, dessen klassische Besetzung mein Freund Markus Spieker einmal treffend auf drei Gattungen reduzierte:

  1. den Kämpfer („Du Drecksau!“),
  2. den Fleher („Lass mich leben, bitte!“),
  3. den Loser (schweigen und wimmern).

Kämpfer überleben oft, Fleher manchmal, Loser nie. … Na, an wen denken Sie gerade?

Wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir, und Sie haben sich schon hundert Mal gefragt: Haben diese Menschen nichts Besseres zu tun als uns anderen immer wieder das Nervenkostüm zu zerknittern?

Nach einigem Hadern und noch mehr Recherchieren habe ich jedoch festgestellt: Die Frage ist falsch. Sie suggeriert, dass die Kollegen eine Wahl hätten: nerven oder nett sein?

Haben sie aber nicht.

Büros sind lebende Organismen, in denen sich nicht nur die unterschiedlichsten Charaktere versammeln, sondern die oben beschriebenen Arsenale an menschlicher Bösartigkeit erstaunlicherweise wie in einer Petrischale gedeihen und sich virusartig vermehren.

Egoismus, Missgunst, Missmut – all das wirkt hochgradig ansteckend und erzeugt ein gefährliches Mikroklima, das jedes zivilisierte Miteinander auf Dauer zerstören kann. Statt effektiv im Team zu arbeiten, neue Ideen zu entwickeln und einfach Spaß zu haben, zanken sich die Leute nur noch und schwärzen sich gegenseitig an.

Als der Stanford-Professor für Management Science, Robert Sutton, 2007 sein Buch “Der Arschloch-Faktor – vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten” veröffentlichte, und darin die alltäglichen Sticheleien, Kränkungen und anderen psychischen Misshandlungen im Kollegenkreis beschrieb, landete er prompt einen Bestseller. Die Leute fanden darin schlicht ihr Arbeitsumfeld wieder. Zwar räumt Sutton ein, dass “jeder mal einen schlechten Tag haben kann”, gleichwohl war seine Bestandsaufnahme beweiskräftig. Und es stimmt ja auch: Sarkasmus, Hänseleien und rücksichtslose Verhaltensweisen vermehren sich überall dort, wo sie stillschweigend geduldet werden.

Apropos: Wie geht es eigentlich in Ihrem Büro zu? Wer nervt Sie am meisten?

Selbsttest: Welcher Kollege nervt Sie am meisten?

Vielleicht haben Sie Lust auf einen kurzen Selbsttest: Im Folgenden werden Kollegen und Situationen beschrieben, die Sie womöglich regelmäßig unter der Decke kreisen lassen.

Gehen sie die Liste einfach durch und machen Sie sich eine Strichliste, wie oft sie innerlich (oder äußerlich) nicken und welche Punkte auf Sie zutreffen. Aber bitte nicht nur theoretisch antworten, sondern wirklich nur jene Beispiele zählen, die Sie tatsächlich immer wieder im Büro erleben. Am Schluss zählen Sie die Punkte einfach zusammen und klicken auf die jeweilige Auswertung.

Achso: Am besten bringen Sie diesen Test schnell hinter sich – schon die Gedanken an solche Typen können einem die Laune vermiesen…

Diese Bürotypen nerven mich…

  1. Brüllaffen, die so laut telefonieren, dass man auch noch zwei Türen weiter jedes Wort versteht.
  2. Apokalyptiker, die bei jedem Räuspern des Chefs den Untergang des Abendlandes beschwören.
  3. Blinde, die Spülmaschinen weder ein- noch ausräumen können.
  4. Körperpfleger, die während der Konferenz Fingernägel, Ohren und Nasen reinigen.
  5. Rotznasen, die großflächig ihre Viren im Büro verteilen.
  6. Auch nicht besser: die Lautschniefer und Rotzhochzieher.
  7. Kopierstauverursacher und hinterher Nicht-Wegräumer.
  8. Frischluftfanatiker, die andere für zwei Promille mehr Sauerstoff der Zugluft aussetzen.
  9. Kollegen mit Hygiene-Intoleranz, die Oberteile über drei Tage tragen – ungewaschen.
  10. Essensbeschwerer, die einfach kein (Kantinen)Gericht unkommentiert lassen.
  11. Hypochonder, die alles haben, was krank macht – und das jedem erzählen.
  12. Jammerlappen, die Diät machen, trotzdem Schokolade essen und um Mitleid werben.
  13. Hilflose, die sich extra dumm anstellen, damit ihnen ein anderer die Arbeit abnimmt.
  14. Klo-Ferkel, die sich zu fein sind, ihre Hinterlassenschaften spurlos zu beseitigen.
  15. Reserve-Casanovas, die jeden mit ihren Sexeskapaden belämmern.
  16. Tuchfühler, die beim Erzählen selbst einen 10-Zentimeter-Abstand unterschreiten.
  17. Noch schlimmer: Knoblauchfahnen-Tuchfühler.
  18. Multitasker, die parallel zu einer Unterhaltung SMS versenden oder E-Mails beantworten.
  19. Speichelspucker.
  20. Ich-bin-so-wichtig-dass-ich-mein-Handy-in-der-Konferenz-nicht-abschalten-kann-Typen.
  21. Familienmenschen, die Büro und Bildschirmschoner mit Kinderbildern zupflastern.
  22. Prahlpapas (und -mamas), die ständig die Hochbegabung ihrer Lendenfrucht preisen.
  23. Kollegen, die Pilzkulturen in Kaffeeküchen und Kühlschränken züchten.
  24. Fußballfans, die über nichts anderes reden können als Bundesliga-Ergebnisse.
  25. Kettenraucher, die ihre Faulheit mit häufigen Zigarettenpausen kaschieren.
  26. Fahrradfahrer, die nach oben buckeln und unten fleißig treten.
  27. Ratschläger, die alles besser wissen und mit Rat brillieren statt mit Tat.
  28. Witzerzähler, die es nicht können.
  29. Kollegen, deren E-Mails mehr Smileys enthalten als Information.
  30. Ich-wars-nicht-Sager.
  31. Lautschwätzer, die das gesamte Großraumbüro beschallen.
  32. Kollegen, die weder Toner noch Kopierpapier nachfüllen, obwohl beides leer ist.
  33. Botaniker, die das Büro in einen Urwald verwandeln – weil das so ein gutes Klima macht.
  34. Luftterroristen, die mit ihrem Parfüm Büroflure und Aufzüge benebeln.
  35. Weicheier, sich ständig über andere Kollegen beschweren, denen das aber nie sagen.
  36. Montagsmuffler, die alle mit ihrem Wochenendfrust anstecken wollen.
  37. Kollegen, der Komplimente keine sind (etwa: „DU kannst das tragen…“).
  38. Kollegen, die zusehen, wie man es nicht mehr rechtzeitig in den Aufzug schafft.

Auswertung zum Kollegen-Test

Das Schlimmste haben Sie schon geschafft. Fehlt nur noch die Auswertung. Wie oft konnten Sie zustimmen? Zählen Sie die Punkte zusammen und klicken Sie auf das entsprechende Feld: